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Unser Buch- und Geschenktipp des Monats Dezember 2000:

Wohnen ohne Heizen

Das Passivhaus, Wohnen ohne Heizung (Gebundene Ausgabe)
Das Passivhaus, Wohnen ohne Heizung (Gebundene Ausgabe)

In unseren Breiten auf die Heizung zu verzichten, ist keine Idee asketischer Hightech-Ökologen, sondern eine Möglichkeit, die immer mehr Bauherren überzeugt. Passivhäuser - in traditioneller Form oder auf der Grundlage moderner architektonischer Entwürfe - reduzieren den Energiebedarf eines Einfamilienhauses auf etwa ein Zehntel. Statt 2000 Litern Heizöl wie ein herkömmliches Eigenheim, verbraucht ein nach dem Passivhaus-Standard gebautes Gebäude nur noch 150 - 200 Liter im Jahresdurchschnitt. Und das bei Baukosten, die nur minimal höher ausfallen.

Der Autor, freier Architekt in Nürnberg, hat für dieses ansprechende, üppig bebilderte Grundlagenwerk zwei Dutzend einladende Wohngebäude ausgewählt. Die Beispiele zeigen, dass Passivhäuser viele Gestaltungsmöglichkeiten bieten, Wohnkomfort mit -qualität verbinden und durchaus bezahlbar sind.

Anton Graf ist es gelungen, auf rund 30 Seiten die physikalischen und architektonischen Grundlagen verständlich, knapp und sachverständig aufzubereiten. Ausgehend von der Energiebilanz des Gebäudes erläutert der Autor die Primärenergiekennzahl, Wärmeschutzmaßnahmen, Dichtigkeit, Fenster, Lüftungsanlagen, solare Restheizung und Wassererwärmung sowie die Stromerzeugung. Deutlich wird, dass Passivhäuser keine "anderen" Bewohner voraussetzen. Graf weiß Vorurteilen im Hinblick auf die Technik oder die "verbotene" Lüftung über die Fenster zu begegnen. Die Lüftungsanlagen der Passivhäuser sind nicht komplizierter als eine konventionelle Heizung. Und das Lüften - obwohl durchaus erlaubt - ist dennoch nicht erforderlich: Die moderne Lüftungstechnik kann selbst Frischluftliebhaber überzeugen - auch bei geschlossenen Fenstern.

Die Beispiele zu je einem Drittel aus Deutschland , Österreich und der Schweiz gefallen und überzeugen zugleich. Reizvolle, zum Teil avantgardistisch anmutende Entwürfe stehen klassischen Eigenheimen gegenüber. Fotos, Grundriß-Skizzen, Bau- und Gebäudedaten sowie Informationen zur technischen Ausstattung machen den Passivhaus-Standard anschaulich. Die Kombination solarthermischer und photovoltaischer Anlagen mit optimaler Dämmung, Lüftungstechnik und weiteren nachhaltigen Systemen (Erdreichwärmetauscher, Regenwassernutzung) ist nicht unbedingt teuer. Die Kosten der vorgestellten Häuser bleiben im Rahmen traditioneller Neubauten: Der Preis pro Quadratmeter Wohnfläche liegt zwischen 2000 und 3000 DM.

Detaillierte Beispiele, überwiegend Einfamilienhäuser, ergänzen die solide Einführung in das Thema bestens. Auch Doppel- und Reihenhäuser werden berücksichtigt. Architekten, Planer und vor allem Bauherren können sich mit dem Buch gründlich in die Materie einarbeiten. Ein rundum empfehlenswertes Werk, das überzeugend für das "Wohnen ohne Heizung" wirbt - und ein Bildband, der sich vorzüglich als Geschenk eignet. (rh)

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