Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
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Solarpark Bavaria: größte Photovoltaikanlage der Welt
Solarstrom en gros: Die drei Solarkraftwerke des Solarparks Bavaria, die Photovoltaik mit einer Leistung im zweistelligen Megawattbereich nutzen, wurden am 30. Juni 2005 in der
Oberpfalz offiziell eröffnet. Der Solarpark umfasst eine 6,3 Megawatt-Solarstromanlage in Mühlhausen bei Neumarkt und zwei Solarkraftwerke mit jeweils 1,9 Megawatt Spitzenleistung
(MWp) in Günching (Gemeinde Velburg) und Minihof (Gemeinde Dietersburg). Die solaren Kraftwerke sind bereits im Dezember 2005 an das Netz gegangen. Der oberpfälzer Solarpark mit
rund 10 Megawatt (MW) Photovoltaik-Leistung ist vorläufiger Höhepunkt eines solaren Bau-Booms, der durch die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren
Energien ausgelöst wurde.
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6,3 Megawatt-Solarstromanlage in Mühlhausen: Die insgesamt 57.600 der Sonne einachsig nachgeführten Solarstrommodule des Solarparks Bavaria werden innerhalb von 20 Jahren 217.000
Megawattstunden emissionsfreien Strom produzieren (das sind 217 Millionen Kilowattstunden).
Foto: Powerlight Corporation
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Seit dem 1. Januar 2004, an diesem Tag trat das so genannte Photovoltaik-Vorschaltgesetz zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft, lohnt sich die Investition in den Bau von
Solarkraftwerken in Deutschland. Für die Produktion von Solarstrom in Freiflächen-Kraftwerken wird pro Kilowattstunde eine Vergütung von mehr als 45 Cent gezahlt, und das 20 Jahre
lang. Kein Wunder, dass die nächsten Solarstrom-Rekorde nicht lange auf sich warten lassen: Schon Ende 2005 soll die Anlage in Mühlhausen ihren Spitzenplatz in der
Solarstrom-Weltrangliste nach Unterfranken abgeben: Nahe Arnstein im Landkreis Main-Spessart entsteht dort ein Solarfeld aus 1.500 einzelnen Solaranlagen, das mehr als 12
Millionen Watt Leistung bringen soll. Nahe der niederbayerischen Stadt Pocking soll bis Frühjahr 2006 ein weiteres Solar-Großprojekt entstehen. Dort wird ein zusammenhängendes
Kraftwerk mit 10 Megawatt Leistung gebaut.
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Solarpark Bavaria. Standorte in Bayern sind wegen der vielen Sonnentage und der hohen Sonneneinstrahlung bei den Betreibern von Solarkraftwerken besonders beliebt. Fotos: Powerlight
Corporation.
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"Die intelligenteste Energietechnologie aller Zeiten"
Zur Einweihungsfeier am Solarpark Mühlhausen hatten die PowerLight Corporation und die Deutsche Structured Finance zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und den Gemeinden
eingeladen, darunter Takashi Tomita, Corporate Director der Sharp Corporation und Patricia Mulroy, General Manager des Las Vegas Valley Water District. Ehrengast Dr. Hermann
Scheer (MdB), Träger des alternativen Nobelpreises und Präsident von EUROSOLAR bekräftigte in seiner Ansprache, dass "die Photovoltaik die intelligenteste Energietechnologie aller
Zeiten ist. Sie begründet ein neues Zeitalter umweltfreundlicher, dauerhafter, unabhängiger und kostengünstiger Energie für alle", so Scheer.
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Dr. Hermann Scheer (MdB); Präsident von EUROSOLAR. Mühlhausens Bürgermeister Anton Galler, DSF-Geschäftsführerin Janine Schellhorn, Hermann Scheer und Sharp-Geschäftsführer Tomita
Takashi "schalten" die 10 Megawatt Anlage offiziell ein. Fotos: Powerlight Corporation
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Interesse der Finanzbranche an der Photovoltaik wächst
Unternehmen, die für die Nutzung erneuerbarer Energien arbeiten, werden von der Finanzwelt mehr und mehr als "Blue Chips" wahrgenommen. Die Kurse börsennotierter Hersteller wie
der Hamburger Conergy AG, des Photovoltaikproduzenten SolarWorld und das rasante Wachstum weiterer Unternehmen dokumentieren den Erfolg der deutschen Förderpolitik. An solaren
Großprojekten beteiligen sich große Finanzdienstleister ebenso wie bedeutende Technologie- und Bauunternehmen. Die Finanzierung des 49,5 Millionen Euro-Projektes in Mühlhausen,
Günching und Minihof über einen geschlossenen Fonds arrangierte die Deutsche Structured Finance (DSF) aus Frankfurt. Das Spezialinstitut für strukturierte Finanzierungen hat seit
2000 vier Windenergiefonds mit insgesamt 96 Windenergieanlagen und einer installierten Leistung von 160,5 MW realisiert. "Solarenergie ist eine wichtige und sehr zuverlässige
Stromquelle", so Janine Schellhorn, Sprecherin der DSF-Geschäftsführung. "Kompetent arrangierte Solarenergieinvestments ermöglichen Investoren eine solide Geldanlage mit
interessanten Nach-Steuer-Renditen, und gleichzeitig bieten sie den Vorteil, dass sie zur nachhaltigen Energieversorgung und zum Umweltschutz beitragen", so Schellhorn weiter.
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Sonnige Aussichten: Nachhaltige Stromproduktion verspricht interessante Kapitalerträge. Quelle: Powerlight Corporation
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Die K & S Unternehmensgruppe, die ebenfalls für das Projekt Solarpark Bavaria gearbeitet hat, hat bislang Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit einem Gesamtvolumen von
105 Millionen Euro kapitalisiert und projektiert. Davon entfallen auf die Windenergie rund neun Millionen Euro (7,2 MW), zwei Millionen Euro auf die Wasserkraft (400 kW) und 94
Millionen auf die Photovoltaik (19 MW). Neben dem amerikanischen Generalunternehmer und Betriebsführer PowerLight Corporation und Siemens unterstützten die Max Bögl Gruppe und die
Klebl GmbH den zügigen Bau des Solarstromparks Bavaria. Die drei Solarstromanlagen konnten bereits im Laufe des Jahres 2004 mit der Stromproduktion beginnen. Über die
Energieversorger E.ON Bayern und E.ON Netz wird der Solarstrom in das vorhandene Energienetz eingespeist.
Solarstromtechnik von Powerlight, Sharp und Siemens
Der Solarstrompark Bavaria besteht aus Solarstromanlagen auf Freiflächen an drei Orten. Die Photovoltaikanlagen bedecken eine 25 Hektar große Fläche, das entspricht etwa der Größe
von 35 Fußballfeldern. Die Solaranlagen befinden sich auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Boden unter den Solarmodulen werde jedoch nicht versiegelt, so die
Betreiber: Heidschnucken sorgen dafür, dass in den Solarparks das Gras kurz gehalten wird. Insgesamt wurden 57.600 Solarstrommodule mit der patentierten Nachführtechnik
"PowerTracker" der PowerLight Corporation installiert. Hierbei handelt es sich um eine Stahlkonstruktion, auf der die Module dem Sonnenstand einachsig von Ost nach West
nachgeführt und dadurch einen höheren Stromertrag erwirtschaften als herkömmliche, starr installierte Solarstromanlagen. Eine spezielle Programmierung des Nachführsystems, der so
genannte Back-Tracking-Modus, verhindert bei niedrigem Sonnenstand die gegenseitige Abschattung benachbarter Modulreihen durch automatische Korrektur des Neigungswinkels.
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Steht die Sonne hoch am Himmel, drehen sich die Solarmodule in die Horizontale. Die Module sind in Ost-West-Richtung beweglich. Der Status "Landwirtschaftliche Fläche" bleibt
erhalten. Die Metallträgerbeine und Bodenpunktfundamente nehmen nur zirka 2 % der Grundfläche in Anspruch.
Quelle: K & S Unternehmensgruppe
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Die Solarmodule wurden vom Weltmarktführer Sharp hergestellt. Zum Einsatz kommen insgesamt 57.618 Solarmodule des Typs "PowerLight NT-5AE3D" mit einer Nennleistung von jeweils 175
Watt peak (W). Die Solarmodule sind etwa 1,6 x 0,8 Meter groß und 17 kg schwer. Ein Rahmen aus Aluminium dient zur Befestigung der Solarmodule und erhöht die mechanische
Festigkeit.
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Die Solarmodule sind mit so genannten Bypass-Dioden ausgestattet. Bei eventuell auftretenden Teilabschattungen wird dadurch der Leistungsabfall vermindert und die Solarmodule vor
Beschädigungen aufgrund von punktuellen Erhitzungen (so genannte Hot spots) geschützt. Jedes Solarmodul enthält 72 in Reihe verschaltete monokristalline Solarzellen, die in einer
durchsichtigen Schutzschicht aus Ethynel-Vinyl-Acetat (EVA) eingebettet sind. Die Vorderseite besteht aus speziell gehärtetem Glas mit hoher Lichtdurchlässigkeit, die Rückseite
aus einer speziellen Kunststofffolie (Tedlar). Dadurch werden die Module vor klimatischen und mechanischen Einflüssen geschützt. . Im Rahmen eines speziell für dieses Projekt
entwickelten Qualitätssicherungskonzepts hat Sharp die elektrischen Kennwerte für jedes einzelne Solarmodul gemessen (so genanntes Flashen).
Foto: Powerlight Corporation
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Der Siemens-Unternehmensbereich Power Transmission and Distribution (PTD) sorgte für die gesamte Elektrotechnik der Solarstromanlagen. Der Auftrag mit einem Volumen von vier
Millionen Euro umfasste Transformatoren, Schaltanlagen und Wechselrichter sowie sämtliche Kabel und Anschlüsse. Siemens lieferte zehn Transformatoren für die 20kV-Spannungsebene,
fünf gasisolierte Schaltanlagen vom Typ 8DJ 20 sowie 27 Wechselrichter vom Typ Sinvert solar mit einer Nennleistung von je 340 kVA. Weiter erhielt die Anlage ein Steuerungssystem
auf Basis von Simatic PCS7, mit dem zusätzlich über WinCC sämtliche Daten aufgezeichnet und ausgewertet werden können. Siemens übernahm den Anschluss der Anlage an das öffentliche
Stromversorgungsnetz und ist zuständig für die Wartung der Wechselrichter.
Bis zu drei Einzelwechselrichter wurden zu Wechselrichtereinheiten der benötigten Leistung zusammengefasst, die im so genannten Master/Slave-Verfahren betrieben werden.
Entsprechend der Sonneneinstrahlung beziehungsweise Stromproduktion der Module werden nur diejenigen Einzelwechselrichter aktiviert, die für die Umwandlung des aktuell erzeugten
Gleichstroms notwendig sind. Auf diese Weise werden Leerlaufverluste der nicht benötigten Wechselrichter vermieden und gleichzeitig eine Optimierung des Wirkungsgrads im
Teillastbereich erreicht.
Hälfte des deutschen Solarstroms wird in Bayern produziert
In den vergangenen Jahren wurden in Bayern bereits eine ganze Reihe von Photovoltaik-Großprojekten errichtet, darunter Kraftwerke in den oberpfälzer Kommunen Hemau (4 MWp) und
Markstetten (1,6 MWp) sowie eine Photovoltaikanlage mit 1,75 MWp im niederbayerischen Sonnen. Der Freistaat nimmt eine bundesweite Spitzenstellung bei der Nutzung erneuerbarer
Energien ein. Diese deckten in Bayern 7,8 Prozent des Primärenergiebedarfs, gut doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt (3,4 Prozent). Rund 50 Prozent des deutschen Solarstroms
kommen nach Angaben des bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem Freistaat. Von den bundesweit über 30.000 Arbeitsplätzen im Bereich der Erneuerbaren ist ein Großteil in Bayern
angesiedelt.
Weltgrößte Solarstromanlagen stehen in Deutschland
Die weltgrößten Anlagen produzieren derzeit Solarstrom in Mühlhausen (Freifläche, 6,3 MW), Bürstadt (Dach, 5 MW), Espenhain (Freifläche 5 MW), Geiseltalsee bei Merseburg
(Freifläche 4 MW), Göttelborn (Freifläche 4 MW und Homburg (Dach, 3,5 MW). Nach Angaben der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) hat der Solarstrom-Weltmeister
Deutschland im Juli 2005 einen weiteren Meilenstein bei der Nutzung der Solarenergie erreicht: Inzwischen überschreitet die in Deutschland installierte Solarstromleistung ein
Gigawatt (1.000 Megawatt). Das entspricht etwa dem Dreifachen der Leistung des im Mai 2005 abgeschalteten ältesten deutschen Kernkraftwerks im baden-württembergischen Obrigheim
(357 MW).
Mehrheit der Deutschen für Solarstrom - EEG als Marktöffner
Nach Ansicht des UVS-Geschäftsführers Karsten Körnig hat der Solarstrom-Weltmeister Deutschland gute Chancen, seine internationale Führungsposition in der Photovoltaik weiter
auszubauen. Die überwältigende Sympathie der Bevölkerung für den weiteren Ausbau der Solarenergie und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Marktöffner bieten laut Körnig
ideale Rahmenbedingungen für die Sonnenenergie.
Material und Fotos: Powerlight Corporation, Redaktion Solarserver: Rolf Hug.
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