Solaranlagen und Produkte der Vormonate:

NEU: Energie Effizientes Bauen im Solarmagazin


Passivhaus in Massivbauweise mit neuentwickelter Solartechnik
Alle Komponenten der Gebäudehülle zertifiziert

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Gemeinsam mit der Zeitschrift Energie Effizientes Bauen (EB) stellen wir als Anlage des Monats mit dem Gebäude der Wochner GmbH und Co.KG (Dormettingen) aktuelle Passivhaus-Technologie vor.

Passivhaus-Technologie zum Publikumspreis

von Jörg Pfäffinger
03.09.2001

Was in nur drei Tagen im März dieses Jahres auf dem Fellbacher Musterhausgelände als Rohbau errichtet wurde, feierte am 29. Juni 2001 offizielle Eröffnung: das Wochner Passivhaus.

Das Wochner Passivhaus von Südwesten

Dass der bauerfahrene Betonteile-Anbieter diesen Baustandard beherrscht, zeigt die bereits vor einem Jahr ausgesprochene Zertifizierung seines "Super-Plus-Wandsystems" zur "Passivhaus-tauglichen Komponente" vom Passivhaus-Institut in Darmstadt.

Foto: Das Wochner Passivhaus von Südwesten. Deutlich sind die Solar- und PV-Elemente zu erkennen.


Es wurde dabei nicht nur das Wandsystem zertifiziert, sondern der geschlossene Rohbau mit sämtlichen Anschlussdetails wurden als wärmebrückenfreie und passivhaus-taugliche Anschlüsse geprüft und freigegeben:
- Bodenplatte und Keller
- Außenwände mit Fensteranschlüssen
- Massivdach

Neben der Planungssicherheit aller Details wurde mit der Zertifizierung auch aufgezeigt, wie vorteilhaft die Massivbauweise durch ihre Speicherfähigkeit in der Sommerzeit wirkt und dies bei einem Heizenergieverbrauch von 12,8 kWh/(m2a).

Ganz bewusst ging Architekt Markus Wochner bei der Gestaltung den Weg zu einer eher herkömmlichen 1 bis 1 ½-geschossigen Satteldach-Bauweise. Dies im Hinblick auf Bebauungspläne, die häufig keine Passivhaus-typische 2-geschossige Bauweise mit Pultdach erlauben.

Innensituation im Obergeschoss

Um trotzdem im Dachgeschoss helle Räume entstehen zu lassen, wurde eine Dachverglasung im Pfosten-Riegel-System (Holzsystem Raico HP 76) gewählt, die die Süddachfläche öffnet. Diese in einem Passivhaus erstmals realisierte Komfort-Ausstattung setzte umfangreiche Entwicklungsarbeiten voraus.

Foto: Innensituation im Obergeschoss

 

PV-Anlage Wochner

Da zusätzlich noch Sonnenkollektoren in die Dachverglasung integriert wurden, die auch als partielle Verschattungselemente wirken, konnte auf keine bestehende Systemlösung zurückgegriffen werden. Die Beratung der komplexen Neuentwicklung wurde dem Tübinger Ingenieurbüro ebök übertragen, sowie der Schüco-Solar. Dieses Unternehmen lieferte darüber hinaus die 1,7 kW-Photovoltaikanlage, die, auf dem Dachvorsprung im Süden angebracht, den Jahresstrombedarf für die komplette Haustechnik abdeckt.

Foto: Die PV-Anlage des Wochner Passivhauses. Blick von unten

Die Fenster mit "serie 0,5" stammen von eurotec, bestehen aus 3-Scheiben-Verglasungen in PUR-gedämmten Holzrahmen und sind, wie die Raico-Fassade, vom Passivhaus Institut zertifiziert. Überhaupt legt Wochner bei der Wahl der Partner und Produkte, die in der thermischen Hülle eingesetzt werden, Wert auf ausschließlich vom Passivhaus Institut zertifizierte Komponenten.

Aerex-Haustechniksystem (MAICO)

Für die Haustechnik zeigt sich Marktführer Maico verantwortlich:
Lüften, Heizen und Warmwasserbereitung erfolgen in einem Aerex-Kompaktgerät BW 160 mit angegliedertem Solar-Warmwasserspeicher, der 400 Liter fasst.


Foto: Aerex-Haustechniksystem (MAICO)


Die Außenluft wird mittels eines Erdwärmetauschers aus PE-HD Kunststoff im Winter vorerwärmt, im Sommer gekühlt. Für die Winterzeit bedeutet dies frostfreie Luft vor dem Kompaktgerät. Ein Kreuzstromwärmetauscher mit sehr gutem thermischem Wirkungsgrad und geringen Druckverlusten sorgt für weitere Erwärmung der Frischluft, die anschließend optional entweder durch die integrierte Luft/Luft/Wasser-Wärmepumpe zur weiteren Lufterwärmung oder durch den zweiten Kondensator im Brauchwasserspeicher zur Warmwasserbereitung genutzt wird. Statt der Wärmepumpe kann auch optional dann ein integriertes Warmwasserregister für die Lufterwärmung Verwendung finden. Die Brauchwassererwärmung wird von einer 7,8 m² Solaranlage, der integrierten Wärmepumpe und einem zur Spitzenlastabdeckung integrierten Heizstab unterstützt.

Der Aufbau des Passivhauses konnte im Internet (www.wochner.de) mit Hilfe einer Kamera "live" verfolgt werden. Dort sind auch Details abrufbar.

Technische Daten des WOCHNER-Passivhauses:

DIN-Wohnfläche EG, DG:

145,84 m2 erweiterbar auf 203,70 m2

Umbauter Raum:

891 m³

Kniestock:

85 cm

Dachneigung:

35° Satteldach als Massivdach

Bodenplattendämmung:

25 cm Beton + 25 cm Perimeterdämmung, U-Wert 0,135 W/(m2K)

Außenwände UG:

16 cm Beton + 25 cm Perimeterdämmung, U-Wert 0,136 W/(m2K)

Außenwände EG, DG:

16 cm LIAPOR-Beton + 30 cm Dämmung, U-Wert 0,112 W/(m2K)

Dach:

Betonmassivdach 18 cm + 30 cm Dämmung, U-Wert 0,12 W/(m2K)

Fenster:

eurotec Warmfenster "serie 0,5" UW = <0,80 W/(m2K)

Haustüre:

eurotec (hochwärmegedämmt)

Geschossdecken:

Stahlbeton

Haustechnik:

Maico/Aerex-Kompaktgerät BW 160, 400 Liter Solar-Warmwasserspeicher mit Erdreichvorwärmung

Jahresheizenergiebedarf:

12,8 (kWh/m2a)


Lesen Sie hierzu auch im Solarmagazin:

Ein Passivhaus in Holzständerbauweise (Anlage des Monats Mai 1999)
Licht, Wärme und Strom: Solarglas SG-1 verbindet Photovoltaik, Solarthermie und Lichtlenkung (Anlage des Monats Juli 2001)

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