Objektorientierte Förderbedingungen im Gebäudebereich
Öl- und Gaspreise werden auch in der nächsten Legislaturperiode steigen und die Geldbeutel der Bürger erheblich belasten. Kostendämpfung gegen diesen unproduktiven
Finanzfluss ins Ausland kann nur mit regionalen Wirtschaftskreisläufen auf Basis erneuerbarer Energien erreicht werden.
Die Förderung erneuerbarer Energien dient der Stärkung des Standortes Deutschland und damit dem Ausbau der 130.000 Arbeitsplätze. Weiterhin werden Tausende weitere
Arbeitsplätze in Handwerk und Ingenieurbüros gesichert oder neu geschaffen. Deshalb ist diese Förderung auch aus wirtschaftlichen Gründen notwendiger denn je. Angesichts
knapper Kassen muss jedoch von der nächsten Regierung der Mut aufgebracht werden, die von der Industrie heiß geliebten Pauschalzuschüsse für Produkte oder Geräte durch
intelligentere Modelle zu ersetzen. Für die DGS gilt dabei der Umwelteffekt als Leitlinie. Das heißt fortan müssen die erreichbaren CO2- und Energie-Einspar-Leistungen im
Fördermittelpunkt stehen. Für Solarkollektoren bedeutet dies eine Förderung für kWh Solarertrag anstatt Quadratmeter Kollektorfläche.
Mit dem KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm steht für den Altbaubereich bereits heute ein solches, höchst effizientes und intelligentes Förderprogramm zur Verfügung. Die
Integration der technischen Forderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) in staatliche Anreize verschaffen bereits heute Solaranlagen, Holzheizung und
Effizienztechnologien wie Wärmepumpen wegen ihrer klaren CO2-Emissionsvorteile gegenüber klassischen Technologien erhebliche Berechnungs-Vorteile. Sollte dieses
Praxiserprobte Programm erweitert und in der Förderung variabler gestaltet werden, ist es ein ideales Werkzeug für einen gebäudebezogenen Klimaschutz in Deutschland mit
einem großen positiven Effekt in Richtung Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum.
Stromeinspeisung: Netzzugang und Marktzugang
Einer Veränderung des EEG ist klar eine Absage zu erteilen, weil keine Notwendigkeit besteht. Angesichts der aktuellen massiven Strom- und Gaspreiserhöhungen, die rein gar
nichts mit den Erneuerbaren Energien zu tun haben, fällt diese Wirtschaftsförderung kaum auf der Stromrechnung ins Gewicht. Für Bioenergie z.B. ist der Vergütungssatz des
EEG bereits heute schon von den reellen Strompreisen für Privatkunden überholt worden. Dies bedeutet, dass hier das Förderziel des EEG erreicht ist. So wird ein mit
Pflanzenöl betriebenes wärmegeführtes BHKW schon heute erst den objektbezogenen Eigenbedarf an Strom decken, bevor eine Einspeisung an das Öffentliche Netz vorgenommen wird.
Wichtiger als eine Veränderung des EEG, ist es die Debatte um die Netzintegration Erneuerbarer Energien horizontal zu differenzieren. In Projekten wie Offshore-Windkraft,
die Mittel- und Hochspannungsnetz direkt nutzen und auch belasten, und in kleinere dezentrale Erzeuger, wie gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen, deren Strom bereits auf
der Nieder- und Mittelspannungsebene versickert. Aus globaler Sicht der Netzbetreiber wirkt er folglich nur wie eine Energieeffizienzmaßnahme.
Atomkraft: Versicherung ehrlich berechnen
Wenn es wie im Lager der CDU/CSU angekündigt zu einer Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken kommt, fordert die DGS, dass dies zu realen Marktbedingungen auch für die
Versicherung dieser Anlagen führt. Atomanlagen in Deutschland sind eklatant unterversichert. Die derzeitigen Versicherungen von Atomkraftwerken decken weniger als 1% des
reellen Schadenspotenzials. Wenn alte Anlagen weiterbetrieben werden sollen, darf die Staatshaftung für das in Zeiten des globalen Terrorismus gestiegene Risiko nicht
aufrechterhalten werden. Mit einer solch markgerechten Deckungshöhe würden sich die Kosten für Atomstrom bei über 2,00 Euro/kWh einpendeln.
Das DGS Präsidium
Lesen Sie die aktuellen Standpunkte im Solarmagazin:
Marco Bülow (SPD): Wärme aus Erneuerbaren ist ein schlafender Riese
Eva Bulling-Schröter (Linkspartei.PDS): Vollversorgung mit erneuerbarer Energie bis 2050
DGS-Standpunkt zu den Neuwahlen für den Bundestag
Horst Friedrich (FDP): Energie- und Klimapolitik sachgerecht verknüpfen
Michaele Hustedt (Bündnis 90 / Die Grünen): Festhalten am EEG
Dr. Peter Paziorek (CDU): Deutschland muss bei der Solartechnik vorne bleiben
Irm Pontenagel (EUROSOLAR): Solare Vollversorgung ist machbar
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