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Rasche Entscheidung erforderlich
Ich schreibe Sie deswegen an, weil Sie an den Entscheidungen zur Einspeisevergütung 2010 beteiligt sind. Die Solarbranche braucht eine langfristige Basis, auf die sich die
einzelnen Firmen verlassen können. Welche Firma wird (trotz des derzeitigen Booms) Mitarbeiter einstellen, wenn die Gefahr besteht, ab Juli 2010 wird es mit Aufträgen eng? Welche
Bank wird neue Fabriken finanzieren, wenn der langfristige Absatz nicht gewährleistet ist? Welcher Kunde wird sich auf das zweite Halbjahr vertrösten lassen, wenn die Gefahr
besteht, dass seine Rendite um mehrere Prozent geringer ist? Welcher junge Mensch wird einen Lehrberuf ergreifen, bei dem er nicht weiß, ob er eine Zukunft in seiner Heimat hat?
Wir brauchen deshalb eine schnelle Entscheidung, wie es ab dem 1.7.2010 weitergeht.
Degression im Sommer, nicht zum Jahresende
Mein persönliches Anliegen zur Einspeisevergütung betrifft nicht die Höhe der Vergütung, sondern den Zeitpunkt der Einspeise-Degression. Ich konnte in den
letzten beiden Jahren erlebe,n wie am Ende des Jahres bei miesestem Wetter unsere Monteure früh morgens auf die Baustelle fahren und unter widrigsten Bedingungen
Photovoltaikanlagen installiert haben. Da ich schon mehrere Anläufe genommen habe, den Degressions-Termin zu ändern, kenne ich auch die mageren Gegenargumente. Wir sollten besser
planen, unsere Monteure müssten natürlich die Sicherheitsvorschriften beachten und bisher wäre es doch immer so gewesen und keiner hat sich beschwert. Bei einem Verschieben der
Degression vom 31.12. auf den 30.6. eines jeden Jahres würde sich die Situation am Jahresende entspannen.
Ich habe drei Kundentypen kennengelernt.
Diejenigen, die sich dem Thema Photovoltaik annehmen, sich einmal informieren und in kürzester Zeit die Investition tätigen oder eben nicht. Dieser Kundentyp kann verplant werden,
da sich immer mehr Menschen für Photovoltaik interessieren und irgendwann jeder Häuslebesitzer sich diese Frage stellt. Dieser Kundentyp kommt gleichmäßig verteilt über das Jahr
und stellt kein Problem dar.
Dann gibt es diejenigen, die am Jahresende aufgrund eines guten Geschäftsjahres (oder guter Ernte) dazu entschließen, unbedingt noch in diesem Jahr eine Photovoltaikanlage
aus steuerlichen Gründen zu bauen. Diesen Kundentyp gibt es ebenfalls jedes Jahr aufs Neue aber eben am Ende des Jahres. Diese Kunden investieren in größere Objekte, meist
Flachdächer oder Freiflächen, bei denen die Jahresend-Problematik (schlechtes Wetter) zumindest kein gesundheitliches Risiko für die Montagemitarbeiter darstellt.
Als letztes habe ich diejenigen Kunden identifiziert, die sich gut (sehr gut) informieren und bei mehreren Firmen ein Angebot einholen. Danach unschlüssig sind und die
Entscheidung hinauszögern. Bis das Datum der Einspeise Vergütungs-Degression vor der Tür steht. Dann wird schnell noch versucht, den Auftrag unter Dach und Fach zu bringen. Wir,
die Firmen die diesen Interessenten ja bereits ein Angebot unterbreitet haben, möchten natürlich diesen Auftrag auch annehmen. Leider füllt sich unser Auftragsbuch am Jahresende
viel zu schnell. Denn die Natur sorgt dafür, dass wir im Winter nur an wenigen Stunden des Tages installieren können. Ganz zu schweigen von den Temperatur-Bedingungen und den
äußeren (Schnee und Eis auf dem Dach) Einflüssen. Dieses Kundenpotential würde ich gerne vom Jahresende in die Jahresmitte schieben.
Höhere Qualität niedrigere Installationskosten und kontinuierliche Auslastung der Solarfabriken
Bei einem Degressionszeitpunkt von 30.6. spielt uns die Natur in die Hände. Die Tage werden länger und die Temperaturen angenehmer. Es liegt auf der Hand, dass die Qualität höher,
die Installationskosten niedriger sind wie bei einer Montage im Winter. Durch eine erhöhte Nachfrage im ersten Halbjahr wird es eine kontinuierliche Auslastung der Solarfabriken
geben. Alle drei Vorteile müssten Ziele einer verantwortungsvollen Förderpolitik der Photovoltaik sein.
Degression mit Mengendeckel
Deshalb möchte ich Sie ermuntern, den Degressionszeitpunkt nicht nur in 2010 auf den 30.6., sondern auch in Zukunft auf den 30.6. zu legen. Eine jährliche Degression reicht aus.
Die Branche kann nicht ständig veränderte Einspeisevergütungssätze kommunizieren. Damit trotzdem eine angemessene Degression über einen längeren Zeitraum definiert werden kann,
schlage ich eine Degression mit Mengendeckel vor. Dieser Mengendeckel wurde bei der letzten EEG-Novelle bereits praktiziert, allerdings war es nur ein fixer Deckel und kein
variabler. Zur Veranschaulichung:
Diese Deckelung (EEG 2009) sollte greifen wenn entweder mehr oder weniger Photovoltaikanlagen (Leistung) installiert werden wie von der Politik und Branche vorhergesehen.
Wenn weniger als 1.000 MW installiert worden wären, hätte sich die Degression um 1 % reduziert und anstelle 8 % wäre die Einspeisevergütung nur um 7 % verringert worden.
Umgekehrt: wenn mehr als 1.500 MW installiert werden, soll sich die 8 % Degression um 1% auf 9 % erhöhen. Es wird also davon ausgegangen, dass durch die bundesweite Installation
von 500 MW eine Kostenreduktion bei der Herstellung und Installation von 1 % erreicht werden kann.
Wenn man sich diese Formel genauer ansieht, könnte ich sie auch so definieren. Bis 1.000 MW gibt es eine Degression von 7 %, wenn mehr installiert wird, erhöht sich die Degression
um ein weiteres Prozent und dies jeweils nach weiteren 500 MW. Im EEG 2009 wurde diese Formel "nur" bis 1.500 MW weiter festgeschrieben. Diese Deckelung müsste aufgehoben werden
und in 500 MW Schritten um ein weiteres Prozent erhöht werden.
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