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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gedenkt der Opfer von Tschernobyl

Reaktor Nr. 4 in Tschernobyl im September 2006
Reaktor Nr. 4 in Tschernobyl im September 2006

Zum Gedenken an die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, die sich im April zum 30. Mal jährt, reiste Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am 21.03.2016 in die Ukraine. Im Mittelpunkt der zweitägigen Reise stand ein Besuch des Kraftwerkgeländes in Tschernobyl.

An der Gedenkstätte für Liquidatoren der Reaktorkatastrophe legte Hendricks einen Kranz nieder und gedachte derjenigen, die in den ersten Tagen und Wochen nach der Katastrophe die dringlichen Aufräumarbeiten übernommen und dabei ihr Leben aufs Spiel gesetzt haben.

"Vor 30 Jahren wurde uns auf erschreckende Weise vor Augen geführt, welche Risiken mit der Nutzung der Atomenergie verbunden sind. Noch heute sind die Menschen in der Ukraine mit der Bewältigung der katastrophalen Folgen belastet", sagte Hendricks.

Hendricks besuchte auch den in der Nähe des havarierten Reaktors gelegenen Ort Pripyat, der seit der Katastrophe menschenleer ist. Die knapp 50.000 Bewohner konnten bei der Evakuierung am 27.04.1986 nur das Allernötigste mitnehmen. Eine Rückkehr in ihre Heimat war für sie nicht möglich.

 

Schwerster Unfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie

Auf dem Kraftwerksgelände hat sich die Bundesumweltministerin über den Baufortschritt der neuen Schutzhülle über dem havarierten Block 4 informiert. Dieses „New Safe Confinement“ (NSC) ist mit 257 Metern Spannweite, 162 Metern Länge und 108 Metern Höhe weithin sichtbar und wirkt wie ein Mahnmal, das an den schwersten Unfall in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie erinnert.

"Es liegt im Interesse aller Staaten, der Bevölkerung die Gewissheit zu geben, dass alles Erdenkliche getan wird, um ein höchstmögliches Maß an Sicherheit in allen kerntechnischen Einrichtungen zu gewährleisten. Daher ist der verantwortungsbewusste Umgang mit den Folgen dieser Katastrophe notwendig", so Hendricks.

 

Eindrucksvolles Bauwerk und bedrückende Erfahrung

Unter deutscher G7-Präsidentschaft konnte 2015 der Weiterbau des NSC mit der Bereitstellung von zusätzlichen 615 Millionen Euro durch die internationale Gemeinschaft sichergestellt werden. Die G7 haben mit anderen Staaten und Institutionen inzwischen insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro aufgebracht, um den Standort in einen sichereren Zustand zu überführen.

Derzeit werden Technologie- und Versorgungsgebäude sowie die Verbindungswände zwischen alter Gebäudestruktur und NSC errichtet. Im November 2017 soll das NSC in die endgültige Position über den havarierten Block 4 geschoben werden. Für den Rückbau des 1986 als vorläufige Schutzhülle errichteten Sarkophags ist die neue Schutzhülle unbedingte Voraussetzung. Hendricks: "An diesem riesigen und einmaligen Projekt sind viele Staaten weltweit finanziell beteiligt. Allerdings ist es auch erschreckend zu sehen, dass mehr als ein Vierteljahrhundert vergehen musste, um die heute sichtbaren Erfolge zu erreichen. Ein eindrucksvolles Bauwerk und zugleich eine bedrückende Erfahrung."

 

26.03.2016 | Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB); Bild: Wikipedia | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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