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Klaus Töpfer, Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Quelle: UNEP
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Heute ist Klaus Töpfer der höchste Repräsentant für den globalen Umwelt- und Klimaschutz . Als Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hat er die
weltweite Erschließung der erneuerbaren Energien zu einem seiner großen Ziele gemacht:
"Das Vertrauen in erneuerbare Energien muss bei Entscheidungsträgern und Gemeinden wachsen, und sie müssen als eine erstklassige Energiequelle erkannt werden, die konventionellen
Energieträgern überlegen und nicht unterlegen ist."*
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Töpfer schwamm nicht nur im Rhein
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Im Licht der deutschen Politik wird Klaus Töpfer noch immer als langjähriger Bundesumweltminister gesehen. In diesem Amt hat er zwar einiges bewegt, konnte sich jedoch nicht wirklich
entfalten, weil das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zu seiner Zeit nur wenig Einfluss hatte. So kam als Ergebnis seiner Arbeit oft nicht mehr als
symbolische Politik heraus - ohne echten Gewinn für die Umwelt. Den "Grünen Punkt" des Dualen Systems Deutschland wird wohl auch Töpfer in der Rückschau nicht als einen Meilenstein in
der deutschen Umweltpolitik bezeichnen. Aber immerhin: Indem er sein Amt kreativ und mit einem Blick für die Öffentlichkeit ausführte, hat er in weiten Teilen der Bevölkerung das
Bewusstsein für den Umwelt- und Klimaschutz geweckt. Sein demonstratives Schwimmen im Rhein bringen noch heute viele Menschen in Zusammenhang mit dem Ziel, dass sauberes Wasser in
unseren Flüssen fließen soll. Dies hat Töpfer weitgehend erreicht. Aber hat er auch mitgeholfen, die nahende Klima- und Ressourcenkrise zu entschärfen?
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Akteur der Energiewende?
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Heute ist es in Berlin schon beinahe selbstverständlich, dass der Umweltminister in Sachen Energiepolitik ein gehöriges Wörtchen mitzureden hat. Mit seiner Zentralabteilung für
"Klimaschutz und Erneuerbare Energien" ist Jürgen Trittin in der Vorhand, wenn es um wichtige Entscheidungen für den Klimaschutz geht. In Töpfers Zeiten hatte allein das
Bundeswirtschaftsministerium energiepolitische Macht. Das ist kaum noch vorstellbar in einer Zeit, in welcher der Umweltminister auf gleicher Augenhöhe mit dem Superminister für
Wirtschaft und Arbeit verhandelt, aktuell über das Erneuerbare-Energien-Gesetz und den Emissionshandel. Wo sich Töpfer seinen Kollegen im Wirtschaftsressort unterordnen musste, kann
Trittin heute eigene Akzente setzen.
War Töpfer dann überhaupt ein Akteur der Energiewende? Ja, denn fast unbemerkt hat er seit 1994 ein anderes Ministerium zu einem Schlüsselressort für den Klimaschutz ausgebaut. Bis 1998
hat die Öffentlichkeit Klaus Töpfer vor allem als den Umzugsbeauftragten der Bundesregierung von Bonn nach Berlin wahrgenommen. Gleichzeitig hat er - ganz ohne Spektakel - als
Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau eine Aufgabe erledigt, die bis heute Wirkung zeigt. Auf den Punkt gebracht: Ohne Töpfer wären Solarer Städtebau und kommunale
Baupflichten für Solarenergie nicht möglich. Er ist der Architekt der Energiewende von unten - einer Energiewende, die von den Städten und Gemeinden ausgeht und den erneuerbaren
Energien insgesamt zum Durchbruch verhelfen wird.
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Baugesetzbuch-Novelle als "letzter Akt"
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Wenige Tage nach dem Inkrafttreten des neuen Baugesetzbuchs im Januar 1998 verließ Töpfer die Bundesregierung in Richtung Nairobi. Dort ist der Hauptsitz des UN-Umweltprogramms deren
Exekutiv-Direktor der Deutsche seither ist. Die bis heute letzte große Reform des deutschen Städtebaurechts ist die Vollendung seiner erfolgreichen Amtszeit als Bundesbauminister. In den
gut drei Jahren Töpfers Ressortleitung hat das Ministerium eine erstaunliche programmatische Arbeit für das Leitbild der "nachhaltigen städtebaulichen Entwicklung" geleistet. Entscheidend
ist, dass Nachhaltigkeit für den Städtebau keine leere Floskel geblieben ist. An vielen Stellen spricht das neue Baugesetzbuch eine klare Sprache, etwa wenn der Umweltschutz "auch durch
die Nutzung erneuerbarer Energien" als ein Ziel der Bauleitplanung in Paragraf 1 genannt wird.
Für eine so verstandene "nachhaltige städtebauliche Entwicklung" hat sich Töpfer bereits Jahre zuvor auf internationalem Parkett engagiert. Sein Ziel war, den Schwung von Rio 1992 nicht
ungenutzt zu lassen; immerhin war er als Bundesumweltminister einer der "Väter" der Agenda 21. Deshalb hatte sich die Bundesrepublik für eine aktive Rolle im Nach-Rio-Prozess
entschieden. Die Bedeutung der Städte sollte hierbei besonders beachtet werden, weil diese nicht mehr nur für ihre lokale Umweltsituation verantwortlich sind, sondern auch für weltweite
ökologische Probleme. In die "Habitat-Agenda" von 1996, das Protokoll der Weltsiedlungskonferenz in Istanbul, sind viele deutsche Positionen eingegangen. Dieses Werk war vielen Staaten
offenbar zu fortschrittlich, weshalb es in Aktenschränken verstauben sollte.
Damit wollte sich Klaus Töpfer nicht abfinden. Schon in 1997 schloss er für die Bundesrepublik einen ungewöhnlichen Pakt.
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Anlässlich der UN-Sondergeneralversammlung "Rio+5" rief Deutschland zusammen mit Brasilien, Singapur und Südafrika die "Globale Initiative für nachhaltige Entwicklung" ins Leben - mit der
großen Vision, weltweite Lösungen für eine sozial- und umweltverträgliche Stadtentwicklung zu finden.Bisheriger Höhepunkt dieses Prozesses war die "Weltkonferenz über die Zukunft der
Städte - Urban 21", zu der Deutschland im Jahr 2000 nach Berlin eingeladen hatte: ursprünglich eine Idee von Klaus Töpfer.
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Brennende Pipeline: Es wird versucht, das Öl abzufackeln, damit es den Boden nicht verseucht. Quelle: DBU
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Vorbild Deutschland
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Ganz aktuell geht von Deutschland wieder eine solche Initiative aus: nämlich die internationale Konferenz "renewables2004" in Bonn. Der Grund für den eigenständigen deutschen Weg liegt
auch hier darin, dass zu viele Staaten - allen voran die USA - bei "Rio+10" in Johannesburg untätig bleiben wollten als es um konkrete Vereinbarungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien
ging. Töpfer steht heute dafür, nicht bei wohlklingenden Floskeln halt zu machen. Er läßt Worten konkrete Taten folgen. Am Ende seiner Amtszeit als Minister für den Städtebau stand
deshalb folgerichtig die Nachhaltigkeits-Reform des Baugesetzbuchs. Sie ermöglicht es Städten und Gemeinden heute, die Nutzung erneuerbarer Energien in Baugebieten zu fördern und zu
fordern, wie im hessischen Vellmar. So viel wie Klaus Töpfer hat wohl keiner seiner zahlreichen Nachfolger im Amt des Bauministeriums bewegt, von Oswald (CSU) bis Stolpe (SPD). Töpfer hat
das kleine Ministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau zu einem wichtigen Faktor in der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik gemacht und gleichzeitig begonnen, die
international formulierten Programme in nationale Politik umzusetzen. Dies hat ihn für das Amt prädestiniert, welches er seit Februar 1998 bekleidet.
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Vom obersten Umwelt- und Klimaschützer zum Bundespräsidenten?
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Als Exekutiv-Direktor von UNEP bewegt Klaus Töpfer heute wieder etwas für Klimaschutz und Erneuerbare Energien - einer der Schwerpunkte seiner Arbeit für die Vereinten Nationen.
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Er hat ein 6,7-Millionen-US-Dollar-Projekt gestartet, das die besten Wind- und Sonnenenergiestandorte in Lateinamerika, Afrika und Südostasien erfassen soll, um diese optimal
bewirtschaften zu können. Darüber hinaus unterstützt eine von UNEP ins Leben gerufene Initiative über 30 Projekte, die bezahlbare Energie aus erneuerbaren Quellen erschließen soll. Sie
heißt "African Rural Energy Enterprise Development" (AREED).
In Mali unterstützt UNEP den Einsatz von Solartrocknern zur Haltbarmachung von Fleisch und FrüchtenQuelle UNEP
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Töpfers Einsatz für den Klima- und Umweltschutz, eine der weltweit wichtigsten Zukunftsaufgaben, verschafft ihm in großen Teilen der Gesellschaft Anerkennung - auch und gerade in
Bayern. Doch dort pfeifen die Spatzen von den Dächern, dass ein anderer Bundespräsident werden soll. Kaum zu glauben, gibt es doch im Freistaat deutschlandweit die mit Abstand größte
Zahl an Solarinitiativen (www.regiosolar.de). Zugegeben, dies ist nicht das wichtigste Argument für seine Kandidatur, aber es gibt ja noch viele mehr. Denn Töpfer bringt alles mit, was
ein Bundespräsident braucht: die überzeugende Kraft der Rede, persönliche Integrität, politische Erfahrung auf nationalem wie internationalem Parkett und großes Ansehen in allen
politischen Lagern. Die Wahlmänner und -frauen in der Bundesversammlung würden Deutschland mit der Wahl von Klaus Töpfer an die Spitze des Staates etwas Gutes tun. Selten genug, dass
jemand zur Verfügung steht, der von allen Seiten Unterstützung erfährt, und trotzdem kein Kompromisskandidat ist. Jetzt muss er nur noch vorgeschlagen werden.
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* PROF. DR. KLAUS TÖPFER, Executive Director of the United Nations Environment Programme (UNEP). Quelle: FAZ vom 2. April 2003 (Verlagsbeilage Energie)
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