Solar-Interviews:

Das aktuelle Solarserver-Interview:

Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Initiativen
geben Auskunft

Hermann Scheer: Solarwirtschaft boomt
und schafft 20.000 Arbeitsplätze bis 2005

Dr. Hermann Scheer

Dr. Hermann Scheer (MdB)
Foto: Büro Hermann Scheer

In seiner Interviewreihe "5 Fragen an ..." lässt der B.A.U.M. e.V. wichtige Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Medien und Verbänden zu aktuellen umweltpolitischen Fragen zu Wort kommen.

Mit freundlicher Erlaubnis des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) veröffentlichen wir ein Interview mit dem EUROSOLAR-Präsidenten und Vorsitzenden des Weltrats für Erneuerbare Energien (WCRE), Dr. Hermann Scheer (MdB).

Themen sind der Solar-Boom und seine Ursachen, Arbeistplatzeffekte und dezentrale Energiespeicher.

B.A.U.M.: Die Solarwirtschaft boomt derzeit, es gibt sogar Lieferengpässe bei Photovoltaikmodulen. Worauf führen Sie den aktuellen Boom zurück?

Scheer: Die Produzenten haben abgewartet, ob es ein Äquivalent für das Mitte 2003 abgeschlossene 100.000-Dächer-Programm ergänzend zur EEG-Vergütung geben wird. Sie waren auch abwartend wegen des Konflikts um die EEG-Novelle und des sehr spät kommenden Gesetzentwurfs, den Trittin erst im August 2003 vorgelegt hatte und der erst im Juni 2004 alle parlamentarischen Hürden genommen hatte.

Ohne das Vorschaltgesetz für die Photovoltaik zum 1. Januar, das ich initiierte, um die Verunsicherung zu überwinden, hätte das Abwarten noch länger gedauert. Das Vorschaltgesetz hat dann aber einen Bestellboom ausgelöst, mit dem die Produktionsmöglichkeiten nicht Schritt halten konnten.

B.A.U.M.: Welche Arbeitsplatzeffekte hat der Solarboom zur Folge?

Scheer: Das hängt davon ab, wieviel Inlandsproduktion es geben wird. Bisherige Relationen zugrunde gelegt, könnten wir von gegenwärtig etwa 20.000 Arbeitsplätzen in Deutschland für die Photovoltaik Ende 2005 40.000 haben.

B.A.U.M.: Trotz aller Zuwachsraten, hat die Solarenergie gegenüber den anderen Energiequellen noch eine geringe quantitative Bedeutung. Wann gelingt hier der Durchbruch?

Scheer: Der Durchbruch kommt mit der Menge und mit dem Paradigma-Wechsel bei Architekten.

B.A.U.M.: Was müsste geschehen, damit die Solarenergie noch schneller und breiter Fuß fasst?

Scheer: Dazu verweise ich auf mein Buch "Solare Weltwirtschaft". International ist das Wichtigste die Schaffung einer internationalen Energie-Agentur. Technologisch ist das Wichtigste die Mobilisierung dezentraler Energiespeicher.

B.A.U.M.: Bei der Windenergie werden durch den rasanten Kapazitätsausbau auch technische Probleme deutlich, z.B. in der Netzsteuerung. Ist mit ähnlichen Problemen zu rechnen, wenn die Solarenergie weiter so boomt und wie kann man diesen entgegentreten?

Scheer: Für erneuerbare Energien muss über die Netzabhängigkeiten hinausgedacht werden, was nur mit Energiespeichern geht.

B.A.U.M.: Herr Scheer, vielen Dank für dieses Interview!

Interview: B.A.U.M. e.V.

Lesen Sie zu diesem Thema auch die Rezension Wider die Pyromanen: Hermann Scheers "Solare Weltwirtschaft"

 

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  • Bernhard Dimmler, technischer Geschäftsführer der Würth Solar GmbH & Co
  • Fritz Link , Bürgermeister der "Solar-Kommune" Königsfeld
  • Max Deml, Chefredakteur des Informationsdienstes ÖKO-INVEST
  • Wolf von Fabeck, Geschäftsführer des Solarenergie-Fördervereins
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