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Solar-Buch des Jahres 2013

„Unmoralisches Angebot“ zur Rettung der Energiewende; juwi-Gründer Matthias Willenbacher setzt alles auf eine Karte

Ein heißes Thema in einer heißen Zeit: Während die erneuerbaren Energien im Sommer 2013 einen Rekord nach dem anderen brechen, wird - mehr oder weniger offen - der Kampf zwischen dem alten, fossil-nuklearen Energiesystem und einer Bürgerenergie-Gesellschaft ausgefochten, die auf Vollversorgung aus erneuerbaren Energiequellen setzt.

Das neue Buch von Matthias Willenbacher „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin. Denn die Energiewende darf nicht scheitern!“ erscheint in den entscheidenden Monaten vor der Bundestagswahl  und richtet sich an alle Bürger, aber speziell an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Wenn Merkel die Energiewende wirklich schafft, spendet Willenbacher sein Vermögen an Bürgerenergie-Genossenschaften, die schon jetzt die Energiewende „von unten“ voranbringen - auch gegen den Widerstand von Politik und Konzernen. Das Angebot gilt, wenn Merkel eine klare Entscheidung zu Gunsten von 100 % Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern bis 2020 trifft.

Willenbacher ist Physiker, erfolgreicher Unternehmer, Multimillionär, Chef von 1.800 Mitarbeitern - und überzeugt, dass 100 % erneuerbare Energien in Deutschland bis 2020 machbar sind. Deshalb macht er in seinem Buch Merkel das „unmoralische Angebot”: Wenn die Kanzlerin die vollständige Energiewende ohne Wenn und Aber umsetzt, will er seinen Anteil dem von ihm gegründeten Erneuerbare-Energien-Unternehmen juwi (Wörrstadt) verschenken. juwi ist ein weltweiter Entwickler von Windenergie-, Solarstrom- und Bioenergieanlagen, verbucht einen Milliardenumsatz und erwirtschaftet damit ordentliche Gewinne.

 

Energiebürger contra Energiekonzerne

Auf rund 150 Seiten berichtet Willenbacher, warum er ein Windenergie- und Solar-Unternehmen gegründet hat und welche mentalen und ökonomischen Barrieren zu überwinden waren. Er spannt den Bogen von den Vorurteilen gegenüber den ersten Windrädern über den Siegeszug der Photovoltaik bis hin zum gegenwärtigen Kampf der Energiesysteme.

Willenbacher zeigt, dass Bürger und Landwirte das Rückgrat der Energiewende sind, denn sie besitzen 46 % der in Deutschland installierten Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien – mit einer Nennleistung von knapp 33.000 Megawatt. Die großen vier Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW zusammen kommen hingegen nur auf einen Marktanteil von 5 %.

Energiewende „von unten“: Die Energiebürger sind der unangefochtene Marktführer der Energiewende
Energiewende „von unten“: Die Energiebürger sind der unangefochtene Marktführer der Energiewende


„Masterplan“ für 100 % Erneuerbare

Willenbacher schildert zahlreiche Erlebnisse mit Politikern, berichtet von seinem Engagement in Sachen Entwicklungshilfe – und liefert darüber hinaus den „Masterplan” für ein neues Energiesystem.

Als Physiker bringt er diesen auf zwei einfache Terme:

·        „60 + 25 + 5“

·        „Strom + Wärme + Mobilität + Effizienz“

Das heißt erstens, dass Deutschland 60 Prozent des Strombedarfs mit Windenergie decken kann, weitere 25 Prozent mit Photovoltaik-Anlagen, und 5 % mit Wasserkraft - die restlichen 10 % liefern Bioenergieanlagen. Und das alles ist schon bis 2020 möglich.

Und es bedeutet zweitens, dass erneuerbarer Strom und regenerative Wärme Teil eines Gesamtkonzepts sind, das auch Energieeffizienz und neue Formen der Mobilität einschließt.

Elektromobilität ist machbar - und auch bezahlbar

In einem eigenen Kapitel beschäftigt sich Willenbacher mit der „Neuerfindung des Autos“. Denn Elektromobilität, die vollständig aus erneuerbaren Energien gespeist wird, ist nicht nur machbar, sondern ein wichtiger Bestandteil des regenerativen Energiesystems. Er betont, dass die Vorbehalte gegen Elektro-Autos nur eingeschränkt gelten – und dass die Probleme mit der Reichweite und der Ladeinfrastruktur bereits angegangen werden und rasch gelöst werden können.

Und Willenbacher zeigt auch, dass der Umstieg auf Elektromobilität bezahlbar ist: Wenn der Masterplan richtig umgesetzt wird, werde Strom aus erneuerbaren Energiequellen nicht mehr als 10 Cent pro Kilowattstunde kosten und der Primärenergieverbrauch könne durch Effizienzgewinne auf 25 % gesenkt werden. Allein mit dem gegenüber den Rohstoffimporten eingesparten Geld könne die Elektromobilität problemlos eingeführt werden und auch die vernünftige Dämmung unserer Häuser finanziert werden, betont Willenbacher.

Die Tankstelle der Zukunft: Der Photovoltaik-Carport auf dem Firmengelände von juwi produziert pro Stellplatz und Jahr Strom für 12.000 Kilometer mit Elektro-Autos
Die Tankstelle der Zukunft: Der Photovoltaik-Carport auf dem Firmengelände von juwi produziert pro Stellplatz und Jahr Strom für 12.000 Kilometer mit Elektro-Autos


Solar-Buch des Jahres

Mit dem „unmoralischen Angebot“ und seinem Masterplan knüpft Willenbacher an die wegweisenden Veröffentlichungen von Hermann Scheer an, dem langjährigen EUROSOLAR-Präsidenten und Trägers des Alternativen Nobelpreises (z.B. Solare Weltwirtschaft, Der energethische Imperativ, Energie-Autonomie).

Willenbacher ist es mit dem pointierten Appell an die Kanzlerin und seinem schlanken Buch gelungen, den Weg zur autonomen Aneignung der erneuerbaren Energien seitens einer Vielzahl von Akteuren und zu einer durchgängig neuen Struktur der Energienutzung äußerst prägnant und mit anschaulichen Beispielen zu beschreiben.

Deshalb ist „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ das Solar-Buch des (Wahl-) Jahres auf dem Solar- und eMobilServer. Und Pflichtlektüre für alle, die eine andere Energieversorgung wollen. (rh)

Bibliographische Daten:
Willenbacher, Matthias: Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin. Denn die Energiewende darf nicht scheitern! Verlag Herder. 2013. 154 Seiten, € 9,99