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sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder erklärt die neue Sonnenbatterie und die sonnenCommunity

Philipp Schröder

Nach Einführung der sonnenCommunity durch das Allgäuer Unternehmen Sonnenbatterie im Dezember 2015 kamen bei Handwerkern einige Fragen auf. Im aktuellen Solar-Interview erklärt sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder die neue Batterie, wie sie im Vergleich zur Tesla Powerball und anderen Speichern funktioniert und was es mit der sonnenCommunity auf sich hat.

 

Herr Schröder, warum heißt Sonnenbatterie jetzt sonnen?

Schröder: Bis vor kurzem hat der Name Sonnenbatterie genau das beschrieben, was wir tun: nämlich Speichersysteme für Solarstrom zu bauen. Unser Ziel ist aber, dass wirklich alle Menschen einen Zugang zu sauberem und bezahlbaren Strom haben, eben nicht nur Einfamilienhausbesitzer.

Wir haben daher unser Geschäftsmodell um die sonnenCommunity erweitert, in der jeder mitmachen und sauberen Strom zu einem Preis beziehen kann, der deutlich unter dem Marktdurchschnitt liegt. So ein Schritt verändert natürlich auch die Identität unseres Unternehmens von Grund auf. Die Umbenennung in sonnen GmbH war daher ein logischer Schritt, der diese Weiterentwicklung wiederspiegelt, ohne dass wir dabei unsere Herkunft verlieren. Die am Markt etablierte Marke sonnenBatterie gibt es übrigens auch weiterhin und wird es auch weiter geben.

 

Was genau ist die sonnenCommunity und wie funktioniert sie?

Kurz gesagt: die sonnenCommunity ist eine Online-Plattform, die viele kleine, dezentrale Stromproduzenten und Verbraucher digital miteinander vernetzt. Jeder kann mitmachen, also egal ob Sie nur Erzeuger, Verbraucher oder beides, also Prosumer, sind. Das Prinzip ist, wer Strom produziert und ihn nicht selbst braucht, stellt ihn den anderen Mitgliedern zur Verfügung. Wer gerade Strom benötigt, erhält ihn von den anderen. Im Hintergrund steuert eine zentrale Software Angebot und Nachfrage, um sie im Gleichgewicht zu halten.

Mit der sonnenCommunity erhalten die Mitglieder Zugang zu einer Plattform, über die sie ihre Energie beziehen und tauschen können. Die sonnenCommunity ersetzt so den herkömmlichen Stromversorger, der damit überflüssig wird. Wir bieten also eine komplette Energieversorgung, ganz ohne eigene Kraftwerke. Das ist sicher einmalig und eine saubere Alternative zur bisherigen Stromversorgung.

 

Kann man die sonnenBatterie auch besitzen, ohne Mitglied der sonnenCommunity zu sein?

Kern der sonnenCommunity sind natürlich Haushalte mit einer sonnenBatterie, die ihren überschüssigen Strom anderen Kunden zur Verfügung stellen. Dafür erhalten sie einen Bonus, der über der Einspeisevergütung liegt. Sie nehmen über uns also an der Direktvermarktung teil. Aber auch Besitzer von Windkraft-, Biogas- oder größeren PV-Anlagen können Mitglied der sonnenCommunity werden.

In der Regel sind das Anlagen unter 500 kWp, die für andere Modelle der Direktvermarktung zu klein sind. Diese Anlagen passen jedoch genau in unser Konzept. Aber wie schon gesagt, jeder kann mitmachen. Auch Menschen, die keine eigene Möglichkeit zur Stromerzeugung haben aber gern saubere Energie aus dezentraler Erzeugung beziehen wollen. Ich selbst wohne übrigens in einer Stadtwohnung und bin auch gerade sonnenCommunity-Kunde geworden.

 

Wird durch die sonnenCommunity das bisherige Geschäft mit der Batterie zur Nebensache?

Ganz im Gegenteil. Den größten Teil unseres Umsatzes erzielen wir mit dem Verkauf der sonnenBatterie. Wer Mitglied der sonnenCommunity werden will, erhält sogar einen Rabatt von 1.875 Euro (brutto) beim Kauf einer sonnenBatterie, was ein sehr attraktives Angebot ist. Am Strom, den die Mitglieder in der sonnenCommunity beziehen, verdienen wir keinen Cent. Der Preis von 23 Cent/kWh setzt sich allein aus dem Erzeugungspreis sowie den Gebühren und gesetzlich vorgeschriebenen Abgaben zusammen.

Wir erzielen keine Marge mit dem Verkauf von Strom, das ist weder unser Interesse noch unser Geschäftsmodell. Wir stellen lediglich eine Plattform zur Verfügung, über die der Strom getauscht werden kann. Damit bieten wir sonnenBatterie-Kunden einen zusätzlichen Mehrwert, den sie sonst nirgends bekommen.

 

Handwerker waren immer starke Partner der Sonnenbatterie. Welche Rolle spielen sie nach der Einführung der Community noch?

Um es ganz klar zu sagen: Wir vertreiben die sonnenBatterie ausschließlich zweistufig, also ohne den Großhandel zwischen uns und den Handwerkers-Betrieben. Das sind also unsere direkten Partner am Markt. Alle Maßnahmen die wir treffen, stärken also unsere Partner. Die sonnenCommunity ist ein gutes Beispiel dafür: Sie ist ein Mehrwert zur sonnenBatterie. Damit wird der Kunde komplett unabhängig vom bisherigen Stromversorger, während er allein mit der sonnenBatterie auf 70 – 75 Prozent kommt. Das finden viele Kunden spannend.

Der Handwerker bekommt mit einer sonnenBatterie also nicht nur ein bewährtes und mittlerweile 10.000fach verkauftes Speichersystem in die Hand sondern auch ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, mit dem er die sonnenBatterie anbieten kann. Diese Strategie kommt im Markt an, wir konnten vor kurzem die Anzahl unserer Partner in der DACH-Region auf 70 erweitern. In manchen Regionen können wir derzeit sogar keine neuen Vertriebspartner mehr aufnehmen.

 

Lohnt es sich für Handwerker weiterhin, die sonnenBatterie anzubieten?

Wie gesagt, wir vertreiben die sonnenBatterie ausschließlich zweistufig, also direkt an den Handwerker und ohne den Großhandel dazwischen. Das hat für beide Seiten viele Vorteile: wir können den Handwerkern eine vernünftige Marge und ein großzügiges Zahlungsziel bieten. Wir stehen in engem Kontakt mit ihnen und sind damit sehr nah am Markt. Darüber hinaus bieten wir unseren Partnern jede Menge Unterstützung, die sie woanders nicht bekommen.

Wir unterstützen sie im Vertrieb, beim Marketing und im Service. Im Gegenzug suchen wir uns natürlich genau aus, mit wem wir zusammenarbeiten, da wir sehr hohe Ansprüche an die Qualität der Betriebe haben. Derzeit haben wir eine gute Mischung aus Partnern, die schon seit Anfang an mit dabei sind und viele hundert sonnenBatterie installiert haben und neuen Partnern.

 

Was unterscheidet sich sonnenBatterie in technischer Hinsicht von anderen PV-Speichersystemen, z.B. dem Tesla Powerball bzw. der e2d?

Die sonnenBatterie hat einen komplett anderen Ansatz als die powerwall. Sowohl was die Hardware als auch die Software betrifft. Die sonnenBatterie ist ein Komplettsystem mit zahlreichen Funktionen wie z. B. der automatischen Optimierung des Eigenverbrauchs. Alle Hardware-Komponenten wie die Batteriemodule, der Wechselrichter, der intelligente Energiemanager oder die Messtechnik befinden sich in einem Gehäuse. Das ist ein sehr hohes Maß an Integration, was es für den Handwerker sehr einfach macht, da er dieses System, so wie es ist, an die Hauselektrik anschließen kann.

Bei der powerwall handelt es sich erst einmal nur um die Batteriemodule. Alle zusätzlichen Komponenten müssen vom Handwerker einzeln an der Wand installiert und mit der powerwall verbunden werden, was die Komplexität an der Stelle deutlich erhöht. Außerdem verwenden wir sehr langlebige Batteriezellen, die speziell für den Einsatz in Heimspeichern entwickelt wurden. Die powerwall verwendet ja Zellen aus dem Automotive-Bereich, die ursprünglich für ganz andere Anwendungen entwickelt wurden. Grundsätzlich hat der Wettbewerb hier in Deutschland ein hohes Niveau, weltweit vielleicht sogar das höchste. Wir mögen diesen Wettbewerb, da er uns immer wieder zu neuen Entwicklungen und einer hohen Geschwindigkeit animiert.

 

Was kostet die sonnenBatterie mittlerweile?

Als Mitglied der sonnenCommunity erhalten Sie eine sonnenBatterie heute ab 3.599 Euro (brutto).

 

Welche Absatz – und Umsatzziele haben Sie?

Wir wollen sowohl unseren Absatz als auch unseren Umsatz in diesem Jahr verdoppeln und unsere Position als Marktführer für intelligente Lithium-Speichersysteme damit weiter ausbauen.

 

Quelle: sonnen gmbh