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Solarcluster rät Unternehmen zur Investition in Solarstromanlagen

Foto: Wolfgang Jargstorff / fotolia

Das Solar Cluster Baden-Württemberg wirbt für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dächern von gewerblich genutzten Immobilien. Im laufenden Jahr sei die Installation von Solarmodulen auf dem Firmendach noch profitabler geworden.

Während die Einspeisevergütung stabil blieb, seien die Kosten für die Solarmodule in den vergangenen 12 Monaten weiter gesunken. Bereits die vollständige Einspeisung des Solarstroms in das Netz ergebe inzwischen eine Rendite von rund 6 Prozent. Nutzten Handel, Gewerbe und Industrie den günstigen Strom vom Dach selbst im Eigenverbrauch, steige die Rentabilität deutlich an.

„Für Unternehmen ist es dank günstiger Rahmenbedingungen derzeit besonders lohnend, Photovoltaikanlagen auf Gebäuden zu installieren“, sagt Franz Pöter, Geschäftsführer des Solar Clusters. Nicht zuletzt deshalb sei die Nachfrage nach Solarmodulen auf dem Dach im vergangenen Jahr um 15 Prozent gegenüber 2016 gestiegen. Wobei der Zubau noch deutlich hinter dem politisch festgelegten Ziel von 2,5 Gigawatt pro Jahr zurückbleibt.

Unternehmen verfügen über große Flächen für Photovoltaikanlagen

Die Dachflächen der über 3,5 Millionen Unternehmen bieten ein großes Potenzial: In Deutschland gibt es vier bis fünf Millionen Nichtwohngebäude. Zu den meist großen Flächen auf dem Dach kommen unzählige Freiflächen in Industrie- und Gewerbegebieten hinzu, die als Konversionsflächen ausgewiesen sind.

Für eine gewerbliche Aufdachanlage fallen derzeit nach Darstellung des Solar Clusters je nach Größe 850 bis 1000 Euro pro Kilowatt zu installierender Leistung an. Der von den Solarkraftwerken auf dem Dach erzeugte Solarstrom kostet dann zwischen sechs und sieben Cent pro Kilowattstunde bei einem Betrieb über 20 Jahre. In den genannten Kosten enthalten ist der Aufwand für die Wartung und die Ausgaben für mögliche Reparaturen. Bei 100 Prozent Fremdfinanzierung steigen die Kosten für den Solarstrom um rund 0,5 Cent pro Kilowattstunde. Wird die Anlage 5 Jahre länger – also 25 Jahre – betrieben, sinken dagegen die Stromkosten bezogen auf die Gesamtlaufzeit um rund 1 Cent pro Kilowattstunde auch bei Einbezug der zusätzlichen Instandhaltungs- und Wartungskosten.

Die Vergütungssätze für neue Solaranlagen sind seit Monaten stabil. Für Aufdachanlagen von 40 bis 100 Kilowatt installierter Leistung etwa erhält der Betreiber für den Anteil bis 10 Kilowatt 12,2 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde, von 10 bis 40 Kilowatt 11,87 Cent und für den Anteil von 40 bis 100 Kilowatt 10,61 Cent. Für eine Anlage mit einer installierten Leistung von 100 Kilowatt beträgt die Gesamtvergütung somit 11,15 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde. Bei einer Größe von 100 bis 750 Kilowatt installierter Leistung muss der Strom selbst verbraucht oder über einen Energiehändler direkt vermarktet werden („Marktprämienmodell“). Hier gilt der „anzulegende Wert“, der 0,4 Cent höher ist als bei der Festvergütung, um die Vermarktungskosten zu decken. Damit erhält ein Anlagenbetreiber bei einer Aufdachanlage mit installierter Leistung von 150 Kilowatt durchschnittlich 11,37 Cent pro Kilowattstunde und bei 750 Kilowatt immer noch im Schnitt 11,08 Cent pro Kilowattstunde.

Nutzen Firmen jetzt noch einen Teil des Solarstroms selbst, erhöht sich die jährliche Rendite von 6 auf bis zu 10 Prozent. Unternehmen haben im Gegensatz zu Privathaushalten aufgrund von laufenden Produktionsmaschinen, Klimaanlagen, Beleuchtung und Computern tagsüber oft einen konstanten Strombedarf. Das deckt sich mit dem Solarstrom, der vor allem von 8 bis 18 Uhr erzeugt wird. Daher können Firmen Eigenverbrauchsquoten von 70 Prozent und mehr ohne Solarstromspeicher erreichen, was die attraktive Rendite der Volleinspeisung weiter erhöht. 

Verbraucht ein Gewerbeunternehmen den eigenen Solarstrom, muss es dafür keinen Netzstrom für 17 Cent pro Kilowattstunde kaufen. So spart es die Differenz zwischen Stromgestehungskosten und Stromeinkauf von rund zehn Cent abzüglich der anteilig zu entrichtenden EEG-Umlage von derzeit 2,7 Cent pro Kilowattstunde. Im Ergebnis erzielt der Verbrauch des Solarstroms vom eigenen Industriedach daher einen Gewinn von rund 7 Cent pro Kilowattstunde. 

Einen Fehler sollten die Unternehmer aber nicht begehen, rät Franz Pöter vom Solar Cluster. „Die Anlage kleiner zu dimensionieren, so dass der Eigenverbrauchsanteil maximiert wird, ergibt keinen Sinn.“ Große Anlagen sind pro installierte Kilowattstunde günstiger und daher ist deren Rendite im Vergleich zu kleinen Anlagen genauso hoch. Umgekehrt decken große Anlagen einen höheren Anteil des lokalen Strombedarfs und sind deshalb eine bessere Absicherung gegen steigende Strompreise als kleine Anlagen. Daher gelte: Dächer voll belegen, so der Solar-Cluster-Geschäftsführer.

09.05.2018 | Quelle: Solar Cluster Baden-Württemberg | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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