Solarstrom-Magazin PHOTON: Anpassung der Solarstromvergütung sichert langfristiges Marktwachstum in Deutschland

"Bundesumweltminister Röttgen hat den Weg für viele zusätzliche Solarstromanlagen in Deutschland frei gemacht", kommentiert Anne Kreutzmann, Chefredakteurin des Solarstrom-Magazins PHOTON, den Vorschlag des Bundesumweltministeriums zur Senkung der Vergütung für Strom aus Photovoltaik-Dachanlagen um 15 Prozent für und um 15 bis 25 Prozent für Freiflächenanlagen.   "Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz funktioniert nur dann wirklich effektiv, wenn sich die Förderung an der Höhe der Produktionskosten orientiert. Mit der geplanten Anpassung der Vergütungssätze wird genau das wieder erreicht. Das EEG sorgt so für die größtmögliche Menge an Solarstrom zum bestmöglichen Preis. So kann Solarstrom kurzfristig eine bedeutende Rolle im deutschen Energiemix übernehmen", so Kreutzmann weiter.



Photon: 15 Prozent sind für die Industrie leicht zu verkraften

Die außerplanmäßige Senkung sei nötig geworden, weil die Weltproduktion an Solarmodulen wesentlich schneller gewachsen ist, als bei Einführung des EEG absehbar war, betont Photon. Die Produktionskosten seien damit schneller gesunken als die Vergütungssätze im EEG. Angemessen wäre nach PHOTON-Recherchen eine Reduzierung um 20 Prozent gewesen. Die 15 Prozent seien somit für die Industrie leicht zu verkraften. Die neuen Vergütungssätze würden den Zubau voraussichtlich nicht bremsen. Bei Anlagen auf Ackerflächen, welche 25 Prozent weniger Vergütung bekommen sollen, dürfte sich hingegen die Spreu vom Weizen trennen, erwartet Photon. Dieser Markt werde damit vor allem den besonders effizient produzierenden Solar-Unternehmen zur Verfügung stehen, die damit zeigen könnten, wie günstig Solarstrom heute schon erzeugt werden kann.


Kritik an der Kopplung der Vergütung an den Zubau

Geplant ist eine Reduzierung der Vergütung um zusätzliche 2,5 Prozent ab 3.500 MW Zubau erstmals zum 1. Januar 2011. Für je 1.000 MW, die darüber hinausgehen, soll die Vergütung um weitere 2,5 Prozent reduziert werden, bis maximal 10 Prozent. Sollte der Zubau nur 2.500 MW betragen, soll die Vergütungssenkung um 2,5 Prozentpunkte geringer ausfallen. Dies soll auch für jede weitere 500 MW geringeren Zubau gelten, wenn der Zubau unter 2.500 MW liegt. Die Vergütung an den Zubau zu koppeln sei hingegen keine gute Idee, kritisiert Photon. Die Kostensenkung hänge von der Entwicklung der weltweiten Produktion ab, nicht vom Zubau in einem einzelnen Markt. Hier werde die Vergütung nicht entlang der Kostenkurve gefahren, sondern schlingere um die Entwicklung herum, was einen "Schweinezyklus" provoziere. Zudem leide die Planungssicherheit, so dass aufgrund notwendiger Sicherheitszuschläge der Solarstrom unnötig verteuert wird. Die planmäßig vorgesehene Reduzierung der Vergütung zum 1. Januar 2011 um zehn Prozent entspreche hingegen der zu erwartenden Kostenreduzierung und sei damit für das weitere Wachstum des Zubaus unproblematisch, heißt es in der Photon-Pressemitteilung.


Höhere Förderung des Eigenverbrauchs

Bei einem hohen Anteil von Solar- und Windstrom im Netz muss der Verbrauch der Produktion angepasst werden. Hierzu gibt es vielfältige Möglichkeiten, etwa das Lastmanagement durch die sogenannten "Smart Grids" und Speichersysteme. Sinnvoll ist es laut Photon, das "Gesamtsystem Stromnetz Deutschland" zu optimieren. Der von Minister Röttgen eingeschlagene Weg, Erzeugung und Verbrauch auf Ebene des einzelnen Haushalts zu optimieren, führe jedoch zu Fehlentwicklungen. So könne es geschehen, dass die für den Betreiber wirtschaftlich optimale Anlagengröße kleiner ist, als es die zur Verfügung stehende Dachfläche erlauben würde. Zudem bestehe hier aufgrund der Erhöhung der Förderung wiederum die Gefahr einer Überförderung. Darüber hinaus sei die Verfassungskonformität dieser Fördermethode noch nicht bestätigt, stellt Photon fest.


Keine Deckelung des Zubaus; Photon erwartet 2010 einen Zubau in der Größenordnung von 5 bis 10 Gigawatt

"Mit einem unbeschränkten Markt und einer Anpassung der Vergütungssätze an die Entwicklung der Produktionskosten hat Bundesumweltminister Röttgen optimale Voraussetzungen geschaffen, Solarstrom international schnell zu einer preiswerten Energiequelle zu machen", heißt es in der Pressemitteilung. "PHOTON geht auch unter den geänderten Vergütungssätzen weiterhin von einem Zubau in der Größenordnung von 5 bis 10 Gigawatt in diesem Jahr aus. Dies ist ein großer Gewinn für den Klimaschutz."

Das Eckpunkte-Papier des Bundesumweltministers zur künftigen Photovoltaik-Vergütung ist veröffentlicht unter:
http://www.solarserver.de/eeg_eckpunkte_bmu.html

Ein neues Konzept zur Entwicklung der Photovoltaik von Hermann Scheer, Präsident von EUROSOLAR e.V. und SPD-MdB ist zugänglich unter:
standpunkt_scheer_0110.html

20.01.2010   Quelle: PHOTON Europe GmbH   Solarserver.de   © Heindl Server GmbH

2010 © Heindl Server GmbH