Intersolar 2006: Solartechnik und Nachfrage auf Spitzenniveau
von Rolf Hug
10.07.2006
Die Solarbranche wächst rasch und stetig – und mit ihr die internationale Fachmesse Intersolar. Mit einem Aussteller-Plus von 22 % und einem Besucherwachstum um 21 % belegte
die Intersolar 2006, dass der Solar-Boom ungebrochen ist. Die Ausstellungsfläche der europäischen Leitmesse für Solartechnik war im Vergleich zum Vorjahr um 50 % gewachsen;
Unternehmen aus 27 Nationen präsentierten auf 26.000 Quadratmetern neue Produkte der internationalen Solarbranche. Experten aus 80 Ländern trafen sich in Deutschlands
"Solar-Hauptstadt" Freiburg und sorgten für positive Stimmung bei den Ausstellern: Die Nachfrage nach Solartechnik war beeindruckend, sind sich die deutschen und internationalen
Unternehmen einig.
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Intersolar 2006: Solartechnik gefragt wie noch nie. Quelle: Solar Promotion GmbH
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Der Solar-Report blickt zurück auf eine Messe, welche die Erwartungen der Veranstalter - und der Aussteller - weit übertroffen hat. Er beleuchtet die wichtigsten Branchentrends
und zeigt die Perspektiven für Solarstrom, Solarwärme und solares Bauen.
Schwerpunkte sind die Marktentwicklung, Dünnschicht-Photovoltaik, solare Heizungsunterstützung und solare Klimatisierung. Außerdem stellen wir das spektakuläre Projekt
"SolarImpulse" vor, ein nur mit Solarstrom angetriebenes Flugzeug, das die Erde in 20 Tagen umrunden soll.
Wie die Photovoltaikindustrie, die noch immer mit einem vorübergehenden Rohstoffengpass zu kämpfen hat, muss auch die Intersolar infrastrukturelle Herausforderungen bewältigen.
Das anhaltende Wachstum der Messe macht einen Wechsel an einen neuen Standort im Jahr 2008 erforderlich: Die Freiburger Ausstellungsflächen können nicht mit der Nachfrage
mithalten, trotz eines Hallenneubaus, der zusätzliche 8.000 Quadratmeter brachte. Auch an einem neuen Standort wird die Intersolar gemeinsam von der Freiburg Wirtschaft Touristik
und Messe GmbH und der Pforzheimer Solar Promotion GmbH veranstaltet werden. Derzeit prüft Solar Promotion-Geschäftsführer Markus Elsässer, Initiator der Intersolar, die Angebote
renommierter Messestandorte; eine Entscheidung soll nach der Sommerpause fallen.
Dynamischer internationaler Markt und innovative Technik
Die internationale Bedeutung der Freiburger Fachmesse lässt sich an der wiederum gewachsenen Zahl der Interessenten aus aller Welt ablesen: Fast jeder dritte Besucher kam aus dem
Ausland. Kein Wunder, denn der Weltmarkt für Technik zur Nutzung der Sonnenenergie wird nach Einschätzung des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) von aktuell acht Milliarden
Euro bis zum Jahr 2010 auf über 20 Milliarden Euro wachsen. Auf lange Sicht halten Experten sogar eine Weltmarktvolumen von 300 Milliarden Euro für möglich, denn die Preise
herkömmlicher Energien steigen ständig – und die Solartechnik wird immer günstiger.
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Dynamische Märkte; innovative Unternehmen: Die Intersolar 2006 erwies sich wieder einmal als internationales Schaufenster der Solarbranche. Quelle: Solar Promotion GmbH
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Das gelte auch für Solarstromanlagen, bei denen die Preissenkung eine Verschnaufpause eingelegt habe, sagt BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig. Die Modulpreise hätten ihren Zenit
erreicht und würden in wenigen Monaten, sicher aber im kommenden Jahr um rund 5 % sinken. Dafür sorgten der internationale Wettbewerb und die sinkende Einspeisevergütung für
Solarstrom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), denen die Hersteller mit zunehmender Massenproduktion und technologischem Fortschritt begegneten.
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Solarthermie- und Photovoltaikmarkt: Steile Wachstumskurven, ausgezeichnete Perspektiven. Für eine vergrößerte Grafik bitte auf das Bild klicken. Quelle: Solar Promotion GmbH; BSW
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Jede vierte Solarzelle kommt aus Deutschland
Deutschland wird als Standort für die Solarindustrie immer attraktiver. Schon heute wird in 150 Fabriken Solartechnik zur Wärme- und Stromproduktion hergestellt. Neue
Solar-Unternehmen errichten Produktionsstätten hauptsächlich in Ostdeutschland, vor allem in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die deutschen
Photovoltaikunternehmen sind für das Wachstum bestens gerüstet, sie konnten bereits im vergangenen Jahr die Produktion von Solarzellen um 67 % steigern und erhebliche
Weltmarktanteile gewinnen. Mittlerweile stammen über ein Viertel aller weltweit installierten Solarzellen und mehr als 40 % der Wechselrichter aus Deutschland. Auch dieses Jahr
erwartet der BSW Produktionssteigerungen im zweistelligen Prozentbereich.
Solarwärme weltweit bedeutendste erneuerbare Energiequelle
Der Nutzen der Solarthermie wird immer augenfälliger: Die explodierenden Heizkosten machten die Sonne bei deutschen Eigenheimbesitzern zur beliebtesten Wärmequelle – ein
Trend der auch in Österreich, Griechenland, Frankreich und Spanien zu erkennen ist. Laut aktueller Informationen des Europäischen Solarwärmeindustrieverbandes ESTIF wurden 2005 in
Europa knapp 1.400 Megawatt Solarwärmeleistung neu installiert, das sind 26 % mehr als im Vorjahr. Die ersten Zahlen der Internationalen Energieagentur für 2005 belegen, das die
Solarwärme inzwischen die weltweit führende erneuerbare Energiequelle ist. Mit einer global installierten Leistung von 115 Gigawatt rangiert sie vor der Windenergie (60 GW) und
der Erdwärme (10 GW).
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Europäischer Solarthermiemarkt wächst weiter (EU25+ = EU plus Schweiz). Quelle: ESTIF.
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Deutschland wird zum "Solar Valley"
Allein für die photovoltaische Dünnschichttechnologie als Ressourcen sparender Alternative zur Silizium-Solarzelle werden derzeit in Deutschland über zehn neue Fertigungsstätten
gebaut. Mit hochmoderner Produktionstechnik sollen hier besonders dünne und damit preisgünstige Solarzellen und Solarmodule auf der Basis von Silizium und anderen
Halbleitermaterialien produziert werden. "Deutschland wird zum Solar Valley und ist erfolgreich dabei, seine Technologieführerschaft in wachsende Markterfolge umzusetzen. Die
Herzstücke einer Solaranlage kommen zunehmend aus deutscher Produktion", beschreibt Carsten Körnig die Aktivität der Branche.
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Neue Photovoltaik-Fabrik (EverQ GmbH) in Thalheim (Sachsen-Anhalt). Quelle: Evergreen Solar Inc.
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In die neuen Fabriken werden die Unternehmen in diesem und dem kommenden Jahr insgesamt rund 500 Millionen Euro investieren, zum Beispiel die Schott Solar GmbH in Jena, die
Odersun AG und First Solar Manufacturing GmbH in Frankfurt/Oder, die Johanna Solar Technology GmbH in Brandenburg an der Havel, die Sulfurcell Solartechnik GmbH in Berlin, die
Würth Solar GmbH & Co. KG in Schwäbisch Hall und die CSG Solar AG in Thalheim.
Die gesamte deutsche Solarbranche hat nach Angaben des BSW im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro investiert und damit das Investitionsvolumen gegenüber 2004 verdoppelt.
Inzwischen arbeiten hier zu Lande etwa 45.000 Beschäftigte für die Nutzung der Sonnenenergie, langfristig erwartet der BSW 200.000, meist hochqualifizierte Arbeitsplätze in der
deutschen Solarwirtschaft.
Einspeisevergütungen eröffnen neue Märkte
Da sich in naher Zukunft auch im Ausland ein Solarboom abzeichnet und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit ähnlich attraktiven Solarstrom-Einspeisevergütungen wie in
Deutschland von immer mehr Ländern Europas als Best-Practice-Modell übernommen wird, verstärken die Solarunternehmen derzeit ihre Exportaktivitäten, beispielsweise in Spanien,
Italien, Frankreich und Griechenland. Mit wachsenden Auslandsmärkten in Südeuropa, aber auch in Asien und in den USA, können die Kosten der Photovoltaik-Markteinführung auf immer
mehr Schultern verteilt werden.
Allein für Spanien und die USA erwarten Experten eine Verzehnfachung des Marktes bis zum Jahr 2010. Damit steigen die Exportchancen für Solartechnik "made in germany"
beträchtlich. Nach Informationen des BSW sind inzwischen 90 Prozent der Hersteller, Zulieferer und Fachgroßhändler auch im Ausland aktiv. Ziel der Branche ist, die Exportrate von
Solarzellen von derzeit rund 35 Prozent in den nächsten Jahren zu verdoppeln.
Dünnschichttechnologie verstärkt Technologie-Wettbewerb
Einer der deutlichsten Trends, die auf der Intersolar und besonders auf dem einen Tag vor der Messe von über 200 Experten besuchten Photovoltaik-Industrieform zu erkennen waren,
ist das Bestreben der Hersteller, den gegenwärtig knappen und teuren Rohstoff Silizium zu sparen. Immer dünnere Silizium-Solarzellen, aber auch Zellen aus alternativen
Halbleitermaterialien wurden entwickelt und sind mittlerweile reif für die industrielle Massenfertigung. Im Wettbewerb um die besten und günstigsten technischen Lösungen werden
sie künftig zur Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom mit der konventionellen Energieerzeugung beitragen.
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Angekündigte und erwartete Dünnschichtmodul-Produktionskapazität weltweit. Quelle: B. Dimmler, Würth Solar
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Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Silizium-Alternativen ist die industrielle Großserienproduktion von Solarmodulen auf der Basis von Kupfer-Indium-Diselenid (CuInSe2,
kurz: CIS), die der Hersteller Würth Solar im Herbst 2006 starten wird. Im baden-württembergischen Schwäbisch Hall werden dann jährlich rund 200.000 CIS-Module mit einer Kapazität
von 14,8 MW vom Band laufen, mit einem stabilen Wirkungsgrad von über 11 Prozent.
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PV-Industrieforum 2006 in Freiburg: Experten diskutierten am 21.06. über Dünnschichttechnologie und ländliche Elektrifizierung.
Quelle: Solar Promotion GmbH
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Der US-Hersteller First Solar baut derzeit seine Kapazität von 20 MW um weitere 50 MW aus und hat im April 2005 angekündigt, eine Produktionsstätte in Deutschland mit 100 MW zu
bauen.
Weitere Information zur Dünnschicht-Technologie finden Sie in der Literaturliste am Ende des Solar-Reports.
Solare Heizungsunterstützung gewinnt Markanteile
- Zukunftstechnologie solare Klimatisierung
Zunehmende Ängste der Verbraucher vor Engpässen in der Energieversorgung mit Gas oder Öl, teurere fossile Energie und gezielte staatliche Förderung haben die Nachfrage nach
heizungsunterstützende Solaranlagen seit Monaten kräftig angeheizt. Gegenüber dem Vorjahr wuchs dieses Marktsegment um 60 %. Technisch ausgereifte solarthermische Kombianlagen zur
Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung wurden auf der Intersolar von etlichen Herstellern präsentiert.
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Solarwärme-Systeme zur Heizungsunterstützung mit Röhren- bzw. Flachkollektoren. Foto: Consolar
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Ganz im Trend liegt die Kombination von Solaranlage und Pelletskessel, auch im Gebäudebestand. Im Zuge einer Kesselerneuerung wurden 2005 bereits 10.000 dieser Solar- und
Bioenergiekombinationen verkauft. "Der Weg in die ökologische Heizungssanierung ist geebnet", freut sich BSW-Chef Körnig.
Mit der Sonne kühlen
Gefragt, aber nicht "von der Stange" zu haben, waren in Freiburg Systeme zu Kühlung mit Sonnenenergie. "Solar Cooling", stößt besonders im Mittelmeerraum, zunehmend aber auch in
Deutschland auf Interesse. Diese Nutzung der Solarenergie war Thema des englischsprachigen Seminar "Solar Air-Conditioning". Die von Solarkollektoren erzeugte Wärme wird über
thermisch angetriebene Kältemaschinen zur Kühlung von Büros, Hotels oder Fabrikhallen verwendet. In Europa liefern bereits 100 Solarwärmesysteme die nötige Energie für Kühl- und
Klimatisierungsprozesse. Diese Pilotanlagen erforderten wegen der Komplexität des Verfahrens und der Integration in die gesamte Gebäude- und Regelungstechnik eine besonders
gründliche Planung.
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Sonnenwärme zur Klimatisierung kann Strom aus fossilen Quellen ersetzen. Quelle: Conergy AG.
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Systemanbieter wie die Conergy AG treiben die kommerzielle Entwicklung der innovativen Technologie voran: Conergy bietet ein modular aufgebautes System aus
Hochleistungs-Sonnenkollektoren, Kältemaschine und Pufferspeicher, denn obwohl die solare Kühlung prinzipiell kein Speicherproblem kennt, da der Kühlungsbedarf einhergeht mit der
intensivsten Sonneneinstrahlung, macht erst die Kombination von Kühlung und Heizung ein Solar Coooling-System auch in Deutschland interessant. Für ein erste Auslegung der solaren
Kühlung bietet das Unternehmen seinen Kunden eine übersichtliche technische Planungshilfe an, betont jedoch, dass für eine genaue Dimensionierung immer eine ausführliche
Projektierung durchgeführt werden muss.
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Das passt: Wenn gekühlt werden muss, ist Sonnenenergie immer reichlich vorhanden. Angebot und Nachfrage sind phasengleich.
Quelle: Conergy AG
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Grundsätzlich werden Verfahren mit geschlossenem Kältemittelumlauf (zur Kaltwassererzeugung) und offene Systeme unterschieden, bei denen das Kältemittel (Wasser) Kontakt mit der
Atmosphäre hat. Die offenen Systeme (Lüftungsanlagen) werden zur Luftentfeuchtung und Verdunstungskühlung verwendet. Maßgeschneiderte Klimatisierungssysteme bietet Conery mit
diversen Kältemaschinen im Leistungsbereich von 15 bis 300 kW.
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Schema eines offenen Systems zur solaren Kühlung mit DEC-Kältemaschine (links); Puffer-Speicher (Mitte links); Zusatz-Heizkessel (Mitte rechts) und Solarkollektoren (rechts).
Quelle: Conergy AG
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Solare Kühlung in der Praxis zeigt Conergy mit einem Referenz-System in Ingolstadt. Dort treiben 50 Flachkollektoren vom Typ "Conergy F 6000" eine solare Kühlungsanlage an. Zwei
weitere Projekte in Südeuropa sollen demnächst folgen.
Zusätzliche Information zur solaren Kühlung finden Sie in der Literaturliste am Ende des Solar-Reports
SolarImpulse: Nur mit der Energie der Sonne
in 20 Tagen um die Erde fliegen
Mit dem Solarflugzeug „SolarImpulse“ will der Abenteurer Bertrand Piccard die Geschichte der solaren Luftfahrt neu schreiben – und allein mit Sonnenenergie in
rund 20 Tagen um die Welt fliegen. Hierfür wird er weder Kerosin verbrauchen, noch werden Abgase produziert.
Die Energie für den Antrieb werden Solarzellen liefern, welche die Tragflächen des Flugzeugs fast komplett bedecken. Mit einer Spannweite von 80 Metern fällt SolarImpulse so groß
aus wie ein Airbus 380, es wird aber nicht 560 Tonnen schwer sein, wie das modernste Passagierflugzeug, sondern "nur" zwei Tonnen wiegen.
" Viele Menschen befürchten, dass ihre Mobilität durch erneuerbare Energien eingeschränkt wird, wir werden das Gegenteil beweisen" sagt Piccard, der bereits 1999 als erster Mensch
mit einem Heißluftballon non-stop um die Welt flog. SolarImpulse dient als Symbol, um die Öffentlichkeit für erneuerbare Energien zu begeistern. Außerdem soll es die Technologie
voranbringen von Solarzellen, Energiemanagement und Speicher.
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SolarImpulse Animation ©SolarImpulse, EPFL, artist Claudio Leonardi
Rechts: André Borschberg und Bertrand Piccard (von links) mit einem Modell von SolarImpulse .©SolarImpulse, Stephane Gros
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Gemeinsam mit der Sputnik AG, einem der ersten Sponsoren, die aus der Solarbranche kommen, und Christophe Ballif, Professor am Institut für Mikrotechnologie der Universität
Neuchâtel, präsentierte SolarImpulse-Pilot André Borschberg das ehrgeizige Vorhaben auf der Intersolar 2006. Die Machbarkeit des Projekts wurde bereits in einer Studie bewiesen.
Derzeit wird der Prototyp entwickelt; in zwei Jahren soll er fliegen. Die Erdumrundung ist für Mai 2011 geplant.
Neben dem 48-Jährigen Psychiater Piccard wird der 53-Jährige Ingenieur André Borschberg als Pilot mit dabei sein. Die Route führt die beiden von den Vereinigten Arabischen
Emiraten über Indien, China, den Pazifischen Ozean und Hawaii bis in die USA; von dort quer über den Atlantik nach Europa, und wieder zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Vier Zwischenstopps für den Pilotenwechsel sind in China und Hawaii, den USA und in Europa geplant.
Solarzellen und Energiemanagement auf das Äußerste optimiert
Es sei nicht einfach, für das anspruchsvolle Projekt die passenden Solarzellen zu finden, erklärt der Photovoltaikexperte Professor Christophe Ballif: "Man muss den richtigen
Kompromiss finden und dabei verschiedene Kriterien berücksichtigen, wie beispielsweise den Wirkungsgrad, die thermomechanische Stabilität, das Gewicht, die Zuverlässigkeit und die
Kosten", so der Leiter des Photovoltaiklabors der Universität Neuchâtel. Die ideale Solarzelle für diese Anwendungen gebe es noch nicht. Sie sollte einen Wirkungsgrad von 35
Prozent haben, kostengünstig und nur ein paar Mikrometer dünn sein. Zudem sollte sie in ein System beziehungsweise eine Folie integrierbar sein, die allen auf dem Flug gegebenen
Einflüssen widersteht, wie beispielsweise der UV-Strahlung oder der Weltraumstrahlung. "Für SolarImpulse könnte der ideale Kompromiss so aussehen: dünne, hoch effiziente,
monokristalline Siliziumsolarzellen mit einem Wirkungsgrad von rund 20 Prozent", fasst Ballif zusammen.
Energieoptimierung per MPP-Tracker
SolarImpulse ist das erste bemannte Solarflugzeug, das über Nacht in der Luft bleiben soll. "Der Nachtflug ist der limitierende Faktor. Der Erfolg des Projekts hängt von der
Energieoptimierung und der Gewichtsreduktion ab", erläutert Pilot Borschberg. Hier hilft der Wechselrichterhersteller Sputnik. "Wir unterstützen das Projekt SolarImpulse nicht nur
finanziell, sondern vor allem mit Know-how, indem wir unsere Wechselrichtertechnologie auf die solare Luftfahrt übertragen", erklärt Sputnik-Geschäftsleiter Christoph von Bergen.
In das Batteriemanagementsystem von SolarImpulse wird ein so genannter MPP-Tracker integriert, den Sputnik für die Wechselrichter von Solarstromanlagen entwickelt hat.
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SolarImpulse Animation ©SolarImpulse, EPFL, artist Claudio Leonardi
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"Sputniks Beteiligung ist sehr wichtig, um das Projekt durchführen zu können. Sputnik verfügt über sehr viel Know-how und sehr gute Produkte im Bereich MPP-Tracking. Dies ist
unerlässlich für die Optimierung unserer Energiekette", erklärt Bertrand Piccard. "Wir wissen nicht, ob die Flugzeuge der Zukunft mit Photovoltaik fliegen werden, aber wir
erschließen einen neuen Weg. Der erste Schritt in diese Richtung wird jetzt erreicht", ergänzt André Borschberg.
Der Prototyp von SolarImpulse wird gegenwärtig entwickelt; in zwei Jahren soll das beeindruckende Beispiel für die Potenziale von Solarzellen fliegen. Bereits in einem Jahr findet
die Intersolar vom 21. bis 23. Juni 2007 zum letzten Mal in Freiburg statt. Im Vorfeld der Messe macht die estec 2007 den Auftakt, Europas wichtigste internationale
Solarthermie-Industriekonferenz.
Weiterführende Informationen:
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