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Erneuerbare Energien

Zu den erneuerbaren Energien zählen in Deutschland hauptsächlich Wasserkraft, Windenergie, Biomasse und Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie). Weitere Formen sind z. B. die Geothermie oder die Gezeitenkraft.

Erneuerbar bedeutet nicht nur, dass diese Formen der Energieerzeugung weitgehend unbegrenzt zur Verfügung stehen, sondern auch keine schädlichen Treibhausgase freisetzen, wie dies bei fossilen Brennstoffen der Fall ist, die das Weltklima dauerhaft verändern.

Das deutsche Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (Kurztitel Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) soll dem Klimaschutz dienen und gehört zu einer Reihe gesetzlicher Regelungen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle sowie von Kernkraft verringert werden soll.


Alternativen zu Kernenergie und fossilen Brennstoffen


Die Reichweite der Rohstoffe gibt an, wie lange die natürlichen Ressourcen noch reichen. Sie werden derzeit mit 45 Jahren beim Öl, 66 Jahren beim Gas und über 200 Jahren bei der Braun- und Steinkohle angegeben.

Bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde in Deutschland nach Alternativen gesucht, um Strom zu erzeugen. Im Februar 1962 ging das erste deutsche Kernkraftwerk ans Netz.

1962 ging das erste deutsche Kernkraftwerk Kahl5 im unterfränkischen Karlstein (Bayern) mit 15 Megawatt ans Netz
1962 ging das erste deutsche Kernkraftwerk Kahl5 im unterfränkischen Karlstein (Bayern) mit 15 Megawatt ans Netz; Bild: Sebastian Suchanek, Wikimedia Commons, lizenziert unter CreativeCommons-Lizenz by-sa-2.0-de, creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/legalcode


Die Euphorie, eine billige und saubere Lösung zur Stromerzeugung gefunden zu haben, war groß. Tatsächlich sind Kernkraftwerke bezogen auf die CO2-Emissionen wesentlich sauberer als konventionelle Kohlekraftwerke. Fragen der Endlagerung sowie die Reaktorunfälle von Tschernobyl und Fukushima belegen jedoch das hohe Risiko, das die Kernenergie mit sich bringt.

Die erneuerbaren Energien bieten eine Alternative zu Kernenergie und fossilen Brennstoffen und haben nur ein geringes Gefahrenpotenzial. Außerdem sind die meisten Anlagen recht kurzfristig rückbaufähig.


Energie in Deutschland

Deutschland ist, wie die meisten Industrienationen, einer der größten Energie-Konsumenten. Die Stromerzeugung in Deutschland wird durch verschiedene Kraftwerkstypen sichergestellt. Dieser bestand 2009 aus:

•    Kernenergie (22 %),
•    Braunkohle (23 %),
•    Steinkohle (17 %),
•    Erdgas (16 %),
•    erneuerbaren Energien (16 %) und
•    sonstigen Energiequellen (6 %)

Die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien setzte sich 2010 wie folgt zusammen:

•    49 % Windkraft,
•    9 % Wasserkraft,
•    12 % Biomasse und
•    31 % Photovoltaik.


Kosten für eine Photovoltaik-Anlage

Die Preisentwicklung am Beispiel einer Photovoltaik-Aufdachanlage mit 100 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) zeigt eine deutliche Reduzierung der Anschaffungs-Kosten: Kostete eine solche Anlage im zweiten Quartal 2006 noch 5.000 Euro, so liegt diese im dritten Quartal 2011 bei knapp 2.200 Euro.


Gleichzeitig sank aber auch die Einspeisevergütung für Solarstrom nach dem EEG. Die Senkung der Einspeisevergütung lässt sich daher mit den geringeren Erstellungskosten gegenfinanzieren und sollte den Kapitaldienst nicht belasten.

Smart Grids

Die Energieversorger stehen jedoch auch vor Herausforderungen, die die erneuerbaren Energien mit sich bringen: Waren in der Vergangenheit unsere Stromnetze alle zentral gesteuert, da es nur eine überschaubare Anzahl an Kraftwerken gab, so müssen in Zukunft intelligente Stromnetze (Smart Grids) aufgebaut werden.


Schematische Darstellung der dezentralen Stromerzeugung und -verteilung
Schematische Darstellung der dezentralen Stromerzeugung und -verteilung


Plötzlich sehen sich die Energieversorger mit einer recht unübersichtlichen Anzahl an Kraftwerken konfrontiert. Somit muss durch eine entsprechende kommunikative Vernetzung sichergestellt werden, dass immer ausreichend Energie an der richtigen Stelle vorhanden ist. Dies ist nicht nur eine nationale, sondern eine europäische Aufgabenstellung.



Proteus Solutions GbR, Björn-Lars Kuhn