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Photovoltaik in China: Galoppiert der chinesische Markt im Jahr des Pferdes davon?

Von Frank Haugwitz, AECEA 

2013 entfiel rund ein Drittel des weltweiten Photovoltaik-Zubaus auf China. Die Rekord-Installation von PV-Anlagen mit 13 - 14 Gigawatt (2012: 5,04 GW) ist mehr, als jemals ein Land in einem einzigen Jahr schaffte.

Die Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA) erklärt im aktuellen Solar-Report , aus welchen Gründen China das im Januar 2013 offiziell verkündete Zubauziel von 10 GW um 3-4 GW übertraf.

·  Die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Projekte aus Ausschreibungen des vierten Quartals 2012, die 2013 umgesetzt wurden, wurde nicht gekürzt.

·  Außerdem genehmigten die Behörden der Zentralregierung im November 2012 die letzte Gruppe der Projekte im Rahmen des „Golden Sun“-Programms mit 2.834 MW. Diese Anlagen sollten bis 30.06.2013 fertig gestellt werden, die Frist wurde jedoch zwei Mal verlängert, zuletzt bis zum Jahresende.

·  Drittens genehmigten die nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) und die nationale Energiebehörde (NEA) im August dezentrale Photovoltaik-Demonstrationsprojekte mit 1.823 MW Nennleistung, von denen 793 MW bis 31.12.2013 gebaut werden sollten.

·  Viertens wurden im August/September 2013 neue Solarstrom-Vergütungssätze bekannt gegeben, die ab Januar 2014 gelten sollten und für eine Jahresendrallye bei den Photovoltaik-Installationen sorgten.

·  Und schließlich waren bei den Projektausschreibungen trotz der anhaltenden Handelsstreitigkeiten, die für Unsicherheit im chinesischen Markt sorgten, keine Rückgänge zu verzeichnen.

Insgesamt kennzeichneten drei Faktoren das Wachstum des chinesischen Photovoltaik-Marktes 2013:

a) die meisten Neuinstallationen waren Freiflächen-Großanlagen;
b) allein die drei Provinzen Gansu, Xinjiang, und Qinghai erreichten zusammen einen Marktanteil von rund 42-45 % und
c) steigt der Anteil der dezentralen Solarstromerzeugung, zumindest in den östlichen Provinzen und hauptsächlich aufgrund des Golden-Sun-Programms.

 

2014 ist in China das Jahr des Pferdes: Wird auch der chinesische Photovoltaik-Markt auch in diesem Jahr gallopieren?

2014, das Jahr des Pferdes, wird in erster Linie mit Holz in Zusammenhang gebracht. Die Wahrsager sehen ein gutes Jahr für den Holzhandel, die Forstwirtschaft, Textilindustrie und Landwirtschaft voraus. Das gilt auch für Branchen, die mit dem Element Feuer zu tu haben, wie beispielsweise die Stromerzeugung mit Photovoltaik.

Im Januar 2014 gaben mehrere Abteilungen der chinesischen Zentralregierung unterschiedliche Photovoltaik-Ausbauziele für das laufende Jahr bekannt. 

Sie reichen von 8 bis 14 GW. Die NEA meldete ein offizielles Ausbauziel von 14,05 GW, davon sollen 8 GW dezentrale Photovoltaik-Anlagen sein und 6,05 GW Photovoltaik-Kraftwerke auf Freiflächen.

Photovoltaik-Marktentwicklung in China
Photovoltaik-Marktentwicklung in China

Die Regierung will offensichtlich mehr dezentrale Solarstrom-Anlagen fördern als PV-Kraftwerke. Der Anteil der dezentralen Photovoltaik am geplanten Zubau beträgt deshalb 60 %. Projektentwickler unterstützen dies. AECEA ist jedoch der Meinung, dass die Bürokratie derzeit noch eine Hürde darstellt. Beispielsweise dauere die Genehmigung einer dezentralen Photovoltaik-Anlage wesentlich länger als die eines Kraftwerks, bei der Projektentwickler von den Erfahrungen profitieren, die sie in den letzten zwei Jahren gesammelt haben.

Nationale Energiebehörde schlüsselt Jahresausbau-Ziele nach Provinzen auf

Interessanterweise hat die NEA zum ersten Mal das Jahresausbauziel von 14,05 GW auf die Provinzen verteilt, jeweils nach dezentralen Anlagen und Kraftwerken. Der Grund dafür ist offensichtlich, doch es bleibt jedoch abzuwarten, wie beispielsweise die Provinz Gansu ihren Photovoltaik-Zubau von rund 2,6 GW im vergangenen Jahr auf nur noch 550 MW ím Jahr 2014 begrenzen wird.

Um das dezentrale Ausbauziel von 8 GW zu sichern, veröffentlichte die NEA Anfang Februar 2014 eine Liste von 81 so genannten “New Energy Demonstration Cities“ und acht “Industrial Demonstration Zones” in 28 beziehungsweise acht Provinzen. Bis Ende 2015, das gleichzeitig das Ende des derzeitigen Fünfjahresplans ist (2011-215), sollen diese Städte und Gebiete ihre Ausbauziele erreichen. Das betrifft Photovoltaik- und andere Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Laut AECEA ist China auf dem besten Weg, sein von 35 GW für 2015 bereits ein Jahr früher zu erreichen als im zwölften Fünfjahresplan festgelegt.

 

2015 sollen erneut 14-15 GW Photovoltaik-Leistung zugebaut werden

AECEA rechnet 2015 mit einem weiteren Photovoltaik-Zubau in der Größenordnung von 14 bis 15 GW. Die installierte PV-Leistung Chinas würde damit die 50-Gigawatt-Marke übersteigen, und das Land könnte sein Solar-Ziel von 50 GW bis 2020 fünf Jahre früher erreichen.

China erwägt laut AECEA sogar eine Verdopplung des Ziels für 2020- auf mindestens 100 GW. Vor diesem Hintergrund würde der chinesische Photovoltaik-Markt nicht nur im Jahr des Pferdes allen anderen Märkten davongaloppieren, sondern auch langfristig.

 

Photovoltaik hilft China auf dem Weg zur landesweiten Elektrifizierung bis Ende 2015

Ende 2012 hatten rund 2,73 Millionen Menschen in China keinen Zugang zu Strom. China will das Ziel erreichen, dass bis Ende 2015 ganz China elektrifiziert ist, das heißt, das jeder Chinese Zugang zur Stromversorgung hat.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die NEA im Herbst 2013 einen Dreijahresplan (2013-2015) mit 583 netzgekoppelten oder netzfernen Photovoltaik-Projekten, die eine Investition von 3,5 Milliarden Euro erfordern.

Allein 2013 halfen Investitionen in Höhe von 396 Millionen Euro in Photovoltaik-Anlagen, rund 1,02 Millionen Menschen mit Strom zu versorgen.

Neben den im Rahmen des Golden Sun-Programm umgesetzten Projekten errichteten zahlreiche chinesische Stromversorgungsunternehmen 2013 Photovoltaik-Kraftwerke in ihrem Versorgungsgebiet. Bis zum Ende des Fünfjahresplans sollen weitere 100.000 Menschen von Freiflächen-Kraftwerken profitieren, hauptsächlich in Westchina.

Der SolarServer dankt AECEA für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.