Katek und Steca: Smartes Engineering als Erfolgsfaktor für deutsche Solarelektronik

Mann mit Brille hält eine Solarelektronik-Platine in den behandschuhten Händen
Im Jahr 1976 ist Solarenergie noch ein Thema, das hauptsächlich Forscher und Idealisten beschäftigt. Aber in Memmingen wird bereits der Grundstein für eines der ersten Unternehmen gelegt, das Jahre später Teil der solaren Erfolgsgeschichte Deutschlands sein wird: Karl Steinle und Manfred Casper gründen die Steca GmbH und starten mit der Entwicklung und Produktion von Batterieladesystemen.

Obwohl der Solarmarkt auch in den nachfolgenden 80er Jahren weiter in den Kinderschuhen steckt, wird das Potenzial der Solarenergie Schritt für Schritt deutlich. Besonders in netzfernen Gebieten kann sie ihre Stärken zunehmend ausspielen. So nimmt Steca Leistungselektronik für Solaranlagen in das Programm auf – und verschifft nun seit 30 Jahren Laderegler und Wechselrichter aus dem Allgäu nach Afrika, Südostasien und den mittleren Osten.

Heute ist die ursprüngliche Steca ein integraler Teil der Katek Gruppe – einem der führenden deutschen Elektronikdienstleister mit rund 2.400 Mitarbeitern – und steht als Marke für durchdachte Produkte und Komponenten. Doch wie kann sich ein Elektronikhersteller, der nach wie vor in Europa fertigt, im globalen Wettbewerb behaupten? „Dafür sorgt die besondere Entwicklungs- und Produktionsphilosophie, die unsere Ingenieure über die Jahre entwickelt haben“, sagt Klauspeter Bader, Geschäftsführer der Katek Memmingen.

Übergreifende Technologieplattform

Katek ist einer der wenigen Anbieter für Leistungselektronik, die sowohl Produkte unter eigener Marke anbieten als auch im OEM-Markt erfolgreich sind. Was nur wenige Marktkenner wissen: die Heimspeicher-Wechselrichter des Unternehmens werden von führenden Speicheranbietern in ihren Produkten verbaut. Aber auch im Segment der einphasigen Geräte beliefert Katek verschiedene namhafte Wechselrichteranbieter.

Gerade die OEM-Produkte erfordern Eigenschaften, die auf den ersten Blick nur schwer zu vereinen sind: Produktionskosten, die auch im Wettbewerb zu Anbietern aus Fernost bestehen können, und gleichzeitig eine hohe Qualität und Flexibilität, da jeder OEM-Kunde spezielle Anforderungen hat. Nicht nur sind die gewünschten Funktionen von Abnehmer zu Abnehmer unterschiedlich, auch die Gehäuse der Geräte unterscheiden sich je nach Kunde erheblich. Das kann gerade für Wechselrichter eine große Herausforderung sein, denn das Gehäuse ist meist ein wichtiger Teil des Kühlkonzeptes. Anders gesagt: Wird ein Gehäuse stark verändert, kann die Elektronik unter Umständen nicht mehr ausreichend gekühlt werden.

Genau hier setzt das Plattformkonzept an, das Steca entwickelt hat. Heute wird es von Katek weiterentwickelt und mit der Fertigungsexpertise des Unternehmens kombiniert: „Unsere Plattform basiert auf drei Prinzipien: Erstens nutzen sowohl unsere eigenen als auch die OEM-Geräte die gleichen erprobten Baugruppen. Das ermöglicht hohe Stückzahlen und eine besonders effiziente Produktion“, erklärt Werner Gut, Bereichsleiter Solar und Energie bei Katek. „Zweitens können verschiedene Funktionen nach Bedarf angedockt werden. Und drittens ermöglicht die Coolcept-Technologie eine komplett unabhängige Kühlung, sodass individuelle Gehäuse problemlos machbar sind. So erreichen wir ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und bleiben gleichzeitig flexibel.“

Aber auch für die Laderegler, mit denen bei Steca alles begann, zahlt sich die Engineering-Philosophie des Unternehmens aus: „Besonders bewährte Baugruppen sorgen für Zuverlässigkeit. Und die ist in abgelegenen Gebieten noch viel wichtiger als hier bei uns. Denn der Ausfall eines Solar Home Systems kann in manchen Afrikanischen Regionen Dunkelheit für den gesamten Haushalt bedeuten und Ersatzteile sind unter Umständen Hunderte von Kilometern entfernt“, ergänzt Gut.

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