widerstand der Energiekonzerne
Widerstand der Energiekonzerne gegen erneuerbare Energien trägt ideologische Züge
Dass die Financial Times Deutschland nicht gerade zu den Anhängern der rot-grünen Bundesregierung zählt, ist bekannt. Gerade deshalb ist es erfreulich, dass FTD-Redakteur Olaf Preuss in "Energie für die Zukunft" Rot-Grün für die "wichtigsten Weichenstellungen für die Energiewirtschaft" würdigt. Mit der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien (EEG) , dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, der Ökosteuer, dem Ziel von 20 % Strom aus erneuerbaren Quellen sowie dem Atomausstieg, haben SPD und Grüne laut Preuss die Weichen gestellt - oft gegen den politischen und wirtschaftlichen Widerstand der Stromversorger, welche die Belastungen der Haushalte durch die Einspeisevergütung beklagen, die bei gerade mal 1,20 Euro pro Monat liegen.
Die Gewinne des Strom-Riesen E.ON hingegen wuchsen in den ersten neun Monaten 2004 um 19 %; RWE steigerte das Betriebsergebnis um 12 % und die deutsche Vattenfall-Tochter legte um mehr als 10 % zu "Der Widerstand der Energiekonzerne gegen den Ausbau der erneuerbaren Energien trägt ideologische Züge", so Preuss, der bei der CDU/CSU und speziell bei Angela Merkel eine Strategie für die Energieversorgung der Zukunft vermisst. Preuss betont, dass eine solare Energiewirtschaft weniger Risken birgt als das heutige System - und zugleich erhebliche wirtschaftliche Chancen bietet. Unternehmen und Staaten, die eine Energiewende beherzt vorantreiben, könnten davon in hohem Maße profitieren.
Die spannenden Reportagen von den Brennpunkten der Energieversorgung ("Europas Tankstelle"; "Bypass aus Baku"), über den Energie-Hunger des großen Drachen (China) und Wetterextreme bis hin zum "Kampf gegen Windmühlenflügel" sind auch und besonders für Einsteiger in das Thema geeignet.
Preuss zeigt anschaulich das aktuelle Dilemma: Die Konzerne müssen kurz- oder mittelfristigen Gewinnzielen folgen, doch eine sichere Energieversorgung kann nur mit der Umlenkung von Investitionen in klimaneutrale erneuerbare Energieträger gelingen. Die sachlichen Betrachtungen, die gut verständlichen Erläuterungen und die anschaulichen Beispiele des Autors sowie die aufgezeigten Handlungsspielräume verdienen eine uneingeschränkte Empfehlung.
Preuss, Olaf: Energie für die Zukunft
Die Sonne nutzen - Das Klima schützen - Die Wirtschaft stärken. Paperback, ca. 200 Seiten- 21,00 × 14,00 cm: (Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler /VVA) ISBN 3-409-03445-5
Preis: EUR 29,90
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