Anmerkung der Redaktion

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Konsolidierung der Photovoltaik-Branche: Jetzt Strategie überdenken

Die Konsolidierung der Solar-Branche ist noch nicht zu Ende. Mittelständische Unternehmen sollten jetzt die Unternehmensstrategie überprüfen und den richtigen Weg einschlagen.

Nur wer richtig aufgestellt ist, hat in Zukunft gute Chancen, erklärt Björn-Lars Kuhn (Proteus Solutions GbR) im aktuellen Solar-Standpunkt. Speichertechnologien und Auslandseinsätze seien zentrales Thema bei einer Neuausrichtung.

Einige große Unternehmen hat es in den vergangenen 12 Monaten schon getroffen. Der Medienrummel war entsprechend groß. Kaum Beachtung fanden allerdings die Insolvenzen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). In den Listen der deutschen Insolvenzgerichte fallen etliche solcher Unternehmen auf, die es ebenfalls getroffen hat.

Offensichtlich waren die schnell getakteten Änderungen des EEG mit Auslöser für die Instabilität. Unsicherheit seitens der Investoren hatten drastische Auswirkungen auf die Auftragslage. Andererseits gab es dieses Jahr einen enorm hohen Zubau an Solarstromanlagen.

Mittlerweile zeichnen sich Veränderungen deutlich ab: die Speichersysteme kommen schneller als geglaubt. Und der Markt für PV-Kraftwerke wird internationaler.

 

Speichersysteme schneller am Markt als prognostiziert

Im April prognostizierte die EuPD Research, dass Speichersysteme erst ab 2015 eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit Solar-Kraftwerken spielen würden. Diese Voraussage wurde Anfang des Monats korrigiert. Speichersysteme werden ab sofort eine wesentliche Rolle beim Bau von Solarstromanlagen spielen. Dabei liegt der Fokus nicht auf den großen Freiflächenanlagen sondern eher bei den kleinen Anlagen für Privatkunden und Gewerbe.

Hier erschließen sich für manchen Solarteur ganz neue Möglichkeiten. Kleine PV-Dachanlagen mit integrierten Speichersystemen lassen den Eigenverbrauch für den Endkunden langsam aber sicher interessant werden, zumal aufgrund der Erhöhung der EEG-Umlage für 2013.

Viele Unternehmer sehen nach wie vor mit Bedenken auf das Endkundengeschäft. Große Freilandanlagen sind zwar anstrengender zu akquirieren, bringen aber in der Regel ordentlich Geld ins Haus. Ein Blick auf die Anlagenklassen verrät allerdings, dass die Großkraftwerke noch nicht mal ein Prozent des Marktes ausmachen und derzeit sind die Projekte nicht so breit gestreut, wie noch von ein bis zwei Jahren.

Speichersysteme werden aktuell hauptsächlich im Privatbereich verbaut, der allerdings mit 50 Prozent einen stattlichen Marktanteil hat. Entsprechend qualifizierte Unternehmen, die sich zügig mit der Technik und der Integration von Speichern vertraut machen, können sich so kurzfristig Wettbewerbsvorteile sichern.

Aber auch Kooperationen mit Heizungsinstallateuren werden in Zukunft Bestand haben. Der Einsatz von Wärmepumpen und Wasserspeichern können in Kombination mit einer kleinen Solaranlage zum Sparsystem für den Endkunden oder das kleine Unternehmen werden. Hier können sich die Kompetenzen beider Gewerke sinnvoll ergänzen, was zur Erschließung eines völlig neuen Marktes führen kann.

 

Märkte werden internationaler

Laut Aussagen von Analysten, werden deutsches Know-how und deutsche Technologie zum Exportschlager. Deutschland wird nach wie vor Absatzpotential haben, aber neue Märkte wie Japan, die USA, Indien oder China werden zunehmend attraktiver für deutsche Unternehmer werden. Hier gilt es, das Unternehmen fit für den Auslandsmarkt zu machen – Mit Wissen, das nicht über Nacht zu erlangen ist.

Doch die Erfahrung, auf die unsere heimischen Unternehmen zurückgreifen können, ist im internationalen Geschäft ein erheblicher Wettbewerbsvorteil. Indische Anlagen werden z.B. mit einem hohen Anteil an Komponenten gebaut die in Deutschland gefertigt werden, wie beispielsweise Schaltschränke oder Datenlogger. Noch sind diese Länder auf den Import hochwertiger Systeme angewiesen.

 

Umdenken und neue Ansätze finden

So desaströs die momentane Situation auch dargestellt wird, bieten sich doch teilweise gute Chancen für flexible Unternehmen, um auf die Veränderung am Markt zu reagieren und sich neu aufzustellen. Viele Unternehmen haben das bereits erfolgreich bewältigt. Andere sollten die strategische Ausrichtung überprüfen - auch wenn im Tagesgeschäft nicht viel Zeit dafür vorhanden ist. Ist diese Zeit da, ist es oft zu spät.