Wenn unsere Bemühungen greifen und ich bin fest
davon überzeugt, dass sie greifen, eröffnet sich ein erheblicher
Markt für Investoren und private Stromproduzenten im Bereich
erneuerbare Energien. Ökonomisch gesehen hat Afghanistan, das
auf einem guten Weg ist, das wirtschaftlich liberalste Land in der
gesamten Region zu werden, einiges für potentielle Investoren
zu bieten. Schon jetzt kann Afghanistan mit seiner liberalen Steuer-
und Investitionsgesetzgebung sichere makroökonomische Bedingungen
vorweisen. Stabile Wechselkurse, eine zügige und solide Entwicklung
des Bankensektors und geringe Zollsätze für importierte
Investitionsgüter sind ein gutes Umfeld für ausländische
Investitionen.
Darüber hinaus bietet Afghanistan die Gelegenheit zur Beantragung
von Investitionsgarantien über die Weltbanktochter Multilateral
Investment Guarantee Agency -MIGA.
ZA: Sehen Sie für die Elektrifizierung Ihres Landes
durch EE Rückhalt in den Provinzregierungen und bei der Bevölkerung?
Die Provinzregierungen und die Bevölkerung sind an der wirtschaftlichen
Entwicklung der Regionen sowie an einer Verringerung der Landflucht
interessiert. Die Basis dafür ist eine ausreichende Energieversorgung.
Und die ist, das wird auch ganz pragmatisch von den meisten Betroffenen
so gesehen, nur mit erneuerbaren Energiequellen finanzierbar. Was
vor Ort fehlt, ist eine umfassende Information über die technischen
und ökonomischen Möglichkeiten der alternativen Energien.
Aber genau daran arbeiten wir momentan.
ZA: Die Stromversorgung Afghanistans ist in staatlicher
Hand. Werden die Bürger also Stromgebühren an die Gemeinden
abführen? Den Strom von der örtlichen Verwaltung kaufen,
die die Anlagen betreut, wartet und repariert?
Bis zum Jahr 2010 soll nach den Plänen unseres Ministeriums,
der nationale Energieversorger Da Afghanistan Breshna Moassesa -DABM
privatisiert sein. Im Rahmen dieses ehrgeizigen Plans soll, wie
bereits gesagt, die gesamte Übertragungs- und Verteilungsinfrastruktur
überarbeitet, die Erzeugungskapazitäten sowie die Anzahl
der an das Versorgungsnetz angeschlossenen Stromkunden erhöht
werden. Unabhängigen, privaten Stromerzeugern wird der Zugang
zum Netz ermöglicht werden. Darüber hinaus sind eine Reform
der Stromtarife und die Einführung eines effizienten Rechnungswesens
geplant.
Als erster Schritt zur geplanten Reorganisation will das Ministerium
DABM in vier ökonomisch selbständige Gesellschaften, je
eine für die nördlichen, östlichen, südlichen
und westlichen netzgebundenen Landesteile, umstrukturieren. Für
alle nicht an das nationale Stromnetz angeschlossenen Gebiete soll
eine fünfte Gesellschaft (Off-Grid Access Unit) zuständig
sein. Hier wird auch das Department für Erneuerbare Energien
und Energieeinsparung angegliedert werden. Die Bürger werden
dann also ihre Stromgebühren an eine der privaten Versorgungsgesellschaften
zahlen und von diesen auch beliefert und betreut werden.
ZA: Was halten Sie von unserem Pilotprojekt 'Zukunft Afghanistan'
Sehr viel. Es wird ein wichtiges Pilotprojekt sein, mit dem gezeigt
wird, was unser Land von den neuen umweltfreundlichen und ressourcenschonenden
Energiequellen erwarten kann. Und es wird für private Investoren
einen Anreiz schaffen, den afghanischen Energiemarkt durch erneuerbare
Energien mit neu aufzubauen.
ZA: Sie haben 'Zukunft Afghanistan' Unterstützung durch
die afghanische Regierung zugesagt...
...und ich sichere Ihnen nochmals die tatkräftige Unterstützung
unseres Ministeriums in allen den Bau und den Betrieb der Anlage
betreffenden Fragen zu. Wir werden Sie vor Ort beraten oder z.B.
bei den Zoll- und Steuerformalitäten helfen. Was konkret von
unserer Seite an Service geliefert werden kann, muss dann im jeweiligen
Fall besprochen werden.
ZA: Herr Minister, vielen Dank für das Gespräch.
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