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„Flex4Energy“: Regionale Marktplätze sollen Erzeugung und Speicher zusammen bringen

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Im Konzert mit Speichersystemen können Wind- und Solarstrom auf Angebot und Nachfrage angepasst werden. Das Forschungsprojekt Flex4Energy hat dafür einen Marktplatz entwickelt, der auf eine Region bezogen sein soll. Foto: Naturstrom

Neue, regionale Marktinstrumente können somit einen wichtigen Beitrag leisten, um flexible Verbrauchs- und Einspeiseanlagen intelligent zu nutzen und so die Energiewende voranzubringen. Das ist das Ergebnis des Forschungsprojekts „Flex4Energy“.

Das Forschungsprojekt hat untersucht, wie Energiespeichersysteme Engpässe im Netz vermeiden können, indem sie kurzfristig elektrische Leistung bereitstellen. Diese Flexibilität kann dann auf einem im Rahmen des Projektes entwickelten Marktplatz gekauft oder verkauft werden. Durch diese Flexibilisierung kann die Versorgung mit Strom gewährleistet werden, ohne die Kosten für den Ausbau von Netzleitungen weiter in die Höhe zu treiben.

„Flex4Energy“ ist ein Verbundvorhaben, das von der „StoREgio GmbH“ (Ludwigshafen) geleitet wird. Projektpartner sind die Hochschule Darmstadt (h_da), die „ENTEGA AG“ (Darmstadt), Fraunhofer ISE (Freiburg), Fraunhofer IESE (Kaiserslautern) und „ADS-TEC“ (Nürtingen). Die sechs Partner haben drei Jahre in dem Projekt gearbeitet.

Die Projektpartner haben hierbei einen Marktplatz entwickelt und realisiert, auf dem gezielt regionale Energiedienstleistungen gehandelt werden können. „Netzbetreiber können zum Beispiel den Marktplatz nutzen, um von Betreibern flexibler Verbrauchs- und Erzeugungsanlagen oder Speichersystemen gezielt Unterstützung einzukaufen. Dies kann ihnen helfen, Investitionen in den Ausbau ihrer Netze zu begrenzen und bringt beiden Seiten Vorteile“, erläutert Projektkoordinator Dr. Peter Eckerle, Geschäftsführer der StoREgio GmbH in Ludwigshafen.

Durch die zunehmende Verbreitung von Batteriespeichersystemen und die bessere Steuerbarkeit von Anlagen im Zuge der Digitalisierung werden immer mehr Fle-xibilitätspotentiale an vielen Stellen im Netzgebiet entstehen.

Während technisch der Nutzung dieser Flexibilitätspotentiale nichts im Wege steht, existieren bisher keine Marktinstrumente, über die die beteiligten Akteure Nachfrage und Angebote unkompliziert und in Übereinstimmung mit den geltenden Rechtsvorschriften handeln können. Diese Lücke hat „Flex4Energy“ geschlossen.

Prototypisch zum Einsatz kam der Marktplatz im Netzgebiet der Entega in einem Neubaugebiet in Groß-Umstadt. Ein Batteriespeichercontainer der Firma ADS-TEC dient hier als sogenannter Quartierspeicher zur Pufferung der Energieerzeugung der Solaranlagen auf den Hausdächern. Der Speicher kann seine noch verfügbaren Leistungsreserven als Flexibilitätspotentiale auf dem Marktplatz anbieten und damit ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften. Das hilft wiederum der Wirtschaftlichkeit der Investition.

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE hat zusammen mit ADS-TEC untersucht, wie sich diese zusätzliche Nutzung auf die Lebensdauer der Batterie auswirkt, die über die Zeit deutlich weniger Alterung zeigte als erwartet. Das Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering IESE hat die kritische Frage untersucht, inwieweit durch die Anbindung vieler dezentraler Anlagen an solche Marktplätze Probleme für einen sicheren Netzbetrieb entstehen könnten und wie geeignete Sicherheitskonzepte einzubauen wären. StoREgio widmete sich der Frage, welche regulatorischen Hürden für den Betrieb eines Flex4Energy-Marktplatzes bestehen und ob sich die Nutzung des Marktplatzes wirtschaftlich für Betreiber und Nutzer lohnt.

 

19.03.2018 | Quelle: Fraunhofer ISE | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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