|
Sylvia Metz: Herr Erdmann, Sie sind ja für die technologische Seite verantwortlich. Wie sieht es aus mit dem angestrebten serienmäßigen Wirkungsgrad ?
Ronald Erdmann: Ganz klar, die Steigerung des Wirkungsgrades ist bei uns zentraler Bestandteil der Entwicklung. Schon in der Ramp-Up-Phase haben wir durch ich
nenne es mal „Feintuning der Maschinen“ kurzfristig und schnell den Wirkungsgrad gesteigert. Darüber hinaus wollen wir den Wirkungsgrad durch gezielte Optimierung von
Anlagen und Prozessen weiter stetig erhöhen.
Sylvia Metz: Welche Bedeutung hat die Nähe von GSED zur wissenschaftlichen Forschung am Standort Adlershof?
Ronald Erdmann: Natürlich profitieren wir vom Campus Adlershof mit seinen Laboren und wissenschaftlichen Institutionen. Neben der erfolgreichen Kooperation mit
dem Helmholtz-Zentrum arbeiten wir auch sehr gut mit mechanischen Werkstätten und verschiedenen Laboren zusammen. Aber auch die Berliner Behörden muss ich loben. Dort wurden
unsere Anfragen flexibel, lösungsorientiert und zeitnah bearbeitet.
Sylvia Metz: Ist es immer noch so wie im November 2008 gemeldet, dass die Solon AG 80 % der Produktion im ersten Jahr abnimmt?
Jens Mühling: Solon erfüllt die uns gegenüber eingegangenen Vertragsverpflichtungen in vollem Umfang.
Sylvia Metz: Gab es seit Produktionsstart interessante Vertriebs- bzw. Marketinginitiativen?
Jens Mühling: Selbstverständlich knüpfen wir Kontakte und sondieren den internationalen Markt. Unser degressiver Abnahmevertrag mit Solon erlaubt es uns schon
jetzt, die übrigen Zellen anderen Modulherstellern zur Verfügung zu stellen.
Sylvia Metz: Hat die Finanz- u. Wirtschaftskrise von der jetzt jeder spricht Auswirkungen auf GSED?
Jens Mühling: Nein. In unserer Ramp-Up-Phase sind wir von den derzeitigen Markt-entwicklungen glücklicherweise nicht betroffen.
Sylvia Metz: Welche Auswirkungen hat Obamas Aufbruch in der Umweltpolitik bzw. die zu erwartenden massiven staatlichen Investitionen in saubere Energie für GSED
als Tochter eines in Arizona ansässigen Unternehmens?
Jens Mühling: Wir begrüßen die Initiative von Barack Obama. Allerdings glauben wir nicht an kurzfristige messbare Effekte, da erst geklärt werden muss, wie und in
welcher Form die benötigten Mittel bereitgestellt werden. Natürlich haben auch wir großes Interesse an den staatlich subventionierten Projekten. Wir spüren im Bereich der
erneuerbaren Energie durchaus auch schon positive Signale und frischen Wind aus den USA.
Sylvia Metz: Was versprechen Sie sich vom durch die Bundesregierung aufgelegten Konjunkturprogramm? Wünschen Sie sich analog zur Abwrackprämie einen „grünen
Stimulus“ für Unternehmen im Bereich der regenerativen Energien?
Jens Mühling: Die Förderung für erneuerbare Energie in Deutschland war und ist ein wichtiger Faktor, um eine breite Akzeptanz dieser Zukunftstechnologie zu
fördern und sie im
Markt fest zu etablieren. Diese Förderung ist auch Motor der wegweisenden Entwicklung der Solarindustrie in Deutschland, welche die Vorreiterrolle Deutschlands im Weltmaßstab
mitbegründet. Ein neuer „Grüner Stimulus“ könnte diese positive Entwicklung nur weiter fördern und die Solarenergie in kurzer Frist auf eine noch breitere Basis
stellen.
Sylvia Metz: Sind fallende Ölpreise bzw. die deutsche Kernkraftdiskussion für GSED von Bedeutung?
Jens Mühling: Die fallenden Ölpreise sind sicherlich nur von kurzfristiger Dauer. Wir sehen es weiterhin als gegeben an, dass erneuerbare Energien einen klaren
Wettbewerbsvorteil gegenüber den fossilen Brennstoffen haben. Das liegt zum einen an der Endlichkeit der fossilen Brennstoffe und zum anderen an der mit der herkömmlichen
Energiegewinnung verbundenen CO2-Emission. Wir sind überzeugt, dass erneuerbare Energien langfristig die Gewinner bei der Neustrukturierung des klassischen Energie-Mix sein
werden.
|