Solar-Reports:

Intersolar auf dem Weg zur Weltmesse der Solar-Branche

von Rolf Hug
10.07.2007

Mit erneuten Aussteller- und Besucherrekorden ging die internationale Solartechnik-Fachmesse Intersolar 2007 am 23.06. zu Ende und zeigte zugleich ihre Perspektiven als Leitmesse der globalen Solarwirtschaft. Nach acht Jahren in Freiburg wird die Intersolar künftig in München stattfinden und den erwarteten 800 Ausstellern mit einer Fläche von über 50.000 Quadratmetern genügend Raum bieten für eine weltweit beachtete Leistungsschau der Solarthermie und Photovoltaik sowie zum solaren Bauen. Der Solar-Report blickt zurück auf eine überaus erfolgreiche Messe und deren wichtigste Trends sowie die Solarwärme-Konferenz "estec 2007" und das Photovoltaik-Industrieforum im Vorfeld der Intersolar.

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Solartechnik-Messe von Weltrang: 638 Aussteller zeigten in Freiburg Spitzentechnologie zur solaren Strom- und Wärmeproduktion. Solartechnik-Messe von Weltrang: 638 Aussteller zeigten in Freiburg Spitzentechnologie zur solaren Strom- und Wärmeproduktion.
Solartechnik-Messe von Weltrang: 638 Aussteller zeigten in Freiburg Spitzentechnologie zur solaren Strom- und Wärmeproduktion. Fotos: Solar Promotion GmbH

Intensive Gespräche mit internationalen Kunden

Europas größte Solar-Fachmesse übertraf in diesem Jahr mit ihren über 30.000 Besuchern nicht nur die Erwartungen der Veranstalter. Auch die Aussteller blicken 2007 auf die bisher erfolgreichste Intersolar zurück, zum Beispiel Conergy und SolarWorld. "Die Resonanz auf die Präsentation unserer neuen Produkte war enorm", so Frank Henn, Vertriebsvorstand der SolarWorld AG. "Wir haben mit vielen unserer internationalen Kunden intensive Gespräche geführt und Geschäftsabschlüsse getätigt. Sehr erfreulich war insbesondere die erfolgreiche Kommunikation mit neuen Kunden in strategischen Wachstumsmärkten", betont Henn. So habe die SolarWorld AG mit einem Kunden aus dem Maghreb für 2007 einen Vertrag über die Lieferung von SolarWorld-Modulen in einer Größenordnung von 500 Kilowatt abgeschlossen.

Immenses Potenzial im Mittelmeerraum, starkes Interesse aus den neuen EU-Ländern

"Bei allen ausgestellten Produkten haben wir eine unerwartet hohe Nachfrage erlebt. So konnten wir in der Gruppe Aufträge von über 50 Millionen Euro in den Bereichen Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen verbuchen", berichtet Katrin Krohn, verantwortlich für den Conergy-Vertrieb in Deutschland. Den von der Messeleitung erfassten Trend zu mehr Internationalität bestätigt auch Conergy: Rund 50 Prozent aller Kunden vor Ort kamen aus dem Ausland. "Gerade der Mittelmeerraum hat auf der Intersolar sein immenses Potential offenbart. Doch auch aus den neuen EU-Mitgliedern Bulgarien, Slowenien und Rumänien zeigte sich starkes Interesse vor allem an der Photovoltaik. Ebenso konnten wir überraschend viele potenzielle Kunden aus den USA betreuen", betont Conergy-Vertriebsvorstand Christian Langen.

"Solar-Boulevard" der Intersolar 2007:
"Solar-Boulevard" der Intersolar 2007: Foto: Solar Promotion GmbH

estec 2007: Europäischer Solarwärme-Markt wächst um 47 %

Mit mehr als 500 Teilnehmern aus über 60 Ländern - und damit fast doppelt so vielen Besuchern als auf der Vorgänger-Konferenz im Jahr 2005 - war die Solarwärmekonferenz estec2007 bereits an den beiden Tagen vor der Intersolar Treffpunkt von Solar-Experten aus aller Welt. Zu den Referenten zählten unter anderem hochrangige Vertreter aus dem EU-Parlament und der EU-Kommission sowie der indische Minister für erneuerbare Energien, Shri Vilas Muttemwar. Im Mittelpunkt der politischen Diskussion stand die künftige EU-Richtlinie für erneuerbare Energien, die auch die Versorgung mit Wärme und Kälte umfassen wird. Der Entwurf soll Ende 2007 vorliegen. Bereits ab 2010 sollen nationalen Gesetze die Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien regeln. Zwei Tage lang tauschten sich Solarwärme-Spezialisten über die Marktentwicklung in den einzelnen Ländern aus, informierten sich in zahlreichen Sitzungen über die technischen und wirtschaftlichen Potenziale der Solarthermie, und zeigten, dass die Solarwärme einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung einer klimafreundlichen, sicheren und wirtschaftlichen Energieversorgung leisten kann und wird.

estec2007: Über 500 Teilnehmer und prominente Referenten. V. l.:ESTIF-Präsident Gerhard Rabensteiner, Mechtild Rothe, Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Shri Vilas Muttemwar (indischer Minister für erneuerbare Energien).
estec2007: Über 500 Teilnehmer und prominente Referenten. V. l.:ESTIF-Präsident Gerhard Rabensteiner, Mechtild Rothe, Vizepräsidentin des EU-Parlaments und Shri Vilas Muttemwar (indischer Minister für erneuerbare Energien). Fotos: Solar Promotion GmbH; Solarserver (rh)
Die europäische Solarthermie-Branche konnte auf der estec 2007 auf ein beeindruckendes Wachstum zurückblicken: Der Solarwärme-Markt in der EU 27 plus Schweiz wuchs nach Zahlen des Industrieverbandes ESTIF 2006 um 47 %. 2,1 Gigawatt Solarwärme-Leistung wurden neu installiert, entsprechend einer Kollektorfläche von rund drei Millionen Quadratmetern. Insgesamt sind mittlerweile 13,6 GWth installiert und erzeugen Wärme, die dem Energiegehalt von mehr als 800.000 Tonnen Öl entspricht.

Für 2007 erwartet die ESTIF ein etwas moderateres Wachstum: ein Plus von 27 % , das eine bis Jahresende installierte Gesamtleistung von 2,68 GWth ergeben wird. Frankreich beeindruckte im Jahr 2006 mit einem spektakulären Marktwachstum von 81 %, gefolgt von Spanien (+ 64 %), Deutschland (+ 58 %) und Italien (+ 46 %).

Solarwärme-Marktvolumen in der EU-27 plus Schweiz seit 2000 verdoppelt.
Solarwärme-Marktvolumen in der EU-27 plus Schweiz seit 2000 verdoppelt. Grafik: ESTIF

Deutschland: Verhaltener Start in das Solarwärme-Jahr 2007;
Wärmegesetz soll Rahmenbedingungen verbessern

Etwas getrübt wurden die sonnigen Perspektiven durch erste Zahlen der deutschen und österreichischen Branchenverbände, die für die ersten Monate des laufenden Jahres von einer Stagnation oder gar einem Rückgang ausgehen. Als Gründe für den Einbruch des Heizungsmarktes in Deutschland nennen BDH und BSW-Solar unter anderem den außergewöhnlich milden Winter und die Effekte der Mehrwertsteuererhöhung. Für die Solarthermie kommen die Senkung der Zuschüsse im Marktanreizprogramm und der vorübergehend moderate Ölpreis hinzu. Inwiefern sich die alarmierenden Klimaberichte der Vereinten Nationen und die ehrgeizigen EU-Ziele auf die Nachfrage auswirken werden, wird sich zeigen. Die Solarthermie-Hersteller und -Handwerker in Deutschland wollen deshalb nicht mehr lange auf das angekündigte Gesetz zur Förderung der Heizung und Kühlung mit erneuerbaren Energien warten, das Bundesumweltminister Gabriel angekündigt hat und Teil der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD ist. "Die Bundesregierung will den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 Prozent bis zum Jahr 2020 steigern. Ich setze dabei auf das Marktanreizprogramm und das geplante Wärmegesetz. Kernelement des Gesetzes soll eine verbindliche Vorgabe zur Nutzung erneuerbarer Energien bei Neubauten und beim Heizungsaustausch in Altbauten sein. Ferner sollen die Grundsätze des Marktanreizprogramms und sein Förderungsvolumen im Gesetz festgeschrieben werden. Die Details werden derzeit erarbeitet", sagte Gabriel im Juni 2007.

Sonnenaufgang in Osteuropa

Detaillierte Marktstudien über Bulgarien, Polen, Rumänien, Die Slowakische Republik und Slowenien zeigten einen gegenwärtigen Anteil der Erneuerbaren am Gesamtenergieverbrauch zwischen 2,5 % (Polen) und 11 % (Slowenien). In allen dieser Länder gibt es ambitionierte Solar-Ausbauziele: So will Slowenien beispielsweise bis 2010 rund 10.000 Quadratmeter Kollektorfläche installiert haben und Bulgarien sogar drei Millionen Quadratmeter bis 2015.

Zum Abschluss der estec2007 betonten ESTIF-Präsident Gerhard Rabensteiner und die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Mechtild Rothe, die Bedeutung verbindlicher Aktionspläne der einzelnen Staaten, mit denen die "20/20"-Ziele der EU konkret umgesetzt und kontrolliert werden sollen.

Industrieforum zeigt PV-Trends: Weltweite Märkte,
Dünnschicht im großen Stil, Konzentrator-Systeme für den Süden

Mit über 200 Solarexperten aus 27 Ländern wurde das 3. PV Industry Forum im Vorfeld der Intersolar seinem Anspruch des internationalen Informationsaustausches mehr als gerecht. "Dieser internationale Zuspruch macht deutlich, wie groß der Informations- und Diskussionsbedarf hinsichtlich Markteinführungsinstrumenten und technologischen Fragestellungen im Bereich Photovoltaik weltweit ist", so Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des deutschen Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Eines der Hauptthemen des englischsprachigen Kongresses waren die wachsenden internationalen Märkte, zum Beispiel in Spanien und Kalifornien. Paula Mints, Direktorin der US-Unternehmensberatung Navigant Consulting, präsentierte die zehn wichtigsten Solarstrom-Märkte des Jahres 2010.

Navigant-Prognose für den Photovoltaik-Weltmarkt 2010.

Nach den Prognosen des renommierten US-Beratungsdienstleisters werden diese TOP-10-Märkte 91 % der weltweiten Nachfrage auf sich vereinigen, entsprechend einer geschätzten PV-Leistung von 8.345 Megawatt peak.

Navigant-Prognose für den Photovoltaik-Weltmarkt 2010: Deutschland bleibt mit 36 % Marktanteil Solarstrom-Weltmeister, vor den USA (15 %) und Japan (12). Spanien folgt auf Platz 4 mit 8 % Marktanteil, danach China (6 ) und Indien (4 %). Italien, Frankreich und Griechenland kommen zusammen auf 7 %. Daten und Grafik: Navigant Consulting

USA: Mehr Schwarzenegger, mehr Solarstrom

In den USA prognostiziert Navigant für 2010 ein Marktvolumen von 1,243. MWp, davon entfallen 609 MWp auf Kalifornien. Paula Mints warnte jedoch vor übertriebenen Erwartungen an den US-amerikanischen Markt: „Bislang stellt das umfangreiche Förderprogramm für Photovoltaik in Kalifornien noch eine Ausnahme dar. Es müssen noch mehr Schwarzenegger in anderen amerikanischen Bundesstaaten folgen, um das vorhandene Potential auch langfristig erfolgreich zu nutzen", sage Mints in einem Gespräch mit dem Europressedienst.

In Europa erwartet Navigant Consulting von 2006 – 2010 ein durchschnittliches jährliches Photovoltaik-Wachstum von 44 %, mit Schwerpunkten in Deutschland, Spanien und Italien – und ein Marktvolumen von rund 4.500 MWp. Auf Deutschland werden davon etwas mehr als 3.000 MWp entfallen, rund 1.000 MWp auf Spanien und etwa 500 MWp auf Italien.

Riesige Potenziale warten laut Mints in Asien darauf, geweckt zu werden. Der gesamte asiatische Markt kann nach den Navigant-Prognosen von gegenwärtig 200 MWp (überwiegend Japan) auf mehr als 2.200 MWp wachsen, wobei rund 80 % auf Japan, China und Südkorea entfallen werden und Indien einen Anteil von rund 10 % haben wird.

Paula Mints, Direktorin der US-Unternehmensberatung Navigant Consulting.

Als elften Top-Markt der nahen Zukunft nannte Mints die Schwellen- und Entwicklungsländer, speziell die zwei Milliarden Menschen, die noch keinen Zugang zum Stromnetz haben.Wenn die lösbaren Probleme hinsichtlich der Finanzierung und des Unterhalts netzunabhängiger Solarstromsysteme wirklich gelöst werden, könne mit der solaren Elektrifizierung ein wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung der Armut geleistet werden, betont Paula Mints.

Foto: Solar Promotion GmbH

Strategien und Umsetzung der ländlichen Elektrifizierung standen folglich auch im Mittelpunkt der Vorträge unter dem Motto "Productive applications in rural electrification" am Nachmittag. "Ziel der Projektinitiatoren sollte eine starke Einbindung von Industriepartnern sein, um in dem jeweiligen Land den kontinuierlichen Marktaufbau zu ermöglichen", erläutert Rafael Wiese, vom "Büro ländliche Elektrifizierung" beim Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) e.V.

Innovative Technologien mit reduziertem Siliziumbedarf

Am Vormittag informierten Experten mit praxisnahen Beispielen aus der Industrie über Silizium sparende Technologien. Zwei der Schwerpunkte waren die Dünnschicht-Photovoltaik und konzentrierende PV-Systeme.

Industrielle Großserien-Produktion von Dünnschicht-Photovoltaik

Über das rasante Wachstum der Produktionskapazitäten für Dünnschichtmodule und den technischen Fortschritt berichtete Dr. Michael Powalla vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) Baden-Württemberg. Die Dünnschicht-Technologie zeichnet sich dadurch aus, dass weniger Material benötigt wird und ein großes Potenzial zur Kostensenkung genutzt werden kann. Module aus Cadmiumtellurid (CdTe), Kupfer-Indium-Diselenid (CIS) und Dünnschicht-Silizium sind zwar nicht neu, doch die industrielle Großserien-Produktion hat eben erst begonnen.

Produktion in der Würth Solar CISfab in Schwäbisch-Hall. Gescher-Estern Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland (EGW):1.4 MWp-CdTe-System mit 23.430 Dünnschichtmodulen von First Solar.
Links: Produktion in der Würth Solar CISfab in Schwäbisch-Hall. Rechts: Gescher-Estern Entsorgungs-Gesellschaft Westmünsterland (EGW):1.4 MWp-CdTe-System mit 23.430 Dünnschichtmodulen von First Solar. Quellen Würth Solar; Reinecke + Pohl Sun Energy AG

Lag die weltweite Produktionskapazität für alle Dünnschicht-Varianten Ende 2006 noch bei 193 MWp wird sie nach Einschätzung von Experten aus Forschung und Industrie bis Ende 2010 auf 5 Gigawatt steigen, das entspricht etwa dem zehnfachen der gesamten 2006 in Deutschland installierten Solarzellenfertigungskapazität (Silizium und Dünnschicht). Hinsichtlich des Wirkungsgrades erwartet das ZSW bis 2010 deutliche Steigerungen: Von derzeit 6 - 7 % bei amorphem und mikrokristallinem Silizium auf etwa 10 %, bei CdTe-Modulen von 7 - 9 % auf rund 12 %, und bei CIS Modulen sollen sogar 14 % erreicht werden (gegenwärtig 9 - 11 %).

Konzentrator-Photovoltaik für billigeren Solarstrom im Süden

Große Beachtung fand in Freiburg eine Technologie, die ganz und gar nicht neu ist: die Konzentrator-Photovoltaik, kurz CPV. Bereits 1976 realisierten die Sandia Labors in den USA ein 1 kW-CPV-System, berichtete A.W. Bett vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE). Doch erst mit den lohnenden Einspeisevergütungen für Solarstrom wird auch die Konzentrator-PV in den Ländern im Süden Europas wirtschaftlich interessant. Zwar ist für die Konzentrator-Systeme grundsätzlich eine aufwändige Nachführung erforderlich, dafür bündeln die preisgünstigen optischen Systeme (z.B. Fresnel-Linsen) das Sonnenlicht bis zu 1.000-fach. Kombiniert mit den so genannten III-V Solarzellen (Wirkungsgrade bis zu 40 %) eröffnen sich neue Marktchancen, denn an guten Standorten in Spanien seien damit Solarstrom-Gestehungskosten von 16 Cent pro Kilowattstunde durchaus möglich, betonte Bett.

Sandia-PV-Konzentrator aus dem Jahr 1976 Zweiachsig nachgeführtes CPV-System von Concentrix.
Sandia-PV-Konzentrator aus dem Jahr 1976 (links) Zweiachsig nachgeführtes CPV-System von Concentrix. Quellen: Sandia Labs, Concentrix Solar GmbH

Beispiele für diese Technologie sind die Systeme von Concentrix Solar (Produktion im Megawatt-Bereich ab 2007 geplant), Isofoton (Spanien, 5 MW für 2007 angekündigt) sowie SolFocus und Pyron Solar in den USA. CPV wird mittlerweile in einer großen Bandbreite von Systemlayouts realisiert und speziell die Marktchancen für III-V-basierte hoch konzentrierende Systeme scheinen vielversprechend - kein Wunder dass nun mehrere Unternehmen in diesen neuen Markt eintreten.

High-Solar-Tech für den Weltmarkt

Solarmodule werden immer leistungsfähiger und größer. Solarzellen immer dünner und effizienter. Auf der Intersolar zeigten die internationalen Photovoltaik-Hersteller die gesamte Bandbreite und die Fortschritte der Solarstromtechnik, vom Wafer bis zum Solarkraftwerk. Ein aktuelles Beispiel dafür sind die neuen Hochleistungs-Solarmodule der Conergy AG aus der eigenen Produktion in Frankfurt (Oder). Die Serienprodukte dieses Modultyps werden unter dem Namen "Conergy PowerPlus" ab Sommer 2007 vom Band laufen.

Neue Dünnschicht-Solarfabriken steigern Produktionskapazität

Den Trend zur industriellen Dünnschichtphotovoltaik-Produktion machte neben zahlreichen Modulherstellern auch Oerlikon Solar deutlich: Auf der Intersolar 2007 präsentierte das Unternehmen erstmals die marktreife Beschichtungsanlage TCO 1200.

PV-Fassade in Tübingen.

"TCO" steht für "Transparent Conductive Oxide". Diese lichtdurchlässigen Schichten fungieren bei Dünnschicht-Siliziummodulen als Elektroden sowie als "Lichtfänger" und stellen damit Schlüsselkomponenten dar.

"Wir sind jetzt in der Lage, schlüsselfertige Fabriken zur Herstellung von Dünnschichtsilizium-Modulen zu liefern", so Detlev Koch, Leiter von Oerlikon Solar. Eine erste Fabrik dieses neuen, industriellen Typs produziert bei der ersol Thin Film in Erfurt.

Foto: Oerlikon Solar

Wie weit sich die Wechselrichtertechnik entwickelt hat und dass Solar-Inverter weltweit gefragt sind sind, belegt die SMA Technologie AG. "Die neue Generation wurde als so genanntes Weltgerät entwickelt und kann vor Ort mit nur zwei Drehschaltern an die landesspezifischen Besonderheiten angepasst werden", erklärt Marketing- und Vertriebsvorstand Urbon. Mit einem Spitzenwirkungsgrad von 97 Prozent und ausgestattet mit dem aktiven Kühlsystem "OptiCool" soll das Spitzenprodukt der SMA, der Sunny Boy 5000TL, nicht nur in Deutschland und Südeuropa, sondern auch verstärkt in den USA zum Einsatz kommen.

Follow the sun: Große Tracker für den Süden

Einen Einruck von den Solarkraftwerken, die zurzeit vor allem in Spanien und künftig auch in weiteren Mittelmeerländern Strom liefern werden, erhielten die Besucher der Intersolar bereits auf dem Weg in die Messehallen: Ein halbes Dutzend nachgeführter PV-Anlagen (Solar-Tracker) konnte im Freigelände bewundert werden, darunter das größte zweiachsige PV-Trackersystem der Welt. Oder der "SunCarrier" der Würzburger a+f GmbH, ein Tracker, der laut Hersteller so massiv ist, "dass der Betreiber auch bei Windstärke 11 noch ruhig schlafen kann".

"Tracker-Parade" auf der Intersolar 2007 "Tracker-Parade" auf der Intersolar 2007
"Tracker-Parade" auf der Intersolar 2007. Fotos: Solarserver (rh)

Solares Heizen und Kühlen im Trend

Doch nicht nur in der Photovoltaik wurden neue Trends sichtbar. Auch die Solarthermie-Hersteller bieten neu entwickelte und attraktive Lösungen: zum Heizen mit Sonnenenergie - und mehr und mehr auch zur solaren Kühlung. Zunehmend werden Solarwärmeanlagen mit Wärmepumpen kombiniert, um einen besonders hohen Deckungsgrad der erneuerbaren Energiequellen zu erzielen, beispielsweise von Solvis oder Consolar.

Dass Solarwärmeanlagen auch im Detail stetig verbessert werden können, zeigte Armacell, Hersteller technischer Schäume und weltweiter Marktführer für flexible technische Dämmstoffe. Armacell präsentierte auf der Intersolar sein neues Verrohrungssystem für Solaranlagen. "Armaflex DuoSolar" wird künftig mit einem neuen Hochtemperaturdämmstoff in Mikrozellstruktur angeboten und ist noch energieeffizienter als das Vorgängerprodukt: Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/m·K; (l0°C) reduziert der neue Dämmstoff effektiv die Wärmeverluste beim Transport vom Solarkollektor zum Wärmespeicher.

Neues Verrohrungssystem für Solarwärmeanlagen Intersolar 2008 in München.
Neues Verrohrungssystem für Solarwärmeanlagen; Intersolar 2008 in München. Grafik: Armacell, Foto: Solar Promotion GmbH

"See you in Munich"

Seit der ersten Intersolar im Juli 2000 ist zwar gerade mal etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt vergangen, doch diese Zeit erwies sich als "sieben fette Jahre" der Solarwirtschaft. Vier Mal so viele Aussteller und drei Mal so viele Besucher auf der Intersolar 2007 als beim Start in Freiburg illustrieren das enorm gewachsene Interesse an der solaren Alternative. In den Ausstellungshallen präsentierten sich in diesem Jahr die großen Solar-Konzerne mit aufwändigen Ständen, zum Teil sogar auf zwei Ebenen - und immer mehr Produzenten aus aller Welt.

Allein die Messeauftritte von weit über einem Dutzend chinesischer Anbieter lassen die Marschrichtung erkennen: Der Solarmarkt wird zum Weltmarkt, die Solarwirtschaft ist auf dem Weg sich als Leitindustrie des 21. Jahrhunderts zu etablieren. Mit dem Wechsel nach München wird die Intersolar als Industriemesse für den globalen Markt weiter ausgebaut. Mit über 50.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche an dem renommierten Messeplatz steht München vom 12.-14. Juni 2008 im Brennpunkt der Solar-Welt.

Weitere Inormationen: www.intersolar.de


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