Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
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Massives Ziegelhaus 100 % mit Sonnenenergie beheizt
Das "Sonnenhaus" Lehner hat keinen Gasanschluss, keinen Öltank und keinen Kamin. Das Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung im Regensburger Stadtteil Burgweinting wird in Zukunft
vollständig von der Sonne geheizt. Damit die Wärme des Sommers in der kalten Jahreszeit zur Verfügung steht, hat Solararchitekt Georg Dasch das Gebäude quasi um den Solarspeicher
herum gebaut. Der Pufferspeicher fasst 39.500 Liter und hat einen integrierten Trinkwasserspeicher. Das Speichervolumen typischer Solaranlagen zur Heizungsunterstützung liegt
zwischen 500 und 1.000 Litern. Hergestellt wurde der 9 Meter hohe Speicher mit einem Durchmesser von 2,40 Metern von der Schweizer Jenni AG. Zur optimalen Nutzung des solaren
Wärmevorrats wird der Speicher dreistufig be- und entladen.
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Herz der Solarheizung ist der 39.500-Liter-Speicher, der vom Keller bis unter das Dach reicht. Links: Montage des vier Tonnen schweren Zylinders. Rechts: Position des Speichers
(rot) im Gebäude. Foto und Bauplan: Sonnenhaus Institut e.V.
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Mit dem Sonnenhaus, das seine Familie im kommenden Jahr beziehen wird, setzt Bauherr Dr. Jakob Lehner Zeichen. Der derzeit noch in Hahnbach bei Amberg wohnhafte Lehrer hat bereits
vor 20 Jahren eine Solarstrom- und Solarwärmeanlage auf seinen damaligen Anbau montieren lassen. Heute ist er wieder Pionier: Sein neues Domizil ist das erste rein solar beheizte
Massivhaus in Regensburg und vermutlich in ganz Deutschland.
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Zudem ist es das erste Haus, das mit einem neuen Wärmedämmziegel gebaut wird, der eine zusätzliche Wärmedämmung überflüssig macht. "Damals war ein Pufferspeicher noch nicht
bezahlbar und die Technik noch nicht so ausgereift", weiß Lehner, der sich schon frühzeitig über solare Heizkonzepte informiert hat. "Als Georg Dasch gesagt hat, dass es geht,
haben wir zugegriffen".
Am 20. Oktober, wurde der 40-Kubikmeter-Solarspeicher eingesetzt, der die Wärme für 186 Quadratmeter beheizte Wohnfläche speichern wird.
Bauherr Lehner; Solar-Speicher.
Foto: Sonnenhaus Institut e.V.
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Größte Versorgungssicherheit und komplette Unabhängigkeit
von anderen Energieträgern
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Auf Lehners ausdrücklichen Wunsch wird in sein Solar-Haus weder eine Wärmepumpe noch eine Nachheizung wie zum Beispiel ein Holzofen eingebaut. "Wir wollten uns komplett von anderen
Energieträgern unabhängig machen", sagt der 54-Jährige, der sich seit 30 Jahren für den Umweltschutz engagiert. Außerdem biete dieses Konzept für ihn die größte
Versorgungssicherheit und "die Sonne schickt uns keine Rechnung." Die Wärmeenergie für die Raumheizung und Warmwasserbereitung wird ausschließlich durch 84 Quadratmeter
Sonnenkollektoren auf dem Süddach mit 40° Neigung erzeugt. Die bis zu 7 Metern langen Kollektoren wurden per Kran montiert.
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Die Absorber hat der Zwieseler Heizungs- und Solarfachbetrieb Soleg speziell für das 100 % -Solarhaus leistungsoptimiert. So wurden unter anderem schmalere Absorberfinnen
eingesetzt. Durch den engeren Abstand der auf diesen schmalen Streifen aufgeschweißten Rohre sei der Wirkungsgrad gesteigert worden.Das komplette Dach des Sonnenhauses wurde mit
Kollektoren eingedeckt. Die eingesparten Dachziegel und staatliche Zuschüsse (135 € / m2) senken die Kosten der Solarwärmeanlage.
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Foto: Soleg GmbH
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Eine Solarstromanlage mit 4,5 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) als Terrassenüberdachung ergänzt die Sonnenkollektoren und wird jährlich rund 4.000 Kilowattstunden Sonnenstrom in das
öffentliche Stromnetz einspeisen. Die 36 Module der Solar-Fabrik mit jeweils 125 Watt peak werden im ersten Quartal 2006 montiert.
Voraussetzungen: Südorientierung, Super-Speicher
und perfekte Wärmedämmung
Um die Solarausbeute auszuschöpfen, ist das Haus konsequent nach Süden ausgerichtet. Das Dach hat eine Neigung von 40° und wird vollständig mit Indachkollektoren bestückt. Die
Solarheizung hat einen doppelten Einspareffekt: Beim Bau entfällt die Dacheindeckung durch Ziegel, nach Bezug des Hauses haben die Bewohner keinerlei Heizkosten und schonen zudem
das Klima. Der Speicher reicht vom Keller bis zum Dach und wird als architektonisches Element in das Innere des Hauses integriert.
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Der Pufferspeicher wird per Autokran auf den Zentimeter genau montiert. Fotos: Sonnenhaus Institut e.V.
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Um den Heizenergiebedarf eines Gebäudes zu minimieren und einen hohen solaren Deckungsgrad zu ermöglichen, ist eine sehr gute Wärmedämmung erforderlich. In dem Regensburger
Sonnenhaus wird diese durch den Wärmedämmziegel "Poroton T8" der Schlagmann GmbH & Co.KG sichergestellt. Die Ziegel mit Wärmekammern aus vulkanischem Gestein zeichnen sich aus
durch sehr gute Wärmedämmeigenschaften und einen optimierten Schallschutz.
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Neuer Wärmedämmziegel "Poroton T8" der Schlagmann GmbH & Co.KG. Grafik und Foto: Schlagmann.
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Das natürliche Perlit, ein nicht brennbares Vulkangestein, wird bei über 1.000°C "aufgebläht" und anschließend als Granulat in das gebrannte Ziegelgerüst eingefüllt. Der Poroton
T8 macht damit die beim herkömmlichen Bau übliche zusätzliche Wärmedämmung von 12 bis 16 Zentimetern überflüssig und erspart dem Bauherren Kosten.
Die Außenwände haben einen U-Wert von 0,18 W/m²K, das heißt dass der Wärmestrom, der durch eine Fläche von einem Quadratmeter hindurchgeht nur 0,18 Watt beträgt; je niedriger der
U-Wert, desto weniger Wärme fließt durch das Bauteil. Ebenso wie die Außenwände sind auch das Dach und die Fenster winddicht. Das mit Hanf gedämmte Dach hat einen U-Wert von 0,12
W/m²K. Bei den zertifizierten Passivhausfenstern handelt es sich um dreifach verglaste Zweiholz-Alufenster mit Vollholzrahmen.
Strahlungswärme aus Wandflächenheizungen;
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
Die Heizungs- und Solaranlage wird durch eine zentrale Steuerung frei programmierbar sein und kann den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend eingestellt werden. Die
umweltfreundliche Wärme wird über Wandflächenheizungen im Haus verteilt. Ihre Strahlungswärme, die von Kachelöfen her bekannt ist, sorgt für ein behagliches Wohnklima.
Wandflächenheizungen zeichnen sich aus durch einen hohen Strahlungsanteil und geringe Luftbewegung (und damit geringe Staubaufwirbelung). Sie sind erhältlich als montagefertige
Unterputz-Heizregister oder als Heizpaneele für den Trockenausbau. Weil Wandflächenheizungen sich relativ schnell erwärmen, sind sie gut regelbar. Alle Flächenheizungen (Wand oder
Boden) arbeiten auf sehr niedrigem Temperaturniveau und ermöglichen so die effiziente Nutzung der Solarenergie für die Raumheizung. Darüber hinaus können Flächenheizungen auch
hervorragend zur Kühlung eingesetzt werden.
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Wandflächenheizung um den Solarspeicher des Sonnenhauses Lehner; Montage eines Heizpaneels. Quelle: Sonnenhaus-Institut.
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Für die kontrollierte Be- und Entlüftung wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert. Da aber gerade in den Übergangszeiten reichlich Wärme zur Verfügung stehe,
können die Bewohner nach Lust und Laune lüften, erklärt Architekt Dasch. "Ob Holz- oder Massivhaus, solare Deckungsgrade bis hin zu 100 Prozent, Pellets- oder Stückholzfeuerung,
Kachel- oder Kaminofen, Lüftungsanlage ja oder nein, mit oder ohne Erdwärmetauscher: Beim Sonnenhaus ist alles möglich", fasst Dasch die Vorzüge des solaren Bau- und Heizkonzeptes
zusammen. "Die Bewohner können frei entscheiden, wie sie bauen möchten, und können sicher sein: Bei extrem niedrigem Brennstoffbedarf bekommen sie maximalen Wohnkomfort", so der
Architekt.
Solarspeicher werden immer größer
Große Speicher, wie der im Sonnenhaus Lehner installierte, eröffnen den Weg zur autarken Solarwärmeversorgung: In dem Schweizer Ort Oberburg versorgt ein 205.000
Liter-Solarspeicher künftig das erste rein solar beheizte Mehrfamilienhaus Europas ganzjährig mit Sonnenwärme. Der 17 Meter hohe Zylinder hat einen Durchmesser von 4 Metern und
wiegt 15 Tonnen. Mit 276 Quadratmetern Sonnenkollektoren auf dem nach Süden gerichteten Dach wird das Gebäude ohne jegliche Zusatzheizung auskommen.
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Einer der größten bislang hergestellten Solarspeicher wurde von der Jenni Energietechnik AG nach dem Vorbild der alten Ägypter nur mit Muskelkraft transportiert und aufgestellt. Er
wurde am 21.11.2005 von der nahe gelegenen Produktionshalle auf die Baustelle gezogen und dort installiert. Um dieses Spektakel möglich zu machen packten über 100 Personen mit an.
Nach 6 Stunden stand der Speicher an seinem definitiven Standort und ist nun von weitem sichtbar.
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Quelle: Jenni Energietechnik AG.
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Material und Illustrationen: Sonnenhaus Institut. e.V. Redaktion Solarserver: Rolf Hug
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