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Warum findet die estec2003 parallel zur Intersolar statt?
Weil die Intersolar die wichtigste Solarmesse in Europa ist. Wir wollen Synergien zwischen Messe und Konferenz schaffen. Interessierte, die sowieso auf der Messe sind, sollen an
der Konferenz teilnehmen können und umgekehrt.
Was werden die Inhalte der Konferenz sein?
Anders als alle bisherigen Solarthermie- Konferenzen legen wir den Fokus auf den europäischen Markt und auf politische Themen. Die estec2003 ist keine technische Tagung. Es geht
um die Rahmenbedingungen, damit sich der Markt für Solarwärmesysteme weiterentwickeln kann. Wir wollen die politische Strategie der europäischen Industrie vorstellen, damit das
Ziel der Europäischen Union von 100 Millionen Quadratmetern installierter Kollektorfläche bis 2010 schnellstmöglich erreicht werden kann. Wie die bisherige Marktentwicklung zeigt,
gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Wenn alle EU-Länder die pro Kopf installierte Kollektorfläche von Österreich oder Griechenland bereits erreicht hätten,
dann wären wir schon bald am Ziel. Der Solarwärme- Markt konzentriert sich hauptsächlich auf drei oder vier Länder. Es geht also vor allem darum, den Markt in den anderen Ländern
zu entwickeln.
In welchen europäischen Ländern sehen Sie derzeit besonders dynamische Entwicklungen? Positive Entwicklungen sehen wir in vielen Ländern, unter anderem in Italien,
Spanien und Frankreich. Das sind große Staaten mit einer hohen solaren Einstrahlung. Die Wachstumsraten sind sehr hoch, allerdings startend von einem sehr niedrigen Anfangsniveau.
Wir hoffen, dass sich dieser Trend noch verstärkt fortsetzt, damit diese Länder ihren Rückstand aufholen können.
Welche Impulse erhoffen Sie sich von der estec2003?
Die Konferenz ist ein Angebot, damit die Industrieteilnehmer die Marktentwicklung besser verstehen können, unter anderem die Schlüsselrolle, die die Einführung des europäischen
Qualitätslabels Solar Keymark in den kommenden Jahren spielen wird. Politikern und Vertretern von Energiebehörden bietet die estec2003 die Möglichkeit, sich über unterschiedliche
Erfahrungen mit Fördermitteln und Förderstrategien auszutauschen und zu informieren. So können sie lernen, wie man Solarwärme besser fördert.
Was hat ESTIF in naher Zukunft für weitere Aktivitäten geplant?
Es gibt drei Schwerpunkte. Zuerst das Solar Keymark. Das European Comitee for Standardisation, die europäische Normierungsbehörde, hat Anfang 2003 das Regelwerk für das Solar
Keymark offiziell akzeptiert. Das bedeutet, dass ab jetzt Zertifizierungsbehörden beantragen können, das Solar Keymark zu vergeben. Das Solar Keymark ist ein Qualitätslabel, das
die Erfüllung der existierenden EN-Normen für solarthermische Produkte besiegelt. So müssen die Solar-Unternehmen vorgegebenen Qualitätsmerkmale automatisch anerkannt zu bekommen.
Das wird eine Revolution für den europäischen Markt sein. Es wird den innereuropäischen Handel mit solarthermischen Produkten enorm begünstigen. Die Werbung für das Solar Keymark
wird ein Schwerpunkt für ESTIF in diesem und im kommenden Jahr sein.
Zweiter Schwerpunkt unserer aktuellen Arbeit ist die Marktstudie Sun in Action II, die wir im Mai veröffentlichen werden. Sun in Action II ist die detaillierteste Studie über die
Solarmärkte der EU- sowie sieben weiterer europäischer Länder. Außerdem wird Sun in Action II die Vision
der Solarindustrie enthalten, wie die ehrgeizigen Wachstumsziele erreicht werden können. Von der Veröffentlichung erhoffen wir uns eine Debatte über die Förderung erneuerbarer
Energien im Heizungsbereich. Wir wollen diese Diskussion ankurbeln und zusammen mit anderen Verbänden der Erneuerbare-Energien- Branche mitgestalten. Der dritte Schwerpunkt ist
die estec2003.
Interview: Joachim Berner
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