Netzwerktreffen der Photovoltaikbranche erfolgreich zu Ende gegangen

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„Wir müssen endlich wieder Tempo machen bei der Photovoltaik und nicht mehr, wie bisher, bremsen“, lautete eine der Forderungen, die in der Plenumsdiskussion gestellt wurde. Foto: Solar Cluster, Uli Regenscheit

Über 200 Interessierte haben am Solarbranchentag Baden-Württemberg in Stuttgart teilgenommen. Gekommen waren Vertreter von Städten und Gemeinden, Unternehmen, Verbänden sowie der Politik.

Einen Tag lang diskutierten die Teilnehmer über den aktuellen politischen Rahmen und die Änderungsmöglichkeiten, die Stärken und Schwächen der Solarbranche, wie Städte und Gemeinden die Energiewende vor Ort vorantreiben können sowie über erfolgreiche Projektbeispiele. Die Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg veranstaltete zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bereits den vierten Kongress dieser Reihe.

Zunächst einmal gab es positive Nachrichten: Photovoltaik lohnt sich immer mehr, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen und Kommunen im sonnigen Südwesten. Vor allem zwei Gründe machen den Solarstrom vom Dach profitabler: Die Anlagenkosten sind in den vergangenen zwölf Monaten um rund sieben Prozent gesunken. Die Einspeisevergütung für den nicht selbst genutzten Photovoltaikstrom ist in den Jahren 2016 und 2017 recht stabil geblieben – und wird es wohl auch 2018 bleiben. Mit einer reinen Einspeisung bei Kleinanlagen sind Renditen um die zwei Prozent möglich. Wird ein Teil des Solarstroms vom Dach selbst verbraucht oder werden die Anlagen größer, kann die Rendite jährlich auf über sechs Prozent steigen.

Baden-Württemberg ist bei erneuerbaren Energien außerdem das führende Bundesland in Deutschland. Das geht aus einer im November vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Kooperation mit der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) veröffentlichten Studie hervor. Diese bewertet die politischen Anstrengungen ebenso wie die Erfolge bei der Nutzung erneuerbarer Energien und die Fortschritte beim technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel.

Dass Baden-Württemberg durchaus stolz auf den Titel sein kann, aber sich nicht darauf ausruhen darf, unterstrich auch Minister Franz Untersteller und stellte konkrete Forderungen an die zukünftige Bundesregierung hinsichtlich der Nutzung von Sonnenstrom: „Mit ihrem rigorosen Ausbaudeckel und der Belastung von Solarenergie für den Eigenverbrauch mit der EEG-Umlage hat die bisherige Bundesregierung im Rahmen ihrer jüngsten EEG-Novellen der Solarwirtschaft quasi den Stecker gezogen und den einst starken deutschen Solarmarkt nun vollends in die Nische gedrängt. Wir müssen endlich wieder Tempo machen bei der Photovoltaik und nicht mehr, wie bisher, bremsen.“

Großes Ausbaupotenzial sieht Untersteller bei Photovoltaikanlagen auf Freiflächen in benachteiligten Gebieten und Mieterstrommodellen. Schon für das nächste Jahr hat der Minister im Rahmen einer „Solaroffensive“ zudem die Förderung von regionalen Initiativen zur Unterstützung der Photovoltaik vor Ort angekündigt. Zudem soll es Landesgelder für stationäre, netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher geben, wenn sich Gebäudeeigentümer eine neue Photovoltaikanlage zulegen. Ziel der Maßnahmen ist es, den Photovoltaikzubau im Südwesten erheblich zu steigern. 2016 lag er nur noch bei rund 150 Megawatt installierter Leitung. 2012 war es viermal so viel - einem Wert der notwendig ist, um die von Land und Bund gesteckten Klimaziele zu erreichen. Angesichts der gesunkenen Preise ist das Kostenargument gegen den PV Ausbau obsolet, insbesondere im Bereich der Photovoltaik auf Freiflächen.

Dies bestätigte auch Heiko Schwarzburger, Chefredakteur des Branchenblattes „Photovoltaik“: „Eine wichtige Aufgabe für Kommunen ist, Bürger unabhängig zu Solarstromanlagen zu beraten.“ Über erste Erfolge dabei berichtete Malte Thoma vom Umweltschutzamt der Stadt Freiburg. Mit der Sonnenenergie-Kampagne „Dein Dach kann mehr“ ist es gelungen, den Ausbau von PV-Anlagen auf privaten Wohngebäuden nach vier rückläufigen Jahren wieder zu beleben: „Die neutrale Beratung durch die Stadt wird sehr gut angenommen, die Installation von Solaranlagen bei Hauseigentümern hat deutlich zugenommen“, unterstrich Thoma seine Ausführungen.

Der Solarbranchentag bietet als gemeinsame Veranstaltung von Umweltministerium und Solar Cluster Baden-Württemberg die Chance, die Akteure zu vernetzen, von gelungenen Projekten der anderen zu lernen und so gemeinsam die Energiewende im Land voranzutreiben. Im kommenden Jahr gibt es diese Chance wieder auf dem 5. Solarbranchentag Baden-Württemberg am 12. November 2018.

 

Die Vorträge des 4. Solarbranchentags stehen in Kürze unter www.solarcluster-bw.de/de/veranstaltungen/solarbranchentag-2017/ zum Herunterladen zur Verfügung.

 

30.11.2017 | Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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