Solarserver-Standpunkt:
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"Aufbruch in eine neue Zeit - Chancen der Erneuerbaren Energien nutzen". Erklärung des "Aktionsbündnisses Erneuerbare Energien".
01. September 2003
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Deutschland soll erneuerbare Energien stärker nutzen. Gewerkschaften, Mittelstand, Landwirtschaft und Fachverbände starteten eine Allianz für erneuerbare Energien, Die Initiatoren
halten 500.000 neue Arbeitsplätze für möglich.
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Innerhalb der nächsten 20 Jahre werden in Deutschland über die Hälfte der bestehenden Kapazitäten aufgrund der Überalterung des Kraftwerksparks ersetzt werden müssen. Entscheidend
wird vor diesem Hintergrund sein, dass heute die richtigen Weichenstellungen für eine nachhaltige Energieversorgung vorgenommen werden.
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Der Energiestandort Deutschland muss für die Zukunft gesichert werden. Dies gilt auch und gerade unter den Bedingungen der Liberalisierung. Der Erhalt des Energiestandortes
Deutschland hat eine zentrale Rolle bei der Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze, und er ist gleichfalls elementar wichtig für Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität. Er
ist auch Voraussetzung dafür, dass die in Deutschland benötigte Energie so effizient und umwelt- und klimaverträglich wie möglich erzeugt werden kann.
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Eng mit der Frage nach der Sicherung heimischer Erzeugungskapazitäten ist die Aufgabe verbunden, die Energie-Importabhängigkeit Deutschlands zu verringern. Dieser Ansatz macht
Staaten in verschiedener Hinsicht weniger verwundbar und ist auch ein Beitrag zur Vermeidung globaler Konflikte um sich verknappende Ressourcen. Den Erneuerbaren Energien als
heimische und ökologisch verträgliche Energieform kommt neben den Maßnahmen zur Energieeinsparung und Energieeffizienz in diesem Kontext ein besonderer Stellenwert zu.
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Der weltweit steigende Energieverbrauch und die sich abzeichnende Klimakatastrophe stellen uns vor große Herausforderungen: Die internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert
einen Anstieg des weltweiten Energieverbrauchs um 30 Prozent bis zum Jahre 2030, wenn es keine einschneidenden Maßnahmen gibt. Gleichzeitig haben über 2 Milliarden Menschen, also
ein Drittel der Weltbevölkerung, noch keinen Zugang zu einer erschwinglichen und angemessenen Energieversorgung. Der weltweite Klimawandel schreitet weiter voran: Die globale
Temperatur ist in den vergangenen 100 Jahren um etwa 0,6 Grad Celsius angestiegen, das Klimasystem verändert sich durch die Eingriffe der Menschen.
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Die von Bundeskanzler Schröder in Johannesburg angekündigte Regierungskonferenz für Erneuerbare Energien vom 1. bis zum 4. Juni 2004 in Bonn muss als Chance für einen massiven
globalen Aufschwung der Erneuerbaren Energien genutzt werden. Erneuerbare Energien müssen weltweit nicht nur bei der Stromerzeugung, sondern gleichermaßen im Wärmemarkt und bei
der Treibstoffversorgung vorangetrieben werden.
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Die dynamische Entwicklung bei den Erneuerbaren Energien muss weitergehen: Das EEG, als zentrales Instrument im Stromsektor, muss Bestand haben und weiterentwickelt werden. Es
werden bereits heute sehr starke Innovationsanreize durch das EEG gegeben, denn die Vergütung ist degressiv ausgestaltet und führt zu erheblichen Kostenreduktionen. Immer mehr
Kilowattstunden regenerativen Stroms können für immer geringere Differenzkosten produziert werden. Gleichwohl sehen wir Ansätze zur Optimierung des EEG.
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Wir, das "Aktionsbündnis Erneuerbare Energien" erwarten von einer weiterhin offensiven Entwicklung der Erneuerbaren Energien große gesellschaftliche Vorteile:
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Chance für Innovations- und Technologieentwicklung
Die Erneuerbaren Energien sind bereits heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Als Pionier im Bereich der Erneuerbaren Energien wird Deutschland zudem zum "Schaufenster" für
andere Länder und erwirbt sich hervorragende Exportmöglichkeiten. Fördermechanismen wie das EEG und gezielter Forschungsmitteleinsatz lösen Innovationsschübe aus und senken
mittelfristig die Kosten. Forschungsförderung für Erneuerbare Energien ist eine Zukunftsinvestition und sollte daher über das heutige Niveau angehoben werden. Das auf
mittelständische Strukturen aufgebaute Instrument der Gemeinschaftforschung sollte auch für die Erneuerbaren Energien eingeführt werden, um die Breitenwirkung für die gesamte
Branche zu verbessern. Viele neue Unternehmensgründungen werden die Folge sein.
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Chance für neue und zukunftsfähige Arbeitsplätze
Das Potential für neue Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien ist enorm. Bis zum Jahr 2020 können 500.000 Menschen im Bereich Erneuerbare Energien beschäftigt werden.
Die dezentrale Struktur der Erneuerbaren Energien bewirkt ferner eine breite regionale Verteilung dieser Arbeitsplätze, die insbesondere den strukturschwachen Regionen
Deutschlands zu Gute kommt. Damit die Zahl neuer und dauerhafter Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien weiter ansteigen kann, bedarf es stabiler Rahmenbedingungen für
das wirtschaftliche Handeln der Akteure. Planbarkeit, Berechenbarkeit und damit das Vertrauen in die Beständigkeit staatlicher Rahmenbedingungen sind eine wesentliche
Voraussetzung für den unternehmerischen Mut in einer aufstrebenden Branche.
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Chance für die Landwirtschaft
Das erhebliche Potential der Bioenergien ist erst zu einem sehr geringen Teil ausgeschöpft. Neben der Produktion von Strom bietet insbesondere die Erzeugung von Wärme und
Biotreibstoffen eine hervorragende Chance für die Entwicklung der ländlichen Räume. Auch im stofflichen Bereich können nachwachsende Rohstoffe einen Ersatz z.B. für die
klimaschädliche Petrochemie bieten. Die Bioenergie zeichnet sich dabei durch einen geschlossenen CO2-Kreislauf aus und bietet eine ideale Lösung für eine nachhaltige Energie- und
Kreislaufwirtschaft. Zudem setzt die Bioenergie entscheidende Akzente für eine innovative Wirtschaftspolitik: Gerade für mittelständische Unternehmen und den ländlichen Raum,
insbesondere für die Land- und Forstwirtschaft, bietet die energetische Biomassenutzung neue Einkommens- und Beschäftigungschancen.
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Chance für Kleininvestoren, Mittelstand und kommunale Betriebe
Die Erneuerbaren Energien zeichnen sich durch eine Vielfalt von Akteuren aus. Ob Produzent, Anlagenbauer, Investor, in allen Bereichen besteht gerade auch für den Klein- und
Mittelständler , für den Privatinvestor oder den kommunalen Betrieb die Chance, an der Entwicklung der Erneuerbaren Energien zu partizipieren. So haben im Lauf der letzten Jahre
eine zunehmende Anzahl von kommunalen Energieversorgern ihre dezentrale Energieversorgung durch den vermehrten Einsatz von Erneuerbare Energien- und KWK-Erzeugungstechnologien
verstärkt. Dazu zählen der Bau von Windkraftanlagen ebenso wie der von Biomasseanlagen. Die Wertschöpfungskette der Erneuerbaren Energien umfaßt neben den bekannten Herstellern
und Planern eine große Anzahl von mittelständischen Zulieferern, deren wesentliches Standbein die Erneuerbaren Ernergien geworden sind. Auch Branchen wie die maritime Wirtschaft,
werden von dem Ausbau der Ernererbaren Energien stark profitieren, wie z.B. beim Ausbau der "Offshore" Windenergienutzung.
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Chance für den Klimaschutz
Das Beispiel Deutschland zeigt: vorsorgender Klimaschutz ist machbar. Da Erneuerbare Energien klimagasemissionsfrei oder wie Biomasse klimaneutral sind, bedeuten sie zusammen mit
der Energieeinsparung und der Energieeffizienz den besten Klimaschutz. Durch eine industrielle Serienfertigung wird die Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien zukünftig noch
günstiger und damit der Klimaschutz für alle erschwinglich. Nur wenn Vorreiter in den Industrieländern im nationalen Klimaschutz mutig voranschreiten, wird sich eine positive
Entwicklung auch in Entwicklungs- und Schwellenländern erreichen lassen.
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Das Aktionsbündnis setzt sich für eine zügige Weiterentwicklung der Erzeugung von Strom, Wärme und Treibstoffen aus Erneuerbaren Energien ein. Gleichzeitig sollen die
wirtschaftliche und technische Effizienz der Erneuerbaren Energien verbessert und neue Technologien entwickelt werden. Diese Strategie muss im Sinne einer nachhaltigen
Energieversorgung mit einer forcierten Effizienzsteigerung und der Energieeinsparung gekoppelt werden.
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