Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
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Große solarthermische Kombianlage
unterstützt erfolgreich die Wärmeversorgung einer Rehaklinik
Das Wichtigste für die Patienten medizinischer Einrichtungen sind kompetente Ärzte und moderne Medizintechnik. Doch Kliniken mit zum Teil mehreren hundert Betten verbrauchen auch
große Mengen an Energie für Heizung, Warmwasser, Lüftung und den Betrieb elektronischer Geräte. Sie haben während des ganzen Jahres einen hohen Bedarf an Warmwasser und Heizwärme
und eignen sich damit oft ideal für den Einsatz solarthermischer Anlagen zur Wärmeversorgung. Innerhalb der komplexen Versorgungsstrukturen von Kliniken und Krankenhäusern
ermöglichen Solarwärmeanlagen Energieeinsparungen in großem Umfang. Solaranlagen zur Brauchwassererwärmung wurden bereits vielfach erprobt. Dabei war das Ziel, kostengünstig und
im Zuge von Pilotanlagen nicht zu groß zu bauen, zumal ihr Deckungsanteil am Gesamtwärmebedarf systembedingt beschränkt ist. In der Rehaklinik Bad Frankenhausen hingegen
unterstützt seit drei Jahren eine solarthermische Anlage auch die Wärmeversorgung im großen Stil.
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Solar-Anlage des Monats als PDF-Dokument
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In Zusammenarbeit mit dem BINE Informationsdienst präsentiert der Solarserver die XXL-Solaranlage und skizziert den Weg zu stetig steigenden Solarerträgen.
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Rehaklinik Bad Frankenhausen: 646 Quadratmeter Kollektorfläche (32 Großkollektoren) auf zwei Dächern. Foto: BINE Informationsdienst
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Die Pilotanlage der Rehaklinik Bad Frankenhausen ist eine der ersten großen Kombianlagen zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung innerhalb des Förderprogramms
"Solarthermie2000". Sie unterstützt die Wärmeversorgung der Klinik in beträchtlichem Umfang. Nach Schwierigkeiten zu Beginn des Probebetriebs läuft die Anlage inzwischen
zufriedenstellend - bei stetig steigenden Solarerträgen. Die Solaranlage in Bad Frankenhausen nutzt die solar gewonnene Wärme neben der Brauchwassererwärmung auch zur Erwärmung
der Zuluft von Patientenzimmer-Sanitärzellen sowie von zwei Therapie-Wasserbecken.
Nach erfolgreicher Optimierung der Anlage konnte bis Ende September 2007 ein solarer Deckungsanteil von nahezu 40 % erreicht werden (2006: 31%). Die Nutzwärmekosten der
bereitgestellten Wärme betrugen im 3. Messjahr (bis Ende März 2007) rund 0,17 Euro/kWh. Die inzwischen guten Ergebnisse der Solaranlage in Bad Frankenhausen werden zu einer
breiteren Anwendung dieser Technologie beitragen - als wirtschaftliche, technisch ausgereifte Ergänzung zur konventionellen Wärmeversorgung. Nicht zuletzt deshalb, weil die
Deutsche Rentenversicherung über 30 weitere Rehakliniken mit ähnlichen energetischen Anforderungen betreibt.
Pilotanlage liefert auch Wärme für
Patientenzimmer-Sanitärzellen und Therapie-Wasserbecken
Die Rehaklinik der Deutschen Rentenversicherung Bund (ehemals BfA) befindet sich am nordöstlichen Rand von Bad Frankenhausen am Südhang des Kyffhäusergebirges. Der Gebäudekomplex
besteht aus vier dreigeschossigen Hauptgebäuden mit insgesamt 196 Patientenzimmern. Diese sind fast halbkreisförmig angeordnet. Die Dachflächen der beiden inneren Gebäudeteile
sind komplett mit dachintegrierten Großkollektoren belegt.
Die Erprobung solcher großer "Kombianlagen" zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung ist Neuland. Denn es fehlt bislang an hinreichenden Erfahrungen zur Dimensionierung
von Kollektorfeld und Speicher, zur Verschaltung und Betriebsweise. Zudem gilt es, im Rahmen von Pilotanwendungen höhere solare Deckungsgrade zu erzielen.
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Solare Heizungsunterstützung mit Kombianlagen
Etwa jede fünfte in Deutschland installierte Solaranlage liefert neben warmem Wasser auch Wärme für die Gebäudeheizung. Dabei handelt es sich jedoch bisher überwiegend um
Kleinanlagen. Diese sind meist so ausgelegt, dass 20-25% des Gesamtwärmebedarfs eines modernen Einfamilienhauses solar gedeckt werden – also etwa doppelt soviel wie durch
reine Brauchwassersysteme. Betreiber können unter einer Vielzahl von Anlagen mit unterschiedlichen Konzepten wählen. In Forschungsarbeiten und Pilotanwendungen, z.B. im Rahmen des
"Solar Heating and Cooling2-Programms" (SHC) der Internationalen Energie Agentur, wurde deutlich, dass über den solaren Ertrag kleiner Kombianlagen weniger das Anlagenkonzept als
vielmehr die Ausführung und Dimensionierung der einzelnen Komponenten entscheidet.
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In der Rehaklinik Bad Frankenhausen unterstützt seit drei Jahren eine solarthermische Anlage die Wärmeversorgung. Fotos: Ansicht des östlichen Kollektorfeldes mit
Konstruktionsdetails. Bilder: BINE Informationsdienst.
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Wichtig sind die optimale Größe des Speichers sowie ausreichend große Wärmeübertragerleistungen der Wärmetauscher. Besondere Bedeutung kommt der Wärmedämmqualität des Speichers zu.
Für größere Anlagen ist eine Frage entscheidend: „Wie müssen Kombianlagen beschaffen sein, so dass Solarkreis, Raumheizungskreis, Nachheizung und Speicher optimal
zusammenarbeiten?"
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Konventionelle Wärmeversorgung und Wärmerückgewinnung
Die herkömmliche Warmwasserbereitung und Heizung der Rehaklinik erfolgt über zwei Gas-Brennwertkessel mit je 860 kW Leistung. Der Gebäudekomplex ist nach hohen technischen
Maßstäben geplant und ausgeführt. Der Energieeinsparung wurde mit mehreren Wärmerückgewinnungsanlagen, Versorgungsbereichen auf Niedertemperaturniveau und Gebäudeautomation mit
DDC- Regelung (Direct Digital Control) Rechnung getragen. Die Übergabe der Wärme an das Trinkwasser erfolgt mittels einer Vorwärmanlage. Einmal täglich wird ein Teil des
Schwimmbadwassers ausgetauscht. Die Abwärme des abfließenden etwa 30 Grad warmen Abwassers wird in einer Wärmerückgewinnungsanlage mit Wärmepumpe ebenfalls für die
Trinkwasser-Vorerwärmung genutzt. Dazu ist in den Kaltwasserzulauf der Warmwasserbereitung ein 500 Liter fassender Speicher eingebaut. Dieser wird von der Wärmepumpe über einen
externen Wärmetauscher beladen.
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Komplexe Wärmeverteilung: Lüftungssystem im Dachgeschoss der Rehaklinik.
Foto: BINE Informationsdienst
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Die Lufterwärmung erfolgte vor Installation der thermischen Solaranlage durch vier Be- und Entlüftungsanlagen. Die Wärme der Abluft wurde in Kreuzstromwärmetauschern an die
gleichzeitig angesaugte kalte Zuluft übergeben (Wärmerückgewinnung). Die Nachheizung der Zuluft übernahm das konventionelle Heizsystem. Das Solarsystem ist nun über zwei zusätzlich
installierte Wärmetauscher im Ansaugtrakt der Lüftungsanlagen eingebunden.
Solarsystem zur Trinkwassererwärmung, Schwimmbadnachheizung
und Zuluft-Vorerwärmung
Das Solarsystem ist in zwei von einander getrennten Teilanlagen ausgeführt, die im Speicherbereich zusammengeführt wurden. Das Pufferspeicher-Volumen von insgesamt 35 Kubikmetern
ist aufgeteilt in zwei 15 m3–Speichergruppen sowie einen weiteren Pufferspeicher (5 m3), der für die Anbindung der Trinkwasservorwärmung und der Schwimmbadnachheizung sorgt.
Hinzu kommt eine DDC-Regelung f ür die Belade- und Entladekreise.
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Schaltschema der Solarwärmeanlage. Grafik: BINE Informationsdienst
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Zwei Dachflächen des Hauptgebäudes wurden vollständig mit Flachkollektoren belegt (dachintegriert, Südausrichtung +/- 20%). Die aktive Kollektorfläche beträgt 646 Quadratmeter,
bestehend aus zweimal 32 Großkollektoren mit jeweils 10 m2 Absorberfläche. Hydraulisch sind die Kollektorfelder in jeweils acht parallel geschaltete Stränge mit je vier in Reihe
angeordneten Kollektoren geschaltet. Durch die Solaranlage wird die von den Lüftungsanlagen angesaugte Außenluft je nach Außenlufttemperatur und solarem Energieangebot vorerwärmt.
Um Verluste im Temperaturniveau zu vermeiden und zur Gewährleistung der Frostsicherheit wird die Wärme direkt aus den Kollektorkreisen (d. h. den Pufferspeichern) entnommen. Die
Patientenzimmer der Rehaklinik verfügen über eine eigene Sanitärzelle, die über eine Lüftungsanlage belüftet und gleichzeitig beheizt werden. Die Lüftungsanlagen sind in den
Dachräumen der Gebäudeteile untergebracht. Um die Wärme der Solarsysteme über das Jahr verteilt optimal für die Heizungsunterstützung nutzen zu können, erfolgt sowohl eine
Luft-Vorerwärmung wie auch eine Nachheizung.
Unterschiedliche Nutzung der Solarenergie im Sommer und Winter
Die beschriebene Einbindung des Solarsystems in ein Be- und Entlüftungssystem zur Heizungsunterstützung ermöglicht gerade im Winter und in den Übergangszeiten eine effektive
Nutzung der Wärme. In den Sommermonaten sinkt der Wärmebedarf zur Lufterwärmung. Eine entsprechende Anlagenkonfiguration sorgt dafür, dass die Solarwärme dann vorrangig der
Trinkwasser- und Therapiebeckenerwärmung (Wassertemperatur ganzjährig 32° C) zugeführt wird. In der strahlungsreichen Zeit von Mai bis September wird der Bedarf für die
Trinkwassererwärmung (10 m3/d) und die Beckenwassererwärmung damit weitgehend durch die Solaranlage gedeckt.
Optimierung des Solarsystems
Die Anlage wurde im Juli 2003 in Betrieb genommen und seit April 2004 im Rahmen eines dreijährigen Intensiv-Messprogramms durch die TU Ilmenau vermessen und gemeinsam mit
Betreiber und Planer optimiert. Im ersten Messjahr ergaben sich mehrfach Probleme durch die schlechte Rücklaufauskühlung sämtlicher Speicherentladekreise - sowohl für die
Lufterwärmung wie auch für die Trinkwasservorwärmung und Schwimmbadnachheizung. Durch Einsatz einer Pumpenleistungs-Regelung bzw. deren Optimierung konnte Abhilfe geschaffen
werden. Stark schwankende bzw. fehlangepasste Volumenströme in den Wärmetauschern verhinderten eine Ausbildung der Temperaturschichtung in den Pufferspeichern und führten damit zu
verminderten Kollektorwirkungsgraden. Denn auch optimal ausgelegte Wärmetauscher nützen nichts, wenn die Volumenströme der beiden Kreisläufe nicht aufeinander abgestimmt sind.
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Solarthermie-Goßkollektoren; Details. Fotos: BINE Informationsdienst
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Ein weiteres Problem war die exakte Anpassung der Lastkreise (Heizung, Lüftung) an das Solarsystem. Sie ist die Vorraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb. Dazu sollte das
Kollektorfeld mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Künftig ließe sich noch die Speicherentladung für die Lufterwärmung verbessern. Problematisch ist auch
hier die ungenügende Angleichung der Volumenströme auf beiden Seiten der Wärmetauscher. In der Vorsaison des Jahres 2007 wurde zusätzlich das kleine Therapie-Schwimmbecken an die
Solarsysteme angeschlossen. Die bestehenden Gaskessel gingen oft nur zum Nachheizen dieses Beckens in Betrieb. Gerade im strahlungsreichen Sommer - wenn die Wärmeabnahme durch die
Lüftungssysteme gering oder gar nicht vorhanden ist - macht sich die Einbindung einer zusätzlichen Last positiv bemerkbar. Deshalb ist mit dieser Maßnahme eine weitere Steigerung
des solaren Ertrags zu erwarten.
Regelung kann weiter verbessert werden; solarer Deckungsanteil von nahezu 40% erreicht
Großes Optimierungspotenzial besteht auch bei der Regelung des Gesamtsystems. Hinzu kommt: Nur eine ständige Funktionsüberwachung solarthermischer Anlagen sichert ihren
zuverlässigen Betrieb. DDC-Regelungen bzw. Gebäudeleitsysteme sind aufgrund ihrer freien Programmierbarkeit hierzu prinzipiell gut geeignet. Begleitende Schulungen sind
vorteilhaft, um in der Praxis schlecht funktionierende Anlagen zu verhindern.
Weitere BINE Projektinfos sind erhältlich unter www.bine.info
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Autor: Uwe Friedrich; BINE Informationsdienst. Red. Solarserver: Rolf Hug
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