Neue Solartechnologien: Integration von Photovoltaik in Textilien

"Solarvorhänge" für ein
nachhaltiges Gebäudedesign.

Laut Prognosen werden Solar-Technologien trotz des derzeitig schlechten Zustands der Weltwirtschaft immer umfangreicher eingesetzt, berichtet das Forschungs- und Analyse-Unternehmen IDTechEx in einer Pressemitteilung. Abseits gängiger Anwendungen auf Dächern, in der Industrie oder in Form von Solarparks beobachte IDTechEx die zunehmende Integration der Photovoltaik durch die Textilindustrie. So sei beispielsweise Sheila Kennedy, Professorin für Architekturdesign am Massachusetts Institute of Technology (MIT), eine Spezialistin für die Integration von Solarzellen in die Architektur. Die Wissenschaftlerin entwirft flexible Photovoltaik-Materialien, welche die Energieaufnahme und -abgabe von Gebäuden verändern könnten, heißt es in der Pressemitteilung. Diese neuen Materialien, "Solartextilien" sollen wie Solarzellen in Solarmodulen funktionieren. Hergestellt aus Halbleitermaterialien, nehmen sie Sonnenlicht auf wandeln es in Strom um.  Sheila Kennedy nutzt 3-D-Modellierungs-Software für ihre Solartextil-Designs, um membranartige Oberflächen zu entwickeln, die als energieeffiziente Komponenten für Dächer und Mauern genutzt werden sollen. Solartextilien könnten auch wie Vorhänge eingesetzt werden.


Polymer-Elektronik kombiniert mit Photovoltaik aus Thüringen

Ausgehend von der Forschung und Entwicklung des "Instituts für die Technologie von künstlichen Fasern" habe sich das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK) durch seine angewandte Forschung zu einer hochmodernen, weltweit bekannten Institution der Materialforschung entwickelt, berichtet IDTechEx in der Pressemitteilung. Als technisch orientiertes Institut betreibe das TITK sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung in Industrienähe. Das TITK unterstütze Innovationen kleiner und mittelständischer Unternehmen mit interdisziplinärer Wissenschaft, neuen Ideen, seiner Kenntnis der Industrie und dem Einsatz von moderner technologischer Infrastruktur. Die strategischen Forschungsfelder enthalten unter anderem Polymer-Nanocompositen und Polymer-Elektronik in Kombination mit Photovoltaik.


Schottland: Direkte Integration von Solarzellen in Textilien

Seit ihren Anfängen im Jahr 1883 hat sich die "School of Textiles and Design", ehemals "Scottish College of Textiles", auf die Ausbildung von Fachkräften für die weltweite Textil- und Bekleidungsindustrie spezialisiert und hohes Ansehen als eine der global führenden Textil-Institutionen erarbeitet. Prof. John Wilson und Dr. Robert Mather haben das Unternehmen Power Textiles Ltd. als Ausgründung der Heriott-Watt University in Edinburgh ins Leben gerufen, um ein Verfahren zur direkten Integration von Solarzellen in Textilien zu entwickeln. Das Unternehmen ist im März 2007 mit Finanzierung durch die schottische Regierung gegründet worden. Derzeit arbeitet es an einem labortechnischen Entwicklungsprozess mit der Absicht, diesen in die Produktion umzusetzen, berichtet IDTechEx. Für das Endprodukt sei eine Vielzahl von Anwendungen vorgesehen, wie beispielsweise in Unterkünften für Flüchtlingsgruppen sowie in Katastrophengebieten. Der dauerhafte Einsatz sei für die Nutzung auf Dächern und Markisen sowie für militärische Zwecke geplant.


Tagung zu Solartextilien im Rahmen der Photovoltaik-Konferenz in Dresden

Die von IDTechEx veranstaltete "Photovoltaics Beyond Conventional Silicon Europe conference", die am 7. und 8. April 2009 in Dresden stattfindet, wird auch eine Veranstaltung enthalten, die sich mit Präsentationen von führenden Institutionen wie der Michigan University, dem TITK und Power Textiles Ltd. ganz dem Thema Solartextilien widmet. Informationen zur Konferenz und Anmeldung unter: http://www.IDTechEx.com/pvEurope.

09.02.2009   Quelle: IDTechEx   Solarserver.de   © Heindl Server GmbH
Bildquelle: MIT,

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