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Analyse: Stromnetzentgelte steigen 2017 bundesweit um 10 Prozent, deutlich stärker als EEG-Umlage

Während die EEG-Kosten (dunkelgrün) seit 2015 um 25 Euro gestiegen sind, zogen die Netzgebühren (hellgrün) um 37 Euro an
Während die EEG-Kosten (dunkelgrün) seit 2015 um 25 Euro gestiegen sind, zogen die Netzgebühren (hellgrün) um 37 Euro an

Zum Jahreswechsel steigen in Deutschland die Gebühren für den Stromtransport um rund 10 Prozent. Einem Durchschnitts-Haushalt entstehen so Mehrkosten von 23 Euro netto im Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Energie- und IT-Unternehmen LichtBlick (Hamburg) vorgelegte Analyse der Netzentgelte 25 großer regionaler Netzbetreiber.

Damit stiegen die Leitungsgebühren für die Verbraucher erneut deutlich stärker als die EEG-Umlage, betont LichtBlick.

 

Netzentgelte machen mehr als ein Viertel des Strompreises aus

20 der 25 untersuchten Netzbetreiber erhöhen zum 1. Januar 2017 ihre Gebühren. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt im nächsten Jahr 273 Euro netto für Netzgebühren (plus Mehrwertsteuer). Die Netzentgelte machen mehr als ein Viertel des Strompreises aus und sind damit der größte Kostenblock auf der Rechnung der Verbraucher.

Zum Vergleich: Für die ebenfalls höhere EEG-Umlage fallen im nächsten Jahr 241 Euro netto an. Während die EEG-Kosten seit 2015 um 25 Euro gestiegen sind, zogen die Netzgebühren um 37 Euro an.

 

LichtBlick: „Stromleitungen sind der Goldesel für Konzerne und Stadtwerke“

Die hohen Entgelte sind nicht allein durch den Netzausbau und die Energiewende zu erklären. „Die Stromleitungen sind der Goldesel für Konzerne und Stadtwerke“, sagt Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick. „Im Schatten der Energiewende drehen die Netzmonopolisten seit Jahren kräftig an der Preisschraube. Die Bundesnetzagentur und die Regulierungsbehörden der Länder üben ihre Kontrollfunktion nicht konsequent aus und garantieren den Betreibern überhöhte Gewinne.“ Die Netzentgelte werden von den Behörden geprüft und genehmigt.

Besonders betroffen sind laut der Studie Haushalte in Bayern, Norddeutschland, im Rhein-Main-Gebiet und im Osten der Republik. Die E.ON-Gesellschaften Bayernwerk (plus 65 Euro bzw. 29 Prozent), E.DIS (plus 66 Euro bzw. 19 Prozent) und Avacon (plus 48 Euro bzw. 19 Prozent) zählen zur Spitzengruppe der neuerlichen Preisrunde. Ferner greifen die Netzdienste Rhein-Main mit plus 53 Euro (24 Prozent), die Stadtwerke Kiel mit plus 45 Euro (21 Prozent) sowie die EWE Netzgesellschaft mit plus 28 Euro (19 Prozent) den Stromkunden tiefer in die Tasche.

 

Gebühren in den Metropolen steigen deutlich

Auch in den Metropolen ziehen die Gebühren deutlich an. Stromnetz Hamburg verlangt einen Aufschlag von 18 Euro (8 Prozent), in Berlin sind es sogar 27 Euro (14 Prozent) mehr.

Wie wichtig die Monopolrenditen aus dem Netzbetrieb für die Konzerne sind, zeigen der Börsengang von Innogy und ein Blick auf die Konzernergebnisse von RWE und E.ON: Bei E.ON tragen die Netze rund die Hälfte zum gesamten Konzernergebnis bei, bei der RWE-Tochter Innogy sind es sogar zwei Drittel. „Hohe Netzentgelte mit staatlich garantierten Traumrenditen finanzieren den teuren Umbau der angeschlagenen Konzerne“, sagt Lücking. „Auch die von der Bundesnetzagentur angekündigte zaghafte Kürzung der Netzrenditen ab 2019 ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

 

18.10.2016 | Quelle: LichtBlick | solarserver.de © Heindl Server GmbH

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