Solaranlagen und Produkte der Vormonate:
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Lokale Agenda-Gruppe gibt Anstoß für Bürgersolarkraftwerke
Die Agenda 21, beschlossen auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro, ist das von mehr als 170 Staaten verabschiedete
Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert. Die Agenda 21, bezieht sich auf alle wesentlichen Politikbereiche und zielt ab auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Entwicklung.
Das Aktionsprogramm gilt sowohl für Industrie- als auch für Entwicklungsländer. Handlungsfelder sind unter anderem die Armutsbekämpfung, Bevölkerungspolitik, Handel und Umwelt,
die Abfall- und Chemikalienpolitik sowie der Klimaschutz und die Energiepolitik. Dabei spielen Energiesparen und erneuerbare Energien eine zentrale Rolle.
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Bild: "Bürgersolarkraftwerk" im bayerischen Wolfratshausen. Agenda 21. Quelle: Agenda 21 Geretsried+Wolfratshausen; UNCED.
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Nachhaltigkeit braucht Visionen global und lokal: Daran arbeiten engagierte Bürger und Kommunen. In über 2.300 Gemeinden und Städten haben sich nach Zählung der Bundesregierung
Bürgerinnen und Bürger mit Kommunalpolitikern und Experten zusammengesetzt und Ideen entwickelt. Dort werden Energiesparmaßnahmen für die Beleuchtung der Strassen entwickelt,
Vorschläge für die naturnahe Entwicklung des Stadtparks gemacht oder die Einrichtung von Kinderspielplätzen und die Schaffung von Jugendräumen diskutiert und umgesetzt. Aber auch
komplexe Themen stehen auf der Tagesordnung, beispielsweise die städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung der Städte und die Lösung der Verkehrsprobleme. Die Beteiligung der
Bürgerinnen und Bürger an der Kommunalpolitik und ihr enormes Engagement wertet die Regierung als hoffnungsvolles Zeichen.
Solarstromanlagen für Bürger ohne eigenes Dach
Wie die energiepolitische Arbeit vor Ort aussehen kann und welche Erfolge möglich sind, zeigt beispielsweise die Lokale Agenda 21 der Städte Geretesried und Wolfratshausen, etwa
40 Kilometer südlich von München. Das Engagement des dortigen Arbeitskreises Energie galt vor allem der Förderung erneuerbarer Energien, besonders der Sonnenenergie, und richtete
sich gegen die weit verbreitete Energieverschwendung. In den Jahren 2001 bis 2003 brachte die Lokale Agenda 3 Bürgersolarkraftwerke auf Dächer in den Kommunen, ein viertes soll
2004 entstehen.
"Motivation für dieses Bemühen war die Sorge um die Generationen nach uns, vorrangig unserer Kinder und Enkelkinder. Ihnen sollen klimabedingte Katastrophen (Treibhauseffekt) so
weit wie möglich erspart werden und möglichst viele Ressourcen verbleiben", so die Lokale Agenda 21. Nach siebenjähriger, erfolgreicher Tätigkeit und rund 100 Treffen hat sich der
Arbeitskreis zwar im November 2003 aufgelöst, seine Mitglieder treffen sich aber seither monatlich zu einem Energiekreis, um sich weiter für die Nutzung der Sonnenenergie zu
engagieren.
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Bürger-Solarstromanlage in Geretsried bestehend aus 24 Einzelanlagen, Gesamtleistung 61 kWp. Quelle: Lokale Agenda 21 Geretsried+Wolfratshausen; Dr. Wartini.
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BürgerSolarKraftWerke (BSKW)
Im Juni 2002 begann der Arbeitskreis Energie mit den Planungen zum Bau so genannter BürgerSolarKraftWerke (BSKW). Die Idee ist einfach zu beschreiben: Mit den
BürgerSolarKraftWerken wird Sonnenlicht in Strom umgewandelt, der in das Netz eingespeist und vom Netzbetreiber auf der Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vergütet wird.
Diese Projekte richten sich an diejenigen Bürger, die zwar gerne in Solarenergie investieren möchten - weil das gut für die Umwelt und den Geldbeutel ist - aber keine eigene
geeignete Dachfläche besitzen. Bei der Umsetzung der BSKW konnte der Arbeitskreis auf die Erfahrungen der Lokalen Agenda 21-Gruppe im Nachbarort Egling zurückgreifen und wurde vom
örtlichen Pfarrer Dr. Barnikol tatkräftig unterstützt. Die technische und kaufmännische Realisierung übernahmen die SKML-GmbH in Ottobrunn und Solar-GmbH in Furth.
Ein Solarkraftwerk - viele Betreiber
Mit dem Bauunternehmer Robert Sappl in Wolfratshausen, den Oberlandwerkstätten in Geretsried und der Familie Franz Grötz in Buchberg konnten Eigentümer großer Gebäude gewonnen
werden, die Investoren die Nutzung ihrer Dachflächen für 20 Jahre und länger gestatten. Inzwischen sind drei BürgerSolarKraftWerke in Betrieb gegangen. Am 11.09.2002 wurde das
BSKW in Wolfratshausen mit 19 Einzelanlagen und einer Gesamtleistung von 37 Kilowatt peak (kWp) eingeweiht.
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Am 17.April 2003 folgte das BSKW in Geretsried mit 24 Einzelanlagen und 61 kWp Gesamtleistung. Und am 25.09.2003 wurde das dritte BSKW auf einer Reithalle in Buchberg mit 8
Einzelanlagen und 24 kWp Gesamtleistung eingeweiht.
Bürgersolarkraftwerk (24 kWp) in Buchberg. Quelle: Lokale Agenda 21 Geretsried+Wolfratshausen
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Der Bau der drei BürgerSolarKraftWerke sei möglich geworden, weil insgesamt 49 Investoren bereit waren, zusammen netto 608.000 Euro zu investieren. Bei planmäßigem Betrieb werden
die drei Kraftwerke jährlich 122.000 kWh Strom produzieren und 52.000 Euro Einspeisevergütung erzielen. Die erzeugte Strommenge reiche bei sparsamem Verbrauch für 112 Personen, so
die Agenda-Gruppe. Der Umwelt bleiben Jahr für Jahr 67 Tonnen Kohlendioxid (CO2) erspart. Um diese Menge zu absorbieren, wäre ein Wald mit 3.365 "stämmigen Fichten" nötig,
errechnete die Agenda-Gruppe.
Sonnenstrom-Ernte und Schadstoff-Vermeidung
Die Solarstrom-Erträge sowie den Beitrag zur Entlastung der Umwelt dokumentiert die Agenda-Gruppe auch im Internet (http://www.bskw-wolfratshausen.ilo.de ). Am Beispiel des
Kraftwerks in Wolfratshausen mit 224 Modulen und einer Gesamtfläche von 290 Quadratmetern wird sichtbar, wie viele Schadstoffe die Solarstromanlage (Nettopreis 207.627 €)
mit rund 37 kWp vermeidet und wie viel umweltfreundlicher Strom erzeugt wird. Im "Sonnenjahr" 2003 produzierte die Anlage auf dem Dach des Bauunternehmers 38.000 Kilowattstunden
Strom der mit 45,7 Cent pro kWh vergütet wurde. 18.300 Euro wurden so erwirtschaftet. In den rund 18 Monaten in denen sie in das Netz einspeist, hat sie rund 49.000
Kilowattstunden Strom erzeugt und über die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) knapp 24.000 Euro beziehungsweise 11,5 % der Investitionssumme wieder
eingespielt. Der Abnahmepreis wird gesetzlich auf 20 Jahre garantiert.
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Wechselrichter; Zähler des Solarkraftwerks in Wolfratshausen. Quelle: Lokale Agenda 21 Geretsried+Wolfratshausen.
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Die Vorteile für das Klima können sich ebenfalls sehen lassen. Seit September 2002 hat die Wolfratshauser Photovoltaikanlage rund 30 Tonnen CO2 vermieden. Im Vergleich zur
Verbrennung von Öl oder Kohle ersparte die Photovoltaik der Umwelt 350 Kilogramm Schwefeldioxid (SO2) Dieses farblose, stechend riechende Gas, wirkt in erster Linie auf die
Schleimhäute des Auges sowie die oberen Atemwege und verursacht Atemwegserkrankungen. Bei Pflanzen bewirkt SO2 das Absterben von Gewebepartien durch den Abbau von Chlorophyll.
Darüber hinaus blieben der Umwelt rund 140 kg Stickoxid, 44 kg Kohlenmonoxid und 9 kg Staub erspart.
Die Anteilseigner können die spezifischen Erträge ihrer zwischen 1,32 und 3,30 kWp großen Anlagen verfolgen, denn die 19 Einzelanlagen verfügen über eigene Wechselrichter und
Einzelzähler. Die Fernüberwachung erfolgt über die Telefonleitung.
Neue Perspektiven für Solarstrom seit Anfang 2004
Die Bürgersolarkraftwerke in den bayerischen Gemeinden wurden über das mittlerweile beendete 100.000 Dächer Solarstromprogramm finanziert und erhalten eine Einspeisevergütung nach
dem "alten" EEG. Auf dieser Grundlage errechnete die Lokale Agenda 21-Gruppe eine Rendite für die Betreiber in Höhe von etwa 6 %. Mit dem Photovoltaik-Vorschaltgesetz, das seit
1.1.2004 in Kraft ist, hat die Bundesregierung den Wegfall der kostengünstigen Kredite über das 100.000 Dächer-Programm ausgeglichen: Jetzt gibt es bis zu einer Anlagengröße von
30 kW 57,4 Cent pro Kilowattstunde und für den Teil, der 30 kWp überschreitet je Kilowattstunde 54,6 Cent. Experten und Verbände gehen davon aus, dass sich die Investition in eine
Solarstromanlage auf dieser gesetzlichen Grundlage lohnt. Und der Markt gibt Ihnen Recht: Die Nachfrage nach Solarstromtechnik hat in den ersten Monaten des Jahres kräftig
angezogen, erste Engpässe bei der Versorgung mit Modulen und Systemkomponenten wurden berichtet.
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Neuer Standort für ein weiteres Bürgersolarkraftwerk. Grundschule Weidach in Wolfratshausen. Geplanter Baubeginn: Juli 2004. Quelle: Lokale Agenda 21 Geretsried+Wolfratshausen
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Auch in Wolfratshausen soll die Photovoltaik-Leistung ausgebaut werden, um 30 kWp. Thomas Martin vom lokalen Energiekreis berichtet, dass eine weitere Bürgerbeteiligungsanlage
geplant ist -auf einem städtischen Dach. Damit, ganz im Sinne der Agenda 21, noch deutlicher wird, dass Klimaschutz alle betrifft. Die Kommune wird das Dach einer Schule zu
Verfügung stellen, über einen Nutzungsvertrag wird derzeit verhandelt. Die Solarstromanlage soll als Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts (GbR) betrieben werden. Investoren und
Förderer der Solarstromproduktion können sich mit Anteilen zwischen 5.000 und 15.000 Euro am aktiven Klimaschutz beteiligen - und eine interessante Rendite erwarten.
Material und Fotos: Lokale Agenda 21 Geretsried. Red. Solarserver: Rolf Hug
Links:
www.agenda21-geretsried-wolfratshausen.de
www.bskw-wolfratshausen.ilo.de
Lesen Sie zum Thema auch den Beitrag: "Photovoltaik für alle: Gemeinschafts-Anlagen für engagierte Bürger und umsichtige Investoren"
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