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Seit es der Deutschen Telekom gelang, ihre Unternehmensanteile
als "Volksaktie" an den Mann und die Frau zu bringen, überlegen
sich mehr und mehr sogenannte Kleinanleger, ihr Geld in Fonds und
Aktien zu investieren. Der Erfolg der "T-Aktie", die Höhenflüge
des DAX und der Run auf Neuemissionen wie Infineon beflügeln die
Gedanken.
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Der DAX, die "Fieberkurve" der Börse.
Quelle: comdirect)bank
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Fonds und Aktien sind jedoch nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten
interessant: Ökologisch orientierte Anlageformen gelten auch als
Möglichkeit, die Verwendung erneuerbarer Energien zu fördern und
gleichzeitig am Wachstum der Branche teilzuhaben.
Mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)
bekommen Windmühlen, Solar- und Wasserkraftwerke noch mehr Rückenwind
- doch auch für Investitionen in erneuerbare Energien gilt: "No
Risk - no Fun", oder besser: Keine Rendite ohne Risiko!
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Umweltbewusste Anleger haben die Wahl zwischen den Angeboten
verschiedener Öko-Banken sowie Fonds und Aktien, die nach mehr oder
weniger strengen ökologischen, zum Teil auch ethischen Kriterien
ausgewählt werden können.
Die Wahl wird nicht nur im Hinblick auf Geld und Zinsen getroffen
- Anlageformen sind auch Entscheidungen über die Zukunft. Wie die
angelegten Gelder investiert werden, welche Unternehmen damit arbeiten
können und welche Produkte letztendlich auf den Markt kommen, hängt
mit von den Investoren ab. In loser Folge stellen wir auf dem Solarserver
"grüne" Anlagen vor. Nach einem ersten Überblick und Kurzportraits
von Umwelt-Banken sind Beiträge über Fonds und börsennotierte
Aktiengesellschaften vorgesehen.
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Chancen und Risiken
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Wie für alle anderen Anlageformen gilt auch für "Grünes Geld",
dass Risiken und Rendite genau abgewogen werden sollten. Vom Sparbuch
bei einer Öko-Bank über Kraftwerksfonds bis zur spekulativen Aktie
eines neuen High-Tech-Unternehmens ist der informierte und kritische
Anleger gefordert.
Allerdings sollten Öko-Anleger mehrfach und gründlich prüfen: -
Wie bei konventionellen Anlagen sollten sie ihr gutes Geld nur einem
seriösen Unternehmen anvertrauen, denn zwischen den Prospekten und
der Wirklichkeit tun sich zuweilen Abgründe auf.
Viele Solar- Wind- und Wasserkraftwerke, von denen Anteile angeboten
werden, befinden sich zum Teil noch im Bau, oder sogar erst in der
Planungsphase.
Das kann spannend werden. Scheitert ein Projekt an politischen oder
technischen Hindernissen, oder kommt das nötige Kapitalvolumen nicht
zusammen, können die Anleger im schlimmsten Fall nicht nur die versprochenen
Renditen vergessen, sondern auch das eingesetzte Geld. Eine gesunde
Portion Skepsis und Vorsicht ist hier durchaus geboten.
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Wem kann man trauen?
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Selbst Experten finden es ausgesprochen schwierig, Finanztipps
für Anleger ohne Erfahrung zu geben; die Hausbanken halten sich
oft bedeckt, wenn es um Investitionen in erneuerbare Energien, z.
B. Kraftwerksfonds, geht.
Die Beteiligungsgesellschaften, Banken und Wertpapierhändler sind
gesetzlich - z.B durch das Gesetz über den Wertpapierhandel (§ 31)
- verpflichtet, sich über den Wissenstand der Kunden zu erkundigen
und aktiv über Chancen und Risiken zu informieren. Allerdings können
die Riskohinweise aber auch im "Kleingedruckten" zu finden sein
- ihre Lektüre ist in jedem Fall Pflicht. Nur so läßt sich klären,
ob eine Beteiligung überhaupt in Frage kommt. Pluspunkte verdienen
diejenigen, die bereits im Prospekt deutliche Warnungen aussprechen.
Doch guter Rat fällt schwer. Wie die Zeitschrift Öko-Test, die
im Heft 3/2000 einen sehr informativen Überblick zum Thema Windparks
bietet, kann auch der Solarserver keine Empfehlungen aussprechen:
Wer Anlageentscheidungen trifft, handelt immer auf eigene Gefahr
- diese läßt sich durch umfassende Information und die überlegte
Wahl der Partner minimieren, aber nicht ausschließen.
Neben den wirtschaftlichen Aspekten sollten die "grünen" Anlagen
auch inhaltlich geprüft werden - es könnten auch Mogelpackungen
sein. Nicht alles was sich "Öko" nennt, verdient auch diese Bezeichnung.
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Ökobanken im Überblick
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An den Ökobanken können sich Anleger als Genossenschaftmitglieder
oder Aktionäre beteiligen und/oder die üblichen Anlageformen vom
Spar- und Girokonto über Sparbriefe und Termingelder bis hin zu
Investmentfonds wählen. Der Zinssatz oder die Rendite liegt tendenziell
meist unter dem der anderen Banken oder Fonds - die Differenz wird
gezielt an ökologische Projekte weitergegeben, zum Beispiel durch
die Vergabe günstiger Kredite.
Hier sind Anlageformen für jede und jeden dabei. Allen gemeinsam
ist, dass die Gelder nicht in Atomkraftwerke, Rüstungsformen, Gentechnik
und Chemieunternehmen fliessen. Anleger die direkt auf die Entwicklung
der Solar-Branche Einfluß nehmen wollen müssen mehr wagen: Beteiligungen
an Kraftwerks-Fonds und Aktien von Solar-Unternehmen sind deutlich
riskanter als die relativ sicheren Anlagen bei den Banken.
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GLS Bochum: Geben-Leihen-Schenken
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Die anthroposophisch ausgerichtete GLS Gemeinschaftsbank eG
finanziert mit dem Geld ihrer Sparer seit 1974 Freie Schulen und
Kindergärten sowie soziale und gewerbliche Projekte in ganz Deutschland.
Derzeit erhalten rund 1.100 Projekte Darlehen, auch im Bereich regenerativer
Energien. Bis Ende 1998 hat die GLS Gemeinschaftsbank 119,1 Mio.
DM Kredite vergeben, davon 34 Millionen für Öko-Projekte.
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ÖKOBANK
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"Geld und Leben" statt "Geld oder Leben"
- unter diesem Vorsatz trat 1988 die Frankfurter Ökobank an,
um eine damals verwegen anmutende Idee zu verwirklichen: Die in
die alltägliche wirtschaftliche Praxis umgesetzte Verbindung von
Ökologie und Ökonomie.
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Geldwirtschaft soll bei der Ökobank nicht im Gegensatz zu sozialen
und ökologischen Aspekten, sondern im Dienste der Vision einer
humanen, lebenswerten und sozial gerechteren Gesellschaft stehen.
Neben den üblichen Dienstleistungen einer Bank bietet die Ökobank
ihren "Förderbereich" an. Die Kunden können zu Gunsten verschiedener
Projekte aus den Bereichen Energie, Umwelt, Frauen, Selbstverwaltung,
Psychisch Kranke/Psychiatrie und Soziales Engagement auf eine Maximalverzinsung
Ihrer Kapitalanlage verzichten. Außerdem bietet die Ökobank Direktbeteiligungen
am Windpark Littdorf in Sachsen, und Investmentfonds, darunter den
internationalen Aktienfonds "Ökovision" an.
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Umweltbank Nürnberg
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Noch recht jung ist die Nürnberger UmweltBank, die 1997 von
Bankprofis mit ökologischer Verantwortung, darunter dem ehemaligen
Vorstandsprecher der Ökobank, Horst Popp, gegründet wurde.
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Die UmweltBank verspricht den Anlegern attraktive Zinsen und
Renditen und will damit gleichzeitig ökologisch sinnvolle Projekte
wie Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft, Energiesparhäuser und
ökologische Landwirtschaft zu Vorzugskonditionen finanzieren.
Als Direkt- und Beraterbank ohne Schalterhallen und Filialen, mit
engagierten Mitarbeitern sowie einer schlanken Organisation will
die Bank ihr Motto "Taten statt Warten" umsetzen. Die eingesparten
Kosten sollen in Form von Vorzugskonditionen an förderunsgwürdige
Projekte weitergegeben werden. Auch die Umweltbank bot Beteiligungen
an einem Windpark an: Der Windpark Huje-Fonds konnte Ende Februar
2000 vorzeitig geschlossen werden, da das erforderliche Eigenkapital
von 14 Millionen zu diesem Zeitpunkt aufgebracht wurde.
In den kommenden Monaten haben wir Beiträge zu grünen
Fonds und börsennotierten Solar-Unternehmen geplant.
Regelmäßige und aktuelle Informationen zu "grünen"
Anlagen bietet der Informationsdienst "Öko-Invest"
an.
Auch im Internet unter http://www.oeko-invest.de/
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