Solar News Archiv Februar 2002

 
 

Kunststoff-Photovoltaikmodule der Bayer AG und Sunovation GmbH

Makrolonmodule auf einem Solarboot.

Nach Abschluss eines so genannten Cobranding-Kooperationsvertrages zwischen den beiden Unternehmen produziert die Sunovation Gesellschaft für regenerative Energiesysteme mbH aus Klingenberg Solarmodule aus dem transparenten Kunststoff Makrolon.  Exklusiver Lieferant der Polycarbonat-Platten ist die Makroform GmbH, ein Joint Venture der Bayer AG und der Röhm GmbH & Co. KG in Darmstadt, die hochwertige Kunststoff-Platten aus Makrolon und thermoplastischem Polyester für den europäischen Markt entwickelt, herstellt und vermarktet. Das Polycarbonat Makrolon gilt unter Experten schon lange als Werkstoff der ersten Wahl. Wegen seiner hohen Transparenz und der einfachen Verarbeitung wird es in vielen Produkten des täglichen Lebens verarbeitet, zum Beispiel Brillen-Korrekturgläsern und Streuscheiben für Automobil-Scheinwerfer. Auch den Siegeszug der CD hat dieser high-tech Kunststoff von Anfang an begleitet.

Sunovation produziert in eigener Regie entwickelte Solarmodule für autarke Beleuchtungssysteme, den Industriebau, Verschattungsanlagen, Überdachungen, Schiebedächer und Belüftungssysteme für Automobile sowie für Leucht-Displays. Ein weiteres Anwendungsfeld sind seewasserbeständige Module für den Bootsbau. Sunovation will Solarenergie kreativ nutzen und konsequent in neue Konzepte umsetzen. Im Angebot sind transparente wie farbige Module bis zu 3x1 Metern in fast beliebiger Geometrie mit einem Biegeradius bis zu 1600 Millimetern. Dies wird möglich durch eine Material-Kombination aus Solarzellen und Makrolon, dem Polycarbonat von Bayer. Hierfür werden die hochempfindlichen Siliziumwafer zwischen zwei Makrolonplatten dauerelastisch verkapselt. Durch die spezielle "schwimmende" Einbettung lassen sich die Module frei gestalten. Im Rhein-Main-Gebiet finden sich diese regenerativen Stromquellen beispielsweise auf vielen Bushaltestellen, die nach den Vorstellungen des kommunalen Auftraggebers projektiert und realisiert wurden.

28.02.2002   Quelle: Bayer AG
Bildquelle: Foto: Franz Klammer

 

„Passiv-Haus 2002“ im Zeichen der EnEV

Fachpublikumsmagnet der diesjährigen Tagung für energie-effizientes Bauen und Sanieren vom 22.-23.02. in Böblingen war das Seminar zur neuen Energieeinsparverordnung (EnEV): Architekten, Planer und Handwerker füllten den Vortragsraum bis zum letzten Platz: Die Referenten beleuchteten das komplexe Regelwerk bis ins Detail.  Schritt für Schritt wurden die zum Teil recht komplizierten Berechnungen vorgestellt, anhand derer künftig Neubauten nach dem Niedrigenergiehaus-Standard geplant und gebaut werden müssen. Zusammen mit den Nachrüstpflichten für den Gebäudebestand erwartet die Bundesregierung auf Grund der EnEV Energie-Einsparungen und CO2-Reduktionen von rund 30%.

Insgesamt bewerteten Referenten und Publikum die EnEV als Schritt in die richtige Richtung. Der Übergang zu einem Primärenergiekennwert führe zu einer deutlichen konzeptionellen Verbesserung und biete die Chance einer ganzheitlichen Bewertung des Energieaufwands bei größtmöglicher Planungsfreiheit. Ob die EnEV tatsächlich den gewünschten Spareffekt bewirke, bezweifelten einige Referenten: Insbesondere die Wahl einer ungünstigen Referenzanlage (Niedertemperaturkessel mit konventionellem Wärmeverteilsystem), die unter dem durchschnittlichen Standard neu eingebauter Heizsysteme liege, verleite zu überhöhten Einschätzungen. Tatsächlich läge die erreichbare Minderung zwischen 5 % und 25 %. Auch der geplante Energiebedarfsausweis konnte nicht restlos überzeugen: Zu unübersichtlich und vor allem für die Verbraucher wenig nachvollziehbar, lautete das Urteil der Experten.

Auf der begleitenden Messe „erneuerbare energien 2002“ informierten sich in drei Tagen laut Veranstalter rund 7.600 Besucher bei rund 190 Ausstellern über Sonne, Wind, Biomasse und Passivhäuser. Der Kongress beschäftigte sich unter anderem mit Wind und Wasserkraft sowie den Perspektiven der Brennstoffzelle. Weitere Schwerpunkte der Passivhaus-Tagung waren die Luftdichtheit der Gebäudehülle, Altbausanierung und Passivhäuser im Gewerbebau. Beim Bau von öffentlichen Gebäuden, Büros und Industrieanlagen zeichnet sich verstärktes Interesse am Passivhaus-Standard ab. Die vorgestellten Projekte und Bauten belegen, dass Gebäude mit einem um zirka 80% niedrigeren Heizenergiebedarf als Bauten nach dem Standard der Wärmeschutzverordnung ohne höhere Baukosten möglich sind – mit optimierter und integraler Planung. Einige süddeutsche Kommunen entdecken inzwischen die Niedrigstenergie-Bauweise für den Nachwuchs: Passivhaus-Kindergärten liegen im Trend. Fertig gestellten Projekten, beispielsweise in Lindau und in Stuttgart-Feuerbach, sollen weitere folgen, die sich derzeit im Stadium der Planung befinden, zum Beispiel in Gemmrigheim. Zum fünften Mal beantwortete Deutschlands größte Querschnittsveranstaltung zum Thema energie-effizientes Bauen und Sanieren Fragen zu Technik, Planung und Ausführung sowie zur Förderung.

27.02.2002   Quelle: Eigener Bericht

 

SolarWorld AG: Ergebnis deutlich verbessert

Das Bonner Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2001 ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich besseres Ergebnis erzielt: Die SolarWorld AG erreichte ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 5,45 Millionen Euro.  Im Jahr 2000 hatte die Aktiengesellschaft ein EBIT von 1,63 Millionen Euro erzielt. Die Ertragssteigerung will das Unternehmen an die Aktionäre weitergeben und der Hauptversammlung am 28. Mai 2002 eine im Vergleich zum Vorjahr (0,30 Euro) auf 0,35 Euro erhöhte Dividende vorschlagen.

Auch die SolarWorld-Tochtergesellschaft Deutsche Solar AG war im Berichtszeitraum erfolgreich. Sie erwirtschaftete trotz massivem Ausbau der Kapazität bei laufender Produktion ein EBIT über dem Vorjahresniveau in Höhe von 7,62 Millionen Euro (Vorjahr: 7,59). Die konsolidierte Konzernbilanz nach dem International Accounting Standard (IAS) will die SolarWorld AG in der 16. Kalenderwoche vorlegen. Im Geschäftsjahr 2001 hat die SolarWorld AG die Umsatzerlöse um 118 % auf 35,9 Millionen Euro gesteigert. Die Deutsche Solar erzielte mit 54,3 Millionen Euro einen um 42,5 % höheren Umsatz.

27.02.2002   Quelle: SolarWorld AG

 

Bayern: 608.000 Kilowattstunden Sonnenstrom aus der Kiesgrube

Einen der ertragsstärksten Solarparks in Deutschland hat die Stuttgarter voltwerk AG am 22. Februar 2002 in Betrieb genommen. Sechs Photovoltaik-Gemeinschaftsanlagen mit einer Spitzenleistung von insgesamt 600 Kilowatt auf dem Gelände einer stillgelegten Kiesgrube wurden vor zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft im bayerischen Söchtenau bei Rosenheim eingeweiht. Jährlich sollen hier rund 608.000 Kilowattstunden Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Die Energie würde ausreichen, um ein Viertel der rund 2.500 Einwohner zählenden Gemeinde mit sauberem Strom zu versorgen.   Mit über 1.260 Kilowattstunden Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter im Jahr zählt die Region um Rosenheim laut Deutschem Wetterdienst (DWD) zu den sonnenreichsten Deutschlands. „Das sind optimale Bedingungen für besonders wirtschaftliche Solar-Gemeinschaftsanlagen. Schon zur Einweihung sind über 80 Prozent der Anteile an Investoren verkauft“, freute sich Martin Bucher, Vorstand der voltwerk AG: „Wer schnell handelt, kann sich noch Anteile ab 5.000 Euro sichern“. Auch Sylvère Leu, Geschäftsführer des für die Realisierung verantwortlichen Generalübernehmers SunTechnics GmbH, zeigte sich sehr zufrieden. Nach nur vier Monaten Bauzeit wurden 5.760 Solarmodule mit einer Gesamtfläche von über 5.500 Quadratmetern installiert. Über 300.000 Euro soll der Solarpark auf einer Gesamtfläche, die drei Fußballfeldern entspricht, durch den Stromverkauf jährlich erwirtschaften und den Investoren über 20 Jahre hinweg eine Rendite von durchschnittlich über sechs Prozent bescheren.

Zur Einweihung des Solarparks erschienen zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft. Franz Alt, Buchautor und Journalist betonte in seiner Rede die Bedeutung der Photovoltaik für die künftige Energieversorgung: „Mit einer solaren Energiepolitik können wir das Weltklima retten und damit der Menschheit eine Chance des Überlebens geben.“ Die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie für die Region stellten Dr. Max Gimple, Landrat des Kreises Rosenheim, und der Bürgermeister der Gemeinde Söchtenau, Josef Baumann, heraus: „Wir als Gemeinde wollen einen Beitrag dazu leisten, die Natur für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten. Die Solarenergie ist ein wichtiges Element in unserem Engagement für den Umweltschutz“, so Baumann in seiner Ansprache. Auch das Klima wird von dem Betrieb der Solarstromanlagen profitieren: In den nächsten 20 Jahren werden der Umwelt mit den Solarstromanlagen rund 12.000 Tonnen des gefährlichen Treibhausgases Kohlendioxid erspart.

Bereits im November vergangenen Jahres hat die voltwerk AG den mit 1,6 Megawatt größten Solarpark Deutschlands in Markstetten (Oberpfalz) erfolgreich ans Netz gebracht. Damit belegt die Gemeinde Markstetten den ersten Platz in der bundesweiten „Solarbundesliga“ bei den Ortschaften von 1.000 – 9.999 Einwohnern. Mit dem neuen Solarpark schaffte Söchtenau auf Anhieb den zweiten Platz.

26.02.2002   Quelle: Conergy AG

 

Brennstoffzellen-Markteinführung: Herausforderung für den Mittelstand

Der Brennstoffzelle wird weltweit eine wachsende Bedeutung als Teil einer effizienten und Ressourcen schonenden Energieversorgung zugeschrieben. Experten sind sich einig, dass die Brennstoffzelle technisch ausgereift ist, warnen aber vor zu großer Euphorie. Vor allem mittelständische Unternehmen sollten sich im Hinblick auf die Wertschöpfungskette und die erst in einigen Jahren erwartete Serienreife von Brennstoffzellen-Systemen nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als Kooperationspartner verstehen.  Dies sind zentrale Ergebnisse einer Tagung der Energieagentur Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Kompetenz-Netzwerk des Landes und der Industrie- und Handelskammer Köln am 19.02.2002. "Die Brennstoffzelle ist ein wichtiger Hoffnungsträger, die Markteinführung aber eine echte Herausforderung", versicherte Prof. Dr. Detlef Stolten, Leiter des Kompetenz-Netzwerks Brennstoffzelle NRW. "Wer auf neue Energien als Geldanlage setzt, braucht gute Nerven, darf sich am Ende aber langfristig zu den Gewinnern zählen," ergänzte Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW.

Dr.-Ing. Friedel Breuer von der IHK Köln forderte speziell die mittelständischen Unternehmen zu Forschungs- und Vermarktungskooperationen auf. Angelika Heinzel vom Zentrum für Brennstoffzellenforschung an der Universität Duisburg gab zu bedenken, dass die Brennstoffzelle bestehende und vor allem bewährte Produkte vom Markt verdrängen müsse: "Wir haben eine funktionierende Energieversorgung. Es wird viel Überzeugungsarbeit nötig sein, bis der Markt von allen Vorteilen der Brennstoffzellen-Technologie überzeugt ist." Zudem sehe die Kostensituation nicht grundsätzlich positiv aus. Die Duisburger Professorin verweist auf die kostenintensive Technologie für einen Autoantrieb. Heinzel sagte weiter: "Bei der stationären und portablen Energieversorgung sieht die Kostensituation günstiger aus."

Kai Klinder von der Remscheider Vaillant GmbH erklärte, das Unternehmen habe im Bereich der Hausenergieversorgung erst in diesem Jahr mit der Felderprobung von Prototypen begonnen: "Nicht alle Ankündigungen der vergangenen Jahre sind auch zu halten." Weltweit gebe es noch keine Brennstoffzelle für die Hausenergieversorgung, die bereits Serienreife besitze. Klinder erwartet nicht, dass dies vor 2005 der Fall sein wird.

26.02.2002   Quelle: Energieagentur NRW

 

Stefan NAU GmbH auf dem Weg zur europäischen Energiegruppe

Das Management des Moosburger Haustechnik-Herstellers unter Leitung von Geschäftsführer Markus Bau beabsichtigt, noch in diesem Jahr das Unternehmen zu übernehmen. Die M.A.X. Holding AG, München, zu der die Stefan NAU GmbH & Co KG gehört, will sich von der Tochtergesellschaft trennen. Mittel für die Übernahme sollen auch von der holländischen ABN AMRO Bank kommen, die als reiner Finanzinvestor auftreten wird, wie die NAU GmbH berichtet.  NAU soll zu einer europaweit tätigen Umwelt- und Energiegruppe wachsen, mit ersten Schwerpunkten in Spanien und Italien. Im Deutschen Markt will Nau dem dreistufigen Vertriebsweg (Großhandel, Fachbetriebe, Endkunden) treu bleiben. Im kommenden Jahr ist eine Produktoffensive geplant, welche die neue Richtung aufzeigen soll. NAU setzt auf Photovoltaik, Solarthermie, Regenwassersysteme, Pelletsheizung und –lagerung sowie doppelwandige Nylontanks.

Als einziger Hersteller in Deutschland bietet die Stefan NAU GmbH & Co KG ein Komplett-Programm zur Haustechnik an. Das Sortiment umfasst Heizöltanks, Wärmespeicher für Brauchwasser, Schichtspeicher-Systeme, Solarkollektoren zur umweltfreundlichen Wärmegewinnung, Regenspeichersysteme sowie Transportbehälter für Entsorgungs- und Recyclingkonzepte. Solarkollektoren fertigt NAU in zwei Ausführungen: „Variolux“ Hochvakuum-Röhren-Kollektoren, die praktisch keinem Alterungsprozess unterliegen und damit über die gesamte Lebensdauer eine maximale Energieausbeute garantieren, und Flachkollektoren vom Typ „BlueEnergie 2000“, die sowohl auf den Dachziegeln, als auch direkt auf der Unterlattung anzubringen sind. NAU legt besonderen Wert auf Betriebssicherheit und Investitionsschutz und verwendet für seine Kollektoren nur gehärtetes, hochkratzfestes, Hagel- und Schlagwettersicheres Spezialglas sowie Absorber mit hochwertiger Tinox-Beschichtung.

25.02.2002   Quelle: NAU GmbH

 

Deutsche Solar kündigt Ausbau der Waferproduktion auf 120 MW an

m der weiter stark steigenden Nachfrage für Solarsiliziumwafer zu entsprechen, hat die Tochtergesellschaft der SolarWorld AG beschlossen, ihre Ausbaupläne ein weiteres Mal vorzuziehen.  Nach der mittlerweile abgeschlossenen Umwandlung in eine Aktiengesellschaft plant die Deutsche Solar AG, Freiberg (Sachsen), die schrittweise Erhöhung der Produktionskapazität auf 80 Megawatt (MW) bis zur Mitte und 120 MW bis zum Ende des Jahres 2002. Über den beschleunigten Ausbau will das Unternehmen an seinen japanischen Wettbewerbern vorbei zum Weltmarktführer für Solarwafer aufsteigen. Die bisherigen Planungen sahen den Ausbau auf 100 MW bis Ende 2002 vor. Im Endausbau soll die Gesamtkapazität 200 MW betragen.

25.02.2002   Quelle: SolarWorld AG

 

Phönix SonnenStrom AG nimmt an zwei EU-Projekten teil

Mit Erfolg teilgenommen hat die Phönix SonnenStrom AG im letzten Herbst an Ausschreibungen für zwei EU-Projekte, die von der Generaldirektion für Energie und Verkehr der Europäischen Kommission (DG TREN) im 5. Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration gefördert werden. Aus den Anträgen ergeben sich EU-Projektaufträge mit einem Gesamt-Projektvolumen von 15,7 Millionen Euro.  Das Projekt „EUPRES“ hat zum Ziel, erneuerbare Energien in großem Stil in der städtischen Energieversorgung einzusetzen. Die sieben Projektpartner aus Spanien, Schweden und Deutschland werden unter anderem eine Photovoltaikanlage mit 1,15 Megawatt Spitzenleistung (MWp) in die 21.000 Quadratmeter große Dachfläche einer Pergola in Barcelonas Stadtteil Besòs integrieren. Die Phönix SonnenStrom AG ist verantwortlich für die Planung und das Design sowie für die Konzeption der Ertragsüberwachung.

Für das zweite EU-Projekt haben sich 19 Partner aus fünf europäischen Ländern mit dem Ziel zusammengefunden, in fünf Demonstrationsregionen eine Entwicklung hin zu einer hundertprozentigen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien anzustoßen. Deutscher Lokalkoordinator des „RE-NET“-Projektes ist der Landkreis Fürstenfeldbruck bei München. Mit der Initiative "Ziel 21 - Zentrum für innovative Energien im Landkreis Fürstenfeldbruck" – soll das ehrgeizige Vorhaben umgesetzt werden, die Energieversorgung des Landkreises bis zum Jahr 2030 mit erneuerbaren Energien zu garantieren. Aufgabe der Phönix SonnenStrom AG ist die Planung und der Bau einer 50 kWp-Solarstromanlage sowie die Entwicklung von standardisierten Service-Paketen im Bereich Finanzierung, Planung, Verwaltung und Wartung. Das Unternehmen wird schließlich auch für die Ertragsüberwachung und die öffentlichkeitswirksame Visualisierung der Stromerträge zuständig sein.

22.02.2002   Quelle: Phönix SonnenStrom AG

 

Zwei bayerische Gemeinden steigen auf 100% Ökostrom um

Die im Süden von München gelegenen Kommunen Planegg und Gauting lassen seit dem 1. Januar 2002 die gesamte Strommenge für ihre Liegenschaften zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erzeugen. Ihr Strombedarf beträgt zur Zeit insgesamt über 2 Millionen Kilowattstunden.   Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von etwa 800 Haushalten. Geliefert wird die Energie von der Düsseldorfer Naturstrom AG, einem der führenden Ökostromanbieter in Deutschland.

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Gemeinden zugunsten der Naturstrom AG sei gewesen, dass nachweislich Investitionen in neue Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien erfolgten und dadurch aktiv ein Nutzen für die Umwelt erzielt werde, kommentierte die Naturstrom AG den Strom-Wechsel der Kommunen. „Wir freuen uns sehr, dass die Ratsmitglieder in Planegg und Gauting neben dem Preis vor allem die Leistung des Angebots berücksichtigt haben", so Ralf Bischof, Vorstand der Naturstrom AG. "Über 80 neue Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse konnten bisher schon durch unsere über 11.000 Kunden entstehen. Die Entscheidung der beiden Gemeinden wird nun zu weiteren neuen Anlagen führen."

Die zusätzliche Förderung von Solaranlagen in den Gemeinden ist fester Bestandteil des Rahmenvertrages: Bis zu einer jährlichen Menge von 20.000 Kilowattstunden (kWh) wird die Naturstrom AG Solarstromanlagen, die in den Versorgungsgebieten der Gemeinden liegen und den Kriterien des „Grünen Strom Labels“ entsprechen, zusätzlich zur gesetzlich geregelten Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien Geseetz (EEG) mit bis zu 10 Cent je kWh bezuschussen. Bestandteil des Rahmenvertrages sind darüber hinaus Optionen zur Bündelung des Strombezugs. Interessierten Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts im Großraum München wird damit die Möglichkeit geboten, sich dem Vertrag zu gleichen Konditionen anzuschließen. Einen direkten Vorteil aus dem Vertragsabschluss können auch die Bürger der Gemeinden Planegg und Gauting ziehen: Ihnen wird bei einem Wechsel zur Naturstrom AG der vergünstigte Preis für Partner des Unternehmens eingeräumt.

22.02.2002   Quelle: Naturstrom AG

 

„erneuerbare energien 2002“: Weltneuheiten in Böblingen

Aktuelle Entwicklungen und Trends aus dem Bereich der regenerativen Energien, gespickt mit faszinierenden Weltneuheiten, präsentiert die internationale Kongressmesse „erneuerbare energien 2002“ vom 22. bis 24.02.02 im CongressCentrum und der CCB-Sporthalle Böblingen.  Die dreitägige Ausstellung informiert sowohl die Verbraucher als auch das Fachpublikum, dem mit einem umfangreichen Kongressprogramm und der Passivhaus-Tagung Beiträge namhafter Experten angeboten werden.

Erstmalig präsentiert die Böblinger Energie-Messe Kleinwindanlagen, die jedem Hausbesitzer, ermöglichen, seinen eigenen Strom direkt ins Netz einzuspeisen oder zu nutzen. Eine weitere Neuigkeit ist ein tragbares Blowtest-Messgerät: es bestimmt die Luftdichtheit von Gebäuden im Handumdrehen, so dass Mängel noch in der Bauphase erkannt und beseitigt werden können. Warme Räume ohne Heizkosten verspricht der „Vakutemp“-Rolladen. Dieses neue Produkt soll selbst die Dämmleistung der besten Passivhaus-Fenster noch verbessern. Eine kostenlose Energieberatung beantwortet interessierten Messebesuchern Fragen zur Gebäudesanierung, zur Energieeinsparung im Neubau sowie zum Thema Finanzierung.

Im Bereich Windenergie ist die „erneuerbare energien“ die größte Messe im süddeutschen Raum sowie in Österreich und der Schweiz. Insgesamt 20 Aussteller aus der Windbranche werden in Böblingen vertreten sein. „Renommierte Messen wie diese in Böblingen bleiben nicht nur konstant wichtig, sondern gewinnen sogar noch an Bedeutung. Gerade das persönliche Gespräch mit Herstellern und Handwerk ist für den Kunden wichtig“ sagte Friedrich Bullinger, Leiter des Landesgewerbeamtes Baden-Württemberg. „Die bereits im Vorfeld große Nachfrage lässt vermuten, dass sich die Besucherzahlen des letzten Jahres sogar noch steigern lassen“ lautet die Prognose des Messeveranstalters. „Wir rechnen mit rund 9.000 Besuchern und 600 Kongressteilnehmern in Böblingen“.

21.02.2002   Quelle: erneuerbare energien Kommunikations- und Informationsservice GmbH

 

Wuppertaler Energie- und Umweltpreis ausgeschrieben

Die Bewerbungsfrist für den Umweltpreis 2002 des Wuppertal Instituts läuft vom 18.02. bis zum 31.05.2002. Das Institut für Klima, Umwelt und Energie fordert junge Forscher, Entwickler, Initiatoren und Anwender aus ganz Deutschland auf, sich mit zukunftsweisenden Arbeiten am Wuppertaler Energie- und Umweltpreis zu beteiligen. Der mit 15.000 € dotierte Preis wird bereits zum dritten Mal ausgeschrieben.  Wieder will das Wuppertal Institut mit diesem Wettbewerb innovative Projekte, Initiativen, Produkte oder Dienstleistungen fördern. Gefragt sind Konzepte, die richtungsweisend und praxisnah sind. So soll der Preis zugleich dazu beitragen, dass ökologische und sozialverträgliche Produkte sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen.

Die fachliche Bewertung der eingegangenen Arbeiten übernimmt eine hochrangige Jury. Ein Innovationsbeirat, dem erfahrene Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Technik angehören, soll den kreativsten Bewerberinnen und Bewerbern den Weg für die Umsetzung ihrer Ideen ebnen. Der Wuppertaler Energie- und Umweltpreis wird gefördert vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MSWKS), der Stadt Wuppertal und Unternehmen aus Nordrhein-Westfaklen. Schirmherr ist der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Hans Kremendahl. Die Preisverleihung wird im November in der Historischen Stadthalle in Wuppertal stattfinden.

21.02.2002   Quelle: Wuppertal Institut

 

Solar-Fabrik erteilt Großaufträge für 9,5 Megawatt (MW) Solarzellen

Die Produktionsgrundlagen für das gesamte Jahr 2002 hat sich die Freiburger Solarfabrik GmbH gesichert: Zwei Großbestellungen beim US-amerikanischen Solarzellenhersteller Astropower (5 MW) und der deutschen RWE Solar GmbH (4,5 MW) stellen die Zulieferung der erforderlichen Menge an Solarzellen zur Produktion der Solarfabrik-Module sicher.  "Angesichts der immer wieder diskutierten Lieferengpässe bei Zellenlieferanten freut uns dies umso mehr," so Georg Salvamoser, Geschäftsführer der Solar-Fabrik. Zweistellige Wachstumszahlen in der gesamten Photovoltaikbranche hatten in den vergangenen Monaten zu Engpässen bei der Zellenherstellung geführt. Die Modulhersteller weltweit waren daher immer wieder vor das Problem gestellt, ihre Produktion nicht auslasten zu können.

Auch bei der Solar-Fabrik in Freiburg stiegen die Produktionsziffern in den vergangenen Jahren deutlich: Wurden im Jahr 2000 noch 4,6 MW Solarstrommodule produziert, waren es 2001 bereits 6,1 MW. Im laufenden Jahr 2002 will das Freiburger Unternehmen seine Produktion weiter erhöhen. "Wir kalkulieren mit einer Produktionssteigerung von über 50%", erklärte Geschäftsführer Georg Salvamoser. Im Freiburger Gewerbegebiet Hochdorf wird derzeit das Werk II der Solar-Fabrik mit einer neuen Produktionslinie aufgebaut.

20.02.2002   Quelle: Solar-Fabrik GmbH

 

Bund fördert Solarstromanlagen in China mit 10,2 Millionen €

Dezentrale Photovoltaik-Anlagen werden 170 Dörfer in den chinesischen Provinzen Xinjiang und Yunnan mit elektrischem Strom versorgen.  Damit sollen die Lebensbedingungen von 60.000 Einwohnern verbessert werden, die nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Die Menschen in diesen Dörfern gelten in ihrer Mehrheit als arm; sie verfügen über durchschnittliche Jahreseinkommen von 39 bis 130 Euro.

Die Solarstromanlagen sind Teil eines Projekts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hatte zur Nutzung erneuerbarer Energien 10,2 Millionen Euro anlässlich der deutsch-chinesischen Umweltkonferenz im Dezember 2000 zugesagt. Politischer Wille der chinesischen Regierung ist es, allen nicht elektrifizierten Dörfern eine verlässliche Stromversorgung zu gewährleisten. Die chinesische Regierung beteiligt sich mit eigenen Mitteln an dem Bau der Photovoltaik-Anlagen. Zwar werden in China bereits 93 Prozent aller Haushalte mit elektrischer Energie versorgt, aber in entlegenen Regionen ist der Anschluss an das Stromnetz wegen ungünstiger topografischer Bedingungen und großer Entfernungen nicht möglich. Zum Beispiel in der Provinz Xinjiang, die vier Mal größer ist als Deutschland. Eine Lösung dieses Problems ist die dezentrale Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien. Photovoltaik-Anlagen, die eine beträchtliche Versorgungssicherheit aufweisen, bieten sich überall dort an, wo eine hohe Sonneneinstrahlung gegeben ist und gleichzeitig das Potenzial zur Nutzung von Wasser- oder Windkraft gering ausfällt.

20.02.2002   Quelle: BMZ

 

Trittin: Klimaschutz-Initiative der USA enttäuschend

Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist mit dem von US-Präsident Bush vorgelegten Klimaschutzprogramm unzufrieden. "Ich begrüße, dass Präsident Bush mit diesem Programm die Notwendigkeit anerkennt, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen. Die inhaltliche Ausgestaltung des Programms ist nach meiner ersten Einschätzung jedoch enttäuschend. Aufgrund seiner Unverbindlichkeit ist kaum damit zu rechnen, dass die ohnehin schon hohen US-Emissionen nennenswert, wenn überhaupt, sinken werden. Vielmehr erlaubt das ans Bruttoinlandsprodukt gekoppelte Ziel, dass die Emissionen weiter ansteigen. Insofern ist das Programm weit davon entfernt, einen adäquaten Ersatz für den Rückzug der USA aus dem Kyoto-Protokoll zu bieten."  Das von US-Präsident Bush vorgeschlagene Programm zur Reduzierung von Treibhausgasen sieht für die nächsten 10 Jahre eine Steigerung der Energieeffizienz um 18 Prozent vor. Außerdem kündigt es verstärkte Anstrengungen im Bereich der Klimaforschung und der Entwicklung von Klimaschutztechnologie an. Das Maßnahmenbündel enthalte weder eine Zielsetzung, die Emissionen der Treibhausgase absolut zu reduzieren, noch eine feste Obergrenze für die steigenden US-Emissionen, kritisiert Trittin.
Die Treibhausgas-Emissionen der USA sind nach Auskunft des Bundesumweltministeriums seit 1990 bereits um 14 Prozent gestiegen, die CO2-Emissionen gar um 16,7 Prozent. Die Energie-Effizienz der US-Industrie habe sich trotz dieses Anstiegs zwischen 1990 und 2000 um 17,4 Prozent verbessert. Das nunmehr vorgelegte Programm erlaube es den USA, ihre Emissionen noch weiter zu erhöhen. Erste Schätzungen kämen zu dem Ergebnis, dass die US-Emissionen bis zum Jahr 2012 innerhalb des Programms auf zirka 28-29 Prozent ansteigen können, mithin 34-35 Prozentpunkte über der von den USA in Kyoto versprochenen Minderung von 7 Prozent.

Trittin sagte, die zögerliche Haltung der USA sei für Deutschland kein Grund, beim Klimaschutz zurückzustecken. Die Vorreiterrolle der deutschen Klimaschutzpolitik bringe Wettbewerbsvorteile für die deutsche Wirtschaft. So weise die im letzten Jahr veröffentlichte Prognos-Studie "Klimaschutz und Arbeitsplätze" nach, dass aktiver Klimaschutz und beschäftigungspolitische Ziele keine Gegensätze seien, sondern sich gegenseitig positiv beeinflussen. Die Prognos-Gutachter hätten errechnet, dass durch die Umsetzung des deutschen Klimaschutzprogramms bis zum Jahr 2005 etwa 155.000 neue Arbeitsplätze entstehen; bis zum Jahr 2020 rechnen sie mit etwa 194.000 zusätzlichen Beschäftigten.

19.02.2002   Quelle: BMU

 

Solvis erhöht Gesellschaftskapital um 410.000 €

Die Solvis Energiesysteme GmbH & Co KG erhöht ihr Gesellschaftskapital von bisher 3,59 Millionen Euro auf 4 Millionen Euro. Mit dem zusätzlichen Kapital will das Braunschweiger Unternehmen seine Produktionskapazität und das Produktprogramm ausbauen.  Solvis erzielt nach eigener Auskunft im Anschluss an eine intensive Aufbauphase seit 1997 steigende Gewinne. Im Jahr 2000 betrug die Eigenkapitalrendite elf Prozent. Mit den neuen Kommanditanteilen wird ein weiterer Ausbau der Produktion angestrebt. Kommanditisten können sich mit einem Beitrag von mindestens 2.500 Euro bei einem Aufgeld von 190 Prozent für gestiegenen Firmenwert beteiligen. Das Aufgeld wurde auf Basis des aktuellen Firmenwertes von 13,3 Millionen Euro mit einem Abschlag von 20 Prozent errechnet.

Symbol des ökonomischen Erfolgs und des ökologischen Anspruchs des Unternehmens ist die im Bau befindliche „Nullemissionsfabrik“. Das neue Produktionsgebäude setzt Maßstäbe im Industriebau: Hier wird Solvis ab Sommer 2002 umweltfreundliche Produkte nach neuesten Öko-Standards herstellen.

Lesen Sie zur „Nullemissionsfabrik" auch: newsa2001m04.html#news135

19.02.2002   Quelle: Solvis GmbH & CO KG

 

Strommarkt: Öko-Institut zertifiziert neues Produkt

Das vom Freiburger Öko-Institut zertifizierte Produkt "World Wide Green" soll es privaten Haushalten und Unternehmen erlauben, ihren Stromverbrauch umweltgerecht, flexibel und kostengünstig zu decken.  Die Kunden von World Wide Green beziehen eine frei wählbare Menge Strom aus erneuerbaren Energien und fördern damit die Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen.

Das Angebot von World Wide Green basiert auf so genannten handelbaren Zertifikaten, die in verschiedenen Ländern als Grundlage für die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Diese Zertifikate repräsentieren den ökologischen Nutzen von Strom, der beispielsweise aus Windkraft oder Sonnenenergie erzeugt wurde. Durch den Kauf solcher Zertifikate (3 Eurocent pro Kilowattstunde für Strom aus Windkraft; 80 Cent für Strom aus Sonnenenergie) „erwerben“ die Kunden diesen Umweltnutzen und fördern die umweltverträgliche Stromerzeugung. Der unabhängige Zertifikatehändler World Wide Green verkauft keinen Strom, sondern nur den “grünen” Teil des Ökostroms. Die Kunden müssten deshalb nicht den Stromversorger wechseln, um Ökostrom zu beziehen, beschreibt World Wide Green sein Angebot.

Über dieses Modell soll jeder Stromverbraucher eine seinem Bedarf entsprechende Strommenge (oder einen Teil davon) umweltfreundlich erzeugen lassen können. World Wide Green erwirbt Zertifikate in verschiedenen Ländern, darunter den USA und Australien. Auch in Europa sind verschiedene nationale Zertifikatssysteme im Aufbau begriffen, die durch ein europaweites System (Renewable Energy Certificate System; RECS) ergänzt werden. Durch die vom Öko-Institut erarbeiteten Qualitätsanforderungen soll sicher gestellt werden, dass die zertifizierten Produkte einen Ausbau der erneuerbaren Energien bewirken, der über den Kraftwerksbestand und die Effekte staatlicher Förderinstrumente hinausgeht. Damit ist nach Aussage des Öko-Instituts gesichert, dass die Käufer dieser Produkte einen Beitrag für den Umweltschutz und den Ausbau nachhaltiger Energietechnologien leisten.

18.02.2002   Quelle: medien-zentrum.de

 

PV-Anlagen und Ortsrecht: SFV sucht Beispiele

Der Solarenergie-Förderverein e. V. (Aachen) sammelt Fälle, in denen Städte oder Gemeinden in ihrer Ort-Satzung den Bau von Photovoltaik-Anlagen verboten hatten, aber nachträglich eine Lösung gefunden haben, die den Bau von Solarstromanlagen doch ermöglicht.   Der Verein bittet um die Übermittlung diesbezüglicher Texte und beabsichtigt, die Sammlung auf den Internetseiten des SFV http://sfv.de zu präsentieren. Dort könnten Betreiber von PV-Anlagen, die in Konflikt mit dem geltenden Ortsrecht geraten, gute Argumente für den Einsatz der Photovoltaikanlagen finden, erläuterte der Geschäftsführer des SFV, Wolf von Fabeck.

Lesen Sie zu diesem Thema auch:
Photovoltaik im Schatten des Denkmalschutzes?
In einem Ortsteil der badischen Stadt Ettlingen droht der Abriss einer Solarstromanlage, weil diese sich nach Auffassung der Kommune im Widerspruch zum dörflichen Charakter befindet.

18.02.2002   Quelle: SFV

 

"EnergieSparCheck" Baden-Württemberg wird fortgeführt

Die landesweite Aktion „EnergieSparCheck“ für Hauseigentümer und Kommunen wird bis zum 31. Dezember 2002 fortgesetzt. Eine Beratung zum Energiesparen koste Hauseigentümer wie Gemeinden nur 75 Euro pro Wohnung, für jede weitere Wohneinheit kämen 25 Euro hinzu, sagte Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller am 11. Februar 2002.  Das Umwelt- und Verkehrsministerium und das Handwerk übernehmen den Rest der Kosten von insgesamt rund 300 Euro. Das Angebot gelte für bis zu acht Wohnungen. Für Kommunen kämen kleinere Gebäude wie beispielsweise Kindergärten in Frage.

Das Angebot der Energieberater werde stark genutzt - seit 1999 habe das Handwerk schon rund 12.000 EnergieSparChecks im Land vorgenommen. Mittlerweile seien über 1.500 Meister des Handwerks speziell zum Energieberater ausgebildet worden. Damit habe man ein flächendeckendes Angebot erreicht. "Durch das Energiesparen können Hausbesitzer und Kommunen nicht nur dem Klimaschutz, sondern auch ihrer Haushaltskasse einen Gefallen tun", sagte Minister Müller.

Das baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsministerium bietet den EnergieSparCheck gemeinsam mit dem Handwerkstag des Landes an. Den Check selbst übernehmen die Energieberater. Der EnergieSparCheck umfasst eine Bestandsaufnahme vor Ort sowie die Analyse des Ist-Zustandes von Außenwänden, Dach, Fenstern, Kellerdecke und Heizungsanlage. Mit Hilfe von EDV-Programmen werden Sanierungsvorschläge erarbeitet und die daraus resultierenden Energie- und CO2-Einsparungen berechnet. Eine Prioritätenliste ordnet die Sanierungsvorschläge nach Kosten-Nutzen-Aspekten. Der Energieberater bespricht diesen Maßnahmenkatalog mit dem Gebäudebesitzer. Die Haus- und Wohnungseigentümer beziehungsweise Kommunen lernen die Schwachstellen kennen, wissen um ihren Energieverbrauch und haben einen Plan vom Fachmann, um die negativen Punkte anzugehen. "Schon Häuser, die vor 1984 gebaut wurden, gehören zum Altgebäudebestand. Hier wird oft unwissentlich viel Energie und Geld verschwendet. Wer dauerhaft sparen will, sollte jetzt die Investitionen tätigen", betonte Minister Müller.

Weitere Informationen: http://www.energiesparcheck.de

Lesen Sie auch den Solar-Report 2-2002:
Energie sparen als Pflicht, Sonnenenergie als Chance

15.02.2002   Quelle: Umwelt- und Verkehrsministerium BW

 

„Solarindustriepreis“ für Hans-Josef Fell

Der forschungspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Hans-Josef Fell, erhält den Deutschen Solarindustriepreis 2002.  Die Auszeichnung für Bürger, Vereine und Institutionen, die sich für eine solare Energiewirtschaft engagieren, verleiht die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) dieses Jahr zum ersten Mal. Eine Jury aus Vertretern der führenden Solarunternehmern wählte den ersten Preisträger aus.

Hans-Josef Fell darf den Preis am 14. Februar in München stellvertretend für die rot-grüne Bundesregierung entgegennehmen. Mit dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), an dessen zu Stande kommen Hans-Josef Fell maßgeblich beteiligt war, habe die Bundesregierung einen Meilenstein auf dem Weg ins Solarzeitalter gesetzt, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Hans-Josef Fell ist unter anderem Obmann im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Berichterstatter für das Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) und stellvertretendes Mitglied der Enquete-Kommission "Zukunft der Energieversorgung". 1994 erhielt der Grünen-Politiker den Solarpreis der Europäischen Sonnenenergievereinigung EUROSOLAR. 2000 folgten der Deutsche Solarpreis der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und der Energy-Globe Award. Im Jahr 2001 durfte Fell sich über den Nuclear-Free Future Award freuen, den bedeutendsten Preis der internationalen Anti-Atom-Bewegung.

14.02.2002   Quelle: UVS / Hans-Josef Fell (MdB)

 

Zukunftsenergien: Mofa mit Brennstoffzelle / Container mit Solarkühlung

Innovative Energietechnologien, Produkte und Dienstleistungen präsentiert die Landesinitiative Zukunftsenergien Nordrhein-Westfalen auf der Messe "E-world of energy" vom 13. bis 15. Februar in Essen.  Zu den Attraktionen am Stand D in Halle 3 zählen ein Mofa mit Brennstoffzellenantrieb und ein solar gekühlter Container als mobiles Büro oder zur Medizin- und Lebensmittellagerung. Ein Reformer zur Wasserstoffproduktion aus Erd- oder Biogas sowie eine „Protegohaube“, die das sichere Austreten von Grubengas kontrolliert, sind ebenfalls Teil der Präsentation.
Die „Arbeitsgemeinschaft Solar NRW" zeigt an dem 700 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand der Initiative aus Anlass ihres zehnjährigen Bestehens einen Querschnitt ihrer Aktivitäten. Ein Highlight aus dem Bereich der Photovoltaik ist neben den Entwicklungsarbeiten zu verbesserten Solarzellen ein neuartiger Wechselrichter für einzelne Solarmodule. Er erleichtert das Verschalten eines photovoltaischen Systems und macht es zudem sicherer. Als „Spin-off“ der Entwicklungsarbeiten der „AG Solar NRW“ wird eine neuartige durchsichtige holographische Projektionswand vorgeführt sowie ein keramischer Mischer, der für die verbesserte Durchwirbelung heißer Abgase im Katalysator von Automobilen eingesetzt werden soll.

13.02.2002   Quelle: Landesinitiative Zukunftsenergien NRW

 

S.A.G. Solarstrom AG beteiligt sich an Meteomedia AG

Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG wird rund 20% an der Schweizer JKP Holding übernehmen, die wiederum 100% der Tochterunternehmen Meteomedia AG und Meteomedia Deutschland GmbH hält. Mit der Unternehmensbeteiligung will sich die S.A.G. Solarstrom AG die exklusive Verwertung von Wetterdaten für die solare Energieerzeugung sichern.  Die Meteomedia AG des bekannten TV-Meteorologen Jörg Kachelmann gehört laut S.A.G. Solarstrom AG zu den führenden privaten Wetterdienstleistungsunternehmen in Deutschland und der Schweiz.

Durch die Beteiligung an Meteomedia strebt die S.A.G. eine Alleinstellung als Dienstleistungsunternehmen im regenerativen Energiemarkt (Finanzierung, Ertragsprognose und Standortauswahl) an. Bereits Anfang März sollen gemeinsame Dienstleistungen zur Prognose und Überwachung regenerativer Energieproduktion angeboten werden. Mehr als 60 Mitarbeiter der Meteomedia in den Niederlassungen Gais (Schweiz), Bochum, Berlin, Hiddensee, Oderwitz, Bad Dürrheim und Borkum mit sieben Hörfunk- und fünf Fernsehstudios sowie der größten europäische Wetterdatenbank beliefern eine Vielzahl von Radio- und Fernsehsendern mit selbst produzierten Wetterberichten. Rund 400 Wetterstationen liefern ihre Ergebnisse exklusiv an die Meteomedia AG. Die JKP Holding erwirtschaftete 2001 einen Jahresumsatz von rund 7,5 Millionen €. Für das laufende Geschäftsjahr wird mit einem Umsatzplus von zirka 20% gerechnet. Die Übernahme weiterer Anteile an der Holding durch die S.A.G. Solarstrom AG ist mit einem Optionsrecht gesichert.

13.02.2002   Quelle: S.A.G. Solarstrom AG

 

Netzeinspeisung: Anspruch auf Vergütung auch ohne Vertrag

Das Amtsgericht Hamburg hat am 11.12.2001 entschieden, dass Betreiber von Photovoltaikanlagen auch ohne vertragliche Regelung (Einspeisevereinbarung) Anspruch auf die Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) haben, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) in einem Rundschreiben.  Das Gericht gab in einem Rechtsstreit von Betreibern einer Solarstromanlage gegen die Hamburgischen Elektrizitätswerke (HEW) den Betreibern Recht. Diese hatten die HEW verklagt, weil die HEW die Zahlung der Einspeisevergütung nach dem EEG von der Unterzeichnung einer Einspeisevereinbarung abhängig gemacht hatten. Die HEW-Einspeisevereinbarung wurde von den Betreibern der Anlage jedoch in einigen Punkten (Kosten des Stromzählers, Abschlagszahlungen) nicht akzeptiert.

Letztlich, so heißt es in der Urteilsbegründung, könne es für die Entscheidung des vorliegenden Rechtsstreits sogar offen bleiben, ob eine der Parteien den Abschluss eines Stromeinspeisungsvertrags zur Regelung beispielsweise technischer Einzelheiten verlangen könne. Da sich die Hauptpflicht zur Vergütung des eingespeisten Stroms bereits aus dem Gesetz ergebe, könnte eine daneben bestehende Verpflichtung, einen ergänzenden Vertrag zu schließen, nur ein Zurückbehaltungsrecht der Beklagten (der HEW, Red.) begründen. Darauf habe sich die HEW jedoch nicht berufen. Den Wortlaut des Urteils stellt die DGS zum Herunterladen bereit unter: http://www.dgs-berlin.de

12.02.2002   Quelle: DGS

 

Anhebung der Thermie-Förderung kommt

Die vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigte Anhebung der Fördersätze im Rahmen des Marktanreizprogramms auf 92 € / m2 Kollektorfläche wurde inzwischen auch von Wirtschaftsminister Werner Müller genehmigt.  Das berichtet die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS). Die Anpassung der Richtlinie würde aus bürokratischen Gründen noch einige Tage auf sich warten lassen. Die UVS drängt auf eine schnelle Veröffentlichung der neuen Richtlinie.

11.02.2002   Quelle: UVS

 

Günstige Kredite als Beitrag zur Klimaschutzpolitik

Umweltförderkredite sind wichtige Bausteine der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Das betonte Bundesumweltminister Jürgen Trittin in einer aktuellen Pressemitteilung. Einen großen Anteil an der Förderung von Umweltinvestitionen hat das so genannte "ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm".  Die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) bietet im Rahmen dieses Programms Kredite für Unternehmen und Freiberufler zu besonders günstigen Konditionen an (Laufzeiten bis zu 15 Jahren, maximal fünf tilgungsfreie Jahre, effektiver Jahreszins z.Zt. 5,09% in den alten Bundesländern). "Das ERP-Umwelt- und Energiesparprogramm ist ein außerordentlich wirksames Finanzierungsinstrument des Bundes zur Neuorientierung der Energiepolitik. Insbesondere für die Errichtung von Windkraftanlagen und für Biomassekraftwerke hat das Programm aktuell eine große Bedeutung gewonnen", erklärte Bundesumweltminister Trittin.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr von der DtA im Rahmen des ERP-Programms und des DtA-Umweltprogramms Kredite in Höhe von 2,8 Milliarden Euro an über 1.500 Projekte vergeben. Allein für Windkraftanlagen wurden Mittel in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, fast 17 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Förderung von Biomassekraftwerken verzeichnete sogar einen Anstieg um fast 65 Prozent auf allerdings erst 91 Millionen Euro. "Hier liegt noch weiteres Potenzial, der Biomasse-Boom ist erst im Anrollen", sagte Trittin. Als weitere Einrichtung des Bundes leistet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen wesentlichen Beitrag. Deren Investitionsfinanzierungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz erreichten 2001 ein Volumen von 1,7 Milliarden Euro. Hinzu kommen die ebenfalls umweltrelevanten "wohnwirtschaftlichen" Programme mit 1,6 Milliarden Euro sowie 0,8 Milliarden Euro aus dem KfW-Infrastrukturprogramm zur Verbesserung der Umweltbedingungen im Bereich der kommunalen Infrastruktur.

11.02.2002   Quelle: BMU

 

Umweltbundesamt: Die Weichen zur Energiewende sind gestellt

Deutschland ist in den vergangenen Jahren auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gut vorangekommen. Luft, Wasser und Boden sind deutlich sauberer geworden. Zentrale politische Weichenstellungen, etwa im Rahmen der Energiewende, wurden von der Bundesregierung vorgenommen. In einigen Bereichen, darunter beim Schutz der biologischen Vielfalt und der Flächeninanspruchnahme, muss aber noch eine Trendwende erreicht werden.  So lautet das Fazit der vom Umweltbundesamt (UBA) erarbeiteten zweiten Zukunftsstudie "Nachhaltige Entwicklung in Deutschland - die Zukunft dauerhaft umweltgerecht gestalten", die von Bundesumweltminister Jürgen Trittin gemeinsam mit UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge am 08,02.2002 in Berlin vorgestellt wurde.

Im Klima- und Energiebereich bestätigt die Studie eine erhebliche Effizienzsteigerung und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch. Während zwischen 1990 und 2000 das Bruttoinlandsprodukt um 11 Prozent wuchs, sank der Energieverbrauch um 5 Prozent. So hat die Bundesrepublik eine Emissionssenkung der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase um über 18 Prozent erreicht – das sind mehr als 85 Prozent der Reduktionsverpflichtung von 21 Prozent bis 2012. Deutschland steht damit im Klimaschutz ganz vorn. Es ist nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gelungen, den CO2-Ausstoß in den privaten Haushalten seit Ende der 90er Jahre zu senken: Der Rückgang lag im Jahr 2000 im Vergleich zu 1990 bei rund 11,5 Prozent. Bis Mitte des vorigen Jahrzehnts war hier noch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Auch im Verkehrsbereich konnten die Kohlendioxidemissionen im Jahr 2000 erstmals im Vergleich zum Vorjahr um rund 2 Prozent gesenkt werden. "Keiner kann behaupten, das hätte ohne die Ökosteuer geklappt. Überhaupt: Unsere Bilanz kann sich sehen lassen, nicht nur beim Klimaschutz, auch bei der Luftreinhaltung, im Naturschutz und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Allein innerhalb von drei Jahren wurde die Windkapazität in Deutschland verdreifacht. Ein Drittel des Windstroms in der Welt wird bei uns produziert. Mit der nationalen Nachhaltigstrategie wenden wir uns nun den Aufgaben zu, die auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung noch zu lösen sind", sagte Bundesumweltminister Trittin.
Für den Bereich der umweltfreundlichen Mobilität ist in der UBA-Zukunftsstudie festgehalten, dass eine Reihe von Maßnahmen und Schritten bereits im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung und im Entwurf der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie genannt sind. Im Nachhaltigkeitsszenario würden darüber hinaus weitere Vorschläge unterbreitet, wie langfristig der Verkehrsaufwand gesenkt, der Ausstoß von Kohlendioxid und weiteren Luftschadstoffen ebenso reduziert werden kann wie der mit dem Verkehr verbundene Flächenverbrauch und die Lärmbelastung.

11.02.2002   Quelle: Umweltbundesamt (UBA)

 

Kräftiger Zuwachs an Solaranlagen in Brandenburg

Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 2.298 thermische Solaranlangen errichtet, rund 500 mehr als im Vorjahr. Das berichtet die Solarinitiative Brandenburg, getragen von der Zukunftsagentur des Landes, der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS), der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und dem Verband des Elektrohandwerks.  Das Ministerium für Wirtschaft des Landes unterstützt die Initiative finanziell. Im bundesweiten Vergleich liegt Brandenburg bei den Solaranlagen zur Warmwasserbereitung an siebter Stelle, unter den neuen Bundesländern sogar auf Platz 1.

Bei den Photovoltaikanlagen liegt Brandenburg im Bundesvergleich an dritter Stelle, gleich hinter den traditionell starken Ländern Bayern und Baden-Württemberg. Seit Beginn des 100.000-Dächer-Programms im Jahr 1999 wurden in Brandenburg 263 Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von 4,4 Megawatt (MWp) gebaut. Das entspricht 1,7 MWp pro einer Million Einwohner. Zum Vergleich: In Bayern kommen 4,2 MWp auf eine Million Einwohner, in Baden-Württemberg 2,5 MWp/Million Einwohner, in Nordrhein-Westfalen sind es dagegen nur 1,0 MWp / Million Einwohner.

Der Brandenburger Erfolg gründet vor allem auf einige Großanlagen. Die größte Solarstromanlage Ostdeutschlands steht im uckermärkischen Geesow und produziert 250.000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom jährlich. Die Gemeinde Geesow führt die „ Solarbundesliga“ an, die von der Deutschen Umwelthilfe und der Zeitschrift "Solarthemen" ins Leben gerufen wurde

08.02.2002   Quelle: Solarinitiative Brandenburg

 

Intersolar 2002: Ausstellungsfläche fast ausgebucht

Knapp fünf Monate vor Beginn sind bereits 80 % der insgesamt 13.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche der Freiburger Fachmesse für Solartechnik belegt.  "Interessierte Aussteller müssen sich beeilen; wir sind voraussichtlich bis Ende März, noch vor dem Anmeldeschluss, komplett ausgebucht“, berichten die Projektleiter der Intersolar, Markus Elsässer (Solar Promotion) und Udo Funke (Messe Freiburg).

Zum dritten Mal präsentiert die Intersolar in Freiburg (28. bis 30. Juni) Neuheiten und Trends aus den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie und Solares Bauen; ein bisher einzigartiges Messekonzept, betonen die Veranstalter. Rund 240 Aussteller und zirka 14.000 Besucher werden dieses Jahr erwartet. Zu den Ausstellern zählen die bedeutendsten Hersteller der Solarthermie- und Photovoltaik-Branche aus dem In- und Ausland. Trotz der von 11.000 m² auf über 13.000 m² erweiterten Ausstellungsfläche ist die Intersolar 2002 drei Monate vor Ablauf der Anmeldefrist zu 80 % ausgebucht. "Viele Aussteller haben auf Grund der großen Resonanz der letzten Jahre sofort wieder zugesagt", erklärt Elsässer. Die meisten Firmen seien zudem mit ihren Haupthäusern auf der Intersolar vertreten. Für Markus Elsässer ein Indiz, welchen Stellenwert die Intersolar inzwischen in der Branche einnimmt.

Erstmals wird auf der Intersolar eine Halle exklusiv für Produkte zur solaren Stromerzeugung (Photovoltaik) zur Verfügung stehen. "Damit wollen wir der zunehmenden Zahl von Photovoltaik-Anbietern eine Plattform geben, ihre Neuheiten und Trends zu präsentieren", so Elsässer. Von Schüco International, Shell Solar, Siemens, SMA, SolarWorld, Solar-Fabrik, S.A.G. Solarstrom und Total-Energie bis hin zu Fronius, Unisolar, Würth und Xantrex sei alles vertreten was Rang und Namen in der Branche hat. Die Sonderschau "Weltmarkt Solartechnik" zum Thema Photovoltaik-Inselsysteme wird den Schwerpunkt solare Stromerzeugung abrunden.

Die Intersolar 2002 hebe sich durch ihre zunehmend fachliche und internationale Ausrichtung aus der Messelandschaft hervor, unterstreicht Udo Funke: „Die Auszeichnungen des AUMA und der UFI bestätigen die Intersolar als Plattform der internationalen Solarindustrie". Die Intersolar 2002 ist die einzige internationale Fachmesse für Solartechnik in Europa, die vom Weltverband für das Internationale Messewesen (UFI) und vom Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) zertifiziert wurde. Erstmals sind zwei von drei Messetagen ausschließlich den Fachbesuchern vorbehalten.

Die zunehmend internationale und fachliche Ausrichtung der Messe spiegelt sich auch im Kongress- und Rahmenprogramm. Neben Seminaren zu den Themen solare Kühlung, Photovoltaik-Technologie, Solares Heizen sowie Solare Fassaden und Dächer präsentiert eine Neuheiten-Börse innovative Produkte.

08.02.2002   Quelle: Solarpromotion GmbH

 

„Wasserstoff Expo“ will Einführung des Energieträgers H2 beschleunigen

Mit Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung und der Organisation eines „Side-Events“ für den Klimagipfel vom 2.-11.9.2002 in Johannesburg beabsichtigt der Beirat der Hamburger Wasserstoff-Messe, die Markteinführung des Wasserstoffs (H2) als Energieträger voranzutreiben.  In der Agenda für die Regierung sollen die politischen Rahmenbedingungen für die Wasserstoff-Technologie skizziert werden; in Johannesburg will die Wasserstoff Expo den deutschen Beitrag zum Klimaschutz darstellen. Außerdem planen die beteiligten Unternehmen für die Wasserstoff-Messe im Oktober 2002 ein gemeinsames Programm für Jugendliche und den Forschungsnachwuchs. Dazu zählen beispielsweise ein bundesweiter Zubringerdienst (Shuttle) zur Messe, eine Praktikantenbörse und eine Jugendkonferenz.

Voraussetzung für eine Wasserstoffwirtschaft sei die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung, erklärten die Vertreter von Industrie, Forschung und Politik im Messebeirat. "Die Menschen müssen wissen, wofür sie sich entscheiden sollen, und das sind saubere Luft und neue Arbeitsplätze" sagte Ines Freesen von der Freesen & Partner GmbH, die mit der Wasserstoff Expo vom 10. bis 12. Oktober 2002 in Hamburg die nach eigenen Angaben weltweit größte Messe zu diesem Thema veranstaltet. Im Messebeirat engagieren sich Vertreter des Bundesumweltministeriums, verschiedener Verbände und Forschungseinrichtungen sowie der Unternehmen Aral, BMW, Ballard, Flabeg, Hermes, HEW, Linde, MTU und Ruhrgas.

07.02.2002   Quelle: Freesen & Partner GmbH

 

Volkswagen: Brennstoffzellen-Fahrzeug erfolgreich getestet

Gemeinsam mit dem Paul Scherrer Institut (PSI) in Zürich hat die Volkswagen AG einen mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und Elektromotor betriebenen Prototyp (VW Bora) getestet. Die erfolgreiche Testfahrt über den 2005 Meter hohen Simplon-Pass zwischen der Schweiz und Italien, bei eisigen Temperaturen und mit extremen Steigungen, wertet das Unternehmen als Meilenstein für die Zukunft des Antriebssystems.  Damit scheint nach DaimlerChrysler, Ford, Opel oder Toyota nun auch der Wolfsburger Konzern auf den Brennstoffzellen-Antrieb zu setzen. Gleichzeitig wurde ein Bora TDI mit dem neuen synthetischen Kraftstoff SunFuel® getestet. Von ihm erwartet VW ein großes Potenzial zur Senkung der Fahrzeugemissionen.
Mit dem PSI hat Volkswagen eine kostengünstige Wasserstoff-Brennstoffzelle mit besonders leistungsfähigen Kondensatoren („Supercaps“) in einem Bora integriert. Bis zu 75 kW / 102 PS leistet der Elektromotor des „Bora HY.POWER“ - mit Strom aus einer Brennstoffzelle, die während ihrer Arbeit nichts anderes als Wasserdampf in die Umwelt entlässt. Der Volkswagen legte die Passfahrt auf über 2.005 Meter Höhe dynamisch wie ein vergleichbares Serienfahrzeug zurück, berichtet das Unternehmen. Genau dies sei das Ziel: den Brennstoffzellenantrieb so abzustimmen, dass die Fahrleistungen und -eigenschaften einem herkömmlichen Bora ebenbürtig sind. Die technischen Möglichkeiten der Gegenwart seien damit in die Tat, oder vielmehr in Fahrt, umgesetzt worden.
Die zwei wesentlichen technischen Neuerungen des „Bora HY.POWER“, eine neue Brennstoffzellen-Membran und neue Kondensatoren, zeigten in der Praxis Wege für die kostengünstigere Realisierung eines leistungsfähigeren Wasserstoff-Brennstoffzellenantriebs auf, resümierte VW. Das Kernelement jeder Brennstoffzelle ist eine Membran. Sie befindet sich zwischen den Anoden und Kathoden der Zelle. Dort reagieren Wasserstoff und Sauerstoff und verbinden sich über die dünne Membran zu Wasser. Bei diesem Vorgang wird Energie frei. Die Brennstoffzelle setzt die chemische Energie des Oxidationsprozesses direkt in elektrische Energie um. In nahezu allen auf dem Markt befindlichen Brennstoffzellen wird heute ein Membran-Typ eingesetzt, dessen Herstellung vergleichsweise teuer ist. Im „Bora HY.POWER“ kam nun erstmals eine vom PSI entwickelte neue Membran zum Einsatz, die wesentlich günstiger gefertigt werden könne und dennoch äußerst leistungsfähig sei.
Als zweites Novum wurden auf dem Simplon-Pass die beiden Hochleistungs-Kondensatoren (Supercaps) des Prototyps erprobt. Diese Energiespeicher geben kurzfristig bis zu 30 zusätzliche Kilowatt an den Elektromotor ab, beispielweise während Spitzenphasen der Beschleunigung oder eben bei einer Passfahrt mit extremer Steigung. Volkswagen und das PSI seien damit ihrem Fernziel einen großen Schritt näher gekommen, den Brennstoffzellen-Antrieb ohne Einbußen bei der Fahrdynamik für die private Nutzung bezahlbarer zu machen, teilte das Unternehmen mit. Parallel zur Erprobung des Brennstoffzellen-Fahrzeugs wurde ein Bora TDI eingesetzt, der mit dem synthetischem Kraftstoff SunFuel® niedrigste Partikelmesswerte erreiche. Im Rahmen der Kraftstoffstrategie von Volkswagen sei der „Bora SunFuel®“ einer der ersten Schritte auf dem Weg zur Brennstoffzelle.

07.02.2002   Quelle: Volkswagen AG

 

200 Megawatt-Aufwindkraftwerk in Australien geplant

Aufwindkraftwerk Enviromission (Prototyp)
Aufwindkraftwerk Eniviromission

Das australische Energieunternehmen EnviroMission plant die Errichtung eines 700 Millionen Dollar teuren Solarkraftwerks. Mit dem Bau des 1000 Meter hohen Solarturms soll Ende 2003 begonnen werden. Derzeit finden geologische Tests statt, die den optimalen Standort festlegen sollen.   Nach Angaben des Unternehmens wird das Kraftwerk die bisher höchste Anlage weltweit sein. Für den Bau hält das an der Börse notierte Unternehmen die australischen Exklusivrechte. An der Umsetzung der Technologie sind auch die Experten des Stuttgarter Ingenieurbüros Schlaich, Bergermann und Partner (SBP) beteiligt. Sie sind zuständig für die Umwandlung der Sonnenenergie in Elektrizität. Designer des Solarturms ist Professor Dr. Ing. Jörg Schlaich, der die Idee zu einem Aufwindkraftwerk bereits in den 80er Jahren entwickelte und umsetzte. Eine Pilotanlage in Manzanares, südlich von Madrid, lief von Mitte 1986 bis Anfang 1989 fast ohne Unterbrechung mit einer Spitzenleistung von 50 Kilowatt (KW).Der Solarkollektor des Kraftwerks wird fünf Kilometer breit sein und aus Glas beziehungsweise Plastik bestehen. Im Zentrum soll der 1000-Meter-Turm mit einem Durchmesser von etwa 130 Metern platziert werden. Am unteren Ende der Röhre ist die weltweit größte Turbine zur Stromerzeugung vorgesehen. Ihr Antrieb erfolgt durch den Wind, der unter dem Kollektor durch die an der kalten Turmwand aufsteigende Luft entsteht.

EnviroMission-Geschäftsführer Martin Thomas sieht das Vorhaben durch das so genannte Mandatory Renewable Energy Target (MRET)-Gesetz bestätigt. Ziel des MRET ist es, jährlich 9.500 Gigawattstunden (GWh) Strom aus erneuerbaren Energiequellen bereitzustellen. Derzeit werden in Australien auf diesem Weg lediglich 925 Gigawattstunden (925 Millionen Kilowattstunden) produziert. "Ein einziger Solarturm kann acht Prozent zum MRET-Ziel beitragen", erklärte Thomas. In den nächsten zehn Jahren sollen insgesamt fünf Solartürme auf australischem Boden errichtet werden. Damit könne das MRET-Ziel zu 40 Prozent erfüllt werden. Der Bau soll Ende 2003 beginnen und nach zwei Jahren abgeschlossen sein. "Die Errichtung schafft zudem Arbeitsplätze in der Konstruktionsphase und ist ein Auftrieb für die Plastik-, Glas und Zementindustrie", resümiert Thomas.

06.02.2002   Quelle: Pressetext.at; Schlaich, Bergermann und Partner (SBP), EnviroMission
Bildquelle: Enviromission

 

Mehr Forschungsmittel für erneuerbare Energien

Mit 30 Millionen Euro will Bundesumweltminister Jürgen Trittin bis 2003 die Nutzung von Sonnenenergie, Windkraft und Biomasse vorantreiben. Aus dem Zukunftsenergieprogramm der Bundesregierung sollen 20 Vorhaben gefördert werden, sagte Trittin bei der Präsentation des neuen Forschungsschwerpunkts am Montag, 02.02.2002, in Berlin.  Die Mittel stehen für die Bereiche solarthermische Kraftwerke, geothermische Stromerzeugung sowie ökologische Begleitforschung in den Sparten Windenergienutzung auf See, Biomassenutzung und Brennstoffzellen zur Verfügung.

Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte wurden aus 50 eingereichten Vorschlägen ausgewählt. Eine Übersicht über die Vorhaben soll auf einer zweitägigen Fachtagung im Bundesumweltministerium am 15./16. Februar 2002 in Berlin präsentiert werden. Die Betreuung der Projekte übernehmen der Projektträger Jülich (PTJ) sowie - für den Teil solarthermische Stromerzeugung - die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mit Blick auf die geplante Fortführung des Zukunftsinvestitionsprogramms bis 2006 sagte Trittin: "Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, dass die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Bundesumweltministeriums im Bereich der erneuerbaren Energien auch nach 2003 in der jetzigen Größenordnung fortgesetzt werden können."

05.02.2002   Quelle: BMU

 

Atomausstiegsgesetz: Bundesrat schloss Beratungen ab

Nach dem Bundestag hat am 1. Februar 2002 auch der Bundesrat den Entwurf zur Novellierung des Atomgesetzes abschließend beraten. Damit sei der Weg für das In-Kraft-Treten des neuen Gesetzes frei, berichtet das Bundesumweltministerium in einer Pressemitteilung.  Die von der CDU regierten Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen scheiterten mit ihrem Antrag, den Vermittlungsausschuss anzurufen.

Mit der Novelle wird die im Sommer des vergangenen Jahres unterzeichnete Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen zum Ausstieg aus der Atomenergie rechtlich abgesichert. Zu den Kernpunkten der Novelle gehört das Verbot des Neubaus kommerzieller Atomkraftwerke und die Befristung der Regellaufzeit der bestehenden AKW auf 32 Jahre seit Inbetriebnahme. Erstmals wird die Pflicht zu regelmäßigen Sicherheitsüberprüfungen der Atomkraftwerke gesetzlich festgeschrieben.

Das neue Atomausstiegsgesetz, das an die Stelle des Atomförderungsgesetzes von 1959 tritt, war bereits im Dezember vom Bundestag beschlossen worden. Vorausgegangen war eine Anhörung der beteiligten Verbände und der Bundesländer, die zu zahlreichen Detailänderungen und Ergänzungen in dem Entwurf führten. Bundesumweltminister Jürgen Trittin betonte, dass die mit der Atomenergie verbundenen Risiken allenfalls noch für eine begrenzte Dauer hinnehmbar seien. Deshalb werde die bisher unbefristete Laufzeit der AKW mit dem neuen Atomgesetz begrenzt.

Der Ausstieg aus der Atomenergie sei auch der beste Weg, Sicherheit zu schaffen, erklärte Trittin vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September: "Kein anderes Land steigt aus der Atomenergie so schnell aus wie wir. Während woanders die Laufzeiten der Atomkraftwerke auf 60 Jahre ausgedehnt werden sollen, betragen die durchschnittlichen Laufzeiten der deutschen AKW von heute an noch 12 Jahre." Im Vorgriff auf die gesetzliche Regelung hatte das Unternehmen EON angekündigt, das AKW Stade vor Ablauf der Betriebsgenehmigung 2003 vom Netz zu nehmen.

Zu der Ankündigung des Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber (CSU), den Atomausstieg rückgängig machen zu wollen, sagte Trittin: "Das generelle Risiko der Atomkraftnutzung bliebe auf unbestimmte Zeit bestehen, wenn die Begrenzung der Restlaufzeit wieder entfallen würde. Die Nutzung der Atomkraft ist mit Risiken verbunden, deren Folgen im Falle eines Unfalls unabsehbar sind." Der Bundesumweltminister wies darauf hin, dass mit einem "Wiedereinstieg" in die Atomenergie auch das Ende der Energiewende verbunden sei: "Die Energiewende wird zeigen, dass eine große Industrienation ohne Atomstrom prosperieren kann -- insbesondere, wenn sie ihre Spitzenstellung beim Klimaschutz ausbauen will.“ Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz, Energieeinsparung und der Atomausstieg seien die Ecksteine einer verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Energiepolitik, betonte Trittin.

05.02.2002   Quelle: BMU

 

Thermie-Förderung steigt auf 92 € pro Quadratmeter Kollektorfläche

Die Bundesministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt haben sich auf neue Förderbedingungen im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien geeinigt: Unter Mitwirkung der Fachverbände wurde am Freitag, 01.02.2002, beschlossen, die Zuschüsse für Solarwärmeanlagen um 5€ je Quadratmeter Kollektorfläche anzuheben.   Die Richtlinie soll in der sechsten Kalenderwoche geändert werden.
Die Verbesserungen im Marktanreizprogramm betreffen neben den erhöhten Zuschüssen für die Solarthermie die Wiederaufnahme der Biogas-Förderung bis zu einer Anlagengröße von 70 Kilowatt (kW) und automatisch beschickte Biomasseanlagen, für die die Förderbedingungen spürbar verbessert werden sollen. Mit dem Bundeshaushalt für dieses Jahr habe die rot-grüne Regierungskoalition die Förderung der erneuerbaren Energien auf eine bislang einzigartige Höhe gebracht, erklärte Hans-Josef Fell (MdB), Energieexperte und forschungspolitischer Sprecher der bündnisgrünen Bundestagsfraktion. 200 Millionen Euro stehen 2002 für die Förderung von Solarkollektoren, die Biomasse, Geothermie, Photovoltaik in Schulen sowie der „kleinen Wasserkraft“ zur Verfügung. Dies seien über zwanzig Mal mehr als die Vorgänger-Regierung für die erneuerbare Energien zur Verfügung gestellt habe.

Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. (UVS) übte in einer ersten Stellungnahme Kritik an der Höhe der Zuschüsse: Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) sei nicht den Empfehlungen der Solarverbände gefolgt, den Fördersatz auf mindestens 100 €/m2 anzuheben. Eine weitere Anhebung sei mit der Begründung abgelehnt worden, dass die Mittelausstattung des Förderprogramms zu knapp bemessen sei - trotz Aufstockung um 100 Millionen € im letzten Herbst. Die Unternehmensvereinigung hatte sich in den letzten Monaten auf politischer Ebene für eine deutliche Anhebung der Fördersätze und eine schnelle Lösung eingesetzt. Bei den neuen Fördersätzen reichen die Gelder nach Auskunft des BMWi theoretisch für ein Marktwachstum von bis zu 20 Prozent. Vor dem Hintergrund des geringen Förderanreizes sei derzeit jedoch kaum absehbar, ob der Fördertopf überhaupt ausgeschöpft werde, merkte die UVS an. Dies dürfte entscheidend davon abhängen, wie die Kunden auf die neuen Marktanreize reagieren und wie sich die Öl- und Gaspreise in den nächsten Monaten entwickeln.

04.02.2002   Quelle: UVS, Hans-Josef Fell (MdB)

 

„Solarspaziergang“ vermittelt Grundlagen zur Sonnenenergienutzung

Im baden württembergischen „Solardorf“ Rottenburg-Oberndorf (1.380 Einwohner) können sich Interessierte jeden dritten Samstag im Monat über die Technik und den Nutzen solarthermischer und photovoltaischer Anlagen informieren.   Außerdem haben die Teilnehmer Gelegenheit, Probefahrten mit einem TWIKE-Solarmobil zu machen. Wegen der positiven Resonanz eines Tages der erneuerbaren Energie bieten die Oberndorfer regelmäßige Führungen an. Sowohl Anlagen zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung als auch zur Solarstromgewinnung stehen auf dem Programm. Daneben wird eine Vielzahl von Montagearten gezeigt: Flach- und Vakuum-Röhrenkollektoren, auf Dächern montiert, integriert oder als Teil der Fassade sind zu besichtigen. Ein vollautomatische Pelletsheizung und eine Stückholzanlage runden das Programm zum Thema „Heizen mit Sonne & Holz“ ab.

Der Rottenburger Teilort Oberndorf hat sich in den letzten Jahren durch vielseitige Aktivitäten zum „Solardorf“ entwickelt: Mit rund 30 thermischen Solaranlagen (über 400 Quadratmeter Kollektorfläche; 0,291 m2 pro Einwohner) und sieben Solarstromanlagen (Gesamt-Spitzenleistung über 100 Kilowatt; 58,60 Watt/EW) gehört das Dorf bundesweit zur Spitzengruppe der „Solar-Bundesliga“ und steht in Baden-Württemberg an erster Stelle. Den Begriff „Solardorf“ verstehen die Bewohner von Oberndorf als Ehre und Ansporn zugleich. Er bedeutet für sie mehr, als mit einigen Kollektoren Wärme und mit PV-Modulen Strom zu gewinnen: Langfristiges Ziel ist die 100%ige Versorgung aus einem Energie-Mix erneuerbarer Energien, CO2-neutral oder besser noch CO2-frei.

Termine für den „Oberndorfer Solarspaziergang“: 16.02./16.03./20.04./18.05./15.06./ 20.07/ 7.08./21.09./19.10./16.11./21.12.2002, Infos unter: 07073-5199 beim Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V.

04.02.2002   Quelle: Thomas Hartmann Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V.

 

Strommarkt: Bundeskartellamt contra überhöhte Netzentgelte

Die Initiative Pro Wettbewerb („Yello Strom“, „best energy“ und „LichtBlick“) begrüßt das Vorgehen des Bundeskartellamtes gegen zehn große Regionalversorger und Stadtwerke in ganz Deutschland wegen überhöhter Netznutzungsentgelte.  In einer Pressemitteilung erklärten die in der Initiative vertretenen neuen Stromanbieter: "Das Bundeskartellamt sagt der Schutzzoll-Politik vieler Netzbetreiber den Kampf an, indem nun endlich förmliche Missbrauchs-Verfahren gegen zehn Netzbetreiber eingeleitet sind. Damit beginnen die Hüter des Wettbewerbs, das Recht aller Stromkunden auf möglichst günstige Preise zu schützen. Das Bundeskartellamt hatte 22 länderübergreifende Versorger ins Visier genommen, bei fast der Hälfte hat sich nun der Verdacht erhärtet, dass durch überhöhte Netznutzungsentgelte neue Stromanbieter vom Markt gedrängt werden sollen. Die Initiative betrachtet die jetzt eingeleiteten Verfahren als längst überfälligen, ersten Schritt in die richtige Richtung."

Auch in vier Landeskartellbehörden sind nach Auskunft von „Pro Wettbewerb“ Verfahren gegen rund 150 Netzbetreiber wegen überteuerter Netzentgelte anhängig. Es sei damit zu rechnen, dass in Kürze zahlreiche förmliche Verfahren auf Bundesländer-Ebene folgen. Die Initiative erwartet, dass auch die anderen Landeskartellbehörden sich der Wettbewerbsbehinderungen im Strommarkt annehmen und entsprechende Schritte einleiten. „Yello Strom“, „best energy“ und „LichtBlick“ teilten mit, sie würden parallel zu den kartellrechtlichen Verfahren bereits zivilrechtlich gegen eine Reihe von Netzbetreibern vorgehen und zu viel gezahlte Entgelte zurückfordern.

04.02.2002   Quelle: LichtBlick GmbH

 

Netzeinspeisung: Problemfälle an EEG-Clearingstelle und DGS melden

Bei der Sitzung der Clearingstelle für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien am 11.12.2001 hat Herr Dr. Jung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) dazu aufgerufen, dem BMWi Beispielfälle zu senden. Die Beiträge zu den aktuellen Diskussionspunkten sollten rechtzeitig zur nächsten Sitzung am 26.2.2002 vorliegen.   Die in dem Gremium vertretene Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) erbittet eine Kopie der Schreiben, um bei ihrer Arbeit in der Clearingstelle darauf bezug nehmen zu können.

Zum Streitpunkt „Messen und Verrechnen“ setzt sich die Clearingstelle mit den Fragen auseinander, welche Messeinrichtungen (insbesondere Leistungsmessung) verlangt werden, ab welcher Einspeise-Leistung dies erfolgt und welche Kosten damit verbunden sind. Der Themenkomplex "Netzausbaupflicht bzw. wirtschaftliche Zumutbarkeit des Netzausbaus" umfasst Fragen zur Netzverstärkung und den damit verbundenen Kosten. Hierzu sollten alle zur Klärung des Sachverhaltes erforderlichen Informationen gesammelt werden (Anlagenbetreiber, Netzbetreiber, Anlagenleistung, Anschluss-Situation etc.).

Außerdem können dem BMWi auch andere Probleme der Anlagenbetreiber bei der Umsetzung des EEG zugesandt werden, insbesondere zu technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen des Netzanschlusses, einschließlich in diesem Zusammenhang auftretender juristischer Fragen. Hier können die Einsender anregen, dass ihr Fall von der Clearingstelle erörtert werden soll. Dies könne, so das BMWI, jedoch nur bei exemplarischen Fällen geschehen, die sich auf die Mehrzahl der Anlagenbetreiber übertragen lassen. Darüber hinaus bietet das BMWi ein Einzelfallclearing an unter folgender Adresse:

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
z. Hd. Dr. Andreas Jung
Geschäftszeichen: III A-345100/2
11019 Berlin
Fax: 030/20147363

02.02.2002   Quelle: DGS

 

Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft

Am 1. Februar 2001 tritt die neue Energieeinsparverordnung (EnEV)in Kraft, die alte Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagenverordnung werden zusammengeführt und die energetischen Anforderungen an Gebäude verschärft. Die Energie-Einsparpotenziale im Altbau sollen stärker als bisher ausgeschöpft und die energetische Qualität von Neubauten um etwa 30 Prozent gegenüber dem heute erreichten Standard verbessert werden.
  Neubauten müssen je nach Form und Größe einen durchschnittlichen Grenzwert für den Wärmeschutz, den Wärmedurchgangswert (U-Wert) einhalten. Bei der Erweiterung von beheiztem Raum um mehr als 30 Kubikmeter (z.B. beim Dachgeschossausbau) sind für den neuen Raum die Anforderungen der EnEV an Neubauten einzuhalten. In der EnEV erfolgt eine energetische Bewertung von Anlagen, die zur Beheizung, zur Warmwasserbereitung oder zur Lüftung eingesetzt werden. Dabei wird nicht nur der zur Wärmeerzeugung benötigte Brennstoffbedarf ermittelt, sondern auch der erforderliche Stromeinsatz für Pumpen, Brenner oder Ventilatoren berücksichtigt. Auch der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung wird mit eingerechnet, hier schlagen sich thermische Solaranlagen positiv in der Energiebilanz des Gebäudes nieder.

Für die Sanierung des Gebäudebestands gilt: Anlagen und Bauteile dürfen nicht so verändert werden, dass sich die energetische Bilanz des Gebäudes verschlechtert. Wenn mindestens 20 Prozent eines Bauteils gleicher Orientierung saniert werden (z.B. zwei von sechs Fenstern in Südrichtung), sind in der Regel bestimmte Grenzwerte einzuhalten. Für Fenster gilt beispielsweise ein maximal zulässiger Wärmedurchgangswert (U-Wert) von 1,7 W/m2 K.

Eine Nachrüstung fordert die EnEV unabhängig von Sanierungsmaßnahmen, wenn der Dachboden nicht ausgebaut, aber trotzdem zugänglich ist. Dann muss er bis zum 31. Dezember 2006 wärmegedämmt werden. Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 in Betrieb gingen, müssen bis zum 31. Dezember 2006 gegen eine moderne Kesselanlage ausgetauscht werden. (Wenn die Überprüfung durch einen Schornsteinfeger noch einen Weiterbetrieb ermöglichen würde oder wenn der Brenner 1996 erneuert wurde, verlängert sich die Frist bis zum 31. Dezember 2008). Ungedämmte Rohrleitungen und Armaturen in Kellern oder anderen unbeheizten Räumen müssen bis zum 31. Dezember 2006 entsprechend den Anforderungen für Neubauten gedämmt werden. Von der Nachrüstpflicht ausgenommen sind selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser – sie müssen erst zwei Jahre nach einem Eigentümerwechsel nachgerüstet werden.


Informationen zur EnEV bietet die Energieagentur Nordrhein-Westfalen als PDF-Dateien zum Herunterladen im Internet an: Informationsblatt für Bauherren :http://www.ea-nrw.de/cgi-bin/editR1/dateien/EnEv-Beileger-QXD.pdf. Basisinformationen für Fachleute: http://www.ea-nrw.de/cgi-bin/editR1/dateien/EnEv-QXD.pdf
Den vollständigen Text der EnEV bietet der Bund der Energieverbraucher zum Download an unter: http://www.energienetz.de/verbraucherpower/steuerung-home/energierechtdocs/EnEV2.pdf

01.02.2002   Quelle: Energieagentur NRW

 

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