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Kohleausstieg: Eurosolar warnt vor weiteren verlorenen Jahren

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Eurosolar fordert einen schnellen Ausstieg aus der Kohle – Möglichkeiten, den betroffenen Regionen wirtschaftlich zu helfen, gibt es schon heute genug. Foto: Pixabay

In der aktuellen Debatte um den Kohleausstieg in Deutschland und der Einrichtung einer Kohlekommission, die das Ausstiegsdatum festlegen soll warnt Eurosolar davor, den Ausstieg weiter zu verschleppen. Die Stellungnahme im O-Ton:

„Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen ist mittlerweile billiger als der Betrieb bestehender fossiler und nuklearer Kraftwerke. Diese Entwicklung ist nicht den seit 2015 eingeführten Ausschreibungsverfahren zu verdanken, sondern der breiten Einführung Erneuerbarer Energietechnologien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Durch die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen konnten in Deutschland und weltweit Massenmärkte etabliert und damit beispiellose technologische Entwicklungen in Gang gesetzt werden, die zu schnell sinkenden Preisen führten. Im Zusammenspiel mit Wasserkraft, Bioenergie, Solar- und Geothermie sowie dezentralen Flexibilitätsoptionen lässt sich aus heutiger Sicht bereits bis 2035 ein verlässliches, dezentrales, kostengünstiges und zu 100 Prozent erneuerbares Energiesystem realisieren, wenn EEG und Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) nach den Eckpunkten einer Neuen Energiemarktordnung (NEMO) gestaltet werden.

Konkrete Forderungen an die Kohleausstiegskommission
Die vereinbarte Kommission „Wachstum, Strukturwandel, Beschäftigung“ hat die Verantwortung, längst überfällige und weitreichende Empfehlungen für einen verbindlichen Kohleausstieg vorzulegen. Doch bereits vor dem eigentlichen Start der Kommission wird das Ziel einer umweltverträglichen Energieversorgung gegen die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Regionen ausgespielt, obwohl die Energiewende weit mehr Jobs, regionale Wertschöpfung und Zukunftsperspektiven schafft, als es die konventionellen Energien je vermocht haben.

Eurosolar Deutschland fordert daher, den Ausstieg aus der Braunkohle bereits vor dem Jahr 2030 ab jetzt innerhalb eines Jahrzehnts zu vollenden und einen schnellen Übergang zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien bei Strom, Wärme und Verkehr bis zum Jahr 2035 zu ermöglichen. Dafür müssen mindestens die 20 ältesten Braunkohlekraftwerke (8,4 GW) noch vor dem Jahr 2020 stillgelegt werden und ein konkreter Abschaltplan für die verbleibenden Braun- und Steinkohlekapazitäten vereinbart werden. Zudem dürfen keine weiteren Subventionen mehr in die Taschen der Kohlekonzerne fließen und es bedarf eines umgehenden Verbots des Neubaus von Kohlekraftwerken.

Energieregionen erhalten
Eurosolar setzt sich für groß angelegte regionale Sonderausschreibungen für Windenergie an Land und Solarfreiflächenanlagen in der Lausitz und am Niederrhein im ganzen nächsten Jahrzehnt ein. Diese Sonderausschreibungen müssen auf die betroffenen Regionen und zusätzlich auf die Verhältnisse in den Konversionsgebieten der ehemaligen Tagebaue zugeschnitten und daraus 100%-erneuerbare Infrastrukturpläne für die Region entwickelt werden. Dadurch werden Lausitz und Niederrhein als Energieregionen erhalten, der Verlust an Arbeitsplätzen mehr als ausgeglichen und gleichzeitig die Energiewende beschleunigt.

Das klappt nur mit neuen Konzepten zur Sanierung und zur energetischen Wiedernutzbarmachung ehemaliger Bergbauflächen, z.B. indem Abraumhalden für die Solar- und perspektivisch für die Windenergienutzung vorbereitet werden sowie auf den entstehenden Bergbauseen außerhalb der touristisch und zur Naherholung genutzten Bereichen schwimmende Solaranlagen installiert werden.

Batteriezellenproduktion in der Lausitz
Zusätzlich sollte die geplante Etablierung einer deutschen Batteriezellenproduktion in der Lausitz angesiedelt werden. Begleitet werden muss der Strukturwandel von umfangreichen Programmen der regionalen Wirtschaftsförderung – mit dem Fokus auf den Erhalt der Energieregionen. Der Braunkohleausstieg ist durch umfangreiche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote sowie großzügige Renteneintrittsregelungen für ältere Beschäftigte ohne betriebsbedingte Kündigungen realisierbar.“

30.05.2018 | Quelle: Eurosolar | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

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