Pellets 2006: Nachfrage boomt, Kapazitäten werden erweitert, Förderung gestoppt
von Rolf Hug
26.09.2006
Pellets haben sich zum Dauerbrenner entwickelt: Mit rund 17.000 neu installierten Pelletsfeuerungen wuchs die Branche bereits im Jahr 2005 um über 100 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Im laufenden Jahr nahm das Interesse an der umweltfreundlichen Heizung mit Holzpellets noch stärker zu. Im ersten Halbjahr 2006 gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) drei Mal so viele Förderanträge für Pelletsheizungen ein als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt rechnet der Deutsche Energie-Pellet-Verband (DEPV) in diesem
Jahr mit etwa 26.000 Neuinstallationen - im Millenniumsjahr 2000 waren es gerade mal 2.400.
Der Run auf die komfortable Bioenergie-Heizung eröffnet beste Perspektiven für die junge Branche, stellt sie aber auch vor große Herausforderungen: Markt- und Preisentwicklung,
sichere Brennstoffversorgung, technische Fortschritte und die Diskussion über Feinstaub-Emissionen sind Themen des 6. Industrieforums Pellets am 10. und 11. Oktober in Stuttgart.
Der Kongress findet statt im Rahmen der Fachmesse "Pellets 2006", auf der vom 11. bis 13. Oktober über 100 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren werden.
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Unterschub-Pelletsbrenner "Pelletti"; Marktentwicklung der Pelletsheizungen in Deutschland. Foto: Paradigma Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG. Grafik: Solar Promotion
GmbH; Daten: DEPV, BAFA, Prognose: DEPV
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Der Solar-Report Oktober 2006 beschreibt die rasante Entwicklung des Marktes für Pelletsheizungen, die Entwicklung der Pelletsproduktion und -preise, beleuchtet die
Feinstaubdiskussion und informiert über die aktuelle Entwicklung der staatlichen Förderung sowie die Informationskampagnen der Länder.
Hersteller, Handwerk und Brennstoffproduzenten rechnen weiterhin mit starkem Wachstum
Die Nachfrage nach Pelletsheizungen, über die noch vor wenigen Jahren nur besonders weitsichtige Hausbesitzer nachdachten, ist so hoch wie nie zuvor. Schon Ende Mai dieses Jahres
waren beim BAFA rund 16.000 Anträge auf Förderung eingegangen. Dieses starke Wachstum und die damit verbundene positive Stimmung des Pelletsmarktes dokumentiert der diesjährige
Branchenreport, den der DEPV und die Solar Promotion GmbH auf dem 6. Industrieforum Pellets präsentieren werden. Demnach erwarten fast 90 Prozent der Hersteller von
Pelletsheizungen und Pelletshändler ein Wachstum des Marktes im zweistelligen Prozentbereich. Rund 300 Installateure sowie 140 Hersteller von Pelletsheizungen und Pelletshändler
beteiligten sich an der Befragung.
Wachstum bis zu 50 % erwartet; 550 Millionen Euro Umsatzziel für 2006
Über die Hälfte der befragten Installationsbetriebe geht in diesem Jahr von einem Absatzwachstum bei Pelletsheizungen im zweistelligen Prozentbereich aus. 21 Prozent der
teilnehmenden Sanitär-, Heizungs- und Klimabetriebe erwarten sogar ein Wachstum von über 50 Prozent. Besonders positiv sehen Hersteller und Händler die Entwicklung des Marktes für
den Brennstoff Holzpellets: Hier prognostizieren fast 90 Prozent ein Wachstum im zweistelligen Bereich, mehr als ein Drittel (35 %) erwarten über 50 Prozent Zuwachs. Experten
rechnen für das Jahr 2006 beim Absatz von Heizungen und Brennstoff mit einem Umsatzvolumen der Pelletsbranche von rund 550 Millionen Euro. Im Jahr 2005 betrug dieses noch rund 350
Millionen Euro. Der Trend in der Pelletsbranche steht damit im deutlichen Gegensatz zu der allgemeinen Entwicklung des deutschen Heizungsmarktes. Denn die Zahl der
Neuinstallationen von herkömmlichen Heizungen ist rückläufig: Die Nachfrage von Öl- und Gasheizungskesseln sank im Jahr 2005 um rund 14 Prozent.
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Holz speichert Sonnenenergie und bindet dabei gleichzeitig so viel CO2, wie bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. Das bedeutet, dass dieser nachwachsende Rohstoff
klimaneutral und nachhaltig ist. Bildquellen: Paradigma Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG; Solar Pomotion GmbH
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Wachsendes Interesse auch an Großfeuerungen und Pelletsöfen
Noch liegt der Anteil der Pelletsfeuerungen am deutschen Heizungsmarkt im Promillebereich, aber bei einem jährlichen Wachstum um 25 % könnten bis 2015 rund 600.000 Kessel
regenerative Wärme liefern. Nicht nur in Ein- und Zweifamilienhäusern, denn auch Hotels, Gemeinden und Wohnungsbaugesellschaften interessieren sich zunehmend für
Pellets-Großkessel. Pelletsöfen zu zählen ist schwieriger als Pelletsfeuerungen. Für diese Anlagen, die nicht im Keller sondern in den Wohnräumen aufgestellt werden, gibt es keine
Statistik aus Förderanträgen, denn das Marktanreizprogramm sieht Zuschüsse für die so genannten Raumluftheizer nicht vor. Nach Herstellerangaben machen diese Öfen aber rund ein
Zehntel der verkauften Anlagen aus. Der DEPV geht davon aus, dass es im Jahr 2005 etwa 3.000 solcher Öfen in den privaten Haushalten gab, und in diesem Jahr noch einmal 6.000
gekauft werden. Die Pelletsöfen finden als Zusatzgeräte reißenden Absatz: "Das ist sozusagen der einfachste Einstieg in die Pelletsnutzung. Wir haben da eine große Dynamik im
Markt, die natürlich auch von den Kosten beeinflusst wird. Einen Ofen kriege ich schon für 2.500 Euro", sagt Joachim Fischer vom DEPV. Die Investition in eine
Pellets-Zentralheizung kommt etwa 30 % teurer als ein neuer Öl- oder Gaskessel, macht sich aber nach Berechnungen des DEPV innerhalb von fünf bis sechs Jahren bezahlt.
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Links: Pelletskessel "KWB Powerfire" (Leistung: 150 kW). Rechts: Pelletsofen "Twist 80/20" (Leistung: 10 kW). Bildquellen: KWB - KRAFT UND WÄRME AUS BIOMASSE GMBH; calimax
Entwicklungs- und Vertriebs- GmbH .
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Branche baut Kapazitäten und Infrastruktur aus
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Presslinge aus dem erneuerbaren, CO2-neutralen Rohstoff Holz ist die Verunsicherung der Hausbesitzer durch die Preise und das politische
Machtgerangel um das Öl - und schließlich auch noch um das Gas. Die enorme Nachfrage nach Pellets hat jedoch auch Schattenseiten: Wie für das Solar-Silizium, den weltweit
gefragten und seit dem Solar-Boom anhaltend knappen Rohstoff für die Herstellung von Solarzellen, waren auch bei der Versorgung mit dem Brennstoff Holzpellets Engpässe
aufgetreten. Sowohl in der Photovoltaikindustrie als auch bei der Pelletsproduktion zeigte sich diese, für die rasch wachsenden Märkte der erneuerbaren Energien typische
Entwicklung, auf welche die Hersteller mit dem Ausbau ihrer Kapazitäten reagieren. Sowohl die Hersteller von Pelletskesseln als auch die Brennstoffproduzenten expandieren.
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Das größte Bio-Pelletswerk Deutschlands steht im Südschwarzwald: Auf dem Gelände der Dold Holzwerke GmbH in Buchenbach bei Freiburg haben die Dold GmbH (Betriebsmanagement und
Rohstoff), die EC Bioenergie GmbH (Gesamtkonzept) und die Schellinger KG (Technologie und Vertrieb) in diese Zukunftstechnologie investiert und die Bioenergie Sonnen Pellet GmbH
gegründet. Bildquelle: Schellinger KG
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26 Unternehmen produzieren laut DEPV derzeit in Deutschland Holzpellets, zusammen werden die Pelletsfabriken zum Jahresende eine Kapazität von 500.000 Tonnen haben. Vier neue
Pelletswerke sollen noch dieses Jahr die Produktion aufnehmen. Etliche Pelletshändler bauen ihre Lager aus und verbessern gleichzeitig die Logistik. Dennoch sollten sich die
Kunden schon frühzeitig mit dem Händler in Verbindung setzen, empfiehlt der DEPV. So könne der Handel besser planen und die Versorgung der Kunden im Winter entzerren. Zudem
könnten die Verbraucher von saisonal günstigeren Preisen profitieren.
Vorteil der Pellets gegenüber Öl und Gas bleibt trotz Preissteigerungen erhalten
Der Preis für Holzpellets wird sich nach Prognosen des Pelletsverbandes zum Jahresende zwischen etwa 200 bis 220 Euro je Tonne bewegen. Auch wenn die Presslinge damit rund 20 %
teurer geworden seien, bleibe jedoch der Preisvorteil gegenüber Öl und Gas erhalten: Sechs Tonnen Pellets - das entspricht dem Brennwert von rund 3.000 Litern Heizöl - zum Preis
von 220 Euro pro Tonne kosten einen Haushalt rund 1.320 Euro. Wenn der Liter Heizöl mit 60 Cent angesetzt wird, ergäbe sich ein Vorteil der Pellets von rund 500 Euro, denn für das
Öl w ürden stolze 1.800 Euro fällig.
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Pellets-Preisentwicklung 2006, Mittelwert August 2006: 215,61 €. Die einem Liter Heizöl (EL) entsprechende Menge Pellets kostet demnach 44,00 Cent. Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V.
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Holzpellets als Wirtschaftsfaktor und Jobmotor
Pellets sind mittlerweile ein echter Wirtschaftsfaktor mit Zuwachsraten, von denen andere Branchen nur träumen. "Das überproportional starke Wachstum macht die Pelletsbranche zu
einem eigenständigen Element im Energiemarkt. Fast vier Prozent der verkauften Heizungen dieses Jahr werden Pelletsheizungen sein. Die Zehn-Prozent-Marke könnten wir in zehn
Jahren erreichen", so Joachim Fischer vom DEPV. In den kommenden Jahren könnten Jahresumsätze in Milliardenhöhe erzielt werden. Die Branche investiere in den Jahren 2005/2006
insgesamt zwischen 150 und 200 Millionen Euro in die Kesselproduktion, die Pelletsherstellung, den Ausbau des Vertriebs- und Händlernetzes. Laut DPEV haben allein die
Pelletshersteller rund 700 neue Arbeitsplätze geschaffen. "In Summe mit Installateuren, Kesselherstellern, Händlern und Vertrieb sind unterm Strich etwa 2.500 neue Arbeitsplätze
in den letzten fünf Jahren entstanden", so Dr.-Ing. Joachim Fischer.
Feinstaubdiskussion: Holzfeuerung ist nicht gleich Holzfeuerung
Ein Thema verdirbt DEPV-Geschäftsführer Fischer so richtig die Laune: Die Feinstaubdiskussion. Die fehlende Unterscheidung zwischen den effizienten Holzpelletsheizungen, deren
Emissionswerte weit unter den Grenzwerten liegen, und dem schlichten Scheitholzofen, der schon eher als Feinstaubschleuder gelten darf, macht ihn richtig sauer. "Das tut uns gar
nicht gut. Es ist dringend nötig, die Diskussion mit wirklich belastbaren Zahlen zu führen", sagt der Fachmann. "Pellets sind die saubere Alternative, wenn es ums Heizen mit Holz
geht", betont Fischer. Richtig sei, dass Pelletsfeuerungen Feinstaub emittieren - genauso wie alle anderen Feststofffeuerungen, zum Beispiel die Ölheizung, räumt Fischer ein. Denn
bei der Verbrennung eines festen Brennstoffs falle nun einmal Asche an, egal ob es sich um Kohle, Scheitholz oder eben Pellets handle. Und Asche sei nichts anderes als Staub. Nun
habe sich aber gerade bei den Holzfeuerungen in den vergangenen 15 Jahren eine sprunghafte technische Weiterentwicklung vollzogen: moderne Holzheizungen setzten heute nur noch
rund ein Zehntel der Staubmengen frei, die vor 15 Jahren allgemein üblich gewesen seien. "Und im Vergleich aller Holzfeuerungen weisen Pelletfeuerungen mit heute fast nicht mehr
nachweisbaren Staubmengen von durchschnittlich 20 Milligramm pro Kubikmeter (mg/m3) besonders niedrige Emissionswerte auf, wie Untersuchungen unabhängiger Prüfeinrichtungen und
Forschungsinstitutionen beweisen", so der DEPV-Geschäftsführer.
Weniger als 0,1 % der gesamten Feinstaubemissionen in Deutschland stammen aus Pelletsheizungen
So haben die rund 45.000 im Jahr 2005 in Deutschland betriebenen Pelletsheizungen nach Berechnungen des DEPV zu weniger als 0,1% der gesamten Feinstaubemissionen in Deutschland
beigetragen. "Selbst wenn sich der Anlagenbestand in den nächsten Jahren verzehnfacht, besitzen Pelletfeuerungen hinsichtlich der Feinstaubproblematik in Deutschland nur eine
marginale Bedeutung", sagt Dr.-Ing. Fischer. Auch das kritische Umweltbundesamt (UBA) befürworte ausdrücklich den Einsatz von Pelletsheizungen im Kleinfeuerungsanlagenbereich.
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Pelletsheizungen können ideal mit Solarwärmeanlagen kombiniert werden. Im Bild ein vom Umweltbundesamt mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" empfohlener Holzpelletkessel vom Typ
"Solvis Lino" (links) und der Solarspeicher "Solvis Integral" (rechts). Bildquelle: Quelle: SOLVIS GmbH & Co KG.
Das UBA empfiehlt besonders emissionsarme Pelletöfen und -heizkessel mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel". Diese erfüllen strenge Anforderungen an den Wirkungsgrad, den
Hilfsstrombedarf sowie an die Emissionen von Stickoxiden (NOx), Kohlenmonoxid (CO), Staub und Kohlenstoff insgesamt.
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Wegen des CO2–neutralen Brennstoffs leisten sie einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz, betont das Umweltbundesamt. "Die Pelletsheizung ist damit nicht das Problem, sondern
die Lösung des Problems!“, hält Pellets-Experte Fischer fest.
Ansturm auf Solar- und Pelletsförderung: Hauhaltsmittel für Zuschüsse aufgebraucht
Neben den Solarwärmeanlagen sind auch die Pelletsheizungen vom vorläufigen Stopp der Förderung im Marktanreizprogramm zu Gunsten erneuerbarer Energien (MAP) betroffen. Das
Bundesumweltministerium hatte die Bewilligung von Zuschüssen Mitte August 2006 beendet, weil bereits Anträge für mehr als 160.000 Investitionsvorhaben gestellt und 50 Prozent mehr
Projekte gefördert wurden als im gesamten Jahr 2005. Damit waren die Mittel im MAP erschöpft. Bis zu diesem Zeitpunkt waren rund 24.000 Anträge für Pelletsfeuerungen beim BAFA
eingegangen, 120 % mehr als in den ersten acht Monaten des vergangenen Jahres. Seit Jahresbeginn wurden zirka 19.500 Förderanträge bewilligt - Kessel und wassergeführte Öfen, die
in den nächsten Monaten installiert werden. In welcher Form das Marktanreizprogramm 2007 fortgeführt wird und wie die Zuschüsse für Sonnenkollektoren und Pelletsfeuerungen
bemessen werden, ist noch offen.
Wärmegesetz soll weitere Marktimpulse geben
Wirtschaft und Verbraucherverbände wollen statt der haushaltsabhängigen Zuschüsse im MAP ein Gesetz, das die Nutzung von Sonnen- und Erdwärme sowie Biomasse zum Heizen fördert.
Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert ein solches "Erneuerbare-Wärme-Gesetz" ebenso wie der Bund der Energieverbraucher. Die Verbände wollen nach dem
Beispiel des erfolgreichen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für die Stromproduktion einerseits den dramatischen Anstieg der Heizkosten begrenzen und sehen darin andererseits
ein Mittel, um deutschen Unternehmen zur Marktführerschaft bei Solar-, Biomasse- und Erdwärmheizungen zu verhelfen. Die Branche der erneuerbaren Energien geht davon aus, dass ein
solches Gesetz zur Förderung von Wärme aus erneuerbaren Energien bis 2012 Investitionen von 30 Milliarden Euro auslöst. Bereits im Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung
auf eine derartige Regelung geeinigt, das Gesetzgebungsverfahren steht jedoch noch immer aus.
Schlingerkurs bei der Förderung fatal für die Wirtschaft
Während Deutschlands Mittelstand seine Technologieführerschaft bei der Technik zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromversorgung in weltweite Markterfolge umsetze, fehlten im
Wärmebereich entsprechende Marktimpulse, kritisiert der Präsident des Mittelstandsverbandes, Mario Ohoven. Durch den Stopp des Marktanreizprogramms würden bis zu 100.000 Bauherren
leer ausgehen, die auf staatliche Unterstützung beim Kauf einer Solar- oder Holzheizung gesetzt hatten. Dieser Schlingerkurs sei für die Wirtschaft fatal, so Ohoven. Der
Mittelstandspräsident fordert deshalb ein solides Wärmegesetz. "Dieses Instrument ist unverzichtbar, um den Markt wirksam in Gang zu bringen, technologische Innovationen zu
fördern und dadurch neue Arbeitsplätze zu schaffen", sagt Ohoven. Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, fordert das Wärmegesetz vor allem aus
sozialen Gründen: "Wir befürchten, dass Heizkosten und Stromrechnungen in zwei bis drei Jahren für die ärmeren Teile der Bevölkerung unbezahlbar werden".
Bundesländer setzen auf Informationskampagnen
Neben dem Bund setzen vor allem Länderinitiativen auf Aufklärung und Förderung. Es gibt sie landauf und landab, nach unterschiedlichem Strickmuster: Handwerker werden mit Prämien
animiert, sich an Pelletsbrenner heranzuwagen, Endverbrauchern wird intensive Beratung durch Fachleute angeboten. Fast jedes Bundesland bewirbt Pellets inzwischen durch
Informationskampagnen.
Beispielsweise die Aktion Holzpellets in Nordrhein-Westfalen: Sie ist eine breit angelegte Werbekampagne, die gemeinsam mit Kesselherstellern, Pelletsproduzenten,
Installationsbetrieben und dem Handel für den innovativen Brennstoff wirbt. Mit dem zusätzlichen Förderprogramm, das nun nach sieben Jahren auslief, sollte zunächst der Holzabsatz
in NRW gefördert werden. 2001 kamen die Pellets dazu. Insgesamt seien in NRW bis Ende 2005 rund 4.500 Pelletsheizungen gefördert worden, berichtet Beate Schmidt vom
Umweltministerium NRW. "Jetzt ist der Run auf die Fördermittel so groß, dass die Mittel bereits im Sommer ausgeschöpft waren. In den ersten Monaten 2006 meldeten sich 6.000
Interessenten", so Beate Schmidt.
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Das Bundesland Sachsen kann zwar nicht mit einer üppigen Ausstattung an Fördermitteln glänzen, dafür bieten die Macher der "Propellets-Initiative" auf Messen ausführliche Beratung
an.
In Hessen erregt das Pelletsmaskottchen Aufsehen: Mit roter Latzhose, und flammendem Herzen zeigt es zum Beispiel Messebesuchern den Weg zur wirtschaftlichen und
umweltfreundlichen Heizung. Die hessische Marketingkampagne setzt nicht nur auf Wiedererkennung, sondern auch auf Partnerschaften: Schornsteinfeger, Brennstoffhändler,
Installateure und der Pelletsverband stehen als Berater für Endkunden zur Verfügung.
Foto: Hessisches Pellets-Maskottchen. Quelle: Kompetenzzentrum Hessen-Rostoffe (Hero)
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Eine Mindestzulage von 1.100 Euro pro Kessel bietet die Stadt München jedem Handwerker, der eine Pelletsheizung installiert. Wegen der Feinstaubproblematik, an der München
besonders zu arbeiten hat, setzt die Stadt auf die besten Abgaswerte - und fördert deshalb auch bis zu einer Leistung von 50 kW nur Kessel mit "blauem Engel".
"Pellets 2006" wächst zur europäischen Fachmesse
Wie die künftige Versorgung mit dem Brennstoff Pellets aussehen wird und welche Rohstoffquellen zur Verfügung stehen, wenn die Späne der Sägeindustrie nicht mehr ausreichen,
erörtern rund 250 Pellets-Experten auf dem Fachkongress vom 10. bis 11. Oktober in Stuttgart, zum Beispiel die Herstellung von Pellets aus Rundholz. Wie Feinstaubemissionen weiter
reduziert werden können, steht ebenfalls auf der Tagesordnung. Neben den aktuellen Marktentwicklungen werden auch innovative Kessel- und Feuerungstechniken vorgestellt, wie
Pellets-Stirlingmaschinen oder die Karussellfeuerung.
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Neue Pelletsheizungen und -öfen sowie Lager- und Transportsysteme internationaler Aussteller sind vom 11. – 13.10. auf der Begleitmesse in Halle 5.2 des Stuttgarter
Messegeländes zu sehen. Mit einer Ausstellungsfläche von 5.000 Quadratmetern bietet sie mehr Platz denn je: für neue Aussteller - auch aus der Zulieferindustrie - und für größere
Stände. Die ersten beiden Messetage bleiben dem Fachpublikum vorbehalten, am 13. haben interessierte Bauherren und Hausbesitzer Gelegenheit, sich umfassend zu informieren.
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Foto: Solar Promotion GmbH
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