Photovoltaik im großen Stil ist anspruchsvolle Kraftwerkstechnik
Oft wird seitens des SFV das Argument vorgebracht, Freiflächen-Solarkraftwerke seien pro Kilowatt Leistung günstiger als Dachanlagen. Dies ist grundlegend falsch: Ein
Freiflächen-Solarkraftwerk kostet im Durchschnitt zirka 3-4% mehr als eine technisch vergleichbare Dachanlage. Dennoch rechnet sich eine solche Anlage für die Natur und für den
Betreiber: Freiflächenkraftwerke profitieren von der guten Hinterlüftung (kühlere Module bringen mehr Ertrag), der optimalen Ausrichtung, den niedrigen Wartungskosten und der
effektiven Großkraftwerkstechnik. Freiflächenkraftwerke haben hierdurch deutlich höhere Erträge als die meisten Dachanlagen und sind deshalb eine gute Investition. Zudem werden
die Photovoltaischen Ressourcen optimal genutzt. Ein Kilowatt Modulleistung liefert auf der Freifläche deutlich mehr Ertrag als auf dem Dach und reduziert somit mehr CO2. Bei
einer im Moment sehr begrenzten Anzahl an Modulen ist es wichtig, diese nicht in uneffektive Kraftwerke zu verbauen, und damit Photovoltaikgegnern gute und stichhaltige Argumente
zu liefern, sondern die zur Verfügung stehenden Module bestmöglich einzusetzen und die Professionalität der photovoltaischen Stromerzeugung aufzuzeigen. Photovoltaik ist keine
Spielerei, sondern höchst anspruchsvolle Kraftwerkstechnik.
Solarkraftwerke auf und an Gebäuden - und auf Freiflächen
Dem SFV sollte es nahe liegen, die Solarenergie zu fördern und wirklich alle Potenziale zu nutzen, die uns die Solarenergie bietet. Doch er tut es nicht! Der SFV hat Angst davor,
die Zustimmung Bevölkerung hinsichtlich der Solarenergie als favorisierte Energieerzeugungsform zu verlieren. Droht dies wirklich bei Freiflächenanlagen? Durch die Schaffung von
Naturlebensräumen, die Senkung der CO2-Emissionen, die Verbesserung der Photovoltaik-Technik, die Steigerung der Wirkungsgrade und Erträge, die Steigerung von Medieninteresse und
Öffentlichkeitswirksamkeit, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Nutzung der Solarenergie auf der Grünen Wiese? Das höchste Akzeptanzproblem bei der Photovoltaik ist nach wie
vor der Preis. Durch eine Blockade der Freiflächen für die Solarenergienutzung werden Preisreduktionen und Effizienzsteigerungen aktiv durch den SFV verhindert. Dieses Verhalten
wiederspricht der Satzung und den Grundsätzen des Vereins. Der SFV sollte sich besinnen, was als vorrangiges Ziel anzusehen ist: Die Versorgung der Bevölkerung mit regenerativer
Energie, vorzugsweise gewonnen aus Sonnenlicht.
Ich hoffe, dass der "Solarenergie-Förderverein" den Weg vom momentanen Verhinderungsverein hin zum echten Förderverein schafft, durch eine sachliche Betrachtung der
Freiflächenkraftwerke und nicht durch gefühlsgeleitete Argumentationen.
Mit sonnigen Grüßen
Bernhard Beck
SFV-Stellungnahme zu Bernhard Becks Argumenten für Freiflächenanlagen
Von unserem Vereinsmitglied Bernhard Beck erhielten wir den folgenden Brief, in welchem er die Vorteile von PV-Freiflächenanlagen aufzählt. Er antwortete damit auf unser
Positionspapier zu Freiflächenanlagen. Seinem Schreiben fügte Herr Beck mehrere Fotos von Freiflächenanlagen bei, die bezüglich der handwerklichen Ausführung dieser Anlagen einen
wohltuend professionellen Eindruck machen. Es fehlen allerdings Fotos, die einen Eindruck von der Größe dieser Anlagen und von ihrem Flächenbedarf vermitteln. Solche Fotos finden
Sie hingegen unter Freiflächenanlage Markstetten oder unter Freiflächenanlage Hemau.
Vielen Argumenten von Herrn Beck ist weitgehend zuzustimmen. Gut gebaute Freiflächenanlagen
- versiegeln keine Böden
- lassen sich leichter warten als fassaden- oder dachintegrierte Anlagen - sind allerdings auch erheblich anfälliger gegen Umwelteinflüsse
- erzielen häufig ein besseres Betriebsergebnis als fassaden- oder dachintegrierte Anlagen, insbesondere weil sie optimal ausgerichtet werden können
- lassen Bewuchs der Fläche mit Gras und Kräutern zu
- nutzen in energietechnischer Hinsicht die Solarstrahlung besser als jede Vegetation.
- Strom aus Freiflächenanlagen ist (zur Zeit noch) billiger als Strom aus fassaden- oder dachintegrierten PV-Anlagen.
Doch dies alles trifft nicht den Punkt, um den es uns geht: Freiflächenanlagen verbrauchen, bzw. belegen unnötigerweise Land-Flächen. Ist das wirklich nur eine
"Geschmacksfrage", wie Herr Beck meint?
Die Sorge des Solarenergie-Fördervereins, dass durch die Zunahme an Freiflächenanlagen die Akzeptanz für die Photovoltaik in der Bevölkerung abnehmen wird, ist nicht aus der Luft
gegriffen, wie über 40 - teilweise empörte - Diskussionsbeiträge gegen Freiflächenanlagen belegen, denen eine erheblich geringere Zahl an Zustimmung zu Freiflächenanlagen
gegenübersteht.
Im übrigen verweisen wir auf unser Positionspapier zu Freiflächenanlagen.
Freiflächenanlagen - Position des SFV
Überarbeitete Stellungnahme vom 12.07.03.
Die Nutzung der Erneuerbaren Energien braucht Flächen zur "Ernte". Flächen sind ein "nicht vermehrbares Gut" und in Mitteleuropa außerdem sehr knapp. Das Potenzial der
Erneuerbaren Energien hängt davon ab, dass genügend Flächen bereitgestellt werden können. Die Windenergie stößt aus diesen Gründen bereits an die ersten Grenzen und weicht jetzt
auf Meeresflächen aus.
Bei den meisten Methoden der Energiegewinnung sind große Anlagen gegenüber kleinen Anlagen im Vorteil, weil größere Anlagen einen besseren Wirkungsgrad haben. Das ist bei der
Photovoltaik anders. Ein besonderer Vorteil der Photovoltaik gegenüber den anderen erneuerbaren Energien liegt in der Tatsache, dass auch kleine PV-Anlagen einen gleich hohen
Wirkungsgrad erreichen wie Großanlagen. Die Photovoltaik bietet deshalb die Möglichkeit, auch sehr kleine Flächenstücke effektiv nutzen zu können.
Dies ist ein zusätzlicher gesellschaftlicher Vorteil, weil er erstmalig direktes Engagement vieler Bürger bei der Stromversorgung ermöglicht.
Diese Vorteile verbinden sich mit einem weiteren Vorteil, dass nämlich Photovoltaik auch auf Bauteilen und als Bauelement genutzt werden kann, z.B. zur Abdeckung von Gebäuden als
Dach oder Fassadenelemente. Diese Doppelnutzung wird auf mittlere Sicht eine erhebliche Preisreduktion für PV-Strom bewirken. Sie bietet zudem noch die Möglichkeit, die
Sonneneinstrahlung sogar auf senkrecht stehenden Flächen, nämlich an Fassaden oder Lärmschutzwänden zu nutzen.
Die Vorteile, die PV-Anlagen auf Dach- und Fassadenflächen bieten können, werden nicht genutzt, wenn sie auf Freiflächen errichtet werden. Dann erhöht auch die Photovoltaik den
ohnehin schon beklagenswerten Flächenverbrauch und trifft auf die Ablehnung vieler Menschen, die ansonsten die Notwendigkeit einer Umstellung auf erneuerbare Energien durchaus
bejahen. Den Flächenverbrauch und die Verringerung der Akzeptanz können und wollen wir vermeiden.
Die Tatsache, dass zur Zeit große Freiflächenanlagen noch als preisgünstiger gelten, obwohl an Bauwerken eine preismindernde Doppelnutzung als witterungsabweisendes Bauelement und
gleichzeitig als Stromgenerator möglich ist, liegt hauptsächlich daran, dass diese Doppelnutzung sich noch nicht durchgesetzt hat. PV-Anlagen werden zur Zeit meistens nachträglich
an bereits komplett fertiggestellten Bauwerken angebracht, die bereits einen Witterungsschutz haben. Eine Integration der Photovoltaik in die Gebäudehülle bei Neubauten und bei
der Sanierung von Fassaden- oder Dachflächen scheitert daran, dass sich dafür noch keine standardisierten Verfahren durchgesetzt haben.
Empfehlungen Die Entwicklung und Markteinführung von preiswerten, leicht montierbaren Dach- und Fassadenelementen kommt nur langsam voran, nicht zuletzt deshalb, weil
etliche Hersteller den Massenabsatz nicht an Gebäuden, sondern bei Freiflächen-Großanlagen erwarten. Die Erwartungen an die Politik steuern offensichtlich die Richtung der
technischen Entwicklung. Hier wäre es Aufgabe der Politik, zu Gunsten der gebäudeintegrierten Photovoltaik richtungsweisende Signale zu setzen! Der Solarenergie-Förderverein
empfiehlt deshalb wirtschaftliche Anreize ausschließlich zum Bau von PV-Anlagen auf und an Gebäuden.
Der SFV ist davon überzeugt, dass bei genügend wirtschaftlichen Anreizen für PV-Anlagen auf und an Gebäuden die Nachfrage nach PV-Modulen höher sein wird, als sie zur Zeit durch
die Solarindustrie überhaupt befriedigt werden kann. So wird ein schnelles Wachstum der Branche in Gang gesetzt. Bei Wegfall der Freiflächenanlagen wird die Entwicklungsarbeit
dann auch von vornherein in in die erwünschte Richtung gelenkt.
Damit es zur Entwicklung großer Fassadenelemente kommt, sollte der künftige Abnehmerkreis für diese Technik besonders berücksichtigt werden. Großabnehmer für PV-Anlagen an und auf
Gebäuden sind beim Neubau und bei der Sanierung großer Fassadenflächen zu erwarten. Man sollte die dort erwünschte Nachfrage forcieren, indem man die gleiche Einspeisevergütung
anbietet, die auch für kleine Anlagen vorgesehen ist. Keine Staffelung nach Baugröße(!)
Der SFV fordert deshalb eine Einspeisevergütung von 80 Cent pro Kilowattstunde für alle PV-Anlagen an und auf Bauwerken unabhängig von der Größe der Anlage.
Die Förderung von PV-Anlagen auf Freiflächen hingegen sollte - nach einer kurz bemessenen Übergangszeit zur Abwicklung bereits begonnener Projekte - beendet werden.
Der SFV schlägt vor, eine Einspeisevergütung nach EEG für Freiflächenanlagen nur noch für Anlagen vorzusehen, die bis 31.12.2005 ans Netz gehen.
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