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"Eine Verdopplung der erneuerbaren Energien bis 2010 würde weitere 70.000 Arbeitsplätze schaffen. Wir, die Jugendlichen von heute, wollen diese Arbeitsplätze!" (Lisa Reichmann,
Hamburg). Rechts: Greenpeace-Jugendgruppe informiert mit Infostand und Solar-Generation-Truck auf einem Rockfestival über erneuerbare Energien und Arbeitsplätze. Quelle und Copyright:
Greenpeace e.V.
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Weil die Politikerohren im Hinblick auf die erforderliche Energiewende "auf Durchzug gestellt" seien und bislang "herzlich wenig" passiert sei, wollen die Jugendlichen die Sache selbst
in die Hand nehmen. "Wir wollen nicht unsere Zukunft damit verbringen, auf strahlende Atommüllhaufen aufzupassen oder ohne Ende Deiche zu bauen. Wir wollen den Einstieg in die
erneuerbaren Energien und zwar jetzt!", fordern die JAGs (Jugend AGs). In über 20 Greenpeace-Gruppen gibt es sie schon und bundesweit sind mehrere hundert junge Menschen aktiv. In der
Schweiz haben inzwischen über 3.000 Jugendliche in über 90 Projekten am Bau von Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung mitgewirkt oder Solarstromanlagen installiert. Mit
jugendtypischen Aktionen und Methoden wirken und wirbeln sie nach dem Motto: Jugendliche sprechen Jugendliche an.
Protest, Projekte und Perspektiven
Einmal jährlich treffen sich die JAGs zum so genannten Greenday. Dort planen sie mit fest angestellten Greenpeace-Mitarbeitern aus Hamburg bundesweite Mitmach-Aktionen und hecken eigene
regionale Projekte aus. 2001 stand die JAG-Klimakampagne mit einem Auftritt bei der Weltklimakonferenz im Mittelpunkt. Eine Woche lang nahmen fast 100 Jugendliche aus ganz Deutschland
an einem Klimacamp teil und gingen während der Konferenz für den Klimaschutz auf die Strasse: Mit Demonstrationen und Mahnwachen suchten sie den direkten Kontakt mit den
Konferenzteilnehmern und verliehen Ihrer Forderung Nachdruck: "Save our climate - act now!"
Neue Energien - neue Jobs
Dass die JAGs ihre Forderungen aus dem Blickwinkel der Jugendlichen formulieren, für die sie eine eigene Perspektive entwickeln, zeigt die Aktion "SolArbeitsamt": Mit Postkarten und
Briefen an den Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, bewerben sich die jungen Greenpeace-Aktivisten um "Solargeneration-Jobs". Sie fordern einen der über 70.000
Arbeitsplätze, die der Minister durch eine intensive Förderung der regenerativen Energien bis zum Jahr 2010 schaffen soll. Und sie werben dafür, dass ihre Altersgenossen mitmachen bei
der frechen Aktion zum Ausstieg aus den schmutzigen Energien. Als "Kohlegruben-Versiegler", Castor-Transport-Vermeider", "Atomkaftwerks-Stillleger" oder "Förderschacht zu Disco-Umbauer"
bieten die JAGs dem Minister ihre Unterstützung an.
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Links: Mitglieder der Greenpeace Jugend AG diskutieren mit Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement über erneuerbare Energien. Rechts: JAGs überreichen Clement eine überdimensionale
Bewerbungsmappe für einen solaren Arbeitsplatz. Quelle und Copyright: Greenpeace e.V.
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Ihr Protest beschränkt sich nicht auf Briefe, die Strasse vor dem Wirtschaftsministerium oder das Vorzimmer der Macht. Im vergangenen Oktober diskutierten Jugendliche den Weg zur
Energiewende und den künftigen Energiemix mit dem Minister persönlich und ganz konkret. Die Bundesregierung soll ihr Ziel der Verdoppelung der erneuerbaren Energien auch im Bereich der
Wärmeversorgung konsequent und rechtsverbindlich umsetzen, fordert die Solargeneration - mit einem "Regenerative-Wärme-Gesetz" nach dem Vorbild des Erneuerbare-Energien Gesetzes, das
die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen fördert.
Von der Internationalen Konferenz "renewables 2004" erwarten die Jugendlichen mehr als nur ein Bekenntnis zur den "Erneuerbaren": alle beteiligten Staaten sollen sich im Juni
verbindlich auf das Verdoppelungsziel festlegen. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen werden die JAGs nach Bonn reisen und ein internationales Jugendcamp durchführen, um mit ihrer
Energie die Energien der Zukunft voranzubringen.
Zupacken statt zuschauen: Solaranlagen für Indien und in der Schweiz
Die Solargeneration ist kein "verkorkstes Vereinsgeblaver", sondern eine Jugendbewegung, so der Schweizer Greenpeace-Nachwuchs auf seiner Internetseite. "Genau uns geht es
schlussendlich an den Kragen; wenn die Gesellschaft beide Augen zumacht und das Klima zu Schrott heizt. Da machen wir nicht mit!!!" Stattdessen legen sie selbst Hand an, bei der Montage
von Solarstromanlagen und beim Selbstbau von Sonnenkollektoren.
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Solargeneration in Aktion: Links: Bau eines Sonnenkollektors; rechts: Montage einer Solarstromanlage. Quelle und Copyright: Greenpeace e.V.
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In diesen Tagen bauen Greenpeace-Jugendliche unterstützt von einheimischen Fachkräften in einem SOS-Kinderdorf nahe der indischen Stadt Dharamsala eine Photovoltaikanlage zur
Stromversorgung einer Schule auf. Die JAGs denken global und engagieren sich für die Zukunft der Kinder und Jugendlichen am Fuße des Himalaya. Von den 20.000 Euro, die das Material bei
einem indischen Anbieter kostet, haben sie einen Teil selbst gesammelt.
Solargeneration online: Community und Kommunikation im Internet
Die Webseiten unter der Adresse www.solargeneration.de setzen auf neue Technik und spielerische Aspekte. Sie laden ein zur Teilnahme an einer virtuellen Gemeinschaft. Registrierte
"SolarWalker" können sich hier eine Web-Identität basteln und sich mit einem "Avatar" in der dreidimensionalen Welt der Solargeneration bewegen. Die "SolarWarriors" treffen sich online
und verabreden sich mit "Solar-Flashmobs" zum Kampf für eine intakte Umwelt - in der wirklichen Welt. Zum Eintritt in die "SOLARWORLD" der Greenpeace-Jugend ist die aktuelle Version des
"Shockwave"-Players erforderlich; ein Link verweist auf die Quelle zum Download.
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SOLARWORLD der Greenpeace-Jugend mit Spiel, Chat und Treffpunkt unter http://www.solargeneration.de.
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E-Mail-Aktion für den Klimaschutz
In einer aktuellen Online-Aktion wenden sich die JAGs wieder an Bundeswirtschaftsminister Clement, nachdem ihr "Spitzengespräch" mit Clement am 28. Oktober 2003 nicht zu dem gewünschten
Erfolg geführt hatte: Der Minister setze weiter auf die Kohle und habe die Jugendlichen aufgefordert, die Zukunft nicht so düster zu sehen. Auch glaube er nicht an die vielen
Arbeitsplätze in der Branche der erneuerbaren Energien.
Was der Minister vom Klimaschutz halte, habe er Ende März dieses Jahres deutlich gemacht. Als es um den so genannten Emissionshandel ging, ein Instrument zur Verringerung des Ausstoßes
von Kohlendioxid, habe Clement sich klar gegen den Klimaschutz ausgesprochen. Statt diese Chance zu nutzen und sich für die kommenden Generationen einzusetzen, mache Clement sich einzig
und allein für die Kohlelobby stark.
In E-Mails verlangt die Greenpeace-Jugend vom Minister eine Kurskorrektur: "Nicht Sie, sondern meine Generation wird die Folgen Ihrer falschen Politik ausbaden müssen. Deshalb meine
dringliche Bitte: Überdenken Sie Ihre Haltung erneut und machen Sie den Weg frei für den Einstieg in eine Zukunft der erneuerbaren Energien, damit auch zukünftige Generationen in einer
lebenswerten Welt leben können!", heißt es in den Protestbriefen.
SolarGeneration international:
Schweiz: http://www.jugendsolarprojekt.ch/
Frankreich: http://greenpeace.fr/SolarGeneration/index.html
USA: http://www.cleanenergynow.org/
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