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Solares Bauen mit Glas: Grundlagen und Praxis energieeffizienter Glasarchitektur

Mit dem Buch Energieeffizientes Bauen mit Glas hat der Stuttgarter Architekt und Hochschullehrer Friedrich Grimm die erste Publikation vorgelegt, welche die Möglichkeiten moderner Glasarchitektur unter dem Gesichtspunkt des energieeffizienten Bauens zusammenfasst.

Grimm, Friedrich: Energieeffizientes Bauen mit Glas. München: Callwey, 2004, 208 S. zahlr. Ill. und graph. Darst.. (farb.). ISBN: 3766715771.
Preis (gebraucht): ab 45 €

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Energieeffizienz ist eine der zentralen Anforderungen an die moderne Architektur. Vom einfachen Wetterschutz bis zu Beherrschung des Raumklimas reichen die Möglichkeiten des Baustoffes Glas. Längst kein "Energie-Leck" mehr, haben sich moderne Gläser zu einer wichtigen Komponente der solaren Energiegewinnung entwickelt.

Bauherren, Architekten und Ingenieuren, aber auch interessierten Laien, vermittelt der Autor die Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten der Glasarchitektur von der Herstellung des Werkstoffs über die Konstruktion der Gebäudehülle bis hin zu Sonnenschutzsystemen. Aktuelle Beispiele von Wohn und Bürogebäuden zeigen die ästhetischen und energetischen Qualitäten einer solaren Glasarchitektur.

Nach einer Materialkunde und den Grundlagen der Hüllkonstruktion beschreibt Grimm Licht, Luft und Wasser als Medium für den energetischen Austausch und geht dabei auch auf Photovoltaik, solare Luftkollektoren und Erdwärme ein. Die Entwurfsprinzipien einer solaren Architektur macht der Autor anschaulich an Hand zahlreicher Beispiele.

Das "Prinzip der Verschmelzung", realisiert in polyvalenten Hüllkonstruktionen, bei denen der transparente Baustoff nicht nur Tageslicht passieren lässt, sondern auch den Wärme- und Energieeintrag in das Gebäude regelt, wurde umgesetzt im "Westhafen Tower" in Frankfurt am Main.Das Prinzip der Entflechtung, nach dem Tragwerk und Gebäudehülle als voneinander getrennte Systeme einen abgestuften Übergang von innen nach außen schaffen, erläutert Grimm beispielsweise am Beispiel des "Burda" Medienparks in Offenburg.Für das Prinzip der Verdoppelung, zweischalige hinterlüftete Systeme, steht der Post Tower in Bonn. Das höchste Gebäude Nordrhein-Westfalens besitzt eine hochtransparente, zweischalige Hüllkonstruktion mit einer wärmegedämmten Innenschale.

Das Atrium-Prinzip mit seinen offenen und öffentlichen, verglasten Pufferzonen schafft neben hochwertigen Kommunikationsräumen, auch Gebäudebereiche die oft ohne eigene Heizung und Kühlung auskommen. Ihr solarer Energiegewinn kann einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung liefern. Ein Beispiel dafür ist das neue Londoner Rathaus am Themse-Ufer, mit einer 500 Meter langen Rampe, die es der Öffentlichkeit ermöglicht, das Gebäude zu durchwandern und damit Bürgernähe neu definiert.

Als neuestes Konzept für energieeffizientes Bauen mit Glas eignet sich die aus dem Gewächshausbau stammende Klimahülle hervorragend zur Gewinnung solarer Energie. Da sie ein günstiges Verhältnis von Volumen zu Oberfläche herstellt und in der Regel ein großes Luftvolumen umfasst, funktionieren die erforderlichen thermodynamischen Effekte vergleichsweise besser als bei kleinem Luftvolumen. Als Beispiel nennt der Autor die Hauptverwaltung der Lufthansa AG in Frankfurt mit ihren interkontinentalen Themengärten.

Energieeffizientes Bauen mit Glas ist ein umfassendes Handbuch über das Bauen mit Glas, das auf über 200 Seiten mit mehr als 400 Bildern und Skizzen zeigt, wie Energieeffizienz und Architektur verbunden werden können und dass Gestaltung sich nicht auf willkürliche Design-Ideen beschränkt, sondern von energetischen Tatsachen und Anforderungen ausgehen muss. 
(rh)