Arthur Feierabend:
Verknüpfen wir doch dieses Vorhaben mit der Auflage, dass die Investoren z.B. gleich viel Quadratmeter Wüste begrünen müssen, wie sie in z.B. Euro investieren oder
Stromerzeugungskapazität in kW installieren oder …, dann gewinnt gleichzeitig auch unser Planet Erde.
Gemeinschaftssolaranlagen Neckargemünd GbR:
PV in der Wüste ist hervorragend, nämlich zur Versorgung von Städten (Dubai, Kairo...) in Afrika; auch diese haben ein Recht auf Solarstrom und Verringerung von CO2-Emissionen.
Für den Bedarf in Deutschland müssen wir aber im eigenen Land gerade stehen und sorgen, es ist gar nicht so schwer, wenn man will!
Je mehr PV-Strom in Deutschland dezentral und verbrauchernah erzeugt wird, desto mehr entspannen sich die Probleme, die durch den schleppenden und Nichtausbau unserer Stromnetze
entstanden sind und von den 4 großen EVU's immer wieder beschworen werden. Diese sollten besser vor der eigenen Haustüre kehren, als gigantomanische Fernübertragungsnetze in die
Luft zu malen. Ich befürchte, dass das DESERTEC-Konzept a) ein Ablenkungsmanöver, b) die Vorbereitung zum Ruf nach staatlichen Fördermitteln (EEG ist ja gerade kein staatliches
Fördermittel!) und c) ein weiterer Baustein zum Machterhalt ist.
Es gibt in Deutschland noch so viele Dach- und Fassadenflächen, dass man auf ihnen fast die Hälfte des deutschen Strombedarfs aus Photovoltaik-Anlagen erzeugen kann. Und dann gibt
es hier auch noch genügend Flächen, auf denen mit Windstrom zusätzlich ein Mehrfaches des deutschen Stromverbrauchs erzeugt werden kann. Auch in Süddeutschland gäbe es sehr gute
Standorte für Windenergielanagen, wenn diese nicht durch politische Maßnahmen verbrämt würden.
Für Handys und Laptops wurde die Entwicklung guter Stromspeicher schon in wenigen Jahren um Größenordnungen vorangetrieben; nun gilt es, die Weiterentwicklung für Stromspeicher
für Wind- und Solarstrom zu forcieren, warum nicht auch mit Hilfe der öffentlichen Hand? Ein Bruchteil der Gelder, die für die Automobil- und Bankenindustrie problemlos locker
gemacht wurde und wird, würde hier reichen...
Tuisko Kampffmeyer
Tony DEBEST:
Die Idee ist verlockend: Viel (zu viel) Sonne, wenige Menschen, und eine Möglichkeit (theoretisch) die ganze Energie in die Groß-Verbraucher Länder des Nordens zu transportieren.
So ist die Welt in Ordnung ! Ja, genauso wie heute: 6 Milliarden leben in Armut, damit eine Halbe Milliarde den Wohlstand genießen können !
Hat man daran gedacht, dass es in Afrika (und woanders) viel mehr Menschen gibt (und geben wird) als in Europa ?
Hat man daran gedacht, dass diese Menschen sich schon heute nach einem Europäischen Lebensstandard sehnen ?
Hat man daran gedacht, dass diese Menschen, wenn sie sparsam damit umgehen, fast so viel Energie pro Einwohner brauchen werden wie wir?
Sonnenenergie aus der Wüste: Ja, aber zunächst für die dortigen Bewohner !
Frage ist dann, ob sich die Rechnung für die so daran interessierten Groß-Konzerne noch lohnen wird.
Herbert Huemer, Eigentümer der Xolar-Gruppe (Eberstalzell/Österreich):
Wüstenstrom oder dezentrale Energieversorgung? Als Anbieter von Solaranlagen bewerbe ich das „eigene Kraftwerk auf dem Hausdach“, betone die damit entstehende
Unabhängigkeit und freue mich, wenn mir Kunden gerade in der Wirtschaftskrise erzählen: „Besser eine Solaranlage am Dach als die Aktien im Keller.“ Und trotzdem sollte
man so ehrlich sein: Das Potenzial der Sonne kann südlich des Mittelmeers in einem Ausmaß genutzt werden, das hierzulande - mit Ausnahme von ein paar Mittelmeerregionen –
nicht annähernd erreichbar ist. Wer die Energiewende will, kommt mit dezentralen Anlagen in unseren Breiten nicht aus. Vor allem nicht im Winter.
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