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Solar-Interview mit Wolfgang Lange, Managing Director Solar Frontier Europe, zum Photovoltaik-Markt in Deutschland

Wolfgang W. Lange, Geschäftsführer Solar Frontier Europe
Wolfgang W. Lange, Geschäftsführer Solar Frontier Europe

Wolfgang W. Lange ist Geschäftsführer von Solar Frontier Europe und damit für das strategische und operative Tagesgeschäft des Unternehmens auf europäischer Ebene verantwortlich.

Im Solarserver-Interview spricht Lange über die Gründe für den gebremsten Photovoltaik-Zubau in Deutschland sowie die Planung und Wirtschaftlichkeit von Solarstromanlagen.

Wolfgang Lange: „Die Bundesregierung hat den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland immer wieder auf unterschiedlichste Arte und Weise in den letzten Jahren ausgebremst und damit auch die selbst erklärten Ziele für den Ausbau gefährdet.“

 

Solarserver: Herr Lange, die Photovoltaik-Zubauzahlen der vergangenen zwölf Monate liegen in Deutschland mit etwa 1,6 Gigawatt deutlich unterhalb des gesetzlich festgelegten Zubaukorridors von 2.400 bis 2.600 Megawatt. Ist Solarstrom in Deutschland nicht mehr interessant? 

Wolfgang Lange: PV-Strom ist und bleibt ein wichtiges Standbein der Energiewende, und die deutsche Bevölkerung will genau diese Energiewende. Für die Beurteilung des PV-Zubaus zählen jedoch allein die jeweils aktuellen Vergütungssätze für Neuinstallation, deren kontinuierliche Absenkung den Zubau an Photovoltaik-Leistung in Deutschland deutlichst reduziert. Neue Ideen und auch Angebote braucht der PV-Markt, die unabhängig von der Einspeisevergütung sowohl für Privatleute wie auch für Gewerbetreibende und Industrie attraktiv sind. Ein neuer Impulsgeber könnte die Stromspeicherung sein. Denn immer mehr Bürger und auch Gewerbebetriebe wollen autark ihren Strom beziehen. Zudem wird die Entwicklung der Speicherpreise die ökonomischen Bedingungen für den breiten Einsatz von Akkus für die Photovoltaik kontinuierlich verbessern.

 

Solarserver: Was muss die Bundesregierung tun, um ihr eigenes Ziel von 2,4 - 2,6 GW zu erreichen?

Wolfgang Lange: Die Bundesregierung hat den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland immer wieder auf unterschiedlichste Arte und Weise in den letzten Jahren ausgebremst und damit auch die selbst erklärten Ziele für den Ausbau gefährdet. Eine Analyse von EuPD Research in Deutschland zeigt, dass insbesondere ein starker Rückgang der Installation von gewerblichen Dachanlagen zu verzeichnen ist. Die mit der EEG-Novelle einhergehende Belastung des Eigenverbrauchs bei Photovoltaik-Anlagen mit mehr als zehn Kilowatt Leistung spielt hier sicherlich mit rein.

 

Solarserver: Wie beurteilen Sie die gegenwärtige und künftige Wirtschaftlichkeit privater und gewerblicher PV-Anlagen?

Wolfgang Lange: Der PV-Strom kostet den Anlagenbetreiber heutzutage umgerechnet deutlich unter 15ct/kWh. Bei manchen Anlagen liegen diese Kosten sogar um 8-10ct/kWh. Wer es schafft, diesen günstigen Strom selbst zu verbrauchen, statt ihn für eine niedrige Einspeisevergütung in das öffentliche Netz einzuspeisen, profitiert von einem großen Einsparpotential seiner Stromkosten und sichert sich 25 Jahre lang einen stabilen, günstigen Solarstrom. Damit diese Rechnung aufgeht, muss die PV-Anlage für den spezifischen Strombedarf des Kunden ausgelegt werden. Solar Frontier ermöglicht dies und liefert mit den PowerSets und den PowerSets Industrial Lösungen für jedes Dach und jeden Strombedarf. Durch die Standardisierung der Sets bieten wir außerdem nicht nur eine vereinfachte Planung und Installation, sondern auch wettbewerbsfähige Kosten und aufeinander zugeschnittene Komponenten, die zur Wirtschaftlichkeit privater und gewerblicher PV-Anlagen beitragen.

 

Solarserver: Worauf kommt es bei der Planung und Installation gewerblicher Photovoltaik-Anlagen an?

Wolfgang Lange: Wenn es um die Umsetzung ihrer Solaranlage geht, erwarten PV-Kunden von Ihrem Installateur/ Vertriebspartner vor  allem eines: eine schnelle, transparente  und einfach verständliche Lösung für die individuellen Anforderungen ihres Dachs. Sowohl die Planung als auch die Installation soll möglichst schnell realisiert werden. Natürlich muss gleichzeitig eine hohe Qualität der Komponenten gegeben sein. Für unsere Kunden haben wir daher das PowerSet Industrial entwickelt, ein modulares Komplettsystem, das aus standardisierten Bausteinen besteht und individuell zusammengestellt werden kann. Perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten stellen hohe Erträge sicher, unsere 25-jährige Leistungsgarantie sowie die 10-jährige Systemgarantie sichern das Investment ab.

 

Solarserver: Können Solarstrom-Anlagen für private Verbraucher einfacher und komfortabler gestaltet werden?

Wolfgang Lange: Je übersichtlicher die Bedienung einer Anlage gestaltet ist und je einfacher diese zu installieren ist, desto attraktiver wird eine PV-Anlage für private Verbraucher. Wir haben diesen Gedanken bei der Weiterentwicklung des PowerSets verfolgt und die optimierten PowerSets mit einem intelligenten CIS Turbo-Wechselrichter ausgestattet. Dieser konfiguriert sich mit nur wenigen Knopfdrücken selbst. Für den Endkunden schafft das eine sehr hohe Nutzerfreundlichkeit. Auch das PowerMonitoring Portal, über das sich Ertragsdaten jederzeit einsehen lassen, ist kinderleicht zu bedienen.

 

Solarserver:Welche Rolle spielen Speicher im Eigenheim und in Verbindung mit gewerblichen Anlagen?

Wolfgang Lange: Die Unabhängigkeit von öffentlichen Stromanbietern und den damit verbundenen Strompreissteigerungen spielt sowohl für Privatkunden als auch für Gewerbetreibende eine immer größere Rolle.

Gerade in energieintensiven Betrieben wie z. B.  in der Lebensmittelindustrie, wo rund um die Uhr Strom bezogen werden muss, um die Kühlkette aufrecht zu erhalten, ist Stromspeicherung ein interessantes Thema. Selbst bei Stromausfall können sich Unternehmer, die PV-Strom produzieren und speichern, auf eine durchgängige Energieversorgung verlassen und sparen langfristig Stromkosten ein.

Für Eigenheimbesitzer bietet sich das PowerStorage, die auf das PowerSet turbo zugeschnittene Speicherlösung von Solar Frontier, an. Durch die PowerStorage Technologie ist eine direkte Kommunikation zwischen dem Batterie-Wechselrichter und dem CIS-Turbo Wechselrichter möglich. Dies bedeutet eine einfache Plug&Play Installation, weniger Komponenten im System, mehr Sicherheit im Betrieb und ein optimiertes System direkt vom Hersteller.

 

Solarserver: Im Juni hat Solar Frontier ein ultraleichtes und biegsames CIS-Modul präsentiert. Für welche Einsatzmöglichkeiten und Märkte ist diese Innovation gedacht?

Wolfgang Lange: Das ultraleichte, biegsame Modul ist eine Innovation aus unserem Atsugi Research Centre in Tokio. Es handelt sich dabei um Prototypen, wovon wir erste Exemplare bereits auf einem Terminal Gebäude in Singapur installiert haben. Das geringe Gewicht und die Biegsamkeit dieser Module schafft Potential für neue Märkte, sowohl im netzgekoppelten Bereich als auch im Eigenverbrauchssegment. Durch ihr geringes Gewicht eignen sie sich für Flächen, für die gängige Module nicht optimal sind. Auch auf gebogenen Untergründen können die flexiblen Module angebracht werden.