Biomasse-Barometer 2006: Wachstum bei Produktion und Kesselherstellern
Der Wille Europas, einen Teil des fossilen Energieverbrauchs durch Biomasse-Energie zu ersetzen beginnt, erste Früchte zu tragen. Das berichtet das von der EU-Kommission geförderte
Projekt "EurObserv’ER" in einer Pressemitteilung. EurObserv’ER beschreibt in seinem in Nummer 176 des französischen Magazins Systèmes Solaires veröffentlichen
Biomasse-Barometer die Entwicklung von Holz und Holzabfällen, Stroh, Ernteresten, Pflanzen- und Tierabfällen sowie zum ersten Mal auch die Nutzung organischer städtischer
Abfälle.
Feste Biomasse: Produktion steigt um 5,6 %
Die Primärproduktion fester Biomasse (ohne erneuerbare städtische Festabfälle) wuchs laut EurObserv’ER um 5,6 % gegenüber 2004 ( + 3,091 Millionen Tonnen Rohöl-Äquivalent (Mtoe).
Dieses Wachstum lasse sich vorwiegend durch den Anstieg der deutschen Produktion erklären (+ 1,731 Mtep zwischen 2004 und 2005), wodurch sich Deutschland dem Produktionsniveau Schwedens
nähere (Zuwachs von 0,470 Mtep). Der Rückgang der finnischen Produktion (- 0,8 Mtep) stehe in Zusammenhang mit der Papierindustrie-Flaute im Jahr 2005 (nach einem ausgezeichneten Jahr
2004). Denn diese liefere auf Grund der Produktion von Schwarzlauge und Holzabfällen einen bedeutenden Teil der Biomasseenergie.
ÖKO-Heizkesselindustrie wächst kräftig
Das Jahr 2005 war laut EurObserv’ER geprägt durch ein besonders starkes Wachstum des Holzofenmarktes und der Biomassekraftwerke (Wärme-, Strom- oder Kraft-Wärme-Kopplung.). Die
meisten der großen Heizkesselfabrikanten hätten ihre Produktionskapazität gesteigert, ihr Technologieangebot erweitert und einen bedeutenden Anstieg ihrer Verkaufszahlen erreicht. Die
Industrie habe auch den privaten Markt angekurbelt, durch Apparate mit innovativem Design und mehr Komfort (Automatikheizkessel, Granulatöfen). Auch die jeweiligen Heizkapazitäten seien
gesteigert worden, wodurch es den Herstellern möglich sei, jeder Wohnsituation angepasste Heizgeräte und Warmwasserbereitungsgeräte anzubieten. Neu sei, dass manche der Heizkessel auch
Strom erzeugen können.
Neue Ziele für Biomasse bis 2010
Der Preisanstieg der fossilen Brennstoffe und deren nachteilige Auswirkungen hätten sich während des Jahres 2005 sehr günstig für die Biomasse-Lösungen ausgewirkt, betont
EurObserv’ER. Die momentan in Europa getroffenen Entscheidungen seien von ganz besonderer Bedeutung, da sie auf lange Sicht ermöglichen würden, die lokalen Infrastrukturen der
Energieproduktion umzugestalten. Der Aktionsplan Biomasse (Biomass Action Plan) ist Ende 2005 neu definiert worden und beschreibt ein neues Ziel für alle 25 Mitgliedsländer. Die
Europäische Kommission geht davon aus, dass die in diesem Aktionsplan getroffenen Maßnahmen dazu führen werden, dass zunehmend mehr Biomasse genutzt wird (feste Biomasse, Biogas,
Biokraftstoff, erneuerbare städtische Abfälle). Deren Gesamtnutzung soll 2010 auf ungefähr 150 Mtep steigen (55 Mtep für Stromproduktion, 75 Mtep fûr Wärmeproduktion sowie 19 Mtep für
den Transport.
Leichter Anstieg bei erneuerbaren städtischen Festabfällen
Für Europa wird die Primärproduktion von erneuerbaren städtischen Festabfällen (ohne die Biogasproduktion) auf 5,3 Mtep im Jahr 2005 geschätzt ; ein leichter Anstieg in Bezug auf das
Vorjahr 2004 (+ 0,2 Mtep). Zu den Hauptproduzenten gehören Italien (+ 15,1 % zwischen 2004 und 2005), das gleichzeitig das größte Wachstum verzeichnen konnte und somit Dänemark auf den
dritten Rang verweist, während Italien selbst den zweiten Platz hinter Frankreich einnimmt, das sich trotz seines Produktionsrückganges (- 3,9 %) weiterhin in erster Position in der
Abfallaufbereitung befindet.
"Barometer" von EurObserv’ER zeigen Entwicklung der erneuerbaren Energien
Die Barometer von EurObserv’ER werden regelmäßig veröffentlicht und dokumentieren den aktuellen Stand auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien weltweit und für Europa
(Solarenergie, Windenergie, Wasserkraft, Geothermie und Biomasse). Das Barometer von EurObserv’ER ist ein Projekt, das von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms
"Intelligente Energie-Europa" von der DG Tren gefördert wird.
Weitere Informationen im Internet
Die verschiedenen Barometer von EurObserv’ER können in französischer Sprache als PDF-Dokument heruntergeladen werden unter der Adresse http://www.eufores.org/, zum Beispiel das Solarwärme-Barometer und das
Auch für Peter M. Endres, Vorstandsvorsitzender der KarstadtQuelle-Versicherungen AG (KQV), ist der Golfpark eine "Referenz in Sachen Schnelligkeit". Das Golfpark-Megawatt-Projekt ist
Teil des "WNE-Solarparks Süddeutschland", des mit einer Spitzenleistung von insgesamt 5.000 Kilowatt (kWp) laut Sunline AG größten Solarparks Europas auf verteilten Dächern.
Auftraggeber und Großinvestor sind die KarstadtQuelle-Versicherungen. "Mit der 1.017-Kilowatt-PV-Anlage ist der 5 MWp große Solarpark nun fertiggestellt“, so die Vorstände
Wolfgang Wismeth (Sunline) und Dr. Randolf von Estorff (KQV) über die erfolgreiche Solar-Kooperation. Dr. Clemens Bloß, Geschäftsführer der Welivit New Energy GmbH Fürth, freut sich
besonders, dass die Anlage noch kurz vor Weihnachten komplett an das Netz angeschlossen wurde: Welivit, ein Tochterunternehmen der KQV, betreibt die Anlage über den WNE Solarfonds
Süddeutschland 2 GmbH & Co KG.
Beispielhaftes PV-Testgebäude
Im neuen Solargebäude am Golfplatz werde sein Unternehmen nicht nur große Teile in modularen Lagerboxen aufbewahren, erläutert Wolfgang Wismeth, sondern die installierte PV-Technik auch
testen: "Ganz bewusst haben wir in Atzenhof Module und Wechselrichter unterschiedlicher Solarhersteller zu einer Vielzahl kleinerer Photovoltaikanlagen zusammengeschaltet, um
Betriebserfahrungen über die Leistungsfähigkeit verschiedener Produkte zu gewinnen", so Wismeth.
6113 Module, 68 Wechselrichter, eine Trafostation
Drei Solarmodulhersteller aus Europa und Deutschland lieferten 6.113 Module. 68 Wechselrichter aus Österreich und Deutschland wandeln den Solar-Gleichstrom in Wechselstrom für das Netz
um. Da die auf dem Gebäudedach erzeugte Solarstrommenge dort nicht sofort verbraucht werden kann, errichtete Sunline eine eigene 1-MW-Trafostation. Diese verbindet die PV-Anlage mit dem
Mittelspannungsnetz der infra Fürth GmbH. Das Konzept des Solarparks sei beispielhaft für die Doppelnutzung, betont der Sunline-Vorstand. Gerade mit einer solchen Mehrfachnutzung habe
Sunline Erfahrung: "Im oberpfälzischen Hohenburg haben wir Bunker zu Solarkraftwerken umfunktioniert. In Würzburg ist ein ehemaliger Militärstandort zu einer friedlichen Solarstrom-Oase
geworden, von deren Dach sauberer Sonnenstrom fließt", so Wismeth.
15.01.2007 Quelle: Sunline AG, Fürth Solarserver.de © Heindl Server GmbH
Bildquelle: Sunline AG,
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