DLR weiht Testanlage TESIS ein

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Das DLR hat seine Testanlage für Wärmespeicher TESIS am Standort Köln eingeweiht. In der Testanlage können Speichertechnologien anwendungsbezogen und in industriellem Maßstab weiterentwickelt werden. Foto: DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat jetzt seine Testanlage TESIS (Test Facility for Thermal Energy Storage in Molten Salt) eingeweiht. Mit ihr können Flüssigsalzspeicher sowie einzelne Anlagenbauteile in einer weltweit einmaligen Form getestet werden.

Mit der Anlage im Industriemaßstab können Wissenschaftler und Industriepartner kosteneffiziente Wärmespeicherkonzepte für regelbaren erneuerbaren Strom in der Kraftwerkstechnik und energieintensive Industrieprozesse weiterentwickeln. Die DLR-Forscher rechnen damit, dass sich die Kosten für Flüssigsalzspeicher durch die Weiterentwicklungen im Rahmen der TESIS-Anlage um bis zu 40 Prozent reduzieren lassen. 100 Tonnen flüssiges Salz zirkulieren in der Testanlage. Sie werden abwechselnd von 250 auf 560 Grad Celsius aufgeheizt und wieder abgekühlt.

Salz als Speichermaterial bietet viele Vorteile: Das kostengünstige Material ist weltweit verfügbar und kann in flüssiger Form bei Temperaturen zwischen 170 und 560 Grad Celsius eingesetzt werden. Flüssigsalz kann problemlos gepumpt werden und steht, im Gegensatz zu Wasser, auch bei hohen Temperaturen nicht unter Druck. "Salz als Speichermaterial haben wir in den vergangenen Jahren genau erforscht und kennen die Potentiale des Materials sehr gut. Mit TESIS werden wir dieses Know-how nun bei Energiespeichern für Solarkraftwerke sowie zur Flexibilisierung von Industrieprozessen und Kraftwerksanlagen zum Einsatz bringen.", sagte Prof. André Thess, Leiter des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik anlässlich der Einweihung.

Mit der TESIS-Anlage werden die Speichertechnologien insgesamt weiterentwickelt. Die Wissenschaftler erproben hier erstmals ein neues Konzept mit nur einem Tank. Dabei nutzen sie die Schichtung von unterschiedlich heißem Material, die sich in dem senkrecht stehenden Tank ausbildet. Im oberen Teil befindet sich das heiße Material, im unteren das kühlere. Das Konzept hat den wirtschaftlichen Vorteil, einen der üblichen Tanks einzusparen sowie einen Großteil des Salzes durch ein kostengünstigeres Füllmaterial zu ersetzen. Die Forscher testen in dem Tank unterschiedliche Füllmaterialen aus Keramik oder Gestein. Damit reduzieren sie den Anteil an pumpfähigem Salz und können die Wärmeenergie noch preiswerter speichern.

Im zweiten Teil der TESIS-Anlage können Industriepartner Komponenten und Bauteile von Flüssigsalzanlagen auf den Prüfstand stellen. Unter definierten Bedingungen können sie Ventile und Solarabsorberrohre aber auch Verfahrens- und Messtechnik unter den Extrembedingungen testen, welche die Bauteile später in den Anlagen aushalten müssen.

Die Testanlage im Wert von zirka 3,5 Millionen Euro wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und zum Teil aus DLR-Eigenmitteln finanziert. TESIS ist Teil des interdisziplinären Forschungsgebäudes CeraStorE. Die Bauzeit und Inbetriebnahme der Anlage betrug 14 Monate.

 

18.9.2017 | Quelle: DLR  | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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