Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
Elektrizitätswerke Schönau praktizieren und unterstützen nachhaltige Energiegewinnung
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Der Strommarkt unterliegt mittlerweile den Gesetzen der freien Marktwirtschaft: Was nachgefragt wird, wird zunehmend auch produziert; was nicht nachgefragt wird, wird mittel- oder
langfristig nicht mehr produziert werden. Deshalb gibt es inzwischen zahlreiche neue Anbieter, die auch so genannten Ökostrom in ihrer Produktpalette haben. Die Elektrizitätswerke
Schönau (EWS) sind einer davon. Doch dem bürgereigenen Unternehmen geht es um viel mehr, als nur um den Stromverkauf.
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Photovoltaik-Anlagen in 158 Orten mit 800 kW
BHKW in 127 Orten mit 849 kW
1 Wasserkraftanlage
2 Windkraftanlagen
17 Biosgasanlagen
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Mit dezentralen Förderprogrammen, finanziert aus den Erlösen des Ökostromverkaufs, initiieren die EWS lokale Projekte, die oft von vielen Menschen getragen werden, und leisten
damit Überzeugungsarbeit für eine nachhaltige Energieversorgung. Bundesweit sind schon über 310 konkrete Vorhaben realisiert worden: Auf Kirchen, Schulen, öffentlichen Gebäuden
und privaten Dächern.
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PV-Anlage Emden
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PV-Anlage Altenstadt
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PV-Anlage Limeshain
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Leistung: 1,92 kW
Jahresertrag: 1.536 kWh
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Leistung: 2,8 kW
Jahresertrag: 2.380 kWh
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Leistung: 3,84 kW
Jahresertrag: 3.072 kWh
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Von der Bürgerinitiative zum bundesweiten Stromversorger
Die EWS sind aus einer Bürgerbewegung nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 hervorgegangen. Schönauer Bürger wollten einen aktiven Beitrag zum Ausstieg aus der
Atomenergie leisten. Schnell kam als zweites Ziel die Senkung des CO2-Ausstoßes hinzu, einem der Hauptverursacher der Klimaveränderungen.
So entstand der Plan, ein Energieversorgungsunternehmen im Eigentum der Bürger zu gründen, das in erster Linie ökologischen Zielsetzungen verpflichtet ist. Im Juli 1997 übernahmen
die Elektrizitätswerke Schönau die Stromversorgung ihres Heimatortes, nachdem sie dem ehemaligen Versorger das Stromnetz abgekauft hatten. Diese spektakuläre Netzübernahme ist
einmalig in Deutschland und hat im In- und Ausland große Beachtung gefunden.
Die Elektrizitätswerke Schönau sind eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Hauptgesellschafter dieser GmbH ist die "Netzkauf Schönau GbR", die aus zirka 750 Bürgern der
Schwarzwaldgemeinde und Investoren aus ganz Deutschland besteht. Das bürgereigene Energieversorgungsunternehmen will sich durch seine Unternehmensleitlinien grundsätzlich von den
anderen Energieversorgern unterscheiden: Dort ist festgeschrieben, dass die EWS in erster Linie ökologischen Zielsetzungen verpflichtet sind und nicht der Gewinnmaximierung: Die
Anleger geben sich mit Zinsen zufrieden, wie sie auch ein Sparbuch erzielen würde. Darüber hinaus erwirtschaftete Gelder fließen in die Förderung des ökologischen Konzeptes.
Sauberer Strom mit "Watt ihr spart"
Nach der Stromnetzübernahme haben die EWS die Einspeisevergütungen für Strom aus Blockheizkraftwerken von damals rund 3,5 Cent auf zirka 7 Cent erhöht. Durch diesen Anreiz und
umfangreiche Motivationsarbeit überzeugt, installierten immer mehr Bürger ein eigenes BHKW: In Schönau mit seinen 2.500 Einwohnern gibt es bereits 11 solcher Kraftwerke, die sich
durch einen besonders hohen Wirkungsgrad auszeichnen. Auch für die Zukunft setzen die EWS Zeichen: BHKW, die auf Pflanzenölbasis statt mit fossilen Rohstoffen betrieben werden,
erhalten eine deutlich höhere Einspeisevergütung als gesetzlich vorgeschrieben. Die EWS zahlen freiwillig 8-10 Cent mehr pro Kilowattstunde und fördern solche Anlagen mit bis zu
insgesamt 20 Cent/kWh.
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BHKW Stuttgart
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BHKW Wendlingen
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Pflanzenöl-BHKW, Unterleitenbach
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Leistung: 5,5 kW
Jahresertrag: 20.000 kWh
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Leistung: 110 kW
Jahresertrag: 280.000 kWh
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Leistung: 8 kW
Jahresertrag: 15.000 kWh
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Besonders stolz sind die Schönauer auf den höchsten Solarstromanteil eines deutschen Energieversorgers. Mit 30 Watt installierter Photovoltaik-Leistung pro Einwohner erzeugen die
Schönauer Bürger etwa 100 Mal so viel Solarstrom wie der Bundesdurchschnitt. Schon 3 Jahre nach der Stromnetzübernahme wurde immerhin 1 % des Schönauer Tarifstroms von der Sonne
erzeugt. Konsequent gestaltet sind auch die Tarife: Die EWS belohnen das Stromsparen, indem sie auf einen Leistungspreis für die Bereitstellung verzichten und nach dem
tatsächlichen Verbrauch abrechnen. Und das ist längst nicht alles: Den Schönauer "Sonnen-Cent", der zur Förderung neuer Anlagen verwendet wird, bezahlen alle Kunden, nicht nur
einige Idealisten. Dabei sind die Tarife durchaus konkurrenzfähig und können teilweise selbst mit den allgemeinen Tarifen der großen Energieversorger mithalten.
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PV-Anlage Besigheim
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PV-Anlage Horgenzell
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PV-Anlage Frickingen
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Leistung: 2,70 kW
Jahresertrag: 2.160 kWh
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Leistung: 1,92 kW
Jahresertrag: 1.536 kWh
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Leistung: 4,7 kW
Jahresertrag: 2.112 kWh
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Seit der Liberalisierung des Strommarktes kaufen die EWS nur noch Strom aus umweltschonenden Blockheizkraftwerken und regenerativen Energiequellen - für alle Kunden. Damit sind
die Elektrizitätswerke Schönau nach eigener Auskunft das bundesweit einzige Energieversorgungsunternehmen, das keinen Atomstrom und keinen Strom aus Kohle im Angebot hat. Das Ziel
der EWS: Der Kunde soll durch seinen Stromkauf mitentscheiden, ob die Umstrukturierung des Marktes von zentralistischen, verschwenderischen und umweltzerstörenden Strukturen hin
zu dezentralen, sparsamen und ökologischen Strukturen gelingt.
Stromwechsel und Netzeinspeisung:
"Geldströme umleiten"
Die EWS bieten bundesweit preisgünstigen, "sauberen" Strom für Haushalt, Gewerbe und Industrie an. Mit dem Produkt "Watt Ihr Spart" kann der Kunde seinen Energieversorger
wechseln. Dies haben schon zirka 12.000 Kunden getan, überwiegend Haushalte, aber immer mehr auch Gewerbekunden, Kirchen, Schulen, Altersheime oder Unternehmen, die
umweltfreundliche Produkte herstellen.
Seit Mitte 1999 bieten die EWS ihren Markenstrom zu konkurrenzfähigen Preisen an. Die monatliche Zählergebühr beträgt 3,25 Euro, der Verbrauchspreis pro Kilowattstunde 16,90;
17,48 oder 18,64 Cent. In den drei Preisstufen ist jeweils der "Sonnen-Cent" in Höhe von 0,5 Cent; 1,0 Cent oder 2,0 Cent pro kWh enthalten. Der Strom stammt aus neuen
Kraft-Wärmekopplungs- oder Wasserkraftanlagen und nur von Lieferanten, die nicht finanziell mit Atomstromunternehmen verflochten sind. Darauf legen die EWS besonderen Wert.
Der Kunde kann im liberalisierten Markt durch seinen Stromeinkauf "Geldströme umleiten" und Einfluss auf die Produktion nehmen. Der Strom aus seiner Steckdose hat jedoch keine
Farbe: grün, gelb oder bunt ist er nur in der Werbung. Was sich ändert ist die Produktion. Mit dem Wechsel des Kunden zu den EWS übernehmen diese eine "echte" Vollstromversorgung:
Sie speisen auf der Grundlage von so genannten Lastkurven (Vorjahresverbrauch) zeitgleich so viel sauberen Strom in die Netze der großen Energieversorgungsunternehmen (BEWAG;
EnBW, E.ON, HEW, VEAG) ein, wie der Haushaltskunde entnimmt. Bei großen Gewerbekunden wird dies durch Meßeinrichtungen und die Berechnung tagesgenauer Lastprofile gesteuert. Der
Kunde braucht nichts weiter zu tun, als einen Stromliefervertrag mit dem neuen Stromversorger abzuschließen und diesem seine letzte Stromrechnung zu senden.
Die EWS, wie auch die anderen "neuen" Stromversorger, kündigen mit der in dem Vertrag enthaltenen Vollmacht den bestehenden Stromliefervertrag des bisherigen Energieversorgers.
Gleichzeitig melden sie ihn zur Netznutzung an, denn der Kunde benutzt ja weiterhin das Stromnetz des Netzbetreibers vor Ort. Dafür, daß der Kunde weiter das Stromnetz benützen
darf, müssen so genannte Netznutzungsentgelte entrichtet werden - diese sind im Strompreis der EWS bereits enthalten. Wenn die Kündigung bestätigt worden ist und die Netznutzung
genehmigt, kann die EWS die Stromversorgung aufnehmen.
Im Strompreis der EWS enthalten ist der so genannte "Schönauer Sonnencent" mit dem bundesweit neue ökologische Stromerzeugungs-Anlagen durch eine zusätzlichen Einspeisevergütung
für den tatsächlich eingespeisten Strom unterstützt werden.
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Förderung neuer Anlagen mit "Watt ihr Volt"
Das"Volumenmodell" von "Watt Ihr spart" wird ergänzt durch das Produkt "Watt Ihr Volt". Letzeres ist ein so genanntes Aufpreismodell. Der Kunde verpflichtet sich für eine selbst
gewählte Zahl von Kilowattstunden einen Aufpreis von 4,46 Cent / kWh zu bezahlen. Davon investierten die EWS 3,48 Cent / kWh in die Förderung von Neuanlagen (1,16 Cent sind
Organisationskosten).
Die bisherige Förder-Bilanz der EWS kann sich sehen lassen: In 158 Orten wurden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamt-Spitzenleistung von 800 Kilowatt errichtet; in 127 Gemeinden
wurden Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von 849 Kilowatt gebaut. Eine Wasserkraftanlage (20 kW) und 2 Windkraftanlagen (500 kW und 1,3 Megawatt) unterstützen die EWS
ebenfalls mit zusätzlichen Einspeisevergütungen. Gemeinsam mit dem BUND in Ravensburg werden außerdem 17 Biogasanlagen unterstützt, die 1.659.000 Kilowattstunden pro Jahr
erzeugen.
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Wasserkraftanlage Feldener Mühle
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PV-Anlage Frickingen
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BHKW Reinsfeld
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Die geförderten Anlagen sind auf rund 100 Standorte in ganz Deutschland verteilt, weitere sollen hinzukommen. Denn die EWS haben sich zum Prinzip gemacht, die Kraftwerke jeweils
in Nähe ihrer Kunden zu errichten. Das macht Sinn, weil damit der Strom nicht so weit transportiert werden muss. Zudem gewinnen die EWS an Vertrauen, weil jeder Kunde die
Ökokraftwerke zu Gesicht bekommt. Das ist den EWS wichtiger als ein Ökostrom-Zertifikat, das es für "Watt Ihr spart" selbstverständlich auch gibt: der TÜV zertifizierte die
Herkunft des sauberen Stroms der EWS.
Ob als Stromlieferant , als Netzbetreiber oder als Förderer: Das Unternehmen EWS kann sich sehen lassen. Das Engagement der Schönauer Bürger wurde entsprechend gewürdigt: Mit dem
"Ökomanager 1996" (verliehen vom WorldWildlife Funds und der Zeitschrift "Capital"), 1997 mit dem Förderpreis "Demokratie Leben" (Deutscher Bundestag und Initiativkreis Demokratie
Leben) und 1998 mit dem internationalen "Nuclear Free Award". Der Aachener Solarenergie-Förderverein e.V. bescheinigt dem Unternehmen vorbildliche Leistungen: von der erhöhten
Einspeisevergütung für Solarstrom (64,42 Cent pro Kilowattstunde) über die Gestaltung der Einspeise- und Stomlieferungsverträge bis hin zur Tarifgestaltung (Anreize zum sparsamen
Umgang mit Strom). Last not least überzeugt auch die aktive Öffentlichkeitsarbeit: In Vorträgen und Veranstaltungen informieren die Schönauer über den Weg zur Energiewende.
Besuchergruppen aus Deutschland und aller Welt können sich vor Ort kundig machen. Und jedes Jahr im Herbst findet das "Schönauer Stromseminar" mit namhaften Referenten statt - ein
Treffpunkt für Interessierte und Engagierte aus ganz Deutschland.
Material und Bilder: Elektrizitätswerke Schönau, EWS.
Redaktion Solarserver: Rolf Hug. mailto:Rolf.Hug@heindl.de
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