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Die chinesischen Hersteller hatten etwas mehr Gelegenheit, eine aggressive Preisgestaltung zu betreiben. Europa verliert mehr wichtige Marktanteile als jede andere Region. Das
Produktionsvolumen stieg zwar um 44 %, doch die Umsätze der Hersteller sanken um 16 %. 2009 war es billiger, Solarzellen in China herstellen zu lassen.
Für die Kunden sanken die Preise weltweit. Das geschah in der Geschichte der Photovoltaik überall von Zeit zu Zeit. Offen gestanden, wenn es in den USA eine ordentliche Förderung
der Produktion gäbe, wäre das auch hier der Fall. Bei genauer Betrachtung ist zu erkennen, dass überall Start-up-Unternehmen auf den Plan treten. Die US-Hersteller haben nicht
wirklich viel verloren, weil ihr Weltmarkanteil letztes Jahr nur 6 % betrug. SunPower zum Beispiel produziert auf den Philippinen.
Solarserver: Wie steht es um den Rest von Asien?
PM: Ich sehe auf den Philippinen keinen Boom, in Japan geht es aber gut voran. Der japanische Markt setzt stark auf die Produktion. Die USA bieten keine große
Unterstützung für die Herstellung. Deutschland bemüht sich um die Förderung der Produktion, um die gekürzten Einspeisevergütungen auszugleichen, aber so einfach ist das nicht.
China und Taiwan können noch ein paar Jahre so weitermachen, aber es ist sehr teuer, deren Produktion zu unterstützen. Es kostet Millionen und Abermillionen Dollar, dieses Niveau
zu halten. Zu dem Zeitpunkt, an dem sie Einspeisevergütungen einführen, werden dort fast 6 GW verkauft worden sein. Tschechien hat keine verlässliche Einspeisevergütung und
wird etwa ein Gigawatt zubauen. Das meiste davon kommt aus Taiwan und China. Ich erwarte noch immer, dass China und Taiwan den Markt anführen werden. First Solar wird kämpfen
müssen, um seine Spitzenposition zu verteidigen.
Solarserver: Was können Sie über die europäische Produktion sagen?
PM: Wenn wir über Europa sprechen, denken wir hauptsächlich an die deutschen Hersteller. Der deutsche Markt hat 53 % der weltweiten Nachfrage ausgemacht, 2010
wird der deutsche Marktanteil vermutlich sogar auf 65 % steigen. Das ist nicht ganz rational, aber Politiker sind eben nicht ganz vernünftig. Die deutschen Hersteller beherrschen
die europäischen Produktion, daher leiden hauptsächlich die Deutschen unter dem sehr harten Wettbewerb. Große Teile der Produktion wurden ausgelagert. In den nächsten paar Jahren
wird es sehr schwierig werden, mit der chinesischen oder taiwanesischen Produktion mitzuhalten. Diese beiden Länder können es sich leisten, ihre Preise knapp oberhalb der Kosten
anzusetzen.
Im Laufe der Zeit habe ich viele Veränderungen in dieser Branche gesehen. Es ist immer noch eine sehr junge Branche, und immer noch ist sie zu 100 Prozent von Förderprogrammen
geprägt. Die USA waren 1997 führend in der Produktion (mit einem viel kleineren Volumen), danach kam Japan, und dann Europa. In der Zwischenzeit haben die Chinesen eine vertikal
integrierte Produktion aufgebaut. Sie haben eine Situation geschaffen, in der sie Skaleneffekte kontrollieren konnten, beginnend beim Polysilizium bis hin zum fertigen Modul.
Diese Position können sie in der jungen Branche drei oder vier Jahre lang halten.
Solarserver: Welche Faktoren werden das künftige Wachstum der weltweiten Solarindustrie beeinflussen? Wie wird sich das auf das Wachstum im chinesischen Solarmarkt
auswirken?
PM: Ich glaube, am wichtigsten ist die staatliche Förderung. In dieser Situation kann man das nicht so leicht sagen. Vom Zubau in China werden nur heimische
Solarunternehmen profitieren, das kann man nicht auf andere Märkte übertragen. Spanien zieht in Erwägung, seine Einspeisevergütung rückwirkend zu verändern, das könnte die gesamte
Branche lahmlegen. Einspeisevergütungen erfordern einen starken Markt. Alles ist möglich.
Solarserver: Glauben Sie, dass die Silizium-Knappheit das Branchenwachstum hemmt?
PM: Nicht in den kommenden Jahren.
Für solarserver.com sprach unser internationaler Korrespondent Christian Roselund mit Paula Mints
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