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| Prinzipieller Aufbau einer kristallinen Solarzelle |
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An diesem Übergang baut sich ein inneres elektrisches Feld
auf, das zu einer Ladungstrennung der bei Lichteinfall freigesetzten
Ladungsträger führt. Über Metallkontakte kann eine
elektrische Spannung abgegriffen werden. Wird der äußere
Kreis geschlossen, das heißt ein elektrischer Verbraucher
angeschlossen, fließt ein Gleichstrom.
Siliziumzellen sind etwa 10 cm ´ 10 cm groß (seit kurzem
auch 15 cm ´ 15 cm). Eine durchsichtige Antireflexschicht
dient zum Schutz der Zelle und zur Verminderung von Reflexionsverlusten
an der Zelloberfläche.
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Eigenschaften einer Solarzelle
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Die an Solarzellen abgreifbare Spannung ist abhängig vom
Halbleitermaterial. Bei Silizium beträgt sie etwa 0,5 V. Die
Klemmenspannung ist nur schwach von der Lichteinstrahlung abhängig,
während die Stromstärke bei höherer Beleuchtungsstärke
ansteigt. Bei einer 100 cm² großen Siliziumzelle erreicht
die maximale Stromstärke unter Bestrahlung von 1.000 W/m² etwa
einen Wert von 2 A .
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Strom-Spannungs-Kennlinie einer Si-Solarzelle
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Die Leistung (Produkt aus Strom und Spannung) einer Solarzelle
ist temperaturabhängig. Höhere Zelltemperaturen führen
zu niedrigeren Leistungen und damit zu einem schlechteren Wirkungsgrad.
Der Wirkungsgrad gibt an, wieviel der eingestrahlten Lichtmenge
in nutzbare elektrische Energie umgewandelt wird.
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Unterschiedliche Zelltypen
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Je nach Kristallart unterscheidet man drei
Zelltypen: monokristallin, polykristallin und amorph.
Zur Herstellung von monokristallinen Siliziumzellen benötigt
man hochreines Halbleitermaterial. Aus einer Siliziumschmelze
werden einkristalline Stäbe gezogen und anschließend
in dünne Scheiben gesägt. Dieses Herstellungsverfahren
garantiert relativ hohe Wirkungsgrade.
Kostengünstiger ist die Herstellung von polykristallinen
Zellen. Dabei wird flüssiges Silizium in Blöcke
gegossen, die anschließend in Scheiben gesägt
werden. Bei der Erstarrung des Materials bilden sich unterschiedlich
große Kristallstrukturen aus, an deren Grenzen Defekte
auftreten. Diese Kristalldefekte haben einen geringeren Wirkungsgrad
der Solarzelle zur Folge.
Wird auf Glas oder anderes Substratmaterial eine Siliziumschicht
abgeschieden, spricht man von amorphen- oder Dünnschichtzellen.
Die Schichtdicken betragen weniger als 1 µm (Dicke
eines menschlichen Haares: 50-100 µm), so daß die
Produktionskosten allein wegen der geringeren Materialkosten
niedriger sind. Die Wirkungsgrade amorpher Zellen liegen
allerdings noch weit unter denen der anderen beiden Zelltypen.
Anwendung finden sie vor allem im Kleinleistungsbereich (Uhren,
Taschenrechner) oder als Fassadenelemente.
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Material |
Wirkungsgrad in %
Labor |
Wirkungsgrad in %
Produktion |
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Monokristallines Silizium |
etwa 24 |
14 bis 17 |
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Polykristallines Silizium |
etwa 18
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13 bis 15 |
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Amorphes Silizium |
etwa 13 |
5 bis 7 |
Von der Zelle zum Modul
Um für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche
geeignete Spannungen bzw. Leistungen bereitstellen zu können,
werden einzelne Solarzellen zu größeren Einheiten
miteinander verschaltet. Eine Serienschaltung der Zellen
hat eine höhere Spannung zur Folge, eine Parallelschaltung
einen höheren Strom. Die miteinander verschalteten Solarzellen
werden meist in transparentem Ethylen-Vinyl-Acetat eingebettet,
mit einem Rahmen aus Aluminium oder Edelstahl versehen und
frontseitig transparent mit Glas abgedeckt.
Die typischen Nennleistungen solcher Solarmodule liegen zwischen
10 Wpeak und 100 Wpeak. Die Kenndaten der Solarmodule beziehen
sich auf die Standardtestbedingungen von 1000 W/m² Sonneneinstrahlung
bei 25 °C Zelltemperatur. Die von den Herstellern angegebenen
Garantiezeiten sind mit in der Regel 10 Jahren recht hoch
und bezeugen den hohen Qualitätsstandard und die hohe
Lebenserwartung heutiger Produkte.
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Natürliche Grenzen beim Wirkungsgrad
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Außer an der Optimierung von Produktionsprozessen arbeitet
man auch an einer Erhöhung der Wirkungsgrade, um zu einer
Verbilligung der Solarzellen zu kommen. Unterschiedliche Verlustmechanismen
setzen diesem Vorhaben aber Grenzen. Grundsätzlich sind die
einzelnen Halbleitermaterialien oder -kombinationen nur für
bestimmte Spektralbereiche des einfallenden Lichtes geeignet. Ein
bestimmter Anteil der Strahlungsenergie kann also nicht genutzt
werden, weil die Lichtquanten (Photonen) nicht über ausreichend
Energie verfügen, um Ladungsträger "aktivieren" zu
können. Auf der anderer Seite wird ein gewisser Anteil an
Photonen-Überschußenergie nicht in elektrische Energie,
sondern in Wärme umgewandelt. Hinzu kommen optische Verluste,
wie die Abschattung der Zelloberfläche durch die Kontaktierung
oder die Reflexion einfallender Strahlung an der Zelloberfläche.
Auch elektrische Widerstandsverluste im Halbleiter und in den Anschlußleitungen
sind als Verlustmechanismen zu nennen. Der störende Einfluß von
Materialverunreinigungen, Oberflächeneffekten und Kristalldefekten
ist ebenfalls nicht unerheblich.
Einzelne Verlustmechanismen (Photonen mit zu geringer Energie werden
nicht absorbiert, Photonen-Überschußenergie wird in
Wärme umgewandelt) können nicht weiter optimiert werden,
weil sie aus physikalischen Gründen durch das verwendete Material
vorgegeben sind. Dies führt zu einem theoretisch maximalen
Wirkungsgrad von beispielsweise etwa 28 % bei kristallinem Silizium.
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Maximale theoretische Wirkungsgrade verschiedener
Solarzellen bei Standardbedingungen
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Neue Wege
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Oberflächenstrukturierung zur Verminderung von Reflexionsverlusten: Zum
Beispiel Aufbau der Zelloberfläche in Pyramidenstruktur, damit
einfallendes Licht mehrfach auf die Oberfläche trifft. Neue
Materialien: Zum Beispiel Galliumarsenid (GaAs), Cadmiumtellurid
(CdTe) oder Kupfer-Indium-Diselenid (CuInSe2).
Tandem- oder Stapelzellen: Um ein breiteres Strahlungsspektrum
nutzen zu können, werden unterschiedliche Halbleitermaterialien,
die für verschiedene Spektralbereiche geeignet sind, übereinander
angeordnet.
Konzentratorzellen: Durch die Verwendung von Spiegel- und
Linsensystemen wird eine höhere Lichtintensität auf die
Solarzellen fokussiert. Diese Systeme werden der Sonne nachgeführt,
um stets die direkte Strahlung auszunutzen.
MIS-Inversionsschicht-Zellen: Das innere elektrische Feld
wird nicht durch einen p-n-Übergang erzeugt, sondern durch
den Übergang einer dünnen Oxidschicht zu einem Halbleiter.
Grätzel-Zelle: Elektrochemische Flüssigkeitszelle
mit Titandioxid als Elektrolyten und einem Farbstoff zur Verbesserung
der Lichtabsorption.
Text und Abbildungen mit freundlicher Genehmigung der
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