Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
Sonne im Netz: Eine private Solaranlage kann im Internet und vor Ort besichtigt werden
Solarenergie und Internet haben einiges gemeinsam: Am Anfang stand Erfindergeist und Idealismus. Ihre Bedeutung - auch als Wirtschaftsfaktor - nimmt ständig zu. Und in Zukunft werden
beide im Alltag von immer mehr Menschen eine wichtige Rolle spielen.
Privater Pioniergeist charakterisierte besonders die Anfänge der Solarthermie. Die ersten Kollektoren wurden noch im Eigenbau hergestellt. Selbstbauinitiativen wie im
Österreichischen Vorarlberg - dem europäischen Landstrich mit der höchsten Dichte an Solaranlagen - zeugen noch heute davon. Die "Solar-Initiative" einer Familie im münsterländischen
Borken ist ein weiteres Beispiel für privates Engagement für die Sonne:
Horst und Anja aus Borken (HARaBo) machen ihre Solaranlage der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Und zwar sowohl virtuell, im World Wide Web, als auch "in Echt", im Rahmen von
Kursen der örtlichen Volkshochschule.
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Die Solaranlage auf dem Dach:
5 Kollektoren mit einer Gesamtfläche
von 11 m2. Blick von Süd-Süd-West
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Auf der Hompage von "HARaBo" unter http://www.planet-interkom.de/harabo kann jede und jeder sich mit den Details einer
Solaranlage zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung vertraut machen. Tabellen und Listen sind eine Fundgrube für Interessierte.
Zusätzlich zum Internet-Angebot bieten die Eigentümer zusammen mit der örtlichen Volkshochschule die Möglichkeit, Kollektor, Regelung und Speicher vor Ort zu besichtigen. Fragen
zur Technik und zum Betrieb werden direkt am Demonstrationsobjekt beantwortet. Der VHS-Kurs ist gebührenfrei, die rechtzeitige Anmeldung wird jedoch erbeten.
Auf den Web-Seiten finden sich jedoch nicht nur technische Daten. Auch die "Geschichte" der Anlage wird detailliert beschrieben. Für Bauherren, die selbst auf Sonnenenergie
umsteigen wollen, ist hier ein Blick in den Alltag privater Betreiber möglich geworden. Ganz auf die Praxis abgestellt und recht lebensnah können potenzielle Umsteiger sehen, was
auf sie zukommen kann.
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Die Solaranlage im Internet:
Daten, Fakten und Informationen.
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Eine ganz normale Solaranlage ...
Diese "ganz gewöhnliche" Solaranlage besteht aus einem Kombispeicher von 700 Litern, der als Heizungspufferspeicher dient und gleichzeitig 175 Liter Trinkwasser bereithält,
einer Solarregelung mit "Drain-Back-System" und 5 Kollektoren mit einer Gesamtfläche von 11 m2.
Eine drehzahlgeregelte Umwälzpumpe passt die Wärmeübertragung an die Sonneneinstrahlung und die Speichertemperatur an. Das Drain-Back-System (DBS) sorgt für die automatische
Entleerung des Solarkreislaufs, wenn die Anlage abgeschaltet wird oder die Kollektortemperatur unter 5° bzw. über 120° Celsius liegt. Einfrieren und Überhitzung werden so
vermieden. Sicherheitshalber wurde dennoch eine Trägerflüssigkeit mit einem Glykolgehalt von 40% verwendet.
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Funktionsskizze einer Anlage
zur Warmwasserbereitung
und Heizungsunterstützung
Bild: Wagner & Co, Cölbe
Animation: Heindl - Internet
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Die Kollektoren vom Typ SKS 2.1 S bringen einen Jahresertrag von 617 kWh bei einer solaren Deckung von 40%.
Fünf Kollektoren versorgen den 5-Personen-Haushalt mit warmem Wasser. Die Waschmaschine und der Geschirrspüler sind ebenfalls angeschlossen - auch das hilft, Energie zu sparen.
Darüber hinaus unterstützt die Solaranlage auch die konventionelle Heizung, die im Sommer ganz abgeschaltet bleiben kann - dann kommt das warme Wasser direkt von der Sonne.
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... eine sonnige Geschichte, nicht ganz ohne Schattenseiten
Der Weg zur eigenen Anlage wird mit allen Hindernissen und Erfolgsergebnissen beschrieben. Von der Marktsichtung - Preisunterschiede von bis zu 6000 DM wurden ausgemacht -
über die Anträge zur Förderung bis zum ersten Probelauf.
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Die Vorbereitungen und das Timing stimmten. Doch zunächst passten die Kollektoren nicht in die bereits installierten Eindeckwannen, welche die Dacheindeckung ersetzen. Dieses
Problem konnte innerhalb einiger Tage gelöst werden.
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Beim Anblick des angelieferten, noch verpackten Speichers drängte sich die nächste Frage auf: "Wie kommt der denn in den Keller?" Nach Abnahme der immerhin 100mm starken Isolation
sah des "Monstrum" schon etwas schlanker aus - und es passte auch durch Tore und Türen.
Die "Kinderkrankheiten" der Anlage blieben nicht aus. Diverse Um- und Ausbauten erfolgten, unter anderem der Einbau eines Wärmemengenzählers: Jetzt wird der solare "Gewinn"
erfasst - und selbstverständlich ins Netz gestellt.
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Was das alles bringt?
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Der Betrieb einer Solaranlage ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes; wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle.
Auch hier sind alle wichtigen Zahlen dokumentiert: Eine Reihe von Tabellen liefert die Messdaten vom 30.04.1999 bis heute. Seit dem Einbau der "großen" Steuerung (DBS 2.2/10) am
01.10.1999 hat die Familie 444 kWh geerntet. Die Energie-Bilanz kann sich sehen lassen: Mit ihrer Anlage haben HARaBo nach eigenen Angaben (dokumentiert durch den
Wärmemengenzähler) insgesamt ca. 1450 kWh Sonnenenergie eingefangen.
Zur finanziellen Ersparnis kommt das gute Gewissen. Denn die Anlage hat auch ihren Teil zur Reduzierung der CO2-Emmissionen beigetragen. Und weder steigende
Marktpreise noch die Ökosteuer können die Betreiber schrecken - die Sonne liefert weiterhin kostenlos. Für Interessierte bieten HARaBos Webseiten eine Fülle praxisnaher
Informationen aus der Perspektive des Bauherren und ergänzen die Fachliteratur um weitere praktische Aspekte. Auf Wunsch wollen HARaBo sogar Fragen per E-Mail beantworten. Und das
Engagement geht noch weiter: Neben einer Linkliste zu andern privaten Anlagen bieten HARaBo Betreibern, die noch keine eigene Homepage haben, an, ihre Anlage auf ihren Seiten mit
zu präsentieren.
Bilder und Informationen: HARaBo, E-Mail: harabo@web.de. Text: Rolf Hug, Redaktion Solarserver.
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