Solarstromanlagen für Altbau, Stadt und Landschaft
Eine Informationslücke schließt das zweisprachige Buch "Solar Design" (englisch und deutsch), das über Ergebnisse des deutsch-italienischen Forschungsprojekts "PVACCEPT" berichtet. Das Buch stellt nicht nur neue Möglichkeiten für die gestalterisch sensible Integration von Solarstromanlagen in Altbauten, Denkmäler, Stadträume und Landschaften vor.Es präsentiert auch unterschiedliche Konzepte und originelle Module.
Für die nachträgliche Installation von Solarstromanlagen im Baubestand präsentiert das üppig illustrierte Buch innovative Ansätze, die Photovoltaikanlagen mit Altbauten oder Denkmälern in Einklang bringen und geeignet sind, mögliche Kontroversen zwischen Denkmalschutz und Solartechnik zu vermeiden.
Die Autorinnen Ingrid Hermannsdörfer und Christine Rüb beginnen mit grundsätzlichen Überlegungen zur Architektur von Solarstromanlagen auf Dächern, an Fassaden, im Stadtraum sowie in der Landschaft. Einer knappen Übersicht der Funktion photovoltaischer Anlagen, innovativer Solarzellen und Solarmodule folgen beeindruckende Bildstrecken, die schon das oberflächliche Blättern zum Genuß machen.
Solar Design belegt mit kurzen Projektbeschreibungen und vielen Fotos, wie Solarstromanlagen differenziert und bewusst als bauliche Gestaltungselemente eingesetzt werden können. Das kompakte Buch (21 x 21 cm) kann und soll Architekten, Bauherren und Behörden anregen, diese umweltfreundliche Technologie auf neue und kreative Weise zu nutzen.

- Solarstromanlage auf Kirchendach in Carlow, 50 m2-Modulfläche; 5 kWp. Solarpark Höslwang 1,84 MWp, Modulunterkonstruktion aus Holz. Fotos: Jovis Verlag.
Anhand von über 30 sehr gelungenen Praxis-Beispielen von hoher ästhetischer Qualität beweist " Solar Design ", dass die Gestaltung von PV-Anlagen deren Akzeptanz entscheidend fördern kann und dass es Spielräume speziell bei denkmalgeschützten Gebäuden gibt. So wurden beispielsweise die Dächer von Kirchen in Plauen, Bärwalde und Carlow ganz oder teilweise mit Solarmodulen eingedeckt, die der historischen Architektur angepasst sind und ihr gleichzeitig neue ästhetische Qualitäten hinzufügen. Dass auch Solarstromanlagen auf Freiflächen einen hohen ästhetischen Reiz entfalten können zeigt der Solarpark Höslwang: seine ökologische Unterkonstruktion aus Robinienholz folgt dem sanften Schwung der bayerischen Landschaft.

- Foto: Jovis Verlag
Eine PV ACCEPT-Demonstrationsanlage am Eingang der denkmalgeschützten Festungsanlage "Castello San Girogo" in La Spezia (Italien) zeigt, wie moderne Technik und historische Bausubstanz eine gelungene Verbindung eingehen können. Die solare Informationstafel des dortigen Museums besteht aus bedruckten Dünnschichtmodulen, die den Strom zur Beleuchtung selbst erzeugen.
Das abschließende Kapitel "Technische Grundlagen" bietet auf nur 12 Seiten eine hervorragende, prägnante und sehr gut verständliche Einführung in die Solarstromtechnik - auch für Interessierte, die sich zum ersten Mal mit Photovoltaik beschäftigen. Das preiswerte Buch wendet sich in erster Linie an Architekten und Mitarbeiter von Behörden, liefert aber auch Bauherren und Installateuren handfeste und optisch überzeugende Argumente für Gespräche mit Denkmalschützern. Der wichtige Ratgeber verdient deshalb eine uneingeschränkte Empfehlung und ist das "Solarbuch des Jahres 2005" auf dem Solarserver.
Solar Design: Photovoltaik für Altbau, Stadtraum, Landschaft/Photovoltaics for Old Buildings, Urban Space, Landscapes. Autorinnen: Ingrid Hermannsdörfer und Christine Rüb. Deutsch/Englisch, 144 Seiten mit ca. 150 farb. und 25 s/w Abbildungen, Broschur. Format: 21 x 21 cm. Preis: Euro 22.00; sFr 37.50
ISBN 3-936314-49-7. Buch bei amazon bestellen.



