Energiewende vor Ort:
Solarenergie nutzen und regionale Wirtschaft stärken
von Rolf Hug
17.10.2005
Wie die Energiewende vorangebracht werden kann, diskutieren am 4. und 5. November in Fürstenfeldbruck regionale Solarinitiativen aus ganz Deutschland. Bereits zum zweiten Mal
richtet der Bundesverband Solarindustrie (BSi) die Solar-Konferenz im Rahmen des Projektes "RegioSolar" aus, unterstützt vom Bundesumweltministerium und in Zusammenarbeit mit ZIEL
21, der Solarinitiative im Landkreis Fürstenfeldbruck.
Im Vordergrund der RegioSolar-Konferenz steht der Erfahrungsaustausch der Akteure aus Solarinitiativen, Agenda-Gruppen, Kommunen und Landkreisen, aus dem Handwerk und aus den
Solarfirmen. Der Solar-Report beleuchtet zentrale Themen und stellt beispielhafte Projekte vor, die in Fürstenfeldbruck auf der Tagesordnung stehen: Konzepte für die nachhaltige
Energiewende, die Aus- und Weiterbildung in Sachen Solarenergie und die Zusammenarbeit mit dem Handwerk.
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RegioSolar-Konferenz 2004: Solarinitiativen vernetzen sich bundesweit. Fotos: BSi
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Solare Vollversorgung bis 2030:
Landkreis Fürstenfeldbruck arbeitet an der regionalen Energiewende
Der Landkreis Fürstenfeldbruck, Gastgeber der RegioSolar-Konferenz 2005, verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2030 soll der Landkreis ausschließlich mit Energie aus
erneuerbaren Quellen versorgt werden. Um die vollständige regenerative Energieversorgung zu erreichen, hatte der Kreis Fürstenfeldbruck Anfang 2001 den Verein ZIEL 21 e.V. ins
Leben gerufen. In ihm kooperieren Landkreis, Kommunen, Wirtschaft, Verbände, Energieversorger, Solarvereine und andere gesellschaftliche Gruppen. Seit Anfang 2002 ist ZIEL 21
durch das EU-Projekt RENET mit sechs weiteren europäischen Regionen in Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien vernetzt, die ähnliche Vorhaben verfolgen. Gemeinsam sollen
von 2001 bis 2005 insgesamt 49 Pilot- und Demonstrationsanlagen für Biogas, Biotreibstoffe, Biomasse und Photovoltaik errichtet und ergänzende Service-Pakete angeboten werden.
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400 kW-Solarstromanlage in Waltenhofen: ein beachtlicher Beitrag zur Energiewende im Landkreis Fürstenfeldbruck. Foto: Phönix SonnenStrom AG.
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ZIEL 21 setzt sich seit seiner Gründung intensiv für intelligente Energie-Sparmaßnahmen sowie die Erschließung erneuerbarer Energiequellen für Wärme, Strom und Mobilität ein.
Dabei wird ein großes wirtschaftliches Potenzial deutlich, das auch in anderen Landkreisen genutzt werden kann. ZIEL 21 macht auch anderen Initiativen Mut, diese Chance zu nutzen.
Günstige Finanzierungsmöglichkeiten und finanzielle Mittel würden in vielen Regionen bisher nicht genutzt. Die positiven und negativen Erfahrungen der letzten drei Jahre will ZIEL
21 nun an die Teilnehmer der Konferenz weitergeben.
Am Berechnungsbeispiel für die einmalige Sanierung und Wärmedämmung von Ein- bis Zweifamilienhäusern innerhalb von 30 Jahren werden die Chancen für die Landkreise deutlich: Im
Landkreis Fürstenfeldbruck würde das jährliche Durchschnittsinvestitionsvolumen 32 Millionen Euro betragen; 268 dauerhafte Arbeitsplätze entstünden. Anschaulich wird die
Einsparung von Energie durch die Nutzung der Erneuerbaren und Effizienzverbesserung am Beispiel der Lastzüge der Öl-Lieferanten. Auf den Straßen des Landkreises Fürstenfeldbruck
würden nach diesem Zukunftsmodell 1.828 Tanklastzüge mit einer Ladekapazität von jeweils 30.000 Litern Heizöl weniger unterwegs sein.
Potsdam-Mittelmarkt auf dem Weg zur nachhaltigen Energieversorgung
Bereits jede fünfte im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) verbrauchte Kilowattstunde wird in der Region aus erneuerbaren Energien erzeugt. Der AGENDA-Prozess startete
1998. Zahlreiche Kreistagsbeschlüsse unterstützen den Weg zur Energiewende, darunter das Modellprojekt "Erneuerbare Energien im Denkmalschutz", Schulbauten mit Nutzung
erneuerbarer Energien und zuletzt die Beschlüsse zur Beteiligung an den Aktionen "SolarLokal - mehr Strom aus der Sonne" und "Wärme von der Sonne".
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Erste Brandenburger Bürger-Solaranlage auf der Solar-Gesamtschule Beelitz. 53 Mitgesellschafter haben sich mit einem Gesellschaftsanteil ab
250 € beteiligt. Die "Einstiegsschwelle" wurde bewusst niedrig gehalten, damit möglichst viele interessierte Bürger sich engagieren.
Foto: Solarverein Berlin
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Die Nutzung regenerativer Energien im Landkreis Potsdam-Mittelmark hat in den letzten Jahren wesentlich an Bedeutung gewonnen: die eingespeiste Energiemenge aus regenerativen
Quellen wuchs um das Dreifache, von 30 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2001 auf 94 GWh im Jahr 2003.
Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch im Landkreis stieg von 4,5 % im Jahr 2002 auf 22,9 % im Jahr 2004. In der Stadt Treuenbrietzen und im Amtsgebiet von
Wusterwitz wird bereits mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, als insgesamt verbraucht wird. Auch die Gemeinde Kloster Lehnin kann ihren Strombedarf bereits zu 64% aus
eigener, regenerativer Produktion decken.
Mit einem Anteil von 97,5 % an den alternativen Energien hat die erzeugte Windenergie in Potsdam-Mittelmark die größte Bedeutung. Die höchsten Zuwachsraten in der Erzeugung
gegenüber dem Vorjahr betragen bei Windenergieanlagen 283 % und bei Blockheizkraftwerken 225 %. Bei Photovoltaikanlagen erhöhte sich die eingespeiste Energiemenge um 118 %, bei
Wasserkraftanlagen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.
Regenerative Energieversorgung in einem regionalen Naherholungsgebiet
Die Bewohner des Gimmlitztals im östlichen Erzgebirge, zwischen Chemnitz und Dresden nahe der Grenze zur Tschechischen Republik gelegen, wollten die Möglichkeit erkunden, ob und
wie man sich energetisch autark versorgen kann. In Zusammenarbeit mit der Initiative für Regenerative Energien in Sachsen e.V. (IRES) und der TU Bergakademie Freiberg wurde daher
eine Studie erarbeitet, in der für jedes Wohngebäude ein individuelles Konzept erarbeitet wurde, das eine autarke Energieversorgung mit Wärme und Strom ermöglicht.
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Da es sich um ein Trinkwasserschutz-gebiet handelt und keine Anbindung an das Erdgasnetz vorhanden ist, stand die Nutzung regenerativer Energien im Vordergrund.Die Untersuchung
zeigte, dass eine autarke Lösung unter Nutzung von Blockheizkraftwerken (BHKW) auf Rapsölbasis, mit Holzheizungen und durch Solarwärmeanlagen möglich ist.
Foto: Solarstromfassade des Bergstadtgymnasiums Altenberg. Bildquelle: Energietisch Altenberg.
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Die langfristige Versorgungssicherheit für Rapsöl und Holz in der Region ist entsprechend der Studie gesichert, es konnte sogar gezeigt werden, dass Versorgung mit erneuerbaren
Energien zu einer Kostensenkung gegenüber dem jetzigen Zustand führt. Zur Zeit arbeiten die Initiatoren daran, das Konzept zusammen mit den Anwohnern zu verwirklichen. Die dabei
auftretenden Probleme und der aktuelle Stand werden auf der RegioSolar-Konferenz vorgestellt.
Sonne auf dem Lehrplan:
Solartechnik von der Grundschule bis zur beruflichen Fortbildung
Kenntnisse neuer energietechnischer Lösungen fördern die künftige Handlungsbereitschaft und technische Kreativität. "Dies ist der wichtigste zukünftige Rohstoff in unserem sonst
an Energieträgern rohstoffarmen Land", sagt Willi Kirchensteiner, Studiendirektor am Bildungszentrum für Solartechnik der bayerischen Landeshauptstadt München. Mit der
Solartechnik an allgemeinbildenden Schulen und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung beschäftigen sich auch die niedersächsische Lernwerkstatt für solare Energiesysteme
(NILS), das Solar-Schulforum im fränkischen Fürth und der Hessen Solar Cup.
NILS: Sonnenfängerboxen und Lehrmittel für niedersächsische Schulen
Die Niedersächsische Lernwerkstatt für solare Energiesysteme (NILS) wurde zum 1.8.2001 als Kooperation des niedersächsischen Kultusministeriums mit dem Institut für
Solarenergieforschung (ISFH, Hameln) gegründet und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Schulen. Schwerpunkte sind Solarenergie / regenerative Energien und Klimaschutz.
NILS wird geleitet von einem Team bestehend aus einem Solarwissenschaftler des ISFH und drei solardidaktisch erfahrenen Lehrkräften - einer Grundschullehrerin und zwei
Gymnasiallehrern. Die Lehrkräfte werden für einen Tag in der Woche von ihren schulischen Verpflichtungen entbunden und sind an diesem Tag (sowie weiteren Terminen an Nachmittagen,
Wochenenden und in den Schulferien) am ISFH tätig. Die Lernwerkstatt NILS ist an zweit Tagen in der Woche im ISFH einsatzbereit. NILS hat am ISFH ein eigenes, fachlich gut
ausgestattetes Experimentallabor für Schülergruppen und Lehrerteams, weitere Einrichtungen des ISFH können für solare Bildungsaufgaben genutzt werden.
Im NILS werden solardidaktische Konzepte entwickelt und umgesetzt zur Photovoltaik und Halbleiterphysik, Solarthermie, Wasserstofftechnologie und Brennstoffzelle, für den
naturwissenschaftlichen Unterricht, die Umweltbildung, Klimaschutz- und Schulprojekte. Schülerinnen und Schüler von der Grundschule bis zum Abitur können an "Solartagen" im NILS-
Labor arbeiten und an Fachexkursionen teilnehmen. 545 Schülerinnen und Schüler und 212 Lehrkräfte besuchten 2004 die Lernwerkstatt NILS. Lehrerfortbildungskurse für alle
Schulstufen fanden statt auf der Messe "Solar Energy" in Berlin, auf der von NILS organisierten Solardidactica der Messe "SOLTEC" in Hameln, auf der Solarmesse "Solar4u" in Bremen
und auf der Hannover Messe.
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Links: NILS-Physiker F. Puijula erklärt einer Schülerin die Wirkungsgradbestimmung am Sonnenkollektor. Rechts: Zwei Schülerinnen unterstützen einen Besucher der Hannover Messe 2004
bei der handwerklichen Herstellung eines Solarmoduls. Fotos: NILS.
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Eine umfassende Zusammenarbeit entwickelte sich 2003 und 2004 mit den Stadtwerken Hameln bei der Entwicklung des Hamelner Sonnenfängerprojekts. NILS wurde von den Stadtwerken
beauftragt, solare Experimentiersysteme mit Versuchsanleitungen und didaktischen Konzepten für alle Hamelner Schulen zu entwickeln , von der Grundschule bis zum Gymnasium. Als
Ergebnis der Kooperation mit den Stadtwerken Hameln hat NILS mit den so genannten Sonnenfängerboxen erstmals ein komplettes, preiswertes und praxiserprobtes solares
Experimentiersystem für die Photovoltaik, die Solarthermie und die Wasserstofftechnik /Brennstoffzelle konzipiert. Es wird von der Klasse 4 der Grundschule bis zum
Leistungskursniveau der gymnasialen Oberstufe eingesetzt. Umfangreiche Handbücher auf CD-ROM, Texte und Grafiken zu Grundlagen und Versuchsanleitungen sowie umfangreiche Bild- und
Grafikdateien ergänzen die "Sonnenfänger".
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Links: Schüler eines Leistungskurses Physik präsentierten Bundesumweltminister Jürgen Trittin elektrische Messungen an einer Solarzelle. Rechts: Feierliche Übergabe von
"Sonnenfängerboxen" mit Experimentiergeräten zu Photovoltaik, Solarthermie und Brennstoffzellen an Hamelner Schulen. Fotos: NILS.
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Auf der NILS-Homepage unter www.isfh.de können solardidaktische Dateien für den schulischen Einsatz heruntergeladen werden. Lehrkräfte können die
Handbücher an den Computern im NILS- Labor auf CD-ROM brennen, sie werden aber auch per Post an Interessierte verschickt. Wie NILS unterstützt auch das regionale Schul-Solarforum
Fürth den Erfahrungsaustausch zu dezentraler Energietechnik und selbstgesteuerter Bildungsarbeit. Zusätzlich zur praktischen Arbeit entstanden aus den Impulsen des Solarforums
innovative Angebote für Schule zum Beispiel das Handbuch "sonne macht schule", verschiedene praxisnahe Lehrmittel, der Film "Sonne, die erste" und die Internetpräsenz
"www.schul-solar-forum.de".
Bildungszentrum für Solartechnik München: Solar-Kompetenz für Schüler und Qualifikation von Handwerkern zum Solarteur
Gemeinsam mit vielen bayerischen und Münchner Schulen hat das Bildungszentrum für Solartechnik in den letzten Jahren solartechnische Demoanlagen, kleine Solarkraftwerke, und
Brunnenprojekte verwirklicht und Rennen mit Solarautomodellen durchgeführt. Die Münchner Ausbildungsstätte ist zudem eine wichtige Adresse für die handwerkliche Aus- und
Weiterbildung, Betriebe und Berufsschule vermitteln in der beruflichen Bildung nicht nur Grundlagen, sondern bilden die Junghandwerker auch in der Kundenberatung, der
Anlagenplanung und für den Service von Solaranlagen aus. Auch im Handel sind laut Willi Kirchensteiner zunehmend Fachkenntnisse der Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien
gefragt. Wichtige Aufgaben sieht er darüber hinaus besonders in der Weiterbildung der Architekten, der Planungsbüros und bei den Versicherungen.
Die Solarteurschulen, die mit Unterstützung der EU in Deutschland und vielen europäischen Staaten entstanden sind, gewährleisten mit erprobten Kurskonzepten ein hohes
Qualifizierungsniveau in der Solartechnik-Weiterbildung. Seit 1997 werden die Solar-Weiterbildungsangebote der Solarteur-Gründerschulen in Münster (Handwerkskammer), Stuttgart
(Elektroinnung), München (Berufsschule) und in Wien vor allem von Handwerkern aus der Elektro- und Heizungstechnik und anderen Bauberufen wahrgenommen. Inzwischen arbeiten in
Europa 12 Solarteurschulen nach den strengen Qualitätsbedingungen die von den Gründerschulen vorgegeben werden. An diesen Schulen wurden bisher rund 1.000 Solarteure®
qualifiziert.
Hessen Solar Cup: Powered by the Sun
Als "innovativer Bildungsbaustein" werden beim "Hessen Solar Cup" Photovoltaik und rationelle Energienutzung in Projekten umgesetzt und gemeinsam in einem Wettbewerb erlebt. Von
der Primarstufe bis zur beruflichen Schule und der Sekundarstufe II bauen Schülerinnen und Schüler Modelle von Solarbooten und Solarmobilen. Schon in der Grundschule werden in
Arbeitsgemeinschaften oder im Sachunterricht kleine Solarboote mit Luftschraubenantrieb hergestellt. Die Komponenten (Luftschraube, Motor und Kleinmodul) sind vorgegeben, die
Rümpfe und die Form werden selbst gestaltet. In einer selbst erstellten Beschreibung wird der Arbeitsverlauf und die Funktion des Antriebs in Wort und Bild dargestellt. In der
Sekundarstufe I werden "schienengebundene" Fahrzeuge mit festgelegter Modulfläche (120 x 220 mm) und möglichst guter Energieeffizienz entwickelt und gebaut. Die Teams der
beruflichen Schule/Sekundarstufe II entwickeln, konstruieren und fertigen ferngesteuerte Solarmobile im Maßstab 1:5. Die Projektarbeit ist so angelegt, dass deren Inhalte mit den
Lernzielen der neuen Ausbildungsberufe im Metall- und Elektrobereich übereinstimmen. Die wichtigsten Komponenten (Solarmodul, Motor und Akkusatz) erhalten die Teams vom
Veranstalter. Zu jeder Projektarbeit ist eine ausführliche Dokumentation und Präsentation zu erstellen.
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Vom einfachen Luftschraubenboot bis zum High-tech-Renner: Solar-Modelle beim Hessen Solar CUP: Bilder: Universität Kassel.
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Bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung finden die öffentlichen "Rennen" um den Solar Cup in mehreren Läufen statt. Die Veranstaltung kann sich über reges Interesse und eine
umfangreiche Berichterstattung in den Medien freuen. (ARD, RTL, Hörfunk und Printmedien). Parallel wird versucht, die regionalen Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur
Nutzung der Erneuerbaren als Unterstützer zu gewinnen.
Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Handwerk:
Klimaschutz in der Region Hannover
Mit dem "Qualitätszirkel Solarthermie" will die Klimaschutzagentur Region Hannover die Zahl und die Qualität der rund um die niedersächsische Landeshauptstadt verkauften
Solarwärmeanlagen um ein vielfaches steigern. Zusammen mit dem Klimaschutzfonds der Stadtwerke Hannover AG "proKlima" sollen neue Handwerksbetriebe gewonnen werden, die aktiv
solarthermische Anlagen verkaufen, denn seit einiger Zeit stagniert die Anzahl der etwa 20 Betriebe in der Region, die regelmäßig solarthermische Anlagen installieren. Rund 120
Solarwärmeanlagen werden gegenwärtig über "proKlima - Der enercity-Fonds" gefördert. Diese Zahl soll bis Ende 2006 auf 200 Anlagen gesteigert werden. Die Veranstaltungen der Reihe
"Qualitätszirkel Solarthermie" werden gut besucht: an Vorträgen nehmen zirka 100 Interessierte teil, in Workshops machen sich 15 bis 25 Handwerker fit in Sachen Solarwärme.
Weitere Zielgruppen, beispielsweise Schornsteinfeger und Energieberater, sollen künftig angesprochen und in die Kooperation eingebunden werden. Ab Ende 2005 wird eine gemeinsame
Veranstaltungsreihe von proKlima, der Klimaschutzagentur und der Handwerkskammer Hannover beginnen, die eine regelmäßige Fortbildung für Handwerker, Energieberater und
Interessierte anbietet. Es soll Veranstaltungspakete geben, von denen eine Mindestanzahl besucht werden muss um ein Zertifikat zu erhalten. Themen werden unter anderem sein:
Strategien für erfolgreiche Beratungsgespräche; Marketing für Solaranlagen; Qualitätsmanagement bei Installation, Inbetriebnahme und Wartung, Besonderheiten bei großen
Solaranlagen. Ergänzt wird das Angebot durch ein regelmäßiges Solar-Info, das den Betrieben aktuelle Entwicklungen kurz und übersichtlich darstellt.
Kommunal-Wettbewerb: Regionaler Solarmeister gesucht
Nach dem Vorbild der erfolgreichen Solarbundesliga hat die Klimaschutzagentur Region Hannover zusammen mit "proKlima" den Wettbewerb "solare Regionalliga" für die Region Hannover
ins Leben gerufen. Ziel ist, über eine breite Öffentlichkeitsarbeit die Bürgerinnen und Bürger für das Thema Solarenergie zu sensibilisieren und schließlich den Bau von
Solarstrom- und Solarwärmeanlagen in der Region zu fördern. Außerdem sollen im Rahmen des Wettbewerbs Daten über die Verbreitung von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen
gesammelt werden, die sonst nicht erfasst würden. Diese Daten seien wiederum eine gute Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit und darüber hinaus für die politische Argumentation
sowohl auf kommunaler als auch auf regionaler Ebene. Die teilnehmenden Kommunen nutzen die werbewirksame, positiv besetzte Aktion auch als Imagekampagne.
Die Klimaschutzagentur ruft die Städte und Gemeinden der Region Hannover am Anfang des Jahres zur Teilnahme am Wettbewerb auf. Jede teilnehmende Kommune erfasst in den
Folgemonaten die in ihrem Gebiet errichteten Solaranlagen. Die zusammengefassten Daten werden an die Klimaschutzagentur weitergegeben. Dort werden die Daten zum Stichtag
ausgewertet. In diesem Jahr wurden zum zweiten Mal die "Solarmeister der Region Hannover" gekürt. Inzwischen nehmen 17 der 21 Städte und Gemeinden der Region Hannover teil. Die
Klimaschutzagentur unterstützt die Kommunen bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie durch die Präsentation der Ergebnisse auf dem Klimaschutz-Portal
www.klimaschutz-hannover.de, durch die Darstellung der erhobenen Daten auf einer "Solarkarte" für die Region Hannover, durch kleine Präsente für alle Bürgerinnen und Bürger, die
ihre Solaranlagen melden und durch die Organisation einer pressewirksamen Abschlussveranstaltung mit dem Regionspräsidenten.
Der Wettbewerb mobilisiert ehrenamtliche Kräfte, wie beispielsweise Agenda-Gruppen, welche die Erfassung der Solaranlagen vor Ort übernehmen und ermöglicht so die Teilnahme von
Kommunen ohne zusätzlichen personellen und finanziellen Aufwand. Er stellt aber auch einen politischen Anreiz dar, die Zahl der Solaranlagen in der eigenen Kommune zu steigern, um
im nächsten Jahr regionaler Solarmeister werden zu können.
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