Westnetz weiht digitale Umspannanlage in Arnsberg ein
Foto: Westenergie AGDie digitale Umspannanlage in Arnsberg erfasst Schaltzustände, Netzströme und weitere Betriebsdaten. Neben den Leistungsschaltern lassen sich auch Trenner und Erder aus der Ferne bedienen. Westnetz hat die Anlage am 11. September 2026 gemeinsam mit der Konzernmutter Westenergie offiziell eingeweiht. An der Einweihung nahmen unter anderem NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Westenergie-Vorstandschef Robert Denda, Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner und Westnetz-Geschäftsführer Jürgen Grönner teil. Die Anlage ergänzt die bereits digitalisierten Ortsnetzstationen und intelligenten Messsysteme in Arnsberg und Sundern.
Digitale Umspannanlage in Arnsberg liefert Betriebsdaten
Die umfangreiche Sensorik soll der Netzleitstelle ein genaueres Bild vom Zustand und von der Auslastung des Stromnetzes vermitteln. Nach Angaben von Westnetz lassen sich dadurch Engpässe früher erkennen und Schaltvorgänge bei Störungen schneller ausführen. Das Unternehmen verbindet damit außerdem das Ziel, das bestehende Netz besser auszulasten und Netzanschlüsse schneller zu ermöglichen.
Westenergie führt die kürzere Reaktionszeit bei Störungen auf die Fernsteuerbarkeit der Anlagen zurück. „Durch die Fernsteuerbarkeit unserer Anlagen konnten Kundinnen und Kunden in der Region im Fall einer Störung rund 25 Minuten schneller wieder versorgt werden“, sagte Robert Denda, Vorstandsvorsitzender und Technikvorstand der Westenergie AG.
Mehr als die Hälfte der Ortsnetzstationen digitalisiert
Die Anlage ist Teil der Smarten Energieregion Arnsberg und Sundern. Seit dem Projektstart vor rund zwei Jahren hat Westnetz nach eigenen Angaben 261 der insgesamt 522 Ortsnetzstationen in beiden Städten digitalisiert. Damit liegt der Anteil bei mehr als 50 Prozent. Hinzu kommen rund 11.000 installierte intelligente Messsysteme.
Digitale Ortsnetzstationen übertragen Mess- und Betriebsdaten über Mobilfunk oder Glasfaser an die Netzleitstelle. Sie messen Strom und Spannung auf der Mittel- und Niederspannungsebene und ermöglichen es, Mittelspannungsstrecken aus der Ferne zu schalten. Intelligente Messsysteme liefern dem Netzbetreiber Daten zur Netzauslastung, zum Stromverbrauch und zur Einspeisung.
Zur sogenannten Beobachtbarkeit des Niederspannungsnetzes sagte Westnetz-Geschäftsführer Jürgen Grönner: „Durch konsequente Investitionen in digitale Ortsnetzstationen und Smart Meter haben wir bereits heute eine Beobachtbarkeit von 40 Prozent in der Niederspannung erreicht.“ Die zusätzlichen Daten sollen Westnetz zufolge dabei helfen, das bestehende Netz besser auszulasten und den weiteren Ausbau bedarfsgerecht zu planen.
Digitalisierung soll neue Netzanschlüsse erleichtern
Für Photovoltaikprojekte ist insbesondere die von Westnetz angestrebte bessere Auslastung des bestehenden Netzes relevant. Die zusätzlichen Betriebsdaten sollen helfen, Engpässe früher zu erkennen und neue Netzanschlüsse schneller zu ermöglichen.
In der digitalen Umspannanlage überträgt Westnetz die Informationen über Glasfaser statt wie bei konventionellen Anlagen mithilfe analoger Signale über Kupferkabel. Nach Darstellung des Unternehmens erhöht die digitale Kommunikation die Flexibilität und Verfügbarkeit der Anlage. Zudem kommen SF₆-freie Betriebsmittel zum Einsatz. Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Schalthäuser sollen den Eigenbedarf der Umspannwerke decken. Westnetz nennt außerdem ein ökologisches Grünflächenmanagement als Bestandteil des Projekts.
Die Smarte Energieregion Arnsberg und Sundern ist Teil der „E.ON Labs“. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur verwies bei der Einweihung auf die Bedeutung digitaler Verteilnetze und warnte davor, dass Netzzugänge zum Engpass der Energiewende werden könnten.
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