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Solar-Interview mit THEnergy-Geschäftsführer Thomas Hillig über den „Energy and Mines Summit” in London

Dr. Thomas Hillig, Geschäftsführer von THEnergy

Dr. Thomas Hillig, Geschäftsführer von THEnergy, war Besucher und Referent beim „Energy and Mines Summit”, der am 28. und 29.01.2016 in London stattfand. Mehr als 200 Konferenzteilnehmer aus dem Bergbau-, Erneuerbare-Energien- und Finanz-Sektor besuchten die Veranstaltung.

THEnergy ist eine international ausgerichtete Unternehmensberatung mit Sitz in München, die sich auf erneuerbare Energien-Lösungen für den Bergbau-Sektor spezialisiert und bestrebt ist, die Positionen verschiedener Interessengruppen zusammenzubringen.

 

Was waren Ihre Haupteindrücke von der ersten europäischen Auflage des „Energy and Mines Summits“

Hillig: In London haben wir mehr Bergbauunternehmen als erwartet angetroffen. Sie waren sehr interessiert an Lösungen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien – teilweise auch bereits an sehr spezifische Details. Solch eine Veranstaltung ist eine großartige Gelegenheit, um mehr die Erwartungen der verschiedenen Beteiligten besser zu verstehen.

 

Weshalb erfährt das Thema „erneuerbare Energien für den Bergbau“ so viel Aufmerksamkeit?

Hillig: Es gibt zahlreiche Antworten auf diese Frage. Ein Grund ist ganz sicher, dass dieses Thema extrem polarisiert. Zu Anfang denken nicht viele, dass die beiden Sektoren gut zusammenpassen. Auf den zweiten Blick jedoch gibt es zahlreiche Synergien. Erneuerbare Energien können in vielen Fällen dazu beitragen, dass Minen es gelingt, ihre Stromkosten zu senken und ihre öffentliche Wahrnehmung zu verbessern.  Zudem befinden sich zahlreiche Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien in einem Prozess, in dem sie sich neu aufstellen und neue Märkte suchen, weil große geförderte netzgekoppelte Projekte immer seltener werden – besonders in Europa. Für abgelegene Minen, die bisher rein mit Diesel betrieben werden, können erneuerbare Energien vielmals wettbewerbsfähige Lösungen anbieten und dies ganz ohne Subventionen.

 

Wo befindet sich die Bergbauindustrie hinsichtlich erneuerbarer Energien?

Hillig: Es gibt da ganz große Unterschiede. Das Spektrum reicht von Bergbauunternehmen, die bereits erste Solar- bzw. Windanlagen in der MW-Klasse gebaut haben bzw. sich im Ausschreibungsprozess für riesige Projekte befinden. Teilweise scheint es aber, dass die Akteure aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ihre Lösungen besser kommunizieren müssen.

Während der Konferenz habe ich des Öfteren von Bergbau-Teilnehmern gehört, dass die Erneuerbaren noch nicht marktreif sind und nicht für den Einsatz in Anlagen geeignet sind, die rund um die Uhr Strom benötigen. Dafür müssten erst Speicher preisgünstiger werden. Besonders Lösungen für Minen, die nicht ans Netz angeschlossen sind, müssen präzise kommuniziert werden. Sie sind häufig wirtschaftlich hoch attraktiv, aber auch zugleich auch sehr komplex.

 

Wenn wir gerade über den erneuerbaren Energien-Sektor sprechen. Was sind Ihre Beobachtungen?

Hillig: Eines der Haupthindernisse, was ich sehe, ist das viele Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren nicht so erfahren hinsichtlich Marketing und Vertrieb sind. Dies ist allerdings relativ normal, wenn man bedenkt, dass auch heute noch ein Großteil des Marktes aus netzgekoppelten Projekten besteht, zumeist in einem geförderten Umfeld. Es gibt nicht viel Erfahrung, industrielle Kunden von wirtschaftlichen Vorzügen zu überzeugen. Die Tatsache, dass erneuerbare Energien nicht in jedem Anwendungsfall preisgünstiger als konventionelle Lösungen sind, stellt zudem eine große Herausforderung dar. Um erfolgreich zu sein, sind höhere Ausgaben für Marketing und Vertrieb für viele Unternehmen schlicht notwendig.

 

Was sind die Hauptergebnisse der Konferenz?

Hillig: Wir haben gesehen, dass Investoren und Banken erneuerbaren Energien Lösungen sehr positiv gegenüberstehen – auch für abgelegene Minen, wo das wahrgenommene Ausfallrisiko viel höher ist als bei netzgekoppelten Projekten. Zudem ist offensichtlich, dass die erneuerbaren Energien-Lösungen über Marktreife verfügen, dass die notwendige Technologie vorhanden ist. Und natürlich, dass die Bergbauunternehmen interessiert sind.

 

Weshalb sehen wir dann nicht noch mehr erneuerbare Energien im Bergbau?

Hillig: Ich halte die Entwicklung für ziemlich normal, angesichts der Tatsache, dass einige Rahmenbedingungen gerade nicht sehr vorteilhaft sind. Zum einen erfordert die aktuelle Bergbaukrise die Aufmerksamkeit des Managements für Themen, die aus Sicht des Unternehmens noch wichtiger sind. In diesem Zusammenhang bleibt auch festzustellen, dass einige Bergbau-Unternehmen zurzeit einfach nicht die finanziellen Mittel für Investitionen in erneuerbare Energien haben.

Der Verfall des Ölpreises ist ein weiterer Grund. In der Theorie dürften zwar kurzfristig niedrigere Ölpreise nur einen geringen Einfluss auf langfristige Investitionsentscheidungen hinsichtlich erneuerbarer Energien haben. In der Realität verlangsamt der niedrige Ölpreis aber die Entwicklung, auch wenn es in erster Linie psychologische Gründe sind.

 

Welche Schlüsse ziehen Sie für Ihr Unternehmen aus der Konferenz?

Hillig: Es wurde deutlich, dass wir mit unserer Kommunikation zwei unterschiedliche Stoßrichtungen verfolgen müssen. Wir werden weiterhin Reports über Lösungen herausgeben, die für bestimmte Segmente der Bergbauindustrie von Interesse sind. Ich denke da beispielsweise an unsere beiden nächsten Studien: der eine behandelt eine integrierte CSP-Gas-Lösung zur Grundlastversorgung von Minen und der andere thematisiert eine mobile Solaranlage, die sich an Unternehmen richtet, die in der Explorations-Phase von Bergbauprojekten aktiv sind.

Parallel werden wir aber auch versuchen, mehr grundlegende Inhalte zu veröffentlichen, die zum Ziel haben, Bergbau-Führungskräfte mit bisher noch wenig Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien zu informieren.

Zudem müssen wir als neutrales Unternehmen mit einem Hintergrund im Bereich der konventionellen und erneuerbaren Energien in Zukunft auch vermehrt darauf hinweisen, dass erneuerbare Energien nicht für jede Anwendung wettbewerbsfähig sind und dass der wirtschaftliche Vorteil stark von Minen-spezifischen Faktoren abhängt.

Quelle: THEnergy