Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
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Solare Großanlagen zur Trinkwassererwärmung: Energie sparen mit gründlicher Planung und wirtschaftlicher Auslegung
Besitzer von Eigenheimen investieren zunehmend in Solaranlagen. Ihr Beitrag zum Umweltschutz und die attraktive staatliche Förderung von derzeit 125 Euro pro Quadratmeter
Kollektorfläche motivieren zum Umstieg auf die solare Alternative. Auch die tendenziell steigenden Kosten der fossilen Brennstoffe, Krieg und Krisen zeigen die Notwendigkeit, die
Abhängigkeit vom Öl oder Gas zu reduzieren. Bei großen Immobilien spielt die Wirtschaftlichkeit der Solarenergie-Nutzung eine zentrale Rolle, beispielsweise im Mietwohnungsbau, in
Hotels, Wohnheimen oder Krankenhäusern. Hier können Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung beträchtliche Energiesparpotenziale erschließen.
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Große Solaranlagen zur Trinkwassererwärmung. Links: Städtisches Klinikum Solingen; 192 m2 Kollektorfeld, 2 x 4 Kubikmeter Solar-Pufferspeicher. Rechts: Wohngebäude in Henningsdorf.
Fotos ZfS Rationelle Energietechnik GmbH
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Solaranlagen mit Kollektorfeldern von mehr als 100 Quadratmetern zeichnen sich durch höhere spezifische Erträge aus und bringen deutliche Kostenvorteile. Die Ergebnisse des vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) getragenen Förderkonzepts "Solarthermie 2000" belegen: Solare Großanlagen können Sonnenwärme für 10 bis 13 Cent pro Kilowattstunde
liefern. Richtig ausgelegt, ausgelastet und einfach aufgebaut, sind sie deutlich konkurrenzfähiger als kleine Anlagen mit Nutzwärmekosten von 20 - 30 Cent/kWh.
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In Zusammenarbeit mit dem BINE Informationsdienst führt die "Anlage des Monats" ein in die Grundlagen von Systemaufbau und Auslegung. Die Erfahrungen mit den geförderten
Großsystemen zeigen, dass sich knapp dimensionierte und einfach aufgebaute Anlagen bewährt haben, auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
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Geeignete Objekte und bewährte Systemkonzepte
Im Idealfall stimmen Angebot und Nachfrage überein. Das gilt auch für Solaranlagen, besonders für das Verhältnis von Sonneneinstrahlung und Warmwasserbedarf. Obwohl die
spezifischen Kosten großer Anlagen etwa 25% unter jenen der Kleinanlagen liegen, sind sie nicht überall wirtschaftlich sinnvoll. Zentrales Kriterium ist der Warmwasserbedarf im
Jahresverlauf. Eine geringe Wärmenachfrage im Sommer kann die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage beeinträchtigen. Schulen und Sporthallen zum Beispiel werden gerade dann nicht
genutzt, wenn die Sonne am meisten Energie liefert - in den Sommerferien. Wohngebäude, Heime oder Krankenhäuser hingegen haben einen ganzjährig hohen Warmwasserverbrauch. Hier
lohnt sich die Investition in Kollektoren und Speicher, wenn diese ein optimiertes konventionelles Energiesystem ergänzen. Die "additive" Solartechnik macht Sinn, wenn der
Energiebedarf des Gesamtsystems minimiert und die konventionelle Technik an den solar gesenkten Energieverbrauch angepasst wird. Da die Solaranlage 20 oder mehr Jahre arbeitet,
sollte auch der Zustand des Dachs betrachtet werden. Spezielle Einsparmöglichkeiten bietet eine Solaranlage, wenn sie beim Bau oder im Zuge der Sanierung einen Teil der
herkömmlichen Dacheindeckung ersetzt.
Einfach aufgebaute Systeme senken die Kosten und reduzieren den Wartungsaufwand einer Solaranlage sowie deren Anfälligkeit für Störungen. Im Gegensatz zu den Solaranlagen der
ersten Generation wird bei aktuellen Großanlagen der Solarspeicher aus hygienischen Gründen (Legionellenwachstum) nicht mehr mit Trinkwasser gefüllt, sondern mit einem
Zwischenmedium (Heizwasser). Die Sonnenwärme wird in einem so genannten Pufferspeicher zwischengelagert und über einen Entlade-Wärmetauscher an das Trinkwasser abgegeben. Im
Rahmen von "Solarthermie 2000" wurden zwei Systemvarianten untersucht: das "Durchlauferhitzerprinzip" und ein System mit solarem Vorwärmspeicher. Bei dem kostengünstigen
Durchlauferhitzerprinzip wird Wärme nur dann vom Pufferspeicher an das Trinkwasser übertragen, wenn Warmwasser gezapft wird.
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Große Solaranlage mit solarem Pufferspeicher und Abgabe der Energie aus dem Puffer an das Trinkwasser über den Entlade-Wärmetauscher (Durchlauferhitzerprinzip). Grafik: ZfS
Rationelle Energietechnik GmbH
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Diese Lösung bietet sich an für Gebäude mit relativ gleichmäßigem Warmwasserverbrauch. Wird zusätzlich ein solarer Vorwärmspeicher installiert, kann die Sonnenenergie sowohl an
gezapftes als auch "stehendes" Trinkwasser abgegeben werden. So ist die Warmwasserversorgung auch bei hohen "Zapfspitzen" gewährleistet. Die Vor- und Nachteile beider Varianten
sowie die Details der Systemauslegung behandelt das BINE-Themeninfo III/02, welches die Grundlage dieses Beitrags bildet.
Systemauslegung
Damit das System wirksam arbeiten kann und ein gutes betriebswirtschaftliches Ergebnis liefert, ist eine an den Verbrauch angepasste Auslegung nötig. Ein Stillstand des
Kollektorkreises bei besonders hoher Sonneneinstrahlung soll vermieden werden, weil eine stagnierende Anlage keinen Nutzen bringt und sie zudem wegen der dann auftretenden hohen
Temperaturen in ihrer Lebensdauer beeinträchtigt wird. Deshalb muss die Anlage so dimensioniert werden, dass die von den Kollektoren erzeugte Energie entweder vom Verbraucher
abgenommen wird oder gespeichert werden kann. Exakte Messungen des Warmwasserverbrauchs und Berechnungen der Sonneneinstrahlung bilden die Grundlage der Dimensionierung.
Entscheidend für eine angepasste Planung ist die Verteilung des Warmwasserbedarfs über das Jahr, die in so genannten Jahresprofilen erfasst wird. Die Erfahrungen zeigen, dass
besonders ein Verbrauchsrückgang im Sommer in die Kalkulation eingehen muss. Sonst würden die Anlagen von Schulen oder Studentenwohnheimen zu groß ausfallen und damit weniger
wirtschaftlich sein.
Kollektorfeld
An einem sonnigen Sommertag treffen zirka 7 bis 7,5 Kilowattstunden Strahlungsenergie auf einen nach Süden ausgerichteten und etwa 30 Grad geneigten Kollektor. Bei einem mittleren
Systemnutzungsgrad liefert die Solaranlage in diesem Fall 3,6 Kilowattstunden Wärme pro Quadratmeter Kollektorfläche. Damit können 65 bis 70 Liter Kaltwasser (12-14°) auf die
Solltemperatur im Nachheizspeicher (60°) aufgeheizt werden. Bei einem niedrigeren Verbrauch wird die nicht abgenommene Energiemenge im Puffer gesammelt, der in längeren
Schönwetterperioden seine Maximaltemperatur erreicht (oft 95°). Dann schaltet der Kollektorkreis ab, steht still und unerwünschte Effekte treten auf (hohe Temperaturen,
Verdampfen).
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Installationsarten für Kollektorfelder: Sonnenkollektoren können auf Flach- oder Schrägdächern installiert werden. Die Installation auf dem Erdboden entspricht in etwa der
auf Flachdächern. Grundsätzlich gilt: Das Dach muss saniert sein, bevor die Kollektorfelder aufgebaut werden. Die Lebensdauer des Daches sollte mindestens so lang sein wie die der
Kollektoren.
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Von links nach rechts: Bild (Nr.1) Kollektormontage oberhalb der Dachabdeckung (Schrägdach).
Bild (Nr. 2) Integration der Kollektoren in die Dachabdeckung.
Bild (Nr.3) "Solar Roof": gesamte Dachfläche mit Kollektoren belegt.
Bild (Nr.4) Kollektoren auf flächig belastbarem Flachdach.
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Nur eine knappe Dimensionierung mit maximal einem Quadratmeter Flachkollektorfläche pro 65-70 Liter Warmwasserbedarf ermöglicht hohe Systemeffizienz, und gewährleistet eine lange
Lebensdauer der Anlage. Beides sind Voraussetzungen kostengünstiger solarer Nutzwärme. Die Kollektorfeldausrichtung spielt bei knapp dimensionierten Solarsystemen eine
untergeordnete Rolle: Bei einer Orientierung zwischen Südost und Südwest und bei Neigungswinkeln zwischen 20 und 50 sinkt der Nutzwärmeertrag gegenüber der optimalen Ausrichtung nur
um maximal 7 Prozent. (Vgl. Abb. 18)
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Eine höhere Auslastung ist günstig für die Systemeffizienz und bei Anlagen mit mehr als 50 m2 Kollektorfläche. Bei Systemen unter 20m2 Kollektorfläche kann eine zu hohe Auslastung
zu wirtschaftlich schlechteren Ergebnissen führen, weil dann die spezifischen Systemkosten stärker steigen können als die Effizienz. (Vgl. Grafik links).
Spezifische Kosten und Nutzungsgrade bei kleinen und größeren Systemen mit variierender Auslastung bzw. Kollektorfläche.
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Abhängigkeit des solaren Nutzwärmeertrages von der Kollektorfeldausrichtung. Grafiken: ZfS Rationelle Energietechnik GmbH.
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Speicher
Die Größe des Solarspeichers bei Trinkwasseranlagen hängt in erster Linie von der Größe des Kollektorfeldes und dem Warmwasserverbrauchsprofil ab. Je höher der Bedarf in Zeiten
mit guter Sonneneinstrahlung und je gleichmäßiger er über alle Tage verteilt ist, desto kleiner kann der Speicher sein. Für knapp dimensionierte Anlagen zur Trinkwassererwärmung
empfehlen die "Solarthermie 2000"-Forscher 50 Liter pro Quadratmeter; wird das System größer ausgelegt oder treten im Laufe der Woche Zeiten mit schwachem Verbrauch auf, muss das
Speichervolumen erhöht werden. Optimal ist ein einziger, schlanker Behälter als Pufferspeicher. Mehrere Behälter sind sehr teuer und zusätzlich steigen die Wärmeverluste
(ungünstiges Verhältnis der Oberfläche zum Volumen). An Stelle mehrerer Speicher kann ein Behälter aus einzelnen Segmenten im Aufstellraum zusammengeschweißt werden, wenn keine
großen Öffnungen vorhanden sind, durch die der Behälter eingebracht werden kann. Auch das Aufstellen des Speichers im Freien ist möglich. Dann ist allerdings eine stärkere
Wärmedämmung mit gutem Witterungsschutz erforderlich.
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Im Keller zusammengeschweißter Speicher (hier mit einem etwas ungünstigen Verhältnis von Höhe zu Durchmesser; nicht optimal für die Temperaturschichtung). Rechts: Außerhalb des
Gebäudes aufgestellter Solarspeicher.Fotos: ZfS Rationelle Energietechnik GmbH
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Wärmetauscher-Auslegung: Optimierung im Kleinen
Auch die richtige Dimensionierung der Wärmetauscher zwischen dem Kollektorkreis und dem Trinkwasser war Gegenstand der Untersuchungen im Rahmen von "Solarthermie 2000"-Projekten.
Auch das hat Einfluss auf die Kosten der Solarwärme: Die Forscher und Techniker empfehlen, die Wärmetauscher so auszulegen, dass die mittlere logarithmische Temperaturdifferenz 5
Kelvin beträgt. Sonst können sich auch im Detail die Kosten verdoppeln. (s. Abb. 26)
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Kosten der solaren Nutzwärme bei unterschiedlicher Auslegung des Wärmetauschers. Grafik: ZfS Rationelle Energietechnik GmbH.
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Selbst wenn es sich hier nur um Bruchteile von Cents pro Kilowattstunde handelt, wird doch sichtbar, dass Forschung und Entwicklung sich Effizienzsteigerungen und
Wärmekostenreduzierungen zuwenden, die sich zu erheblichen Potenzialen summieren.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Mit dem Aufwand für die Planung und einschließlich der Mehrwertsteuer kosteten die Anlagen im Programm Solarthermie 2000 durchschnittlich 670 Euro pro Quadratmeter. Dieser
Mittelwert bezieht sich auf alle Arten der Montage (Flachdachaufständerung, Montage auf Schrägdächern und dachintegrierte Kollektoren). Anlagen mit Schrägdachintegration können
bis zu 200 Euro/m2 preiswerter sein; bei Neubauten vermindern sich die Kosten um die eingesparte Dacheindeckung.
Die Kollektoren machen ein knappes Drittel der Gesamtkosten aus. Große Potenziale zur Kostensenkung sehen die Forscher in einer standardisierten Planung, beim Unterbau der
Kollektoren und bei der "sonstigen Verrohrung". Bei einer angenommenen Lebensdauer von mindestens 20 Jahren und einem Kapitalzins von 6% ergibt sich für die Solaranlagen ein
gleichbleibender, periodischer Rückzahlungsbetrag von 8,27% (Annuität).
Auf Grundlage der kapitalgebundenen Kosten stellen die "Solarthermie 2000"-Anlagen die solare Nutzwärme für 10 Cent/kWh (über 1.000 m2 Kollektorfläche) bis 13 Cent (100 m2
Kollektorfächer) zur Verfügung. Wenn die Mehrwertsteuer als Vorsteuer angerechnet wird und die Betriebskosten mit etwa 20 % der Gesamtkosten veranschlagt werden, ist dies ein
realistischer Wert. Die durch die Solarsysteme eingesparten Brennstoffkosten bewerten die Experten von Solarthermie 2000 mit rund 5 Cent pro Kilowattstunde, je nach dem
Wirkungsgrad des konventionellen Brenners. Das kann und wird sich ändern, wenn die Preise für Öl und Gas steigen - dann hilft die Sonne noch mehr zu sparen. Weitere
Einsparmöglichkeiten bieten Kombi-Solaranlagen zur Heizungsunterstützung, die bereits mit steigender Tendenz in Eigenheimen installiert werden. Die Stiftung Warentest hat 11
dieser Systeme getestet und ihnen hohe Zuverlässigkeit attestiert ("Test", Heft 4 / 2003). Für Großanlagen zur Heizungsunterstützung ist die Systemgestaltung, -auslegung und
-anbindung wesentlich vielschichtiger. Damit ähnliche Entwicklungen wie bei den Kleinanlagen in Gang kommen, müssen künftig auch für diesen Bereich Planungsunterlagen erarbeitet
werden.
Das komplette Themen-Info III/02 kann abgerufen werden bei www.bine.info (Publikationen; Service/InfoPlus). Weitere Informationen gibt es unter www.solarthermie2000.de. Die
BINE-Broschüre entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Felix A. Peuser von der ZfS Rationelle Energietechnik GmbH in Hilden. BINE-Redaktion: Dr. Franz Meyer. Fotos und Grafiken: ZfS.
Redaktion Solarserver: Rolf Hug.
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